Messenger

Messenger-App Signal kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 26.08.2018, bearbeitet am26.11.2018

Der verschlüsselte Messenger Signal gehört seit der Empfehlung durch Whistleblowser Edward Snowden zu den beliebtesten sicheren Messengern. Das Verschlüsselungsprotokoll von Signal gilt als Goldstandard in der Kryptoszene. Allerdings muss man für die Nutzung seine Telefonnummer angeben.

Das ist Signal

Der verschlüsselte Messenger Signal wird von Moxie Marlinspike und Stuart Andersen entwickelt. Die beiden Amerikaner arbeiten bereits seit 2008 an Apps für die verschlüsselte Kommunikation – und sie haben mit dem US-amerikanischen Whistleblower Edward Snowden einen wichtigen Fürsprecher.

Dazu haben die beiden Gründer die Organisation „Open Whisper Systems“ ins Leben gerufen (nicht zu verwechseln mit der Twitter-Tochter Whisper-Systems), die sich aus Spenden und Förderungen finanziert.

Anfang 2018 investierte der WhatsApp-Mitgründer Brian Acton, der inzwischen bei WhatsApp ausgestiegen ist, 50 Millionen Dollar in eine neu gegründete Signal-Stiftung. Durch die neue Stiftungsstruktur solle dem Messenger der Druck genommen werden, profitabel zu sein.

Das Verschlüsselungsprotokoll von Signal gilt als Goldstandard in der Kryptoszene und wurde auch von WhatsApp und dem Facebook-Messenger übernommen.

Signal ist im Google Play-Store und in Apples App-Store erhältlich. Ab Version 3.30.0 (veröffentlicht  im Februar 2017) kann Signal auch ohne Google-Play-Dienste genutzt werden. Standardmäßig sind sie jedoch aktiviert. Auf F-Droid, dem alternativen App-Store für Android, ist Signal nicht verfügar. Seit März 2017 steht die App jedoch zum Direkt-Download als .apk-Datei auf der Open-Whisper-Webseite zur Verfügung.

Signal für Android hieß ursprünglich TextSecure. Da der Namensunterschied zum iOS-Pendant Signal viele Nutzer verwirrte, wurde die App im November 2015 einheitlich zu Signal umbenannt.

WhatsApp, Telegram, Threema und Co.: Hier geht's zu unserer Übersicht verschlüsselter Messenger.

Nutzung nur mit Telefonnummer möglich

Beim ersten Start der Signal-App muss man sich mit einer Handynummer anmelden, man kann den Dienst nicht ohne nutzen. Signal verlangt bei der Installation Zugriff auf das Adressbuch, um andere NutzerInnen zu finden.

Verweigert man den Zugriff, muss man die Telefonnummer des Empfängers per Hand eintippen und kann sie nicht in der Kontaktliste speichern. Nach Angaben von Signal werden Kontaktdaten grundsätzlich anonymisiert (gehasht) auf Signals Servern abgeglichen und anschließend wieder gelöscht.

Mit der App lassen sich Nachrichten verschicken und verschlüsselte Anrufe über das Internet tätigen. Auch Video-Anrufe sind möglich. Seit Herbst 2017 bietet Signal auch eine Desktop-Version für den PC an. Seit November 2019 gibt es eine Version für iPads. Diese Versionen müssen mit einem Account mit Telefonnummer verknüpft sein.

Die Nachrichten werden über die Server von Open Whisper Systems geleitet, die sich in den USA befinden. Da sie verschlüsselt sind, können die Inhalte jedoch vom Betreiber nicht gelesen werden und sind auch vor Behörden sicher.

Nutzerzahlen des Messengers veröffentlicht Open Whisper Systems nicht.

Backup bei Signal

Wer seine Signal-Inhalte von einem Gerät auf ein anderes überspielen will, muss dazu ein lokales Backup seiner Daten erstellen.

Dabei werden alle App-Daten in einem verschlüsselten Dateiordner auf dem eigenen Smartphone oder Tablet abgelegt. Anschließend muss man diesen Ordner auf das neue Gerät überspielen - zum Beispiel per USB-Kabel über den PC oder über einen Cloud-Speicher. Da die Datei selbst gut verschlüsselt ist, können Cloud-Speicher wie Google-Drive dabei keinen Zugang zu Ihren Daten erhalten.

Bei Neuinstallation findet die App dieses Backup dann auf dem neuen Gerät.

Ein lokales Backup bei Signal lässt sich über folgenden Pfad erstellen:  Menü (drei Punkte rechts oben in der App) > Einstellungen > Unterhaltungen und Medieninhalte  > Unterhaltungen sichern.

Signal: Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats, Gruppenchats, Audio- und Videotelefonie
  • Offener Quellcode (Open Source)
  • Speichert keine Metadaten
  • Auf Android auch ohne Google-Konto nutzbar
  • Verschlüsselte lokale Backups
  • Auto-Zerstörungs-Timer für Nachrichten
  • Kostenlos

 

Negativ:

  • Nur mit Zugriff auf Adressbuch komfortabel nutzbar
  • Telefonnummer für Nutzung nötig
  • Download über F-Droid nicht möglich

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