Soziale Netzwerke

Facebook, Instagram, Twitter: Diese App-Alternativen schonen Akku und Daten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 13.02.2017, bearbeitet am20.11.2019
Foto: Free-Photos / Pixabay

Die Original-Apps von Facebook, Instagram und Twitter kosten viel Akku und lesen viele persönliche Daten aus. Eine gute Alternative sind so genannte Wrapper: Diese Apps legen sich um die Browser-Version des sozialen Netzwerks und optimieren die Ansicht fürs Smartphone.

Unbeliebte Facebook-Apps

Die Facebook-Apps „Facebook“, „Facebook-Messenger“ und „Instagram" gelten als Ressourcenfresser – sie kosten Speicherplatz und saugen den Akku leer. Das ist Facebook bewusst. So veröffentlichte der Konzern Anfang 2015 die App „Facebook Lite“, die an die geringere Leistungsfähigkeit von Smartphones und schwache Mobilfunknetze angepasst ist.

Die Apps fragen außerdem beim ersten Benutzen nach fast allen Rechten auf einem Smartphone: Vom Zugriff auf das Adressbuch über die Standortdaten bis hin zum Mikrofon. Viele dieser Daten lesen die Apps regelmäßig aus – auch wenn sie gerade nicht benutzt werden. Dieser Datenhunger ist für viele ein weiterer Grund, die Facebook-Apps zu meiden.

So funktionieren Wrapper-Apps

Eine Lösung sind Wrapper (dt. Hülle, Verpackung). Diese Apps nutzen folgenden Trick: Sie rufen die Website des sozialen Netzwerks auf, wie es ein Browser tun würde, und stellen die Informationen dann für den Smartphone-Bildschirm neu zusammen.

Dabei sind sie meist schneller und bedeutend datenschutzfreundlicher als die Original-Programme: Sie fordern nur die notwendigsten Rechte an und die Nutzer*innen müssen weder ihre Telefonnummer noch ihr Adressbuch offenbaren. Zudem können einige Wrapper sogar die Werbung aus dem Facebook- oder Instagram-Feed filtern.

Da Facebook, Instagram und Twitter ihre Webseiten immer wieder ändern, müssen die Entwickler die Ersatz-Apps regelmäßig neu einstellen – kleinere Darstellungsfehler sind dabei kaum vermeidbar.

Wrapper-Apps für Android

Für Android stehen folgende Apps für Facebook, Instagram und Twitter zur Verfügung (Auswahl):

Wie die Play-Store-Alternative F-Droid funktioniert, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung: So installieren Sie den App-Store F-Droid.

Frost, SlimSocial, Face Slim

Die Apps zeigen sämtliche Facebook-Seiten wie das eigene Profil, die Chronik, Gruppen und Veranstaltungen schnell und problemlos auf dem Smartphone an. Sie benötigen keine Berechtigungen, um zu funktionieren. Wie die Original-Facebook-App bieten sie auch die Funktion, sich per Tippen auf das eigene Profilfoto anzumelden, sobald die Login-Daten einmal gespeichert sind.

Alle drei Wrapper ermöglichen den Zugriff auf den Facebook-Messenger. Allerdings bleibt der Dienst auf die Basisfunktionen beschränkt: Textnachrichten können problemlos abgerufen und versendet werden, Sprachanrufe unterstützen die Apps jedoch nicht. Auch die im Frühjahr 2016 eingeführte Möglichkeit zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Messenger fehlt. Zudem müssen Nutzer*innen auf verspieltere Funktionen wie zum Beispiel Fotofilter verzichten.

Swipe for Facebook

Die Wrapper-App bietet noch einige zusätzliche Möglichkeiten. Sie erlaubt einen Schnellzugriff auf Messenger-Nachrichten per "Chat-Heads" auf dem Home-Display, das Setzen von Lesezeichen und die Konfiguration der Benachrichtigungen. Die kostenpflichtige Pro-Version zum Preis von 2,99 Euro entfernt außerdem Werbung aus dem Facebook-Stream und bietet verschiedene Designs zur Auswahl an.

Wrapper-Apps für iOS

Für iPhones und iPads steht im App-Store die Alternative Friendly for Facebook bereit.

Friendly for Facebook, Instagram, Twitter

Der Wrapper „Friendly for Facebook“ kombiniert Facebook und Facebook-Messenger. Bei der Installation der App kann man sich eine Farbe für die App-Oberfläche aussuchen und die App mit einer PIN sperren. Außerdem kann man Chronik-Filter festlegen und seine Benachrichtigungen konfigurieren.

Die App erlaubt auch die Einbindung von Instagram - allerdings ohne die Möglichkeit, Fotos über die App bei Instagram hochzuladen, da Instagram Apps von Drittanbietern dabei nicht zulässt.

Vom selben Anbieter stammt die App Friendly for Twitter.

In der Pro-Version zum Preis von 2,29 Euro blockiert "Friendly" die Werbung der eingebundenen sozialen Netzwerke.

Soziale Medien im Browser nutzen ist unbequem

Wer die Facebook-Apps nicht installieren möchte, kann die Plattformen natürlich auch direkt im mobilen Browser nutzen. Facebook und Instagram mögen das allerdings nicht.

Beließ es der Konzern zunächst dabei, den eigenen Nutzer*innen immer wieder die Installation der eigenen Apps zu empfehlen, ist er inzwischen dazu übergegangen, Funktionen aus der Browser-Version zu entfernen.

So lässt sich der Facebook-Messenger inzwischen nicht mehr im mobilen Browser aufrufen. Zwar existiert das entsprechende Symbol noch – doch wer darauf tippt, wird direkt in den Google Play-Store bzw. Apples App Store umgeleitet, um den Facebook-Messenger zu installieren.

Man kann zwar auch auf dem Smartphone auf die Desktop-Version von Facebook ausweichen, wo der Messenger noch unterstützt wird. Sowohl in Chrome als auch in Firefox gibt es dafür im Menü den Punkt „Desktop-Version anfordern“. Um eine Messenger-Nachricht zu lesen, muss man hier allerdings viel scrollen und die Schrift ist für den Smartphone-Bildschirm viel zu klein.

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