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Firefox-Browser nutzen (Android)

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Wer mit einem Android-Gerät im Internet surfen will, nutzt dafür in der Regel den vorinstallierten Browser Chrome. Firefox ist dazu eine vollwertige Alternative, die mehr Möglichkeiten bietet, den Datenschutz beim Surfen zu verbessern.

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Browser · Firefox · Privater Modus · Surfen · Tracker-Schutz · Tracking
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Standardmäßig ist auf Android-Geräten Googles Browser installiert – Chrome. Wie alle Google-Produkte sammelt auch Chrome viele Daten über seine Nutzer, und sendet sie an Google. Der Browser Firefox von der Mozilla-Stiftung ist eine beliebte Alternative zu Chrome.

Der Firefox-Browser kann kostenlos aus Googles Play-Store geladen werden, und ist quelloffen. Das heißt, der Programmcode kann von jedermann eingesehen werden. Er ist auch im alternativen App-Store F-Droid erhältlich.

Programme mit offenem Quellcode gelten als vertrauenswürdiger, weil unabhängige Experten überprüfen können, wie die Software genau programmiert ist, welche Aktionen sie durchführt, welche Daten sie abfragt, und wo Sicherheitslücken und Fehler sind.

Was es mit F-Droid auf sich hat, und wie man den Store nutzen kann, erklären wir im Beitrag Verbraucherfreundlicher App-Store: F-Droid.

Welche Daten fragt Firefox ab?

Auch Firefox fragt standardmäßig Daten vom Nutzer ab und sendet sie an Mozilla. Zudem hat die Mozilla-Stiftung, die Firefox entwickelt, vor einiger Zeit angefangen, interessensbezogene Werbung in den Browser zu integrieren. Für beides erntete die Stifung heftige Kritik. Die Datenerfassung kann aber sehr genau konfiguriert – und sogar vollständig deaktiviert werden.

Laut Datenschutzerklärung nimmt der Browser standardmäßig einmal am Tag Kontakt zu einem Mozilla-Server auf, und überträgt dorthin folgende Daten:

  • Installierte Firefox-Version
  • Eingestellte Sprache
  • Betriebssystem (mit Version)
  • IP-Adresse
  • Installierte Add-ons. Add-ons sind kleine Zusatzprogramme, mit denen man den Browser erweitern kann.
  • Statusbericht: Länge der Sitzungen, Abstürze, Zahl der geöffneten Seiten.

Mozilla überprüft mit diesen Informationen, ob Browser und Add-ons aktuell sind, oder ob ein Update nötig ist und ob der Browser stabil läuft. Update-Funktion und das Übersenden des Statusberichts lassen sich zwar deaktivieren, dies ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen. Denn über die automatische Update-Funktion kann Mozilla Sicherheitslücken schnell schließen.

Öffnet man ein neues Fenster in Firefox, werden dort Informationen vorgeschlagen, von denen Mozilla vermutet, dass sie interessant sind. Diese Vorschläge nennt Mozilla „Snippets“ (deutsch: Schnipsel) und „Kacheln“. Der Browser erfasst, auf welche Snippets und Kacheln die Nutzerin klickt, sendet diese Information an den Mozilla-Server, und passt das Angebot daraufhin an.

Einmal im Monat ermittelt Mozilla anhand der IP-Adresse den Aufenthaltsort auf Landesebene. Diese Information wird nicht zentral gespeichert, sondern nur im lokal installierten Browser. Firefox wählt anhand dieser Informationen relevante Kacheln aus. Welche Webseiten geöffnet wurden, wird nicht an Mozilla übermittelt.

Schutz vor Trackern

Tracking nennt man sämtliche Methoden, die angewandt werden, um Nutzer beim Surfen im Internet auszuforschen. Dazu gehören Cookies, aber auch viele andere Methoden. Mit dem üblichen „Drittanbieter-Cookies blockieren“ kommt man diesen Methoden nicht bei.

Firefox bietet wie alle gängigen Browser die „Do Not Track“-Option an. Ist diese aktiviert, teilt der Browser den besuchten Webseiten mit, dass der Nutzer nicht getrackt, also verfolgt werden will. Ob die jeweiligen Website-Betreiber diesen Wunsch berücksichtigen, ist deren Entscheidung. Da die Erfolge dieser auf Freiwilligkeit setzenden Datenschutz-Initiative ausblieben, hat Firefox seit der Version 42 einen neuen Schutz gegen Tracker hinzugefügt.

Dabei greift der Browser auf eine öffentlich zugängliche Sperrliste mit bekannten Trackern der Firma Disconnect zu. Disconnect ist ein gemeinnütziges US-Unternehmen und Mitglied der B-Corp-Community, das Software für den Schutz von Daten und Privatsphäre herstellt und vertreibt. Jegliche Kommunikation mit Trackern, die sich auf dieser Liste befinden, wird von Firefox automatisch blockiert, sobald der „Private Modus“ bei Firefox aktiv ist.

Trumpfkarte: Add-ons

Neben den Einstellungen im Browser selbst, gibt es auch Zusatzprogramme, sogenannte Add-ons, mit denen man den Browser erweitern kann. Sie werden von Programmierern der Mozilla-Community erstellt und sind kostenlos.

Firefox ist für seine einzigartige Vielfalt und Qualität von Add-ons bekannt und bietet sie als einziger Browser auch für die Smartphone-Version an. Es gibt eine ganze Reihe Add-ons, mit denen sich Sicherheit und Datenkontrolle beim surfen erheblich verbessern lassen.

Auch Firefox muss konfiguriert werden

Standardmäßig sind bei Firefox nicht alle Datenschutz-Optionen aktiv. Nutzer sollten daher nach dem Installieren einmal das Menü durchgehen, um den Browser zu konfigurieren.

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