Ratgeber

Video-Chat Zoom kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.04.2020, bearbeitet am02.06.2020
Bild: CC0

Mit Beginn der Corona-Epidemie sprangen die Nutzer*innenzahlen beim Video-Chat Zoom von zehn auf 200 Millionen. Doch der Dienst steht wegen Problemen bei Sicherheit und Datenschutz in der Kritik. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Vorteile: In der kostenlosen Variante bietet Zoom Video-Gruppenchats mit bis zu 100 Personen und einer Gesprächsdauer von bis zu 40 Minuten. Zoom ist bekannt für seine gute Qualität, auch bei schwacher Verbindung.

Nachteile: Mit dem plötzlichen Erfolg des Dienstes wurden auch etliche Sicherheits- und Datenschutzprobleme bekannt: So kann jede*r einen Meeting-Raum betreten, der die ID errät. Es gibt orchestrierte Versuche, solche Meeting-Raum-IDs zu knacken und in Konferenzen einzudringen ("Zoom-Bombing"). Aber: Mit einem Passwort kann man seinen Chatraum davor schützen. Zoom hat inzwischen zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um unerwünschte Teilnehmer*innen aus Konferenzen fern zu halten. So sind Chaträume mittlerweile standardmäßig mit einem Passwort versehen.

Bis ende März 2020 setzte Zoom das Facebook-SDK in seiner Software ein, ohne Nutzer*innen darüber zu informieren. Nach heftiger Kritik verzichtete der Dienst auf den Facebook-Baustein. Besonders unglücklich: Der Dienst behauptete selber, dass die Video-Telefonie Ende-zu-Ende-verschlüsselt sei. Wie das Onlinemedium "The Intercept" aufdeckte, entspricht das nicht der Wahrheit.

Auch in Sachen Sicherheit hat der Dienst eine durchwachsene Geschichte: 2019 wurde eine massive Sicherheitslücke bekannt, die es Angreifer*innen ermöglichte, die Kameras von Teilnehmer*innen zu kapern. Anfang 2020 sorgte ein Fehler dafür, dass bestimmte Teilnehmer die Kontaktdaten von anderen, ihnen völlig fremden Nutzer*innen, lesen konnten.

Man muss dem Dienst zugute halten, dass er schnell und ehrlich auf alle genannten Probleme reagiert und die Sicherheitslücken behoben hat. Neben der Ankündigung, massiv in Sicherheit und Verschlüsselung zu investieren, hat Zoom im Mai 2020 den Chatdienst "Keybase" gekauft und sich damit ein Entwicklerteam mit Expertise auf genau diesem Feld ins Haus geholt.

Laut Datenschutzerklärung sammelt der Dienst viele Daten von Chattenden, zum Beispiel die Namen, Städte, Gesprächsdauer sowie Einstellungen und eindeutige Geräte-IDs aller Teilnehmer*innen für jedes einzelne Meeting. Inhalte aus der Kommunikation werden nicht gespeichert.

Tracker in der Android-App: Google Firebase Analytics. Quelle: Exodus Privacy.

Fazit: Es gibt etliche Dienste mit einer besseren Bilanz bei Privatsphäre und Sicherheit.

Hier geht's zurück zu unserer Übersicht: Homeoffice? Beliebte Dienste und Geheimtipps für Video-Chat.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Android Go – aktuelles Android für preisgünstige Geräte

Mit Android Go werden preisgünstige Smartphones sicherer. Die abgespeckte Variante des Betriebssystems Android 8 läuft auf Geräten mit wenig leistungsfähiger Hardware, die vorher meist nur mit veralteten Android-Versionen zu haben waren. Wir erklären die Stärken und Schwächen der Android-Sparversion.

Mehr
YouTube-Video 

App-Berechtigungen beim iPhone

Damit Apps auf bestimmte Daten und Funktionen des iPhones oder iPads zugreifen, brauchen sie zunächst eine Berechtigung. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, diese Berechtigungen zu verwalten.

Ansehen
Schwerpunkt 

Alles rund um App-Berechtigungen

Apps fragen oft nach Zugriffsrechten. Aber was bedeuten die einzelnen Rechte überhaupt? Woher kommen sie? Welche davon kann man einschränken? In den folgenden Artikeln finden Sie Hintergrundinfos und  Tipps zum Umgang mit App-Berechtigungen bei Android und iOS.

Mehr
Ratgeber 

Apps manuell installieren: Keine Angst vor unbekannten Quellen

Die „Installation aus unbekannten Quellen“ bei Android-Geräten bietet Chancen und Gefahren. Obwohl sie standardmäßig deaktiviert sein sollte, ist eine Aktivierung in Ausnahmefällen sinnvoll. Was unbekannte Quellen sind und wie sie sicher genutzt werden können, erklären wir hier.

Mehr