Firewalls und VPNs

Tracking-Blocker Blokada kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 08.01.2020, bearbeitet am07.03.2021

Welche Daten unsere Apps wirklich erheben und weiterleiten, wissen wir häufig nicht. Der Tracking-Blocker Blokada schaltet sich zwischen Apps und Internet. Welche Verbindungen zugelassen werden, wählen Nutzer*innen selbst.

Das ist Blokada

Blokada filtert Werbung und Tracking aus Apps und Webseiten heraus. Nutzer*innen können dabei beobachten, welche Internetverbindungen Apps auf dem Smartphone aufbauen.

Diese Verbindungen lassen sich einzeln blockieren. Das erhöht die Kontrolle über die eigenen Daten und schont dabei Akku und Datenvolumen.

Blokada ist kostenlos, werbefrei und quelloffen (Open Source). Der Programmcode ist hier einsehbar.

Ein kleines Team um den polnischen Entwickler Karol Gusak entwickelt Blokada seit 2016. Das Projekt nimmt Spenden entgegen.

In der App lässt sich außerdem ein kostenpflichtiger VPN-Dienst freischalten. Damit können Nutzer*innen Verbindungen zusätzlich verschlüsseln und Ihre IP-Adresse verschleiern.

Blokada installieren

Blokada gibt es für iPhones im App Store. Da Google Werbeblocker nicht in seinem Play-Store duldet, ist die Vollversion der App dort nicht zu haben.

Stattdessen kann sie für Android aus anderen Quellen geladen werden, zum Beispiel aus dem alternativen App-Store F-Droid oder von der Webseite der Anbieter*innen.

Damit die App auch im Google Play-Store zu finden ist, stellen die Entwickler*innen hier eine Version ohne Werbeblocker (Blokada Slim) zur Verfügung.

Die App im Gebrauch

Blokada blockt per Voreinstellung Verbindungen, die als unerwünscht eingestuft werden. Wer mag, kann individuelle Blocklisten anlegen und noch genauer auswählen, welche Adressen verboten sein sollen.

Seit Version 5 steht Ihnen unter dem Menüpunkt Erweitert / Sperrlisten zudem eine deutlich größere Anzahl vorgefertigter Blocklisten zur Auswahl. Wie Sie diese am besten miteinander kombinieren, wird an verschiedenen Stellen im Internet diskutiert. Eine sinnvolle erste Orientierung gibt IT-Blogger Mike Kuketz hier.

Für die erstmalige Einrichtung empfehlen wir, sich etwas Zeit zu nehmen und sich in Ruhe mit der App vertraut zu machen.

Die wichtigsten Funktionen von Blokada: Sie können sich Verbindungsversuche anderer Apps anzeigen lassen und diese per Fingertipp für die Zukunft blockieren. Die Historie dieser Verbindungsversuche bleibt auch nach einem Neustart der App sichtbar.

Sie können auch einzelne Internetadressen zu der Liste der erlaubten Adressen hinzufügen. Das ist zum Beispiel dann interessant, wenn eine App, der Sie vertrauen, durch die Installation von Blokada nicht mehr wie gewünscht funktioniert.

Sie können auch den Datenverkehr einzelner Apps ganz von der Beschränkung durch Blokada ausnehmen. Das kann zum Beispiel im Zusammenhang mit Push-Benachrichtigungen praktisch sein: Sehr viele Apps nutzen für die Push-Funktion einen Dienst von Google. In diesem Fall wickelt die System-App "Google-Play-Dienste" den Empfang der Nachrichten ab. Wenn Sie Push-Nachrichten von solchen Apps empfangen wollen, sollten Sie die App Google-Play-Dienste in Blokada zu den Ausnahmen hinzufügen.

Klingt kompliziert? Keine Sorge: Alles, was Sie in Blokada festlegen, lässt sich auch wieder rückgängig machen - im Zweifelsfall, indem Sie die App deinstallieren. Experimentieren schadet also nicht.

Im Unterschied zur englischsprachigen Hilfeseite im Web ist das Hilfemenü innerhalb der App auch auf Deutsch verfügbar. Beide Versionen sind sauber aufgebaut, intuitiv zu bedienen und liefen in unserem Test einwandfrei. Mit Version 5 wurden die Benutzeroberflächen für iOS und Android vereinheitlicht.

Die Technik hinter Blokada

Um die einzelnen Verbindungen zu filtern, die eine App aufbaut, verändert Blokada den sogenannten DNS-Server. DNS steht für Domain Name System. Der DNS-Server übersetzt eine Internetadresse, zum Beispiel mobilsicher.de, in die zugehörige IP-Adresse - zum Beispiel 92.204.55.54. Wenn der DNS-Server bestimmte Internetadressen einfach nicht übersetzt, kommt die Verbindung nicht zustande.

Eigentlich ist es bei Android nicht vorgesehen, dass Nutzer*innen den DNS-Server selbst einstellen. Welchen DNS-Server Ihr Gerät nutzt, wenn Sie ins Internet gehen, entscheidet der Internet- oder Mobilfunkanbieter, dessen Netzwerk Sie gerade nutzen.

Um die DNS-Server-Adressen trotzdem ändern zu können, erstellt Blokada daher ein sogenanntes lokales VPN (Virtual Private Network). Daher bekommen Sie beim Einschalten der Blokada-Dienste immer den Systemhinweis, dass ein VPN aufgebaut wird.

DNS over HTTPS

Seit Version 5 können Sie über den Punkt Netzwerke / Alle Netzwerke  im Tab Erweitert aus DNS-Servern verschiedener Anbieter auswählen. Viele davon, zum Beispiel der voreingestellte Dienst von cloudflare, unterstützen das sichere Protokoll "DNS over HTTPS" (DoH). Damit wird der Datenverkehr zwischen Ihrem Gerät und dem DNS-Server verschlüsselt und ist damit vor Angriffen durch Dritte geschützt.

Achten Sie auch bei der Wahl des DNS-Servers auf einen vertrauenswürdigen Anbieter. Denn auf dem Server gehen die Anfragen für sämtliche Webseiten ein, die Sie mit Ihrem Handy aufrufen. Empfehlenswert sind zum Beispiel die DoH-Server von Blokada oder der Digitalen Gesellschaft - beide versichern, keine Anfragedaten zu speichern.

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