Ratgeber

Android-Apps ersetzen: Messenger und Videochat

Ein Artikel von , veröffentlicht am 10.03.2020

Der Facebook-Messenger, WhatsApp und Skype sind auf vielen Android-Geräten vorinstalliert. In Sachen Datenschutz sind diese Dienste allerdings längst nicht die beste Wahl. Die gute Nachricht: Es gibt gleich mehrere empfehlenswerte Alternativen.

Ausgangslage

Auf Android-Smartphones sind häufig der Facebook-Messenger und WhatsApp (ebenfalls im Besitz von Facebook) vorinstalliert. Auch der populäre Videotelefonie-Dienst "Skype" von Microsoft wird auf vielen Geräten bereits mitgeliefert.

Datenübertragung

Alle genannten Produkte sind in Sachen Privatsphäre problematisch, denn sie alle erfassen Metadaten – also, wer wann mit wem kommuniziert. Das allein kann schon sehr aussagekräftig sein. Firmen wie Google oder Facebook kombinieren diese Daten mit vielen anderen Informationen, die sie bereits über Nutzer*innen gesammelt haben.

Besonders unerfreulich: WhatsApp gibt sämtliche auf dem Handy gespeicherten Telefonnummern an den Mutterkonzern Facebook weiter. Dies geschieht vollkommen unabhängig davon, ob die Personen hinter den Nummern selbst bei Facebook oder WhatsApp registriert sind.

Was wir an WhatsApp sonst noch problematisch finden, erfahren Sie in unserem Artikel Was Sie über WhatsApp wissen sollten.

Gegenmaßnahmen

Nutzen Sie die genannten Apps möglichst nicht. Deinstallieren oder deaktivieren Sie die Apps, da sie auch Daten übertragen, wenn sie nicht verwendet werden. Denken Sie daran, Ihr Nutzer*innenkonto davor zu löschen.

Wenn Sie nicht auf die Nutzung von Skype verzichten möchten, empfehlen wir Ihnen, Ihre Chats und Anrufe mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. Diese Option bietet Skype seit 2018 an. Sie ist aber nicht standardmäßig aktiviert, sondern muss durch die Wahl einer "Privaten Unterhaltung" beim Beginnen eines neuen Chats oder Anrufs eingestellt werden.

Messenger-Apps - Empfehlungen

  • Signal (Play-Store, Website des Herstellers): quelloffener Messenger, der von Whistleblower Edward Snowden empfohlen wird. Standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt, bietet auch Videotelefonie (bisher nur für Zweiergespräche möglich). Einziges Manko: Um ihn nutzen zu können, muss die eigene Telefonnummer angegeben werden.
  • Threema (Play-Store): kostenpflichtiger Messenger, der ebenfalls über eine standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Einzel- und Gruppenchats verfügt und anonym nutzbar ist. Im Funktionsumfang der Business-Version Threema Work (Play-Store) steht Threema dem Konkurrenten Skype in nichts nach - und geht außerdem wesentlich schonender mit Ihren Daten um.
  • Wire (Play-Store): Auch Wire ist standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt und kann anonym und ohne Google-Konto genutzt werden. Die Entwickler*innen verdienen ihre Brötchen mit einer umfangreichen Business-Version, die über ihre Homepage buchbar ist. Seit Ende 2019 sind im Play-Store vermehrt Bewertungen zu finden, die auf Probleme beim Empfangen von Nachrichten hindeuten. Wire ist nach eigenen Angaben dabei, die Probleme zu beheben.

Die Autorin

E-Mail

i.poeting@mobilsicher.de

PGP-Key

0x98926A6965C84F21

Fingerprint

7F5D B2F7 C59F 0547 D730 7DD7 9892 6A69 65C8 4F21

Inga Pöting

Inga Pöting ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie schreibt Texte, kümmert sich um die Webseite und erklärt Apps und Smartphone-Funktionen vor der Kamera. Davor hat sie im Ruhrgebiet bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen gearbeitet.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Smartphone-Nutzer sollten jetzt ihre Werbe-ID ändern

Fast jedes Mobilgerät besitzt eine eigene Werbe-ID. Sie dient dazu, dem Nutzer personalisierte Werbung anzuzeigen. Wer das nicht wünscht, sollte die Funktion ausschalten und seine Werbe-ID zur Sicherheit regelmäßig ändern. Wir zeigen, wie das geht.

Mehr
Firewalls und VPNs 

Tracking-Blocker Blokada kurz vorgestellt

Wie groß die Sorgfalt auch ist, mit der wir unsere Apps auswählen - welche Daten sie wirklich erheben und weiterleiten, wissen wir häufig nicht. Indem sie sich zwischen App und Internet schaltet, möchte die App Blokada Nutzer*innen die Macht über Ihre Daten zurückgeben.

Mehr
Ratgeber 

E-Mails auf dem Handy verschlüsseln

Wer sensible Informationen per E-Mail versendet, sollte diese zusätzlich verschlüsseln. Sonst könnten Sie auf dem Weg zum Empfänger in falsche Hände geraten. Das gilt natürlich auch für Mails, die vom Smartphone gesendet werden. Wir zeigen, welche Methoden für Smartphones zur Verfügung stehen.

Mehr
Ratgeber 

DB-Navigator: Datenerhebung von Adobe Analytics widersprechen

Die App „DB-Navigator“ sammelt in der Standardeinstellung Nutzerdaten und sendet sie an den Datenanalyse-Dienst von Adobe. Wer das nicht möchte, kann diese Datenübertragung ausschalten. Wie es genau geht, zeigen wir hier Schritt für Schritt.

Mehr