Messenger

Messenger-App Signal kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 26.08.2018, bearbeitet am19.01.2021

Signal gehört zu den beliebtesten sicheren Messengern. Sein Verschlüsselungsprotokoll gilt als Goldstandard in der Kryptoszene, seit 2020 sind auch Videokonferenzen möglich. Allerdings muss man seine Telefonnummer angeben.

Das ist Signal

Der Messenger Signal wurde von Moxie Marlinspike und Stuart Andersen entwickelt. Die beiden US-Amerikaner arbeiten bereits seit 2008 an Apps für die verschlüsselte Kommunikation – und sie haben mit dem NSA-Whistleblower Edward Snowden einen wichtigen Fürsprecher.

Anfang 2018 investierte der WhatsApp-Mitgründer Brian Acton, der inzwischen bei WhatsApp ausgestiegen ist, 50 Millionen Dollar in die damals neu gegründete Signal Foundation. Der Messenger verfolgt nach eigenen Angaben keine kommerziellen Interessen.

Das Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprotokoll von Signal gilt als Goldstandard in der Kryptoszene und wurde auch von WhatsApp und dem Facebook-Messenger übernommen.

Signal ist im Google Play-Store und in Apples App Store erhältlich. Seit 2017 steht die App auch als Direkt-Download als .apk-Datei auf der Webseite zur Verfügung.

Seitdem bietet Signal auch eine Desktop-App. Ab Version 3.30.0 (Februar 2017) kann Signal auch ohne Google-Play-Dienste genutzt werden. Standardmäßig sind sie jedoch aktiviert.

Seit Ende 2020 unterstützt Signal auch Ende-zu-Ende-verschlüsselte Videokonferenzen mit bis zu acht Personen, bisher nur in den mobilen Apps und nicht am Desktop. Unter unseren Empfehlungen gibt es ansonsten keine App, die abhörsichere Konferenzen mit so vielen Personen bietet.

Nutzerzahlen des Messengers veröffentlicht die Signal Foundation nicht.

Telegram, Threema und Co.: Hier geht's zu unserer Übersicht verschlüsselter Messenger.

Daten und Sicherheit

Beim ersten Start der Signal-App muss man sich mit einer Handynummer anmelden, man kann den Dienst nicht ohne nutzen.

Signal verlangt bei der Installation Zugriff auf das Adressbuch, um andere Nutzer*innen zu finden. Verweigert man den Zugriff, muss man Telefonnummern einzeln eintippen. Nach Angaben von Signal werden Kontaktdaten grundsätzlich anonymisiert (gehasht) auf Signals Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht.

Desktop- und Tablet-Versionen von Signal müssen mit einem Account mit Telefonnummer verknüpft sein.

Mit der App lassen sich Texte und Dateien an eine Person oder an Gruppen schicken. Auch verschlüsselte Audio- und Video-Anrufe sind möglich - seit Ende 2020 auch für Gruppen von bis zu acht Personen.

Die Nachrichten werden über die Server des Anbieters geleitet, die sich in den USA befinden. Da sie verschlüsselt sind, können die Inhalte jedoch vom Betreiber nicht gelesen werden und sind auch vor Behörden sicher.

Backup bei Signal

2020 führte Signal eine PIN ein, die bei Neuinstallation der App das Importieren der eigenen Profileinstellungen ermöglicht. Wer keinen Zugriff mehr auf die Nummer hat, mit der er oder sie das Signal-Profil erstellt hat, kann sich so trotzdem authentifizieren. Chat-Inhalte sind mit der PIN nicht abrufbar, da die Nachrichten nur lokal gespeichert werden.

Wer seine Signal-Inhalte von einem Gerät auf ein anderes überspielen will, kann das von iPhone zu iPhone unkompliziert mit Hilfe eines QR-Codes tun. Auf Android muss dazu zunächst ein lokales Backup erstellt werden.

Hier geht es zum Signal-Support fürs Backup auf Android und auf iPhones.

Beim Android-Backup werden alle App-Daten in einem verschlüsselten Dateiordner auf dem eigenen Gerät abgelegt. Diesen Ordner muss man auf das neue Gerät überspielen - zum Beispiel per USB-Kabel über den PC oder über einen Cloud-Speicher. Da die Datei selbst gut verschlüsselt ist, können Cloud-Speicher wie Google-Drive dabei keinen Zugang zu Ihren Daten erhalten.

Bei Neuinstallation findet die App dieses Backup dann auf dem neuen Gerät.

Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats, Gruppenchats, Audio- und Videotelefonie
  • Offener Quellcode (Open Source)
  • Speichert keine Metadaten
  • Auf Android auch ohne Google-Konto nutzbar
  • Verschlüsselt lokale Backups auf Android
  • Auto-Zerstörungs-Timer für Nachrichten
  • Kostenlos

Negativ:

  • Nur mit Zugriff auf Adressbuch komfortabel nutzbar
  • Telefonnummer für Nutzung nötig
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