Ratgeber

Browser Firefox richtig einstellen (Android)

Firefox einstellen
Foto: ip/mobilsicher

Der Browser Firefox bietet viele Möglichkeiten, das persönliche Datenschutzniveau einzustellen. Auch das macht ihn so beliebt. Wir erklären die wichtigsten Einstellungen für Privatsphäre und Datenschutz und was dahinter steckt.

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Browser · Browser-Verlauf · Cache · Cookies · E-Tag · Firefox · Privater- / Inkognito-Modus · Tracking
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Diese Anleitung gilt für Firefox Android, Version 67.0. Die Punkte sind in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie in den Firefox-Einstellungen erscheinen. Punkte, die für Sicherheit und Datenschutz nicht relevant sind, überspringen wir.

Öffnen Sie die Firefox-App und rufen Sie die Einstellungen auf. Dazu tippen Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke und wählen dann den Punkt „Einstellungen“.

Anmelden

Unter diesem Punkt können Sie sich in Ihr Mozilla-Nutzerkonto einloggen oder eines anlegen, falls Sie keins haben.

Vorteil: Sie können damit Ihre Firefox-Lesezeichen, geöffnete Tabs, Surf-Chronik und gespeicherte Passwörter zwischen verschiedenen Geräten abgleichen, zum Beispiel zwischen Ihrem Laptop und dem Smartphone. Die Daten werden dazu auf einem Server von Mozilla abgelegt, auf den Sie mit beliebig vielen Geräte zugreifen können.

Nachteil: Wie bei allen Cloud-Diensten besteht dabei die Möglichkeit, dass Dritte an die Daten auf dem Server gelangen.

In der Vergangenheit wurden immer wieder Daten in großem Stil von Servern gestohlen, auch von Unternehmen aus dem Cyber-Sicherheitsbereich. Zudem liegen die Daten auf Servern im Ausland – Behörden dieses Landes könnten sich dazu also Zugang verschaffen, ohne deutsche Datenschutzstandards einzuhalten.

Suche

Wählen Sie hier ihre bevorzugte Standard-Suchmaschine aus.

Voreingestellt ist bei Firefox oft Google oder Yahoo. Das heißt, wenn man in das Such/Adressfeld im Browser einen Suchbegriff eintippt, wird automatisch über diese Dienste gesucht. Diese Suchdienste speichern Ihre Suchanfragen. Privatsphäre-freundliche Suchmaschinen sind zum Beispiel DuckDuckGo oder StartPage.

Wenn die Suchmaschine Ihrer Wahl nicht dabei ist, können Sie sie hinzufügen. Firefox bietet dazu direkt im Menü eine Anleitung.

Sollte diese Anleitung nicht funktionieren (was manchmal vorkommt), können Sie eine neue Suchmaschine wie ein Add-on installieren. Wie man Add-ons findet und installiert, erfahren Sie auf dieser Hilfeseite von Firefox.

Datenschutz

Dieser Menüpunkt enthält einige Unterpunkte, die wir entsprechend ihrer Reihenfolge erklären.

Aktivitäten nicht verfolgen
Wenn Sie einen Haken bei Aktivitäten nicht verfolgen (Do not track) setzen, teilt Firefox der aufgerufenen Webseite mit, dass Sie nicht verfolgt werden wollen. Webseiten müssen diesen Wunsch aber nicht respektieren und tun es oft auch nicht.

Wer den „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ (nächster Punkt) aktiviert, sollte auch hier einen Haken setzen. Denn Seiten, von denen bekannt ist, dass sie „Do Not Track“ respektieren, werden von der Funktion „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ nicht blockiert.

Schutz vor Aktivitätenverfolgung
Die Funktion blockiert jegliche Kommunikation mit Trackern. Tracker sind Bestandteile von Webseiten, die das Surfverhalten von Nutzer*innen über mehrere Seiten aufzeichnen. Firefox nutzt dabei eine öffentliche „schwarze Liste“, auf der bekannte Tracker verzeichnet sind. In der Praxis blockiert die Funktion vor allem Werbung. Webseiten laden damit deutlich schneller.

Sie können einstellen, wann die Funktion aktiv sein soll. Sie haben drei Optionen:

  • Aktiviert: Die Funktion ist immer aktiv, sobald sie surfen. Wir empfehlen diese Option, weisen aber darauf hin, dass es bei manchen Seiten zu Darstellungsproblemen kommen kann.
  • Im privaten Modus aktiviert: Die Funktion ist nur aktiv, wenn Sie einen Tab im privaten Modus öffnen. Standardmäßig ist dieser Punkt ausgewählt.
  • Deaktiviert: Die Funktion ist nie aktiv.

Wenn Elemente einer Seite blockiert werden, erscheint ein Schildsymbol in der Adresszeile.

Cookies
Sie haben drei Optionen:

  • Nicht erlauben: Eine sichere, aber unpraktische Einstellung. Viele Seiten funktionieren nicht richtig ohne Cookies.
  • Erlauben, aber nicht von Drittanbietern: Viele Webseiten binden Teile von anderen Webseiten ein, die dann ein Cookie setzen. Diese sogenannten Drittanbieter-Cookies dienen häufig dem Tracking und sind meist für die Funktion der originären Seite nicht nötig. Es empfiehlt sich, solche Cookies zu blockieren.
  • Erlauben: Alle Cookies werden akzeptiert. Diese Einstellung ist aus Datenschutzperspektive nicht empfehlenswert.
Was Cookies eigentlich sind, erfahren Sie hier: Cookies, Cache und Co.

 

Private Daten beim Beenden löschen
Firefox speichert beim Surfen viele Daten. Mit der Option Bei Beenden löschen werden diese Daten beim Schließen des Browsers automatisch gelöscht. Welche Daten gelöscht werden, können Sie auswählen, wenn Sie auf Bei Beenden löschen tippen. Folgende Punkte sind aus unserer Sicht erklärungsbedürftig:

  • Chronik: Firefox speichert automatisch alle Webseiten, die Sie besucht haben. Diese Daten werden nicht an Mozilla übersendet. Wer sich aber Zugriff auf Ihr Gerät verschafft, kann nachsehen, welche Seiten Sie besucht haben. Es gab in der Vergangenheit Tracker, die sich Zugang zu der Chronik verschafft haben – dagegen sind alle großen Browser inzwischen geschützt. Dass Schadprogramme über Sicherheitslücken darauf zugreifen, ist aber nie ausgeschlossen. In der Android-Version kann man nicht verhindern, dass Firefox eine Chronik aufzeichnet. Aber man kann sie jederzeit manuell löschen. Hinweis: In Firefox‘ „privaten Modus“ wird die Chronik nie gespeichert (siehe unten).
  • Downloads: Firefox erstellt automatisch eine Liste mit allen Dateien, die Sie heruntergeladen haben. Sie finden Sie im Hauptmenü (auf die drei Punkte tippen) unter Extras > Downloads. Nur diese Liste wird gelöscht, die heruntergeladene Datei bleibt auf dem Gerät.
  • Cache: Im Cache (deutsch: Zwischenspeicher) speichert Firefox Inhalte der aufgerufenen Webseiten zwischen, um die Seite beim nächsten Aufruf schneller wieder aufzubauen, zum Beispiel große Bilder. Das spart Zeit und Datenvolumen. Beim weitverbreiteten Tracking über sogenannte E-Tags machen sich Datensammler diese Funktion aber zunutze. Spätestens nach dem Schließen von Firefox sollte man den Cache daher leeren. Je nachdem, wie sehr Sie auf Ihr verbrauchtes Datenvolumen achten müssen, empfiehlt es sich, ihn noch öfter zu löschen.

Wenn Sie zu Einstellungen > private Daten löschen navigieren, können Sie alle Daten auch manuell zu jedem beliebigen Zeitpunkt löschen.

Zugangsdaten
Wenn Sie bei Zugangsdaten speichern einen Haken setzen, speichert Firefox Passwörter und Nutzernamen, mit denen Sie sich auf passwortgeschützten Seiten einloggen. Die Passwörter werden lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht an Mozilla gesendet.

Aktivieren Sie diese Funktion nur mit Master-Passwort. Setzen sie dafür einen Haken bei Master-Passwort benutzen. Sonst ist die Datei mit den Passwörtern nicht verschlüsselt und jede*r, der sich Zugang zu Ihrem Gerät verschafft, kann die gespeicherten Zugangsdaten einsehen.

Wenn Sie die Funktion zum automatischen Ausfüllen der Zugangsdaten mit Masterpasswort eingerichtet haben, fragt Firefox zu nach dem Masterpasswort, wenn Sie die App öffnen. Dann befüllen sich alle gespeicherten Zugangsdaten beim Aufrufen der entsprechenden Seiten automatisch und auch die Liste der Passwörter in den Firefox-Einstellungen ist frei zugänglich.

Solange Sie die App im Hintergrund geöffnet haben, lassen sich die Passwörter also auch von Unbefugten auslesen, wenn diese sich Zugang zum Gerät verschaffen.

Hinweis: Mit einem guten Master-Passwort ist die Sicherheit der Passwortverwaltung von Firefox zwar akzeptabel. Aber wenn Sie Zugangsdaten von einer Webseite speichern, auf der ein bösartiges Skript eingebunden ist, kann dieses Skript die Passwortverwaltung von Firefox austricksen und damit die Zugangsdaten von dieser Seite auslesen. Nutzen Sie die Funktion „Zugangsdaten speichern“ also nur auf wirklich seriösen Seiten.

Mozilla-Standortdienst
Sie finden den Punkt unter Einstellungen > Datenschutz > Mozilla-Standortdienst.

Smartphones können Ihren Standort über WLANs bestimmen. Dazu senden sie die Namen der WLAN-Netze, die sie gerade empfangen, an eine Datenbank. In der Datenbank ist der Standort vieler WLANs verzeichnet, dieser wird dann zurückgesendet.

Die größten Datenbanken dieser Art sind im Privatbesitz von Google und Apple. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, helfen Sie Mozilla, ebenfalls eine solche Datenbank aufzubauen. Das Besondere: Diese Datenbank ist öffentlich und für jede*n nutzbar.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie Mozilla so weit vertrauen, dass Sie Ihren Standort übermitteln wollen. Wir finden, dass die Infrastruktur für Navigation nicht ausschließlich in Privatbesitz sein sollte und unterstützen das Projekt daher.

Privater Modus

Gehen Sie nun noch einmal einen Schritt zurück. Wenn Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke des Firefox-Browsers tippen, sehen Sie die Option Neuer privater Tab. Damit können Sie eine Seite im privaten Modus öffnen.

Die Seite erscheint dann nicht in der Chronik und heruntergeladene Dateien nicht in der Downloadliste. Suchwörter, Passwörter und Cookies werden nicht gespeichert und es wird nichts von der Seite im Cache hinterlegt.

Sie können den privaten Modus auch aktivieren, indem Sie auf das Tab-Symbol oben rechts tippen (Registerkarte mit einer Zahl) und danach auf das Masken-Symbol. Vor einem Teil des kommerziellem Trackings und vor neugierigen Kolleg*innen oder Bekannten sind Sie mit diesem Modus recht gut geschützt.

Sie surfen damit aber nicht anonym. Denn der Browser übermittelt auch im privaten Modus Ihre IP-Adresse und weitere Informationen an jede aufgerufene Webseite. Auch Ihr Provider sieht weiterhin, wie Sie surfen.

Prefetching deaktivieren

Firefox prüft, ob eine Seite Links enthält, und lädt dann die verlinkten Seiten vor. So werden Informationen auch an Seiten übertragen, die Sie gar nicht aufgerufen haben. Und Sie verbrauchen mehr Datenvolumen. Die Einstellungen kann man in der about:config-Datei ändern. Dieser Zugang ist einfach, aber ungewohnt.

Tippen Sie in die Adresszeile von Firefox about:config ein. Nun erscheint eine Seite mit Einstellungen in Code-Form, die zunächst unübersichtlich erscheinen kann. Suchen Sie über die Suchfunktion nach dem Begriff network.prefetch-next. Wenn darunter ein kleines „true“ steht, ist die Prefetch-Funktion aktiviert.

Tippen Sie auf den Begriff. Rechts von dem Wort „true“ erscheint nun ein Feld mit „Umschalten“. Tippen Sie darauf. Nun steht dort statt „true“ das Wort „false“ (englisch für „falsch“). Nun ist die Funktion deaktiviert. Sie können die Seite nun wie eine ganz normale Webseite schließen.

Vorschläge von Pocket

Auf der Startseite erhalten Sie per Voreinstellung Firefox-Vorschläge von Pocket. Pocket ist eigentlich ein Lesezeichen-Dienst, mit dem man sich Webseiten für später speichern kann. Er stammt von der Firma „Read it Later Inc.“ mit Sitz in San Francisco, USA, die im Februar 2017 von der Mozilla Corporation gekauft wurde.

Im Januar 2018 veröffentlichte Mozilla den Quellcode von Pocket, sodass die Funktionsweise des Dienstes von unabhängigen Dritten überprüft werden kann.

Laut Pocket wird die Auswahl von einem Algorithmus aus Seiten erstellt, die bei anderen Pocket-Nutzer*innen gerade besonders beliebt sind oder häufig abgespeichert werden. Die Vorschläge werden explizit nicht individuell angepasst, beziehen sich also nicht auf Dinge, die man vorher angeklickt hat. In den USA und in Kanada wird jedoch aktuell eine Personalisierung getestet.

Wer die Vorschläge nicht erhalten will, kann sie über folgenden Pfad abschalten:

Menü (drei Punkte oben links) > Einstellungen > Allgemein > Startbildschirm > Wichtige Seiten > Empfohlen von Pocket (Schieberegler nach links).

Private Daten löschen

Wenn ein Cookie einmal auf Ihrem Gerät ist, kann es Ihre Aktivität weiterverfolgen, auch wenn Sie die Option „Drittanbieter-Cookies blockieren“ gewählt haben. Wenn Sie im privaten Modus surfen, werden zwar keine Informationen in den Cache gelegt, aber bereits abgelegte Informationen können von E-Tag-Trackern trotzdem ausgelesen werden.

Löschen Sie daher Cache, Cookies, Formulardaten und Offline-Website-Daten, nachdem Sie Ihren Browser konfiguriert haben, und bevor Sie den privaten Modus nutzen. Sie finden den Punkt unter Einstellungen > private Daten löschen.

Link-Tracking

In vielen Browsern gibt es eine Funktion zum Protokollieren von Links. Wenn Nutzer*innen auf Webseiten Links anklicken, wird der*die Besitzer*in der entsprechenden URL darüber informiert. Eine Funktion zum Link-Tracking ist bei Firefox vorhanden, per Voreinstellung jedoch deaktiviert.

Um die Einstellung zu überprüfen, tippen Sie in der Adresszeile von Firefox about:config ein. Nun erscheint eine Seite mit Einstellungen in Code-Form. Suchen Sie über die Suchfunktion nach dem Begriff browser.send_pings. Wenn darunter ein kleines „false“ steht, ist Funktion deaktiviert.

Hinweis: Manche Seiten brauchen Cookies

Tracker und Drittanbieter-Cookies können zur Funktionalität einer Seite beitragen. Wenn Teile einer Seite nicht mehr funktionieren, kann es daran liegen, dass Sie die Funktion „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ aktiviert haben, Drittanbieter-Cookies blockieren oder im privaten Modus surfen.

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