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So minimieren Sie die Datenübertragung zu Google

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.08.2015, bearbeitet am02.05.2019
iStock.com/AlexLMX

In der Smartphone-Welt funktioniert Android ohne Google kaum. Doch wer die Standard-Einstellungen für seinen Aufenthaltsort, seine Fotos oder eingetippte Suchbegriffe verändert, kann die Datenübertragung an das verknüpfte Google-Konto stark einschränken. Wir zeigen, welche Optionen es gibt.

Wer ein handelsübliches Android-Smartphone nutzt, hat dieses in der Regel auch mit einem Google-Konto verknüpft. Google bietet viele Möglichkeiten, Daten in diesem Konto zu hinterlegen.

Der IT-Konzern wertet die Daten aus dem Konto aus und erstellt daraus detaillierte Profile, um zielgerichtete Werbung zu schalten. Die Daten können aber auch von Behörden eingesehen werden, falls Google rechtlich zur Herausgabe gezwungen wird. Auch Dritte, die sich gegen den Willen des Nutzers die Zugangsdaten zum Google-Konto verschaffen, haben Zugriff.

Wer die Datenübertragung ins Google-Konto aus diesen oder anderen Gründen nicht wünscht, kann sie in einigen Punkten unterbinden. Allerdings ist damit die Verbindung zu Google nicht ganz gekappt. Einige Daten erfasst der Konzern trotzdem, verknüpft sie dann aber nicht mit dem Konto. Standardmäßig ist die Übertragung von Daten ins Google-Konto in den meisten Fällen aktiviert.

Wir zeigen, welche Optionen es gibt und was sie bewirken. Die Anweisungen und Menüpunkte gelten für ein ein Samsung Galaxy S8 und das Betriebssystem Android 8. Bei anderen Geräten können die Bezeichnungen abweichen.

Aktivitätsverlauf verwalten: Ins Google-Konto einloggen

Am einfachsten erledigen Sie diesen Schritt direkt in Ihrem Google-Konto. Öffnen Sie dazu einen Browser, am besten am Computer, und rufen Sie die Adresse www.google.de auf. Tippen Sie dann auf die Schaltfläche „Anmelden“.

Google-Dienste

Die Schaltfläche befindet sich oben rechts

Loggen Sie sich mit Ihren Zugangsdaten ein. Klicken Sie dann auf das runde Symbol oben rechts, mit dem Anfangsbuchstaben Ihres Nutzernamens:

Navigieren Sie in der Menüleiste links in Ihrem Konto zu Daten & Personalisierung.

Hier sehen Sie eine Liste mit allen Datenbereichen, die Google von Ihrem Handy speichern kann und ob diese Speicherung aktiv ist.

Aktivitätsverlauf konfigurieren

Unter dem Begriff Aktivitäten versteht Google unter anderem Suchanfragen, YouTube-Wiedergabeverlauf, Standortdaten und Geräteinformationen wie den aktuellen Akkustand. So deaktivieren Sie die Aufzeichnung:

  • tippen Sie auf jeden einzelnen Punkt in der Liste
  • schieben Sie dann den Regler oben rechts jeweils auf „pausiert“.
Eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie Sie diese Einstellung direkt auf dem Handy vornehmen, haben wir im Beitrag Google Standorterfassung deaktivieren.

Google weist selber darauf hin, dass Sucheingaben, die Sie in der Google-Suche und anderen Apps machen, auch dann gespeichert werden, wenn kein Google-Konto verknüpft ist. Aus diesem Hinweis und aus bestimmten Formulierungen in der Datenschutzerklärung kann man schließen, dass Google diese Daten auch dann erfasst, wenn man die Aufzeichnung im Google-Konto deaktiviert (unter dem Punkt „Web- & App-Aktivitäten“). Ähnliches gilt vermutlich für die Punkte „YouTube-Suchverlauf“ und „YouTube-Wiedergabeverlauf“.

Anders scheint dies bei den „Standordaten“ zu sein. Auf Nachfrage von mobilsicher.de versicherte Google, dass der Standort des Nutzers tatsächlich nicht erfasst werde, wenn man die entsprechenden Einstellungen abwählt. Das ist der Fall, wenn Sie die Punkte "Standortverlauf" und „Web- und App-Aktivitäten“ ausschalten.

Deaktivieren Sie nur den Standortverlauf, werden die Standortdaten nicht angezeigt, aber weiter gespeichert, wie US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press herausgefunden hat.

Durch den Stopp der Aufzeichnung werden bereits vorhandene Daten nicht gelöscht. Um diese Daten zu löschen, navigieren Sie zu  Google-Aktivitäten verwalten > Meine Aktivitäten aufrufen > Aktivitäten löschen. Nun können Sie sämtliche gespeicherten Daten aus dem Aktivitätsverlauf löschen.

Synchronisierung verwalten

Einige Daten werden über die Synchronisierungs-Funktion ins Google-Konto übertragen, zum Beispiel Kontakte, Kalender, Mails aus Gmail, Daten auf Google Drive und Google-Dokumente. Um die Synchronisierung auszuschalten, navigieren Sie in Ihrem Smartphone zu Einstellungen > Cloud & Konten (manchmal auch Nutzer & Konten) > Konten und tippen Sie auf das eigene Google-Konto. Dort tippen Sie auf Kontosynchronisierung. Nun können Sie jeden Punkt einzeln an- oder ausschalten.

Wie Sie die Synchronisierung verwalten können, zeigen wir nochmal Schritt für Schritt in unserer Anleitung Synchronisieren mit Google-Konto ausschalten. Für Android 8.0 gibt es die Anleitung hier

Hinter der Synchronisierungs-Funktion für Kontakte und Kalender stecken die Apps „Google-Kontakte Synchronisieren“ und „Google Kalender-Synchronisierung“. Beide finden Sie in der App-Verwaltung über Einstellungen > Apps (bei Android 8.0 auch Apps und Benachrichtigungen. Bei älteren Samsung-Geräten über Einstellungen > Anwendungsmanager), wenn Sie die Option Systemanwendungen anzeigen aktivieren. Die Apps übertragen eigentlich nur Daten, wenn die Synchronisierungs-Funktion aktiviert ist. Aber wer sicher gehen will, kann beide Apps deaktivieren.

Sie sollten nicht auf eine Sicherung Ihrer Kontaktdaten verzichten. Wie Sie Kontakte lokal auf dem Rechner synchronisieren können, erklären wir im Beitrag Adressbuch lokal synchronisieren.

Foto- und Video-Synchronisierung

Die App „Fotos“ ist auf den meisten Geräten vorinstalliert und gehört auch zu Google. Beim ersten Start fragt sie, ob Fotos und Videos mit dem Google-Konto synchronisiert werden sollen. Stimmen Sie zu, landen alle Bilder im Google-Konto. Von dort können sie nur einzeln wieder gelöscht werden.

In den Synchronisierungs-Einstellungen (siehe vorheriger Punkt) taucht die App nicht auf. Auch im Google-Konto können Sie die Synchronisierung nicht abschalten. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

  • Schritt 1: Öffenen Sie die App „Fotos“
  • Schritt 2: Öffnen Sie das Menü oben links (drei Waagerechte Striche)
  • Schritt 3: Tippen Sie den Punkt "Einstellungen" und dann "Back up & Sync"
  • Schritt 4: Schieberegler bei "Back up & Sync" nach links schieben.

Die App überträgt laut Google dann keine Fotos mehr, sondern verwaltet die Bilder nur lokal. Wer ganz sicher gehen will, sollte zu einer anderen Foto-App greifen.

In unserem Beitrag Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen geben wir Tipps für datenschutzfreundliche Alternativen.

Google Backup verwalten

Eine dritte Möglichkeit, wie Daten von Ihrem Gerät in Ihr Google-Konto gelangen können, ist Googles Backup-Funktion. Den Punkt finden Sie unter:  Einstellungen > Google > Sicherung > Auf Google Drive sichern.

Per Schieberegler können Sie dort die Backup-Funktion ein- oder aus schalten.

Bei vielen Handys gibt es auch noch einen anderen Pfad zu diesem Punkt, zum Beispiel Einstellungen > System > Erweitert > Sichern.

Mit der Funktion werden WLAN-Passwörter, App-Konfigurationen, Telefonverlauf und andere Daten im Google-Konto gesichert. Sie können diese Daten im Google-Konto allerdings nicht direkt sehen, sondern nur über die Wiederherstellungs-Funktion wieder auf ein Mobilgerät übertragen.

Google gibt keine Auskunft darüber, ob die gesicherten Daten für Werbezwecke analysiert werden und ob sie verschlüsselt hinterlegt werden. Wenn Sie prinzipielle Einwände gegen das Konzept der Vorratsdatenspeicherung haben, sollten Sie bei dieser Funktion auch hellhörig werden. Denn Google speichert hier auch, mit wem Sie wann telefoniert haben.

Wer seine Daten nicht auf Google-Servern sichern will, kann die Backup-Funktion deaktivieren. Sie sollten aber trotzdem nicht ganz auf eine Datensicherung Ihres Mobilgerätes verzichten.

Wie Sie eine Sicherheitskopie von allen Daten auf Ihrem Smartphone anfertigen, erfahren Sie im Ratgeber Komplettbackup bei Android-Geräten.
Wie Sie Ihr Adressbuch sichern können, ohne dass Daten auf einem Server im Internet landen, erklären wir im Beitrag Adressbuch lokal synchronisieren.

Mein Gerät finden

Über Ihr Google-Konto können Sie Ihr vermisstes Gerät aus der Ferne orten, sperren und zurücksetzen. Sie finden die Funktion unter myaccount.google.com unter "Smartphone suchen". Damit es gefunden werden kann, muss auf Ihrem Gerät die Funktion Einstellungen > Google > Sicherheit > Mein Gerät finden aktiviert sein.

An derselben Stelle im Menü wird auch die App "Mein Gerät finden" zum Download angeboten. Mithilfe dieser App können Sie andere Android-Geräte, zum Beispiel Ihr Tablet oder Ihre Smartwatch, lokalisieren.

Wenn Sie "Mein Gerät finden" auf Ihrem Gerät aktiviert haben, wird Ihr Standort nicht permanent im Google-Konto hinterlegt, sondern nur dann übermittelt, wenn Sie tatsächlich versuchen, es zu orten. Wir empfehlen daher, die Funktion nicht auszuschalten.

Google Play Protect

Mit Play Protect hat Google einen eigenen Virenscanner entwickelt, der installierte Apps auf Schadcode überprüft. Play Protect ist in die Play-Store-App integriert und lässt sich nicht ganz deaktivieren.

Ab Android 8.0 erreicht man Play Protect auch über den Pfad Einstellungen > Google > Sicherheit > Google Play Protect. Die Funktion können Sie so einstellen, dass nicht nur Apps aus dem Play-Store geprüft werden, sondern auch Apps aus anderen Quellen. Damit erfährt der Konzern allerdings auch, welche Apps Sie nutzen, die nicht aus dem Play-Store kommen.

Mehr Informationen zu Play Protect finden Sie im Beitrag Play Protect: Virenschutz made by Google.

Suche & "Discover" verwalten

Die Google-Suche versucht, noch bevor Sie suchen, nützliche Informationen anzuzeigen. Diese Informationen werden in der Google-Such-App unter dem Eingabefeld angezeigt und hießen früher "Google Now", dann "Infokarten". Inzwischen nennt Google die Funktion "Feed" oder "Discover".

Diese Informationen wählt Google anhand der Informationen aus dem "Web- und App-Verlauf" aus, also anhand dessen, welche Suchanfragen Sie gemacht und welche Webseiten und Apps Sie genutzt haben.

Um die "Discover"-Funktion, die Suchergebnisse und die interessensbasierte Werbung zu verbessern, kann Google auch SMS, Kontakte, Kalender, GMail und andere Apps nach Informationen durchsuchen.

Sie können einstellen, ob und welche Informationen die Google-Suche verwendet, um Ergebnisse zu personalisieren:

  • Öffnen Sie die Google-Suche und tippen Sie am unteren Rand auf "Mehr"
  •  Tippen Sie auf den Punkt "Discover anpassen" um einzustellen, welche Themen Sie angezeigt bekommen wollen.
  • Gehen Sie ins Hauptmenü zurück und tippen Sie auf Einstellungen > Allgemein". Hier können Sie einstellen, ob Sie "Discover"-Ergebnisse überhaupt angezeigt bekommen wollen.
  • Tippen Sie auf "Persönliche Ergebnisse". Hier können Sie einstellen, welche Apps Google nach Informationen durchsuchen kann, um Ihre Suchergebnisse zu personalisieren.

Alternativ erreichen Sie diesen Punkt auch über den Pfad Einstellungen > Google > Google-Suche, Assistant & Google> Allgemein > Persönliche Ergebnisse.

Google-Apps ersetzen

Auch wenn Sie die Datenübertragung an allen beschriebenen Punkten unterbinden, gelangen Daten zu Google. Und zwar jedes Mal, wenn Sie eine Google-App nutzen. Für viele Apps von Google gibt es mittlerweile gute Alternativen mit der gleichen Funktion, die aber keine Daten an Google oder an andere Unternehmen übertragen.

In unserem Beitrag Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen geben wir Tipps für Alternativen.

Rechte einschränken (ab Android 6.0)

Wer nicht auf die Apps und Update-Funktionen von Googles Play-Store verzichten will oder kann, kommt um die Nutzung von zwei Apps nicht herum: „Google Play Store“ und „Google Play Dienste“. Beide Apps verlangen Zugriff auf Standort, Kontakte, Telefon und SMS.

Wenn Sie bereits die Android-Version 6.0 nutzen, können Sie den beiden Apps den Zugriff auf diese Daten verweigern. Erfahrungsgemäß funktionieren sie dann trotzdem einwandfrei. Es empfiehlt sich auch, alle anderen vorinstallierten Apps von Google und vom Gerätehersteller auf ihre Zugriffsrechte zu überprüfen, und diese bis auf die offensichtlich notwendigen Rechte einzuschränken.

Wie Sie einzelnen Apps den Zugriff verweigern können, erklären wir im Ratgeber App-Rechte anzeigen und verwalten (Android 6.0.)
Was es mit der App „Google Play Dienste“ auf sich hat, erklären wir im Beitrag Geheime Kommandozentrale: Google Play-Dienste.

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