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Android ohne Google – geht das?

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Smartphones mit dem Betriebssystem „Android“ sind eng mit Google verbunden. Wer diese Verbindung konsequent kappen will, muss entweder auf wichtige Funktionen verzichten, oder einen tiefen Eingriff vornehmen, den man Rooten nennt.

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Datenschutz · Google · Konto · Rooten
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Mitarbeit: Claus Hesseling

Wer ein Android-Gerät in Betrieb nimmt, wird aufgefordert, die Google-Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, und ein Google-Konto einzurichten. Von diesem Moment an fließen Nutzerdaten an den Konzern. Diese können sehr umfangreich sein, und kommen aus vielen verschiedenen Apps und Funktionen.

Achtung Fallstricke

Es kursieren einige irreführende Ratschläge dazu, wie man die Verbindung zu Google kappen kann. Es ist tatsächlich schwierig und ziemlich unpraktisch, ein handelsübliches Android-Gerät ohne Google zu nutzen. Wir erklären, warum die häufigsten Tipps nicht gut funkionieren:

Gerät mit einem anonymen Google-Konto verknüpfen

Es klingt wie eine gute Idee: Ich richte mir ein Google-Konto ein, und gebe dort einen falschen Namen an. Dann verknüpft Google alle gesammelten Daten mit einer imaginären Person.

Haken 1: Google weiß in der Regel, wo man wohnt. Wer Google erlaubt, den Standortverlauf aufzuzeichnen, wird erstaunt sein, wie genau der Konzern Adressen zuordnen kann. In der Regel sieht man schon nach ein paar Tagen die korrekte Wohn- und Arbeitsadresse in der Kartenansicht – ohne sie jemals eingegeben zu haben. Da hilft der falsche Name dann auch nicht mehr viel.

Haken 2: Google erfasst auch die IP-Adressen und eindeutige Kennnummern ihres Gerätes. Haben Sie sich vorher schon einmal mit dem selben Gerät oder über denselben Internetanschluss bei Google identifiziert? Oder bei Youtube? Dann wird der Konzern ihr neues „anonymes“ Konto sehr leicht ihrer alten Identität zuordnen können.

Wenn diese Methode funktionieren soll, müssten Sie Ihre IP-Adresse permanent verschleiern, sie dürften nur ein Gerät nutzen, dass noch nie mit einem Google-Dienst in Kontakt war, und Sie dürften die Ortungsfunktionen nicht nutzen. Fazit: Diese Methode ist in der Praxis nicht zuverlässig und kaum praktikabel.

Gerät ohne Google-Konto nutzen

Die meisten Android-Geräte funktionieren auch, wenn man den Schritt „Google-Konto einrichten“ überspringt. In diesem Fall kann man den Playstore nicht nutzen, also keine Apps daraus herunterladen und auch einige andere Google-Apps funktionieren nicht. Wer dann noch die App „Google-Play-Dienste“ deaktiviert, die „genaue“ Ortsbestimmung ausschaltet und keine anderen Google-Apps – auch keine Google Suche – nutzt, ist ziemlich sicher vor Datenübertragung an Google.

Allerdings büßt man dabei sehr viel Funktionalität ein. Wer bereit ist, so einen hohen Preis zu zahlen, der fährt mit der konsequenten Variante wahrscheinlich besser.

Konsequent: Custom ROM installieren

Wer ganz sicher sein will, dass das Android-Gerät keine Daten an Google sendet, der muss ein neues Betriebssystem auf dem Gerät installieren – genauer gesagt, ein sogenanntes Custom ROM. ROM steht für „Read Only Memory“, und beschreibt das Betriebssystem und noch einige andere Softwarekomponenten, die für den Betrieb des Gerätes nötig sind.

Allerdings erfordert dieser Schritt einiges an Technikwissen. Denn eigentlich ist dieser Eingriff bei Smartphones nicht vorgesehen. Man muss sich erst besondere Nutzerrechte verschaffen – diesen Vorgang nennt man „Rooten“. Es ist nicht ganz unriskant sein Gerät zu Rooten – es kann dabei beschädigt werden, so dass die Telefonfunktion des Geräts danach nicht mehr funktioniert.

Der Vorteil: Wer sich ein gutes ROM auswählt, zum Beispiel das von Cyanogen Mod, hat danach deutlich mehr Kontrollmöglichkeiten über sein Gerät, und kann fast alle Funktionalitäten eines normalen Android-Gerätes nutzen. So gibt es von Google unabhängige Ortsdienste, die auf gerooteten Geräten laufen, es gibt leistungsfähige Virenscanner und Werkzeuge, um den Internetverkehr von Apps zu kontrollieren und zu unterbinden.

Auf www.mobilsicher.de finden Sie keine Informationen und Tipps, die das Rooten voraussetzen. Wer sich für diesen konsequenten Weg entscheidet, dem können wir die deutschsprachige Anleitung Your Phone Your Data von unserem Autor Mike Kuketz und die ergänzende Serie Android ohne Google von unserem Autor Andreas Itzchak Rehberg empfehlen.

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