Ratgeber

Firefox konfigurieren (Android)

Gletschereis

Der Internet-Browser Firefox bietet viele Möglichkeiten, das persönliche Datenschutzniveau einzustellen. Nicht zuletzt das macht ihn so beliebt. Wir erklären die wichtigsten Menüpunkte im Firefox und was es mit den einzelnen Einstellungen auf sich hat.

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Browser · Cache · Cookies · Datenschutz · E-Tag · Firefox · Privater Modus · Tracker · Tracking · Tracking-Schutz
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1. Einstellungen Öffnen

Öffnen Sie die Firefox-App und gehen Sie zu dem Menüpunkt „Einstellungen“. Sie erreichen ihn meistens, indem Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke tippen. Alle folgenden Punkte befinden sich in dem Menü, das sich daraufhin öffnet.

2. Anmelden

Unter diesem Punkt können Sie Ihre Firefox-Lesezeichen, geöffnete Tabs, Surf-Chronik und gespeicherte Passwörter zwischen verschiedenen Geräten abgleichen, zum Beispiel zwischen Ihrem Laptop und dem Smartphone. Die Daten werden dazu auf einem Server von Mozilla abgelegt, auf den die Geräte dann zugreifen können. Voraussetzung ist ein Nutzerkonto bei Mozilla.

Wie bei allen Cloud-Diensten besteht auch hier die Möglichkeit, dass Dritte an die Daten auf dem Server gelangen. Kundendaten wurden in der Vergangenheit immer wieder in großem Stil von Servern gestohlen, auch von Unternehmen aus dem Cyber-Sicherheitsbereich. Zudem liegen die Daten auf Servern im Ausland, und Behörden dieses Landes könnten sich Zugriff darauf verschaffen, ohne deutsche Datenschutzstandards einzuhalten.

3. Suchmaschine Einstellen

Als Standardsuchmaschine ist bei Firefox oft Google oder Yahoo eingestellt. Das heißt, wenn man in das Such/Adressfeld im Browser einen Suchbegriff eintippt, wird automatisch über diese Dienste gesucht. Diese Suchdienste speichern Ihre Suchanfragen. Privatsphäre-Freundliche Suchmaschinen sind zum Beispiel DuckDuckGo, Disconnect Search oder Startpage von Ixquick. Gehen Sie im Firefox-Menü auf Einstellungen > Suche und wählen Sie dort eine passende Standard-Suchmaschine aus.

Wenn die Suchmaschine Ihrer Wahl nicht dabei ist, können Sie sie hinzufügen. Die Anleitung, die Firefox dazu bietet, funktioniert nicht bei allen. Einfacher ist es, neue Suchmaschinen wie ein Add-on zu installieren. Wie man Add-on´s findet und installiert, erfahren Sie auf der Hilfeseite von Firefox.

Tippen Sie nun auf den Punkt „Datenschutz“. Das folgende Menü enthält die meisten wichtigen Datenschutz-Einstellungen.

4. Schutz vor Aktivitätenverfolgung

Diese Option ist die wichtigste Neuerung der Version 42. Die Funktion blockiert jegliche Kommunikation mit Webseiten-Bestandteilen, die das Surfverhalten von Nutzern über mehrere Seiten aufzeichnen – sogenannte Tracker. Firefox nutzt dabei eine öffentliche „schwarze Liste“, auf der bekannte Tracker verzeichnet sind. Dieser Schutz greift bei allen Tracking-Methoden, sobald der Tracker bekannt ist. In der Praxis blockiert die Funktion vor allem Werbung. Webseiten laden mit dieser Funktion deutlich schneller.

Wenn Elemente einer Seite blockiert werden, erscheint ein Schild-Symbol in der Adress-Zeile. Die Funktion wird standardmäßig nur aktiv, wenn man ein Tab im „privaten Modus“ öffnet. (Siehe Punkt 9). Wenn Sie die Funktion standardmäßig aktivieren wollen, müssen Sie dafür die „about:config“-Datei verändern. Dieser Schritt ist einfach, aber ungewohnt.

5. Aktivitäten nicht verfolgen

Wenn Sie den Haken bei „Aktivitäten nicht verfolgen“ (Do not track) setzen, wird der aufgerufenen Webseite übermittelt, dass der Nutzer nicht verfolgt werden will. Ob Webseiten diesen Wunsch respektieren, ist aber ihre freiwillige Entscheidung.

Wer den „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ (siehe Punkt 4) aktiviert, sollte auch hier einen Haken setzen. Denn Seiten, von denen bekannt ist, dass sie „Do Not Track“ respektieren, werden von der Funktion „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ nicht blockiert.

6. Cookies

Wenn Sie auf „Cookies“, tippen, erhalten Sie drei Optionen zur Auswahl:

  • Nicht akzeptieren: Eine sichere aber unpraktische Einstellung. Viele Seiten funktionieren nicht ohne Cookies.
  • Nicht von Drittanbietern akzeptieren: Viele Webseiten binden Teile von anderen Webseiten ein, die dann ein Cookie setzen. Wenn zum Beispiel die Like-Schaltfläche von Facebook auf der Seite von mobilsicher.de steht, kann diese ein Cookie setzen, das aber nicht von mobilsicher.de ausgelesen wird, sondern von facebook.com. Man spricht in diesem Fall von Drittanbieter-Cookies. Sie dienen häufig dem Tracking und beeinträchtigen die Funktion der originären Seite meist nicht. Es empfiehlt sich, solche Cookies zu blockieren.
  • Immer akzeptieren: Alle Cookies werden akzeptiert. Diese Einstellung ist aus Datenschutzperspektive nicht empfehlenswert.

7. Zugangsdaten speichern

Wenn Sie hier einen Haken setzen, speichert Firefox Passwörter und Nutzernamen, mit denen Sie sich auf passwortgeschützten Seiten einloggen. Die Passwörter werden lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht an Mozilla gesendet. Aktivieren Sie diese Funktion nicht, ohne ein Master-Passwort zu setzen. (siehe nächsten Punkt). Sonst ist die Datei mit den Passwörtern nicht verschlüsselt, und Jeder, der sich Zugang zu Ihrem Gerät verschafft, kann die gespeicherten Zugangsdaten einsehen.

8. Master-Passwort benutzen

Wenn Sie ein Master-Passwort einrichten, wird die Datei, in der Firefox Ihre Passwörter und Nutzernamen speichert, verschlüsselt. Mit einem guten Master-Passwort ist die Sicherheit der Passwort-Verwaltung von Firefox akzeptabel.

9. Private Daten löschen

Firefox speichert beim surfen allerhand Daten. Mit der Option Bei Beenden löschen werden diese Daten beim Beenden des Browsers automatisch gelöscht. Welche Daten gelöscht werden, können Sie auswählen, wenn Sie auf Bei Beenden löschen tippen. Nicht alle Punkte erklären sich selbst:

  • Chronik: Firefox speichert automatisch alle Webseiten, die Sie besucht haben. Diese Daten werden nicht an Mozilla übersendet. Wer sich aber Zugriff auf Ihr Gerät verschafft, kann nachsehen, welche Seiten Sie besucht haben. Es gab in der Vergangenheit Tracker, die sich Zugang zu der Chronik verschafft haben – dagegen sind alle großen Browser inzwischen geschützt. Dass Schadprogramme über Sicherheitslücken darauf zugreifen, ist nie ausgeschlossen. In der Android-Version kann man nicht verhindern, dass Firefox eine Chronik aufzeichnet. Aber man kann sie jederzeit manuell löschen.
  • Downloads: Firefox erstellt automatisch eine Liste mit allen Dateien, die Sie heruntergeladen haben. Sie finden Sie im Hauptmenü (auf die drei Punkte tippen) unter Extras > Downloads. Nur diese Liste wird gelöscht, die heruntergeladene Datei bleibt auf dem Gerät.
  • Cache: Im Cache (deutsch: Zwischenspeicher) speichert Firefox Inhalte der aufgerufenen Webseiten zwischen, um die Seite beim nächsten Aufruf schneller wieder aufzubauen. Zum Beispiel große Bilder. Das spart Zeit und Datenvolumen. Beim weit verbreiteten Tracking über sogenannte E-Tags machen sich Datensammler diese Funktion aber zunutze. Spätestens nach dem Schließen von Firefox sollte man den Cache daher leeren. Je nachdem, wie sehr Sie auf Ihr verbrauchtes Datenvolumen achten müssen, empfiehlt es sich, ihn noch öfter zu löschen.

10. Privater Modus

Wenn Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke tippen, sehen Sie die Option „Neuer privater Tab“. Damit können Sie eine Seite im privaten Modus öffnen. Die Seite erscheint dann nicht in der Chronik, heruntergeladene Dateien nicht in der Downloadliste. Suchwörter, Passwörter und Cookies werden nicht gespeichert und es wird nichts von der Seite im Cache hinterlegt. Zudem ist der Tracking-Schutz aktiviert.

Sie können den privaten Modus auch aktivieren, indem Sie auf das Tab-Symbol oben rechts tippen (Registerkarte mit einer Zahl) und dann auf das Masken-Symbol. Vor einem Teil des kommerziellem Trackings und vor neugierigen Kollegen und Bekannten sind Sie mit diesem Modus recht gut geschützt.

Sie surfen damit aber keineswegs anonym im Netz. Nach der Verabschiedung des „Gesetzes zur Speicherpflicht von Verkehrsdaten“ (Vorratsdatenspeicherung) müssen Serviceprovider Ihre IP-Adresse, und wann Sie damit im Internet waren, für zehn Wochen speichern. Zudem übermittelt der Browser auch im Privaten Modes Ihre IP-Adresse und weitere Informationen an jede aufgerufene Webseite.

11. Prefetching deaktivieren

Firefox prüft, ob eine Seite Links enthält, und lädt dann schon mal die verlinkten Seiten. So werden Informationen an Seiten übertragen, die Nutzer gar nicht aufgerufen haben. Die Einstellungen kann man in der about:config-Datei ändern. Der Eingriff ist einfach, aber ungewohnt.

Tippen Sie in die Adresszeile von Firefox about:config ein. Nun erscheint eine Seite mit Einstellungen in Code-Form, die ihnen sehr unübersichtlich erscheinen kann. Suchen Sie nach dem Begriff network.prefetch-next. Wenn darunter ein kleines „true“ steht, ist die Prefetch-Funktion aktiviert.

Tippen Sie auf den Begriff. Rechts von dem Wort „true“ erscheint nun ein Feld mit „Umschalten“. Tippen Sie darauf. Nun steht dort statt „true“ das Wort „false“ (englisch für „falsch“). Nun ist die Funktion deaktiviert. Sie können die Seite wie eine ganz normale Webseite schließen.

12. Zum Abschluss: Daten löschen

Wenn ein Cookie einmal auf Ihrem Gerät ist, kann es Ihre Aktivität weiter verfolgen, auch wenn Sie die Option „Drittanbieter-Cookies blockieren“ gewählt haben. Wenn Sie im Privaten Modus surfen, werden zwar keine Informationen in den Cache gelegt, aber bereits abgelegte Informationen können von E-Tag-Trackern trotzdem ausgelesen werden.

Löschen Sie daher Cache, Cookies, Formulardaten und zur Sicherheit auch die Chronik und gespeicherte Offline-Website-Daten, nachdem Sie Ihren Browser konfiguriert haben, und bevor Sie den privaten Modus nutzen. Navigieren Sie zu Einstellungen>Privatsphäre>Private Daten jetzt löschen. Setzen Sie die Haken bei den entsprechenden Kästchen.

Hinweis:

Tracker und Drittanbieter-Cookies können zur Funktionalität einer Seite beitragen. Wenn Teile einer Seite nicht mehr funktionieren, kann es daran liegen, dass Sie die Funktion „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ aktiviert haben, Drittanbieter-Cookies blockieren oder im privaten Modus surfen.

 

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