Ratgeber

Navi-Apps im Check: Google Maps

Ein Artikel von , veröffentlicht am 20.10.2015, bearbeitet am18.12.2019

Google Maps ist die beliebteste Navi-App für das Smartphone, auch bei Apple-Nutzer*innen. Doch wer sie verwendet, verrät Google, wo er oder sie sich befindet – und vieles mehr. Welche Daten sammelt die praktische Landkarte und wie kann man sich davor schützen?

Das ist Google Maps

Google Maps ist uneingeschränkter Marktführer unter den Navigations-Apps. Bei Android-Geräten ist die App vorinstalliert, in Apples App-Store steht sie auf Platz Nummer vier der am häufigsten installierten, kostenlosen Apps (Stand Dezember 2019).

Der Kartendienst findet sich außerdem als Baustein in vielen anderen Apps. Google hat dafür eine Schnittstelle für Entwickler*innen zur Verfügung gestellt, die es beispielsweise erlaubt, in Banking-Apps anzuzeigen, wo sich die Geldautomaten der Bank befinden.

Bezahlt wird bei dem kostenlosen Dienst mit Daten und Werbung: Unternehmen können in Google Maps Anzeigen schalten, zum Beispiel bezahlte "Pins". Dann sehen Sie das Logo einer Firma auch dann auf der Karte, wenn Sie nicht danach gesucht haben. Je nach Einstellung erfasst Google Standort und Suchanfragen aus der App und wertet diese Informationen aus.

Google Maps erfasst den Standort

Google Maps fragt automatisch den Standort des Gerätes ab und überträgt ihn an Google. Den Standort ermittelt das Smartphone oder Tablet selbst, aus einer Mischung von verschiedenen Ortungsdiensten: GPS, Ortung per Mobilfunk und Ortung per WLAN.

Sie können Google Maps jedoch verbieten, den Standort zu erfassen, ohne die Standortermittlung für das ganze Gerät zu deaktivieren.

Bei iPhones und iPads finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Google Maps.

Bei Android-Geräten (ab Android 6) finden Sie die Einstellung unter Einstellungen > Apps (oder Anwendungsmanager) > Google Maps > Berechtigungen. Die Android-Versionen 5 und älter erlauben die Deaktivierung des Standorts für einzelne Apps nicht.

Wer den Standort für Google Maps deaktiviert hat und sich eine Route berechnen lassen will, muss Start- und Endpunkt manuell eingeben. Auch darüber kann Google auf den eigenen Standort schließen.

Außerdem gilt bei beiden Betriebssystemen: Wer Google Maps den Zugriff auf den Standort verweigert, arbeitet trotzdem nicht offline. Eingetippte Suchanfragen, Routen, die IP-Adresse und bestimmte Geräteinformationen werden trotzdem übertragen und ausgewertet.

Google kombiniert Daten aus vielen Apps

Auch die meisten anderen Google-Apps erfassen und übertragen den Standort des Geräts. Wer Google Maps den Zugriff verweigert, aber der Google-Suche nicht, hat also nicht viel gewonnen.

Für Android-Geräte gilt zudem: Wer bei seinem Gerät unter Einstellungen > Standort > Modus "Hohe Genauigkeit" oder "Batteriesparmodus" aktiviert hat, der greift auf die Standortermittlung von Google zurück.

Dabei werden die Namen der WLAN- und Mobilfunknetze in der Umgebung des Gerätes an eine Datenbank von Google gesendet und dort mit bekannten Ortsdaten dieser Netze abgeglichen.

Ohne tiefere Eingriffe ins Betriebssystem (rooten) ist es nicht möglich, die Standortermittlung über WLAN und Mobilfunknetze zu nutzen, aber von Google abzukoppeln.

Standortermittlung im Google-Konto ausstellen

Es gibt zwei wichtige Funktionen im Google-Konto, durch die man die Standorterfassung fürs Smartphone deaktivieren kann: Die Funktion "Standortverlauf" und die Funktion "Web- und App-Aktivitäten".

Ist die Funktion „Standortverlauf“ im Konto aktiviert, fragt Google den Standort des Gerätes regelmäßig ab, auch wenn gerade kein Google-Dienst genutzt wird. Die Funktion läuft unabhängig von Google Maps. Google erstellt aus den Daten eine Zeitachse, die Nutzer in ihrem Google-Konto einsehen können. Daten aus dem Standortverlauf wertet Google für Werbung und standortbezogene Vorschläge aus.

Wenn man die Funktion "Standortverlauf" deaktiviert und Google Maps nutzt, landen trotzdem Standortdaten im Google-Konto. Erst, wenn man die Funktion „Web- und App-Aktivitäten“ ebenfalls ausschaltet, ist dies unterbunden. Beide Punkte lassen sich am einfachsten im Webinterface des Google-Kontos deaktivieren.

Weil Google unzulänglich über diese beiden Funktionen informierte, geriet der Konzern im August 2018 unter Druck. Kurz erklärt haben wir die Standortbestimmung bei Google in diesem Video: So verbieten Sie Google, Ihr Handy zu orten (Android).

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Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

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