Firewalls und VPNs

Tracking-Blocker Blokada kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 08.01.2020, bearbeitet am26.11.2020

Welche Daten unsere Apps wirklich erheben und weiterleiten, wissen wir häufig nicht. Der Tracking-Blocker Blokada schaltet sich zwischen Apps und Internet. Welche Verbindungen zugelassen werden, wählen Nutzer*innen selbst.

Das ist Blokada

Blokada filtert Werbung und Tracking aus Apps und Webseiten heraus. Nutzer*innen können dabei beobachten, welche Internetverbindungen die anderen Apps auf dem Smartphone aufbauen.

Diese Verbindungen lassen sich einzeln blockieren. Das erhöht die Kontrolle über die eigenen Daten und schont dabei Akku und Datenvolumen.

Blokada ist kostenlos, werbefrei und quelloffen (Open Source). Der Programmcode ist hier einsehbar.

Ein kleines Team um den polnischen Entwickler Karol Gusak entwickelt Blokada seit 2016. Das Projekt nimmt Spenden entgegen.

In der App lässt sich außerdem ein kostenpflichtiger VPN-Dienst freischalten. Damit können Nutzer*innen Verbindungen zusätzlich verschlüsseln und Ihre IP-Adresse verschleiern.

Blokada installieren

Blokada gibt es für iPhones im App Store. Da Google Werbeblocker nicht in seinem Play-Store duldet, ist die Vollversion der App dort nicht zu haben.

Stattdessen kann sie für Android aus anderen Quellen geladen werden, zum Beispiel aus dem alternativen App-Store F-Droid oder von der Webseite der Anbieter*innen.

Damit die App auch im Google Play-Store zu finden ist, stellen die Entwickler*innen hier eine Version ohne Werbeblocker (Blokada Slim) zur Verfügung.

Die App im Gebrauch

Blokada blockt per Voreinstellung Verbindungen, die als unerwünscht eingestuft werden. Wer mag, kann individuelle Blocklisten anlegen und noch genauer auswählen, welche Adressen verboten sein sollen. Eine gute Hilfestellung für Blokada gibt der IT-Blogger Mike Kuketz hier.

Für die erstmalige Einrichtung empfehlen wir, sich etwas Zeit zu nehmen und sich in Ruhe mit der App vertraut zu machen. Sie können sich beispielsweise Verbindungsversuche anderer Apps in Blokada anzeigen lassen und diese per Fingertipp für die Zukunft blockieren.

Alles, was Sie in Blokada festlegen, lässt sich auch wieder rückgängig machen - im Zweifelsfall, indem Sie die App deinstallieren. Experimentieren schadet also nicht.

Im Unterschied zur englischsprachigen Hilfeseite im Web ist das Hilfemenü innerhalb der App auch auf Deutsch verfügbar. Beide Versionen sind sauber aufgebaut, intuitiv zu bedienen und liefen in unserem Test einwandfrei.

Die Technik hinter Blokada

Bei vielen Apps und Webseiten laufen im Hintergrund Skripte und Tools, die Nutzer*innen überwachen und personalisierte Werbung ermöglichen sollen. Welche Daten eine App ausliest und wer sie erhält, ist meist nicht einsehbar – man kann sich also nur auf den guten Willen der Entwickler*innen verlassen.

Hier greift Blokada ein: Die App erstellt einen Filter zwischen dem Gerät und den laufenden Apps. Sie können den Filter entweder individuell einstellen oder vorgefertigte Filter von Blokada benutzen. Unerwünschte Verbindungen von Apps werden so blockiert.

Um die einzelnen Verbindungen zu filtern, die eine App aufbaut, verändert Blokada den DNS-Server. Der DNS-Server (Domain Name System) übersetzt eine Internetadresse, zum Beispiel mobilsicher.de, in die dahinterliegende IP-Adresse. Wenn der DNS-Server bestimmte Internetadressen einfach nicht übersetzt, kommt die Verbindung nicht zustande.

Eigentlich ist es bei Android nicht vorgesehen, dass Nutzer*innen den DNS-Server selbst einstellen. Welchen DNS-Server Ihr Gerät nutzt, wenn Sie ins Internet gehen, entscheidet der Internet- oder Mobilfunkanbieter, dessen Netzwerk Sie gerade nutzen.

Um die DNS-Server-Adressen trotzdem ändern zu können, erstellt Blokada daher ein sogenanntes lokales VPN (Virtual Private Network). Daher bekommen Sie beim Einschalten der Blokada-Dienste immer den Systemhinweis, dass ein VPN aufgebaut wird.

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