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Wrapper: Facebook ohne Facebook-App

Facebook-Apps

Facebook verlangt von seinen mobilen Nutzern, das soziale Netzwerk und den Messenger einzeln als Apps zu installieren. Diese Apps kosten jedoch viel Akku und lesen viele Nutzerdaten aus. Wer eine Alternative sucht, die mehr Komfort bietet als die Browser-Version, kann sogenannte „Wrapper“ einsetzen.

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Akku · Facebook · Facebook-Messenger · Werbeblocker · Wrapper
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Auf einen Blick

Unbeliebte Facebook-Apps

Die Facebook-Apps „Facebook“ und „Facebook-Messenger“ gelten als Ressourcenfresser – sie kosten Speicherplatz und saugen den Akku leer. Das ist Facebook bewusst. So veröffentlichte der Konzern Anfang 2015 die App „Facebook Lite“, die an die geringere Leistungsfähigkeit von Smartphones und schwache Mobilfunknetze angepasst ist. In Deutschland ist die App aber offiziell nicht erhältlich.

Die Apps fragen außerdem beim ersten Benutzen nach fast allen Rechten auf einem Smartphone: Vom Zugriff auf das Adressbuch über die Standortdaten bis hin zum Mikrofon. Viele dieser Daten lesen die Apps regelmäßig aus – auch wenn sie gerade nicht benutzt werden. Dieser Datenhunger ist für viele ein weiterer Grund, die Facebook-Apps zu meiden.

Wrapper: Facebook neu zusammengesetzt

Eine gute Alternative bieten sogenannte Wrapper (engl. für „Hülle“ oder „Verpackung“). Für Android gibt es da beispielsweise SlimSocial for Facebook und Face Slim. Beide stehen sowohl im benutzerfreundlichen App-Store F-Droid als auch in Googles Play-Store kostenlos zur Verfügung. Der Play-Store bietet zusätzlich die umfangreiche App Swipe for Facebook an, bei F-Droid gibt es außerdem Tinfoil for Facebook. IOS-Nutzer haben die Wahl zwischen den App-Alternativen Friendly for Facebook und Puffin for Facebook.

All diese Apps nutzen denselben Trick: Sie rufen die Website von Facebook auf, wie es ein Browser tun würde, und stellen die Informationen dann für den Smartphone-Bildschirm neu zusammen.

Dabei sind sie meist schneller und bedeutend datenschutzfreundlicher als Facebooks eigene Programme: Sie fordern nur die notwendigsten Rechte an und die Nutzer müssen weder ihre Identität noch ihre Telefonnummer oder ihr Adressbuch offenbaren. Zudem können einige Wrapper sogar die Werbung aus dem Facebook-Stream filtern.

Da Facebook seine Webseite immer wieder ändert, müssen die Entwickler die Ersatz-Apps immer wieder neu anpassen – kleinere Darstellungsfehler sind kaum vermeidbar. Manche kostenlos erhältliche Wrapper-Apps werden nicht regelmäßig aktualisiert und funktionieren daher zeitweise nur eingeschränkt.

Android-Apps: SlimSocial, Face Slim, Swipe

Sowohl die App „SlimSocial“ als auch „Face Slim“ zeigen sämtliche Facebook-Seiten wie das eigene Profil, die Chronik und auch Gruppen und Veranstaltungen schnell und problemlos auf dem Smartphone-Display an. Beide Apps benötigen keine Berechtigungen, um zu funktionieren. „Face Slim“ bietet wie die Original-Facebook-App die Funktion, sich per Tippen auf das eigene Profilfoto anzumelden, sobald die Login-Daten einmal gespeichert sind.

Beide Wrapper ermöglichen den Zugriff auf den Facebook-Messenger. Allerdings bleibt der Dienst auf die Basisfunktionen beschränkt: Textnachrichten können problemlos abgerufen und versendet werden, Sprachanrufe unterstützen die Apps jedoch nicht. Auch die im Frühjahr 2016 eingeführte Möglichkeit zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Messenger fehlt. Zudem müssen Nutzer auf verspieltere Funktionen wie zum Beispiel Fotofilter verzichten.

Die Wrapper-App „Swipe for Facebook“ bietet noch einige zusätzliche Möglichkeiten. Sie erlaubt einen Schnellzugriff auf Messenger-Nachrichten per „Chat-Heads“ auf dem Home-Display, das Setzen von Lesezeichen und die Konfiguration der Benachrichtigungen. Die kostenpflichtige Pro-Version zum Preis von 2,99 Euro entfernt außerdem Werbung aus dem Facebook-Stream und bietet verschiedene Designs zur Auswahl an.

iOS-Apps: Friendly oder Puffin

Der Wrapper „Friendly for Facebook“ für Apple-Nutzer kombiniert ebenfalls Facebook und Facebook-Messenger. Nachteil: Die Basisversion bindet Werbung ein. Bei der Installation der App kann man sich eine Farbe für die App-Oberfläche aussuchen und die App mit einer PIN sperren. Außerdem kann man Chronik-Filter festlegen und seine Benachrichtigungen konfigurieren.

„Friendly“ unterstützt zudem auch Instagram und Twitter. Die App ist auf niedrigen Batterieverbrauch optimiert und blockiert in der Pro-Version zum Preis von 2,29 Euro die Facebook-Werbung.

Wer es schlanker will, kann auf die App „Puffin for Facebook“ zurückgreifen. Diese zeigt sämtliche Facebook-Features vom eigenen Profil bis zu den Privatsphäre-Einstellungen schnell und problemlos auf dem Smartphone an und lässt auch die Nutzung des Messengers zu. Die App ist zudem werbefrei.

Facebook im Browser nutzen ist unbequem

Wer die Facebook-Apps nicht installieren möchte, kann die Plattform natürlich auch direkt im mobilen Browser nutzen. Doch Facebook mag das nicht.

Beließ es der Konzern zunächst dabei, den eigenen Nutzern und Nutzerinnen immer wieder die Installation der eigenen Apps zu empfehlen, ist er inzwischen dazu übergegangen, Funktionen aus der Browser-Version zu entfernen.

Seit Juni 2015 können Android-Nutzer den Chat-Dienst Facebook-Messenger nicht mehr im mobilen Browser aufrufen. Zwar existiert das entsprechende Symbol noch – doch wer darauf tippt, wird direkt zu Googles Play-Store umgeleitet, um den Facebook-Messenger zu installieren. Unter iOS kann man zwar im Browser noch Nachrichten verfassen, Facebook hat aber angekündigt, die Funktion auch hier bald abzustellen.

Auch fehlen in der Browser-Version Funktionen wie der Fotofilter oder die Möglichkeit zur Videokonferenz, die in die originalen Facebook-Apps integriert sind.

Man kann zwar immer noch auf die Desktop-Version von Facebook ausweichen, denn dort wird der Messenger noch unterstützt. Sowohl in Chrome als auch in Firefox gibt es dafür im Menü den Punkt „Desktop-Version anfordern“. Allerdings ist dies für Smartphone-Nutzer alles andere als ideal. Um eine Messenger-Nachricht zu lesen, muss man viel scrollen und die Schrift ist für den Smartphone-Bildschirm zu klein.

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