News vom 25.11.2019

Heimweg-App WayGuard bessert nach

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.11.2019

Im August hatte mobilsicher.de den Heimweg-Begleiter WayGuard des Versicherungskonzerns Axa getestet – mit gutem Ergebnis. Unser damaliger Kritikpunkt: Die App überträgt sofort beim Start Nutzer*innendaten an Facebook. Nun hat der Anbieter nachgebessert.

Wer sich allein auf dunklen Wegen unsicher fühlt, kann eine „Heimweg-App“ nutzen und sich damit virtuell begleiten lassen. Im August hat mobilsicher.de eine Reihe solcher Apps vorgestellt und getestet.

Eine Übersicht finden Sie in unserem Beitrag Heimweg-Apps: Was bringen die digitalen Begleiter?

Bei Funktionalität und Service schnitt dabei die App „WayGuard“ des Versicherungskonzerns Axa am besten ab. Aber: In der App entdeckten wir ein Software-Modul von Facebook, welches bei jedem Start eine Verbindung zu dem US-Konzern aufbaut und eine eindeutige Kennnummer – die Werbe-ID – versendet.

Diese Nummer wurde bereits gesendet, bevor der*die Nutzer*in die Datenschutzerklärung akzeptiert hatte. Facebook kann über die Werbe-ID das jeweilige Facebook-Konto des*der Nutzer*in ermitteln und verwendet diese Informationen für interessenbezogene Werbung.

Wie Facebook auf diesem Weg Nutzungsprofile zusammenstellt, erklären wir im Beitrag Facebooks unsichtbare Datensammlung.

Facebook-Kontakt erst nach Zustimmung

Der Anbieter von WayGuard hat rasch auf unsere Kritik reagiert. Nach einigen technischen Schwierigkeiten brachte Axa im Oktober ein Update heraus. Wie mobilsicher.de in einem erneuten Test bestätigen konnte, baut die App seitdem erst dann eine Verbindung auf, wenn man der Datenschutzerklärung zugestimmt hat. Ohne diese Zustimmung ist die App allerdings nicht nutzbar.

Ganz auf Facebook verzichten wollte Axa leider nicht. Wie das Unternehmen mitteilte, sei man darauf angewiesen, die App auf Facebook und Instagram zu bewerben und die Erfolgsrate dieser Werbung innerhalb der App zu messen. Dazu sei der Facebook-Baustein nötig. Man hoffe, auf diesem Weg aber einen guten Kompromiss für Nutzer*innen gefunden zu haben.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Betrug und Phishing 

Falsche Systemmeldungen als Trick erkennen

Wenn der Akku fast leer, der Speicher voll oder ein Update da ist, schickt das Mobilgerät eine Benachrichtigung. Kriminelle nutzen das aus, indem sie gefälschte Systemmeldungen auf Mobilgeräten platzieren. Solche Betrugsversuche sind zum Glück leicht zu erkennen.

Mehr
Ratgeber 

Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co.

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Datenspuren zu sammeln. Welche Informationen dabei zu wem gelangen, ist für Nutzer meist nicht transparent. Wir zeigen die wichtigsten Tracking-Arten, und wie man sich davor schützen kann.

Mehr
Kostenfallen 

Mit dem Smartphone im EU-Ausland: Welche Kosten können entstehen?

Telefonieren, Surfen und SMS schicken ist im EU-Ausland seit 2017 nicht mehr teurer als in Deutschland. Es gibt allerdings Ausnahmen. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

Mehr
Schadprogramme 

Sicherheitslücke Stagefright

Mit Stagefright sind einige gravierende Sicherheitslücken im Android-Betriebssystem gemeint, die Ende Juni 2015 bekannt wurden. Theoretisch sind durch diese Lücken verschiedene Angriffe möglich. Für neuere Geräte sind Sicherheitsupdates angekündigt.

Mehr