Firewalls und VPNs

Tracking-Blocker Blokada kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 08.01.2020

Wie groß die Sorgfalt auch ist, mit der wir unsere Apps auswählen – welche Daten sie wirklich erheben und weiterleiten, wissen wir häufig nicht. Indem sie sich zwischen App und Internet schaltet, möchte die App Blokada Nutzer*innen die Macht über Ihre Daten zurückgeben.

Das ist Blokada

Mit der App Blokada können Sie sehen, welche Verbindungen die Apps auf Ihrem Smartphone ins Internet aufbauen. Diese Verbindungen können Sie einzeln blockieren. Damit kann Blokada Werbung und Tracking aus Apps und Webseiten herausfiltern.

Das ist gut für die Privatsphäre und schont nebenbei auch Akku und Datenvolumen.

Blokada ist werbefrei und quelloffen (Open Source). Der Programmcode ist hier einsehbar. Die Vollversion mit integriertem Werbeblocker gibt es nur im alternativen App-Store F-Droid oder auf der Webseite der Entwickler*innen. Die abgespeckte Version Blokada Slim gibt es im Google Play-Store.

Blokada gibt es seit 2016, dahinter steht ein kleines Team um den polnischen Entwickler Karol Gusak. Das Projekt nimmt Spenden entgegen.

Wofür kann ich Blokada nutzen?

Bei vielen Apps und Webseiten laufen im Hintergrund unzählige Skripte und Tools, die Nutzer*innen überwachen und personalisierte Werbung ermöglichen sollen. Welche Daten eine App ausliest und wer sie erhält ist meist nicht einsehbar – man kann sich also nur auf den guten Willen der Entwickler*innen verlassen.

Genau hier greift Blokada ein: Die App erstellt einen Filter zwischen dem Gerät und den laufenden Apps. Sie können den Filter entweder individuell einstellen oder vorgefertigte Filter von Blokada benutzen. Unerwünschte Verbindungen von Apps werden so blockiert.

Außerdem bietet die App auch einen (kostenpflichtigen) VPN-Dienst an. Damit können Sie Ihre Verbindung zusätzlich verschlüsseln und Ihre IP-Adresse verschleiern.

Wie VPNs funktionieren und wie Sie sie nutzen können, erfahren Sie in unserem Artikel Mehr Privatsphäre durch VPNs.

Die Technik hinter Blokada

Um die einzelnen Verbindungen zu filtern, die eine App aufbaut, muss Blokada den DNS-Server ändern. Der DNS-Server (Domain Name System) übersetzt eine Internetadresse, zum Beispiel mobilsicher.de in die dahinterliegende IP-Adresse.

Jeder Aufruf einer Internetadresse geht also erstmal an den DNS-Server. Diese Stelle eignet sich gut, um den Internetverkehr zu filtern: Wenn der DNS-Server bestimmte Internetadressen einfach nicht übersetzt, kommt die Verbindung nicht zustande.

Es gibt verschiedene Anbieter von DNS-Servern. Manche filtern bestimmte Inhalte heraus, zum Beispiel, weil sie nicht jugendfrei sind oder von bekannten Werbelieferanten stammen.

So arbeitet Blokada

Eigentlich ist es bei Android nicht vorgesehen, dass Nutzer*innen den DNS-Server selbst einstellen. Welchen DNS-Server Ihr Gerät nutzt, wenn Sie ins Internet gehen, entscheidet der Internet- oder Mobilfunkprovider, dessen Netzwerk Sie gerade nutzen.

Um die DNS-Server-Adressen trotzdem ändern zu können, erstellt Blokada daher ein sogenanntes lokales VPN (Virtual Private Network). Daher bekommen Sie beim Einschalten der Blokada-Dienste immer den Systemhinweis, dass ein VPN aufgebaut wird.

Während sich der DNS-Server kostenlos aktivieren lässt, verlangt Blokada für die Einrichtung des "Blokada Tunnels", also des VPNs, fünf Euro im Monat. Bei längeren Zeiträumen gibt's Rabatt.

Abgespeckte Version: Blokada Slim

Die abgespeckte App-Version Blokada Slim können Sie über den Google Play-Store installieren.

Mit dieser Variante können Sie statt des Standard-DNS-Servers eine beliebige DNS-Server-Adresse eintragen oder einen Server aus einer Liste auswählen. Empfehlenswert ist zum Beispiel der AdGuard-Server, welcher einige Werbeanzeigen und Tracker blockiert. „AdGuard Family-DNS“ blockt zusätzlich auch nicht jugendfreie Inhalte.

Die über 15 weiteren Optionen bringen jeweils verschiedene Spezialfunktionen mit, die in der App genau erklärt werden.

Sie können in der Slim-Variante außerdem eine Positivliste mit Apps und Webseiten erstellen, die von Blokada nicht blockiert werden sollen. Dies ist wichtig, da bestimmte Apps und Webseiten nicht mehr funktionieren, wenn man einzelne Verbindungen blockiert.

Außerdem bietet die App einen gut ausgestatteten VPN-Dienst.

Vollversion bietet Werbeblocker

Die Vollversion von Blokada ist nicht mit den Richtlinien von Google kompatibel und kann deshalb nur über den alternativen App-Store F-Droid oder die Homepage der Entwickler*innen heruntergeladen werden. Wenn Sie das machen, müssen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones im Sicherheitsmenü die „Installation aus unbekannten Quellen“ (manchmal auch "unbekannte Herkunft") zulassen.

Sie bietet dieselben Funktionen wie Blokada Slim, darüber hinaus aber den Menüpunkt „Werbeblocker“. Hier können Sie verschiedene Filterlisten speziell gegen Werbung aktivieren und Adressen auch einzeln manuell blockieren.

Außerdem können Sie sich alle Verbindungsversuche anzeigen lassen, diese per Fingertipp für die Zukunft blockieren und sehen, welche Versuche schon blockiert wurden.

Die App im Gebrauch

Der Einstieg mag unerfahrene Nutzer*innen zunächst vor Herausforderungen stellen. Viele Erklärungen und ein umfangreiches Hilfemenü vermitteln aber sehr genau, was die App macht und wozu sie gut ist.

Im Unterschied zur englischsprachigen Hilfeseite im Web ist das Hilfemenü innerhalb der App auch auf Deutsch verfügbar. Beide Versionen sind sauber aufgebaut, intuitiv zu bedienen und liefen im Test einwandfrei.

Für die erstmalige Einrichtung empfehlen wir, sich etwas Zeit zu nehmen und sich in Ruhe mit der App vertraut zu machen.

Update: Ursprünglich hieß es in diesem Artikel, Blokada biete ein kostenloses VPN an. Diesen Fehler haben wir korrigiert.

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