Google

So minimieren Sie die Datenübermittlung zu Google

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.08.2015, bearbeitet am10.11.2020
iStock.com/AlexLMX

Android ist eng an Google-Dienste gebunden. In den Standard-Einstellungen werden Standort, Suchbegriffe und mehr direkt an Google übermittelt. Mit diesen Einstellungen wird Ihr Smartphone datensparsamer.

Gewöhnliche Android-Handys fordern beim ersten Einrichten dazu auf, ein Google-Konto anzulegen. Mit diesem Konto bleibt Ihr Gerät anschließend verknüpft - und Googles Apps greifen darauf zu.

Mit den richtigen Einstellungen lässt sich die Datenübermittlung ins Google-Konto an vielen Stellen stoppen. Allerdings ist damit die Verbindung zu Google nicht ganz gekappt. Einige Daten erfasst der Konzern trotzdem, verknüpft sie dann aber nicht mit dem Konto.

Wir zeigen, welche Optionen es gibt. Die Anweisungen und Menüpunkte wurden mit einem Samsung Galaxy S8 erstellt. Die Bezeichnungen können bei anderen Geräten leicht abweichen.

Aktivitätsverlauf verwalten

Am Computer ist das Google-Konto übersichtlicher. Es empfiehlt sich daher, den Aktivitätsverlauf am Computer zu verwalten. Rufen Sie die Adresse www.google.de auf und tippen Sie auf die Schaltfläche „Anmelden“.

Google-Dienste
Tippen Sie oben rechts auf Anmelden.

Loggen Sie sich in das Google-Konto ein, das auch mit Ihrem Smartphone verknüpft ist. Wenn Sie nicht genau wissen, welches das ist, steht hier, wie Sie es herausfinden.

Klicken Sie dann auf das runde Symbol oben rechts, in dem Ihre Initialien (oder die Ihres Fantasienamens) stehen.

Navigieren Sie in der Menüleiste links in Ihrem Konto zu Daten & Personalisierung.

Hier sehen Sie eine Liste, was Google alles von Ihrem Handy speichern kann und ob die Speicherung aktiv ist.

So deaktivieren Sie die Aufzeichnung:

  • Tippen Sie auf jeden einzelnen Punkt in der Liste.
  • Schieben Sie dann den Regler oben rechts jeweils auf „pausiert“. Bestätigen Sie anschließend die Systemmeldung.

Google weist darauf hin, dass Sucheingaben, die Sie in der Google-Suche und anderen Apps machen, auch dann erfasst werden, Sie nicht mit Ihrem Google-Konto angemeldet sind.

Anders scheint dies bei den Standortdaten zu sein. Auf Nachfrage von mobilsicher.de versicherte Google 2018, dass der Standort des Nutzers tatsächlich nicht erfasst werde, wenn man die entsprechenden Einstellungen abwählt. Das ist der Fall, wenn Sie die Punkte "Standortverlauf" und „Web- und App-Aktivitäten“ ausschalten.

Durch den Stopp der Aufzeichnung werden bereits vorhandene Daten nicht gelöscht. Um diese Daten zu löschen, navigieren Sie zu  Google-Aktivitäten verwalten > Meine Aktivitäten aufrufen > Aktivitäten löschen. Nun können Sie sämtliche gespeicherten Daten aus dem Aktivitätsverlauf löschen.

Synchronisierung verwalten

Viele Daten werden vom Smartphone ins Google-Konto synchronisiert, zum Beispiel E-Mails aus Gmail, Dokumente aus Google Docs und Daten aus Google Drive.

Um die Synchronisierung für einige Dienste auszuschalten, navigieren Sie an Ihrem Smartphone zu Einstellungen > Konten (manchmal auch Nutzer & Konten). Tippen Sie auf Ihr Google-Konto und dann auf Kontosynchronisierung. Nun können Sie jeden Punkt einzeln an- oder ausschalten.

Für diesen Punkt haben wir eigene Anleitungen mit Screenshots: Hier für Android 7 bis 9 und hier für ältere Geräte.

 

Kalender und Kontakte

Wenn auf Ihrem Handy der Google Kalender und die Kontakte-App von Google installiert sind, können Sie auch dafür die Synchronisation abschalten. Wenn Sie diese Optionen unter dem Punkt "Kontensynchronisierung" nicht finden, müssen Sie stattdessen zwei System-Apps aufrufen und deaktivieren.

Sie heißen „Google-Kontakte Synchronisieren“ und „Google Kalender-Synchronisierung“. Beide finden Sie unter Einstellungen > Apps (oderApps & Benachrichtigungen). Bei älteren Samsung-Geräten über Einstellungen > Anwendungsmanager.

Wenn Sie nun die Option Systemanwendungen anzeigen aktivieren (über die drei Menü-Punkte oben rechts), können Sie Die Apps sollten nur dann Daten übertragen, wenn die Synchronisierungs-Funktion aktiv ist. Es schadet aber auch nicht, beide Apps ganz zu deaktivieren.

Wie Sie Kontakte lokal auf dem Rechner synchronisieren können, erklären wir hier Kontakte sichern mit MyPhoneExplorer.

Fotos und Videos

Auch die oft vorinstallierte App „Fotos“ gehört zu Google. Beim ersten Start fragt sie, ob Fotos und Videos mit dem Google-Konto synchronisiert werden sollen. Wenn Sie hier zugestimmt haben, landen alle Bilder im Google-Konto.

In den Synchronisierungs-Einstellungen (siehe oben) taucht die App nicht auf. Auch im Google-Konto können Sie die Synchronisierung nicht abschalten. Stattdessen gehen Sie wie folgt vor:

  • Schritt 1: Öffnen Sie die App „Fotos“.
  • Schritt 2: Öffnen Sie das Menü oben links (drei waagerechte Striche).
  • Schritt 3: Tippen Sie den Punkt "Einstellungen" und dann "Back up & Sync".
  • Schritt 4: Schieben Sie den Regler bei "Back up & Sync" nach links.

Die App überträgt laut Google dann keine Fotos mehr, sondern verwaltet die Bilder nur lokal. Wer ganz sicher gehen will, sollte zu einer anderen Foto-App greifen.

In unserer Übersicht Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen geben wir Tipps für datenschutzfreundliche Alternativen.

Backup verwalten

Google bietet auch eine Backup-Funktion. Im Backup werden WLAN-Passwörter, App-Konfigurationen, Telefonverlauf und andere Daten im Google-Konto gesichert. Sie können diese Daten in Ihrem Google-Konto aber nicht direkt sehen, sondern Sie werden dort nur für den Fall hinterlegt, dass Sie ein neues Gerät mit diesen Daten einrichten möchten.

Den Punkt finden Sie unter Einstellungen > Google > Sicherung > Auf Google Drive sichern.

Bei vielen Handys gibt es auch noch einen anderen Pfad zu diesem Punkt, zum Beispiel Einstellungen > System > Erweitert > Sichern.

Sie können die Backup-Funktion dort jeweils ein- oder ausschalten.

Ab Android 9 sind die Daten im Backup Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Mehr dazu in diesem Video. 

Wer ein älteres Gerät nutzt oder seine Daten prinzipiell nicht auf Google-Servern sichern will, kann die Backup-Funktion deaktivieren.

Wie Sie eine Sicherungskopie von allen Daten auf Ihrem Smartphone anfertigen, erfahren Sie im Ratgeber Backup bei Android - so geht's.

Google-Suche verwalten

Die Google-Suche gleicht eingetippte Suchbegriffe schon beim Eintippen ab und versucht, passende Vorschläge zu machen. Was angezeigt wird, wählt Google anhand der Informationen unter anderem aus Ihrem "Web- und App-Verlauf" aus, sofern Sie die Datenerfassung hier erlaubt haben.

Um die Suchergebnisse und die interessenbasierte Werbung zu verbessern, nutzt Google auch Informationen aus Apps wie Gmail, Kalender und Kontakte.

Das können Sie beschränken:

  • Öffnen Sie die App "Google-Suche" und tippen Sie am unteren Rand auf "Mehr".
  •  Tippen Sie auf den Punkt "Discover anpassen" um einzustellen, welche Themen Sie angezeigt bekommen wollen.
  • Gehen Sie ins Hauptmenü zurück und tippen Sie auf Einstellungen > Allgemein. Hier können Sie einstellen, ob Sie "Discover"-Ergebnisse überhaupt angezeigt bekommen wollen.
  • Tippen Sie auf "Persönliche Ergebnisse". Hier können Sie einstellen, welche Apps Google nach Informationen durchsuchen kann, um Ihre Suchergebnisse zu personalisieren.

Mehr erfahren Sie hier: Was Sie über die Google-Suche wissen sollten.

Google-Apps ersetzen

Auch wenn Sie die Datenübertragung an allen beschriebenen Punkten unterbinden, gelangen Daten zu Google - jedes Mal, wenn Sie eine Google-App nutzen.

Für viele Apps von Google gibt es mittlerweile gute Alternativen mit sehr ähnlichen Funktionen, die aber keine Daten an Google oder an andere Unternehmen übertragen.

In unserem Beitrag Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen geben wir Tipps für Alternativen

Wenn Sie auf die beliebte Navi-App Google Maps nicht verzichten wollen, geben wir hier Tipps zur datensparsamen Nutzung.

Rechte einschränken (ab Android 6.0)

Wer nicht auf die Apps und Update-Funktionen von Googles Play-Store verzichten will oder kann, kommt um die Nutzung von zwei Apps nicht herum: „Google Play-Store“ und „Google Play-Dienste“. Beide Apps verlangen Zugriff auf Standort, Kontakte, Telefon und SMS.

Wenn Sie ein Gerät mit Android 6 oder höher nutzen, können Sie den beiden Apps den Zugriff auf diese Daten verweigern. Erfahrungsgemäß funktionieren sie dann trotzdem einwandfrei. Es empfiehlt sich auch, alle anderen vorinstallierten Apps von Google und vom Gerätehersteller auf ihre Zugriffsrechte zu überprüfen, und diese bis auf die offensichtlich notwendigen Rechte einzuschränken.

Wie Sie einzelnen Apps den Zugriff verweigern können, erklären wir im Ratgeber App-Rechte anzeigen und verwalten (ab Android 6.0.)
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