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Hintergrund

Greenwashing-Check: Recycling-Kobalt in Handys

Ein Artikel von Jonas Bickelmann, veröffentlicht am 18.04.2024
Foto: Louis Hansel

Apple präsentiert sich gerne als grüner Handybauer. Wir schauen uns die Details in einer Serie an: diesmal recycelte Rohstoffe.

Stolz verkündete Apple beim iPhone 15, dass erstmals nur Kobalt aus Recycling verwendet werde. So soll verhindert werden, dass es aus Minen kommt, die für Menschen in der D.R. Kongo zur Todesfalle werden.

...das ist nur scheinbar grün:

Die 100 Prozent klingen super. Es ist aber eine irreführende Zahl. Apple erreicht sie, indem es alles recycelte Kobalt rechnerisch nur in die iPhones steckt.

Für die MacBooks oder iPads muss das Unternehmen trotzdem noch Material aus Minen einkaufen.

Außerdem: Handybatterien sind sehr klein. Eine iPhone-Batterie enthält nur etwa sechs Gramm Kobalt. In einer E-Auto-Batterie stecken etwa acht Kilogramm – mehr als tausendmal so viel. Wie viel Minenarbeit Apple damit einspart, ist also recht fraglich.

Übrigens: Aus alten Handys kommt das recycelte Kobalt eher nicht. Weil Handys so kompakt sind, ist das Recycling schwierig. Gold oder Kupfer werden normalerweise zurückgewonnen - Kobalt fast nie.

Übrigens kann man Batterien auch ohne Kobalt konstruieren, wie es etwa Tesla bereits tut, so ein CNN-Bericht.

...das ist schon mal bessser als bei der Konkurrenz:

Apple will bis 2025 alle Batterien in seinen Geräten mit recyceltem Kobalt bauen. Insofern ist die Konzentration auf iPhones nicht bloß ein Symbol.

Auf diese Greenwashing-Warnzeichen solltet ihr achten

  • Auf was beziehen sich Prozentwerte?
  • Wie viel macht die Bezugsgröße im Vergleich aus?
  • Taugt eine kleine Veränderung als Muster oder Anfang für große?

 

➜ Weiter zum nächsten Punkt: Software und Umweltschutz.

 

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