Hintergrund

Datenhandel aufgedeckt

Spider Eyes

Eine gemeinsame Recherche von NDR und Mobilsicher.de fördert erschreckende Details über den globalen Handel mit Nutzerdaten zutage. Wir erklären, wie Datensätze über Nutzer gesammelt werden und wie Sie sich dagegen schützen können.

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Datenschutz · Datensparsamkeit · Nackt im Netz · Privatsphäre · Tracking · Web of Trust · Werbung · WOT
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In einer monatelangen Recherche konnten Reporter der NDR-Fernsehmagazine „Panorama“ und „ZAPP“ Zugang zu einem umfangreichen Datensatz erlangen und ihn auswerten.

Mit den Daten lässt sich das Leben von Millionen Deutschen nachzeichnen: Darunter Manager, Polizisten, Richter und Journalisten. Wie gelangen solche Daten auf den Markt?

Im Laufe der Recherche konnten wir in Zusammenarbeit mit dem NDR zumindest einen Datenspion identifizieren: Die Browser-Erweiterung des Dienstes „Web of Trust“ (WOT).

Hinter der WOT-Erweiterung steht eine der weltweit größten Bewertungsplattformen für Webseiten, die sich ebenfalls „Web of Trust“ nennt. Sie hat ihren Sitz in Finnland. Die WOT-Erweiterungen für beliebte Browser wie Firefox und Chrome wurden nach Angaben der Firma mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen.

Nachtrag vom 04.11.2016: Inzwischen ist das Add-on von WOT im Firefox-Browser nicht mehr erhältlich. Das Add-on verstoße gegen die Transparenz-Richtlinien von Mozilla, teilte die Stiftung am Donnerstag Medienvertretern mit.

Browser-Erweiterungen sind kleine Zusatzprogramme, die man direkt in den Browser einbinden kann. Auf dem Desktop gibt es sie für alle großen Browser. Auf dem Smartphone gibt es richtige Add-ons nur für den Browser Firefox.

Von WOT gibt es für Android sowohl eine App aus Googles Play-Store, als auch ein Firefox-Add-on. Wir empfehlen, WOT-Produkte zu deinstallieren. Für iOS gibt es keine WOT-Produkte.

Wie sie WOT aus Firefox entfernen, erklären wir im Beitrag WOT-Add-on finden und entfernen

Mit einigen gezielten Maßnahmen kann man sich gegen die meisten Datenspione schützen. Dazu muss man kein Informatiker sein, sondern nur etwas Zeit investieren.

Auf dieser Seite führen wir Schritt für Schritt durch unser Informationsangebot zu den verschiedenen Arten der Erfassung von Nutzerdaten und geben Praxistipps, um dem einen Riegel vorzuschieben.

1. Den richtigen Browser wählen

Wer mit dem Browser im Internet surft, hinterlässt auf jeder besuchten Webseite Spuren. Je nach Browser sind das mehr oder weniger. Für Android-Nutzer ist unser Favorit der Firefox-Browser von Mozilla. Hier erklären wir, warum.

iOS-Nutzer sollten beim Standardbrowser Safari bleiben, der zahlreiche Möglichkeiten bietet, Tracking zu blockieren.

2. Browser richtig konfigurieren

Je nach Browser gibt es unterschiedlich gute Möglichkeiten, sich gegen Tracking zu schützen. Hier finden Sie Anleitungen dafür.

3. IP-Adresse verbergen

Fast alle Browser übertragen standardmäßig die IP-Adresse an Webseiten. Um das zu verhindern, braucht es besondere Maßnahmen.

4. Die richtigen Apps wählen

Die meisten Nutzerdaten werden auf Smartphones von Apps abgegriffen. So finden Sie gute Apps, die das nicht tun.

5. Unverzichtbare Apps zähmen

Auf manche Apps kann oder will man nicht verzichten, obwohl sie Daten auslesen. Bei diesen Produkten kann man das Schlimmste verhindern, indem man die Zugriffsrechte einschränkt.

5. Tracking verstehen

6. Google und die Daten

Das Geschäftsmodell des Konzerns Google beruht darauf, Nutzerdaten zu sammeln, auszuwerten und damit zielgerichtete Werbung zu schalten. Gerade bei Android-Geräten steckt Google in so vielen Diensten und Anwendungen, dass man leicht den Überblick verliert. Wir haben daher ein eigenes Kapitel zu Googles Datenerfassung zusammengestellt.

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