Verkehr & Navigation

Navi-Apps im Check: Google Maps

Ein Artikel von , veröffentlicht am 20.10.2015, bearbeitet am20.10.2020

Egal ob Android-Gerät oder iPhone – die beliebteste Navigations-App heißt Google Maps. Beim Routen berechnen werden Standort- und Gerätedaten an Google übertragen. Ein paar hilfreiche Privatsphäre-Einstellungen gibt es aber.

Das ist Google Maps

Google Maps ist der Marktführer unter den Navigations-Apps. Bei Android-Geräten ist die App vorinstalliert, in Apples App-Store rangiert sie zuverlässig in der Top 10 der am häufigsten installierten, kostenlosen Apps.

Der Kartendienst ist außerdem in viele andere Apps eingebaut. Google stellt dafür eine Schnittstelle für Entwickler*innen zur Verfügung, die es beispielsweise erlaubt, in Banking-Apps anzuzeigen, wo sich die Geldautomaten der Bank befinden.

Finanziert wird der kostenlose Dienst mit dem Sammeln von Nutzer*innendaten und Werbung: Unternehmen können in Google Maps Anzeigen schalten, zum Beispiel bezahlte "Pins". Dann sehen Sie das Logo einer Firma auch dann auf der Karte, wenn Sie nicht danach gesucht haben. Je nach Einstellung erfasst Google Standort und Suchanfragen aus der App und wertet diese Informationen aus.

Google Maps und der Standort

Google Maps fragt automatisch den Standort des Geräts ab und überträgt ihn an Google. Den Standort ermittelt das Smartphone oder Tablet selbst, aus einer Mischung von verschiedenen Ortungsdiensten: GPS, Ortung per Mobilfunk und Ortung per WLAN.

Sie können Google Maps jedoch verbieten, den Standort zu erfassen, ohne die Standortermittlung für das ganze Gerät zu deaktivieren.

Bei iPhones und iPads finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Google Maps.

Bei Android-Geräten (ab Android 6) finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Apps > Google Maps > Berechtigungen. Die Android-Versionen 5 und älter erlauben die Deaktivierung des Standorts für einzelne Apps nicht.

Wer den Standort für Google Maps deaktiviert hat und sich eine Route berechnen lassen will, muss Start- und Endpunkt manuell eingeben. Auch darüber kann Google auf den eigenen Standort schließen.

Standortermittlung im Google-Konto ausstellen

Auch wenn Sie der App die Erlaubnis zur Standort-Abfrage entzogen haben, kann Google noch ermitteln, wo Sie sind. Um das zu ändern, müssen Sie im Google-Konto zwei Funktionen deaktivieren: Den "Standortverlauf" und die Funktion "Web- und App-Aktivitäten".

Ist die Funktion „Standortverlauf“ im Konto aktiviert, fragt Google den Standort des Gerätes regelmäßig ab, auch wenn gerade kein Google-Dienst genutzt wird. Die Funktion läuft unabhängig von Google Maps. Google erstellt aus den Daten eine Zeitachse, die Nutzer in ihrem Google-Konto einsehen können. Daten aus dem Standortverlauf wertet Google für Werbung und standortbezogene Vorschläge aus.

Wenn man die Funktion "Standortverlauf" deaktiviert und Google Maps nutzt, landen trotzdem Standortdaten im Google-Konto. Erst, wenn man die Funktion „Web- und App-Aktivitäten“ ebenfalls ausschaltet, ist dies unterbunden. Beide Punkte lassen sich am einfachsten im Webinterface des Google-Kontos deaktivieren.

Fallstrick: Hohe Standort-Genauigkeit

Die meisten Android-Geräte fordern dazu auf, zur Standortermittlung "Hohe Genauigkeit" zu erlauben. Überprüfen können Sie das unter Einstellungen > Standort > Modus "Hohe Genauigkeit" (manchmal auch "Batteriesparmodus"). Dann greift das Gerät auf WLANs und Mobilfunknetze zurück, um den Standort zu ermitteln. Die Namen der Netzwerke in der eigenen Umgebung werden dazu an Google gesendet und mit einer Datenbank abgeglichen, die bekannte Ortsdaten für viele Netze listet. Damit Google wirklich nichts über den eigenen Standort erfährt, muss auch dieser Punkt abgeschaltet sein.

Kurz erklärt haben wir die Standortbestimmung bei Google in diesem Video: So verbieten Sie Google, Ihr Handy zu orten (Android).

Google Maps: Inkognito-Modus und Daten löschen

Wer die Datenübertragung an Google zusätzlich verringern möchte, kann seit Ende 2019 den Inkognito-Modus der App nutzen. Dann verzichtet Google Maps auch auf das Speichern der Begriffe, die in das Suchfeld und den Routenplaner eingegeben werden.

Um ihn zu aktivieren, tippen Sie in der App auf den Kreis am rechten Rand der Suchleiste, der ihr Profilbild oder Ihre Initialien enthält. Wählen Sie im dann erscheinenden Einstellungsmenü den Punkt Inkognitomodus aktivieren.

Auch die bisher gespeicherten Suchverlaufsdaten können Sie seit 2019 löschen. Navigieren Sie dazu in den App-Einstellungen (nur im normalen, nicht im Inkognito-Modus) zum Punkt Google Maps-Verlauf.

Unter Automatisch löschen können Sie außerdem festlegen, dass Ihre Nutzungsdaten nach drei, 18 oder 36 Monaten automatisch gelöscht werden.  Auch Ihre gesamte Nutzungshistorie können Sie hier löschen. Tippen Sie dazu unter Google Maps-Verlauf auf die drei Punkte oben rechts und dann auf Aktivitäten löschen nach.

Wenn Sie die Standortermittlung aus- und den Inkognitomodus eingeschaltet haben, werden nur noch die IP-Adresse und bestimmte Geräteinformationen übertragen und ausgewertet.

Hinweis: Auch die meisten anderen Google-Apps erfassen und übertragen in der Standardeinstellung den Standort und weitere Daten des Geräts. Wer Google Maps entsprechende Zugriffe verweigert, der Google-Suche nicht, hat also nicht viel gewonnen.

Geschrieben von

Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

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