Backup

Backup fürs Handy: Diese Möglichkeiten gibt es

Ein Artikel von , veröffentlicht am 09.10.2017, bearbeitet am03.12.2019

Fotos, Chats, Kennwörter – auf dem eigenen Smartphone werden viele wichtige Daten gespeichert. Wenn Sie sich ein neues Handy zulegen, können Sie diese Daten vom alten Gerät überspielen. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem regelmäßigen Backup: dann ist das Wichtigste noch da, wenn Ihr Handy kaputt oder verloren geht.

Backup bei iPhone und iPad

Wer Apple nutzt, hat beim Backup zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sichern ihre Daten lokal, zum Beispiel auf dem eigenen Mac. Dazu nutzen Sie das Programm „iTunes“. Oder Sie sichern die Daten in der iCloud.

In beiden Fällen gilt: Alle Daten, Apps und Einstellungen werden gesichert. Bei beiden Methoden kann das Backup nur im Ganzen wiederhergestellt werden.

Wie Sie ein Backup für Ihr iOS-Gerät anlegen können, erklären wir genauer im Beitrag iOS: Daten-Backup leicht gemacht

Backup für Android-Geräte

Auch für Nutzer*innen von Android gibt es eine bequeme Methode, Daten zu sichern: Seit Android 6.0 ist Googles Backup-Funktion ausgereift. Nutzerdaten, Einstellungen und fast alle App-Daten kann man damit automatisch sichern.

Sie finden die Funktion unter Einstellungen > System > Sicherung  > Auf Google Drive sichern (bei unserem Testhandy Google Pixel 2 mit Android 8.0).

Beim Samsung Galaxy s8 mit Android 8 lautet der Navigationspfad Einstellungen > Cloud und Konten > Sichern & Wiederherstellen. Bei dem Punkt Datensicherung finden Sie einen An-/Aus-Schieberegler.

Nachteil: Alle Informationen von Ihrem Smartphone landen bei Google und das Backup können Sie nur als Ganzes wiederherstellen.

Eine einfache Möglichkeit zum lokalen Backup auf dem PC zu Hause, analog zu Apples iTunes, bietet Android nicht. Einige Hersteller, etwa Samsung und Sony, haben ihre eigenen Backup-Lösungen entwickelt. Dazu benötigen Sie in der Regel aber ein Konto bei dem entsprechenden Hersteller.

Lokale Backups für Android

Sie wollen nicht sämtliche Daten von Ihrem Smartphone bei Google oder einem anderen Unternehmen speichern? Dann lautet die gute Nachricht: Die wichtigsten Dinge lassen sich auch bei Android lokal auf dem eigenen Rechner sichern. Die schlechte: Es ist nicht ganz so einfach wie bei Apple.

Will man wirklich alle Daten lokal sichern, muss man verschiedene Methoden und Programme kombinieren, die leider nicht immer auf Anhieb funktionieren

Welche Daten Sie lokal sichern können und wie, hängt davon ab, in welchem Speicherbereich diese Daten liegen. Auf bestimmte Speicherbereiche kann man als Nutzer*in direkt zugreifen, auf andere können gewöhnliche Apps zugreifen. Manche Bereiche sind so geschützt, dass nur Apps mit besonderen Rechten darauf zugreifen können.

Fotos, Videos, Musik, Downloads

Wenn Sie Ihr Handy mit einem USB-Kabel an den PC anschließen, können Sie Fotos, Musik, Videos und  heruntergeladene Dateien in Ihrem Dateimanager sehen und in einen Ordner auf ihrem PC verschieben. Sie haben also direkten Zugriff.

Diese Daten können Sie einfach per Hand auf Ihren Computer „ziehen“. Es gibt auch viele Apps, die das automatisch für Sie erledigen.

Im Beitrag Adressbuch lokal synchronisieren stellen wir zum Beispiel das Multitalent „MyPhoneExplorer“ vor. Die App sichert auch alle Dateien aus dieser Kategorie.

Kontakte, Kalender, Notizen, SMS, Anrufliste

Diese Daten liegen auf dem System-Ordner, auf den nur Apps zugreifen können. Als NutzerIn sehen Sie ihn nicht, wenn Sie Ihr Gerät an den Rechner anschließen. Apps mit den entsprechenden Rechten (z.B. Kontakte, SMS) können diese Daten aber auf Ihren Rechner übertragen.

Die App "MyPhoneExplorer", die wir im Beitrag Adressbuch lokal synchronisieren vorstellen, sichert auch Kalender, SMS, Notizen und Anruferlisten.

Welches Backup eignet sich für wen?

Für den laufenden Betrieb reicht es in der Regel, die Daten aus den beiden vorangegangenen Abschnitten zu sichern. Wichtig ist jedoch, dass dies regelmäßig geschieht. Wer nur einmal im Jahr seine Fotos sichert, riskiert den Verlust von vielen Daten.

Ein Backup der Apps und App-Daten (siehe folgende Abschnitte) sowie der Einstellungen empfiehlt sich, wenn Sie Ihr Gerät wechseln, wenn Sie es zur Reparatur geben oder vor einem größeren Eingriff, zum Beispiel einem Betriebssystem-Upgrade. Wer technisch versiert ist, kann für die letzten beiden Fälle auch ein „Komplettbackup“ erwägen (siehe letzter Abschnitt).

Apps sichern

Die Installationsdateien von Apps befinden sich ebenfalls im Systemordner. Sie können im Menü Ihrer Play-Store-App aber jederzeit nachsehen, welche Apps Sie aus dem Play-Store installiert haben. Bei Bedarf – zum Beispiel nach einem Gerätewechsel – können Sie diese Apps einfach neu installieren.

Nur wenn Sie eine ganz bestimmte Version einer App sichern wollen oder aus anderen Quellen installiert haben, ist es sinnvoll, installierte Apps lokal zu sichern. Auch hier gibt es viele spezialisierte Apps.

Wir stellen zwei Apps vor, die Ihre Apps sichern können: MyPhoneExplorer und Helium.

App-Daten sichern

Jede App hat auf dem Android-Gerät einen streng geschützten Bereich, auf den nur sie selbst zugreifen kann. Dort legen Apps zum Beispiel Spielstände oder andere Einstellungen ihrer Nutzer ab. Auf diese Daten zuzugreifen, ist für andere Apps – zum Beispiel für Backup-Programme – nicht einfach. Es gibt daher nicht viel Auswahl.

Die Backup-Funktion von Google selbst kann ab Android 5.0 die meisten App-Daten im Google-Konto sichern. Eine App, die solche Daten für viele Apps auch auf dem eigenen Rechner sichert und keinen tiefen Eingriff ins Betriebssystem braucht (rooten), ist Helium. Mit Helium können Sie die Sicherung jeder App einzeln wiederherstellen.

Wie Helium funktioniert, erklären wir im Beitrag Apps und Daten sichern mit Helium, Schritt für Schritt.

Login-Daten, Startbildschirm, Geräteeinstellungen

Diese Daten lassen sich auf normal eingerichteten Geräten nur mit der Backup-Funktion von Google auf Googles Servern sichern. Ärgerlich ist das vor allem bei den WLAN-Passwörtern, die man im Laufe der Zeit ansammelt. Google speichert diese Daten unverschlüsselt.

Browser-Einstellungen

Weder der Standard-Browser Chrome noch der Firefox-Browser bieten derzeit eine Möglichkeit, Lesezeichen und andere Einstellungen auf dem eigenen Rechner zu speichern. Für beide ist der Umweg über ein Nutzerkonto (bei Chrome beziehungsweise Firefox) nötig. Das ist ein echtes Manko bei Firefox, den wir ansonsten stets empfehlen.

Mehr zum Browser Firefox erfahren Sie im Beitrag Firefox-Browser nutzen (Android).

Nachrichten aus Messengern

Die meisten Messenger bieten eine Möglichkeit an, Nachrichten aus der App heraus zu sichern. Wenn Sie einen verschlüsselten Messenger nutzen, müssen Sie aber bedenken, dass die Nachrichten in diesem Backup dann unter Umständen nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Manche Messenger verschlüsseln aber auch Backups auf diese Weise.

Wie Sie Backups aus den Messengern Signal, Threema, Telegram, WhatsApp und Co. erstellen und ob diese Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, können Sie in unseren App-Porträts nachlesen. Zur Übersicht geht's hier.

Komplett-Backup für Android

Bei einem Komplettbackup wird ein vollständiges Abbild des Betriebssystems gespeichert. Es umfasst also auch die Dateien, in denen das Betriebssystem und die Apps gespeichert sind. Es funktioniert in der Regel nur auf einem Gerät, das baugleich ist zu dem, von dem es gemacht wurde.

Bei den meisten Methoden für einen Komplettbackup muss das Handy gerootet sein. Bei einem Root handelt es sich um einen Mini-Hack, mit dem Sie sich erweiterte Zugriffsrechte auf das eigene Android-Smartphone verschaffen können – ein technisch anspruchsvoller Schritt mit einigen Tücken.

Im Artikel Was ist Rooten und Jailbreak? erläutern wir, was solche Mini-Hacks bringen und welche Nachteile sie haben.

Eine gute Schritt-für-Schritt Anleitung für ein Komplettbackup ohne Root hat die Webseite netzwelt.de zusammengestellt. Sie benötigen dazu einen PC und die Android-Entwicklungs-Umgebung "Android Studio" sowie das "Java Development Kit".

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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