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US-Regierung fordert Hintertür zu Facebook-Messenger

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Erneut fordert die US-Regierung eine Firma auf, die Verschlüsselung ihres Produktes für die Strafverfolgung auszuhebeln. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Insiderinformationen. Genau wie Apple vor zwei Jahren lehnt auch Facebook die Forderung ab.


US-Strafverfolgungsbehörden wünschen sich Zugang zu der verschlüsselten Facebook-Messenger-Kommunikation eines Verdächtigen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf mehrere Insider, die mit dem Fall vertraut sind, aber anonym bleiben wollen.

Konkret geht es um Ermittlungen gegen die Verbrechergruppe „Mara Salvatrucha“, auch bekannt unter dem Namen „MS-13“. Die Gruppe ist im Drogen- und Menschenhandel aktiv und für ihr besonders grausames Vorgehen berüchtigt.

Der Haken bei der – eigentlich berechtigten – Forderung der US-Behörden: Die betreffende Kommunikation, so Reuters, sei Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Bei dieser Technik werden Nachrichten auf dem Absendergerät verschlüsselt und erst wieder auf dem Empfängergerät entschlüsselt. Sie gilt als Goldstandard in der Kryptographie – denn keiner kann unterwegs in die Nachricht hineinsehen. Auch der Anbieter des Messengers – hier Facebook – nicht.

Die Behörden fordern daher, dass die Firma eine Hintertür in die Software des Facebook-Messengers einbaut, mit der die Verschlüsselung in Zukunft ausgehebelt werden kann.

Ob Facebook gezwungen werden kann, solche Schwachstellen in seine Produkte einzubauen, wird nun vor einem kalifornischen Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwischen Facebook und dem US-Justizministerium verhandelt.

Das Urteil gilt als wegweisend für alle Messenger, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen. Sollte Facebook verlieren, könnten auch Dienste wie Signal oder WhatsApp in Zukunft verpflichtet werden, Hintertüren in ihre Produkte einzubauen. Experten fürchten, dass die Kommunikation dadurch für alle Nutzer unsicherer wird.

Hinweis: Nachrichten sind im Facebook-Messenger nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt, wenn Nutzer diese Funktion aktiv einschalten. Ansonsten gilt die normale Transportverschlüsselung. Solche Nachrichten kann Facebook entschlüsseln und bei entsprechendem richterlichen Beschluss an Behörden weitergeben.


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