Ratgeber

Soll ich annehmen? Android-App gegen Spam-Anrufe

Ein Artikel von , veröffentlicht am 02.07.2018
Bild: Mister Group s.r.o.

Sie bekommen lästige Anrufe von Werbefirmen Spammern und Robocallern? Die App mit dem Namen „Soll ich annehmen?“ setzt auf den Schwarm: Jeder Nutzer kann Spam-Nummern melden und so die gemeinsame Datenbank ausbauen. Die eigene Nummer oder Adressbücher tastet die App nicht an.

"Soll ich annehmen?" ist eine App, die Anrufe von Spam-Nummern erkennt. Sie dient als Ergänzung zur vorinstallierten Telefon-App, nicht als Ersatz. Anbieter der App ist die tschechische Firma Mister Group s.r.o. (entspricht der GmbH in Deutschland). Die App gibt es für Android im Google Play-Store. Sie ist kostenlos und schaltet keine Werbung - eine absolute Ausnahme auf dem Markt für Telefon-Apps. Dafür gibt es reichlich Möglichkeiten, die Anbieter freiwillig zu unterstützen, indem man "Unterstützer-Apps" kauft. Das sind Apps des Herstellers, die keine Funktion haben, mit deren Kauf man aber den Entwickler finanziell unterstützt und dabei auf die Zahlungsmethoden des Play-Stores zurückgreifen kann.

In den App-Stores gibt es viele Alternativen zur vorinstallierten Telefon-App. Hier geht's zu unserem Hintergrund-Text: Dialer-Apps: Komfort mit Risiken.

Soll ich annehmen? Diskret und gut informiert

Die App macht mustergültig vor, wie man Nutzer ohne ellenlange Datenschutzerklärungen gut und sinnvoll informiert. So kann man bei den eingeforderten Berechtigungen über den Button "Warum?" eine kleine Erklärung erhalten. Jede Datenübertragung wird manuell aktiviert und es ist gut verständlich, was dabei zu welchem Zweck übertragen wird.

Zudem überträgt die App ausgesprochen wenige Daten. Weder die eigene Telefonnummer noch Daten aus dem Adressbuch landen beim Anbieter - auch keine Kennnummern oder andere persönliche Daten.

Als Analysewerkzeug nutzt die App Crashlytics von Google. Dabei wird die eigene Werbe-ID an Crashlytics übermittelt. Verglichen mit anderen Apps ist das ausgesprochen schlank.

Was eine Werbe-ID ist und welchem Zweck sie dient, erklären wir hier.

Sperrlisten und Schwarmintelligenz

Mit der App "Soll ich annehmen?" kann man persönliche Sperrlisten erstellen und auch ausgehende Anrufe sperren. Den eigentlichen Mehrwert gibt es aber durch die "Community-Datenbank" der App. Jeder Nutzer kann unerwünschte, lästige oder betrügerische Nummern an die Datenbank melden. Die Information wird dann allen anderen Nutzern zur Verfügung gestellt.

Gemeldete Rufnummern gehen durch einen Review-Prozess, bevor sie in der Datenbank landen.

Wenn man die entsprechende Funktion aktiviert, gleicht die App eingehende Rufnummern mit der Datenbank ab und stellt Informationen dazu bereit, falls vorhanden. Ist die Nummer in der Datenbank als "Spam" markiert, kann die App sie auch ganz blockieren.

Jeglicher Abgleich mit der Datenbank ist per Voreinstellung ausgeschaltet und muss erst manuell aktiviert werden. Dabei kann man sehr genau einstellen, was man wann und wie blockieren oder bewerten möchte. Kleiner Wermutstropfen: Das macht die App etwas unübersichtlich.

Unsere Tipps

  • Wir empfehlen, die Datenbank zu nutzen: Um Ihre Anrufe automatisch mit der Datenbank abzugleichen, müssen Sie in den Einstellungen die Option "Bewertungen automatisch herunterladen" aktivieren.
  • Datenbank unterstützen: Um selbst Spam-Rufnummern in die Datenbank einzuspeisen, gehen Sie auf "Ihre Bewertungen (Reiter oben)" und lassen den Regler bei "Private Bewertung" links. Dann - und nur dann - wird die betreffende Nummer auf die Datenbank geladen.
  • Beachten Sie, dass Sie persönliche Informationen von Dritten, zum Beispiel Telefonnummern oder Namen, nicht ohne deren Erlaubnis veröffentlichen dürfen.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

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E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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