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Ratgeber: Browser Chrome richtig einstellen (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.05.2016, bearbeitet am15.09.2023

Der Browser Chrome von Google ist auf den meisten Android-Geräten vorinstalliert. Er ist benutzerfreundlich, schützt die Privatsphäre aber nur eingeschränkt. Mit diesen Einstellungen kann man das Datenschutzniveau zumindest etwas verbessern.

Anmeldung bei Chrome

Beim ersten Öffnen fragt Chrome, ob du mit deinem Google-Konto weitermachen willst. Unter dem Button gibt es auch die Option "Ohne Konto verwenden".

Wenn du dich mit deinem Google-Konto anmeldest, wirst du als nächstes gefragt, ob du die Browser-Daten mit dem Google-Konto synchronisieren willst. Passwörter, Lesezeichen und offene Tabs werden dann im Konto hinterlegt.

Vorteil: Wenn du noch ein anderes Gerät nutzt, das mit demselben Google-Konto verknüpft ist, kannst du "dort weitersurfen", wo du auf dem anderen Gerät aufgehört hast.

Nachteil: Google analysiert dein Surfverhalten und verwendet diese Analysen für eigene Zwecke. Du kannst zwar einstellen, dass Google dir keine Empfehlungen aufgrund dieser Daten anzeigt. Der Konzern analysiet die Daten aber trotzdem, zum Beispiel um seine Dienste so anzupassen, dass Nutzer*innen noch effektiver auf der Plattform gehalten und zum Konsum angeregt werden.

Wenn du das nicht willst, dann verwende Chrome einfach ohne Anmeldung.

So meldest du dich von Chrome ab, wenn du dich vorher angemeldet hast:

  1. Chrome öffnen, auf die drei kleinen Punkte oben rechts tippen und Einstellungen wählen.
  2. Tippe dann auf das Symbol mit deinen Initialen (wenn du ein Profilbild hinterlegt hast, wird dieses dort angezeigt).
  3. Wähle "Abmelden und Synchronisierung abschalten".

Weitere Funktionen zum Datenschutz bei Werbung

Eventuell erscheint ein Pop-up mit dem kryptischen Hinweis: "Weitere Funktionen zum Datenschutz bei Werbung jetzt Verfügbar". Eine hervorragende Erklärung, was es mit der Meldung auf sich hat, findet ihr in diesem Text auf Spiegel Online.

Zusammengefasst: Google testet hier eine Technologie, mit der personalisierte Werbung ohne Cookies ausgespielt werden kann. Es handelt sich dabei weder um einen Trackingschutz noch um einen Werbeblocker. Ob sich die Technologie durchsetzt und ob sie wirklich eine Verbesserung der Privatsphäre für Nutzer*innen bedeutet oder hauptsächlich das Werbe- und Datenmonopol von Google zementiert, ist umstritten.

Unserer Einschätzung nach bringt es aktuell keinen Vorteil (aber auch keinen Nachteil), die Funktion zu aktivieren.

Google-Dienste

Tippe in den Einstellungen von Chrome auf den Punkt, "Google-Dienste".

Anmeldung in Chrome zulassen: Wenn ihr hier den Schieberegler auf "Aus" stellt, werdet ihr nicht ständig aufgefordert, euch mit dem Google-Konto anzumelden.

Suchanfragen und das surfen verbessern: Wenn du diese Funktion aktivierst, schickt Chrome die Adressen von allen Webseiten, die du öffnest, an Google. Wir empfehlen, diese Funktion auszuschalten.

Suchvorschläge verbessern: Ist diese Funktion aktiv, wird alles, was du ins Suchfeld eintippst, sowie einige Cookies an die eingestellte Standardsuchmaschine gesendet – auch wenn du noch nicht auf „Suchen“ getippt hast. Wenn du Google als Suchmaschine nutzt, gehen diese Daten zur Analyse an Google.

Zum Suchen tippen: Ist diese Funktion aktiviert, werden alle Wörter, die du auf einer Webseite antippst an die Suchmaschine von Google gesendet.

Suchmaschine wählen

Wenn man etwas in die Adresszeile des Browsers eintippt, sendet Chrome den Text an die voreingestellte Suchmaschine. Welche das ist, kann man bei Chrome selbst einstellen.

Es stehen vier Suchmaschinen zur Auswahl: Google, Bing, Yahoo!, DuckDuckGo und Ecosia. Voreingestellt ist - wenig überraschend - die Suchmaschine von Google. So kannst du die Einstellung ändern:

  1. Tippe in Chrome auf die drei Punkte oben rechts.
  2. Navigiere zu "Einstellungen > Suchmaschine".
  3. Wir empfehlen die Suchmaschine DuckDuckGo, da diese die Sucheingaben nicht zur Profilbildung nutzt. Auch Ecosia ist in dieser Hinsicht in Ordnung.

Wenn du eine Suchmaschine nutzen willst, die hier nicht zur Auswahl steht, kannst du diese zum Auswahlmenü hinzufügen. Ruf die Suchmaschine in Chrome auf und gib einen beliebigen Suchbegriff ein. Anschließend erscheint in der Liste der Suchmaschinen eine neue Suchmaschine unter "Kürzlich besucht".

Ausnahme: Die Suchmaschine Startpage lässt sich auf diese Weise nicht hinzufügen, weil sie von Google blockiert wird. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Startpage als datenschutzfreundliche Alternative auf die Google-Suche aufsetzt.

Was Suchmaschinen alles über uns erfahren, worauf man bei der Auswahl achten sollte und welche Alternativen zu Google es gibt, erklären wir im hier: Suchmaschinen: Die fünf besten Alternativen zu Google.

Startseite einrichten

Falls du Startpage dennoch nutzen möchtest, kannst du die Webadresse www.startpage.com direkt in den Browser eintippen. Noch einfacher: Du fügst die Seite als Startseite zu Chrome hinzu. So geht es:

  1. Tippe in Chrome auf die drei Punkte oben rechts.
  2. Navigiere zu "Einstellungen > Startseite"
  3. Schiebe den Schieberegler auf „An“ und setze den Punkt bei "Benutzerdefinierte Webadresse eingeben". Trage dort www.startpage.com ein.
  4. Um beim Surfen mit Chrome auf die Startseite zu gelangen, tippen auf das Haus-Symbol in der oberen linken Ecke.

Zahlungsmethoden

Voreingestellt ist, dass einmal angegebene Zahlungsinformationen im Browser gespeichert und beim nächsten Mal automatisch eingefügt werden.

Auch wenn diese Funktion Vorteile hat – wer dem Grundsatz der Datensparsamkeit folgen will, kann sie über den Pfad "Einstellungen > Zahlungsmethoden“ erreichen und ausschalten.

Adressen

Voreingestellt ist, dass einmal angegebene Informationen wie Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Anschriften im Browser gespeichert und beim nächsten Mal automatisch eingefügt werden.

Auch wenn diese Funktion Vorteile hat – wer dem Grundsatz der Datensparsamkeit folgen will, kann sie über den Pfad "Einstellungen > Adressen“ erreichen und ausschalten.

Passwörter speichern

Chrome fragt standardmäßig, ob Passwörter gespeichert werden sollen, die du beim Surfen eingibst. Inzwischen ist das Sicherheitsniveau dieses eingebauten Passwort-Managers akzeptabel: Um die gespeicherten Passwörter im Klartext zu sehen, muss man den Code für die Displaysperre eingeben, mit der das Gerät geschützt ist.

Ist keine Displaysperre eingerichtet, zeigt Chrome auch keine Passwörter an. Wenn du in Chrome angemeldet bist, werden deine Passwörter verschlüsselt auf Googles Servern gespeichert.

Gerade auf dem Handy empfiehlt sich aber ein externer Passwort-Manager, mit dem du auch Passwörter von Apps verwalten kannst. Dann solltest du die Passwortspeicherung in Chrome deaktivieren:

  1. Tippe in Chrome auf die drei Punkte oben rechts.
  2. Navigiere zu "Einstellungen > Passwortmanager" und ziehe den Schieberegler bei "Passwörter speichern" auf "Aus".
Wie Passwortmanager funktionieren, erklären wir im Video: Was können Passwortmanager?

Datenschutzeinstellungen

Hier erklären wir die wichtigsten Punkte, die unter "Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit" zu finden sind (Auswahl).

Browserdaten löschen: In Chrome kann man nicht einstellen, dass Browserdaten wie Surfverlauf, Cache (deutsch: Zwischenspeicher) oder Cookies beim Beenden der App automatisch gelöscht werden.

Viele dieser Browserdaten können beim Surfen von Datensammlern abgefragt werden. Es ist daher empfehlenswert, die Browserdaten regelmäßig zu löschen. Öffne dazu in den Einstellungen den Menüpunkt „Datenschutz und Sicherheit“ und tippe auf „Browserdaten löschen“. Unsinniger weise ist als Zeitraum die letzte Stunde voreingestellt - wähle hier "Gesamte Zeit". Tippe dann auf den Reiter "Erweitert" und setze die Haken nach Bedarf. Sensible Daten befinden sich vor allem bei den Punkten:

  • Browserverlauf
  • Cookies und Websitedaten
  • Autofil-Formulardaten

Hinweis: Vor allem, wenn du Bilder aus dem Cache löschst, kann es sein, dass die Webseiten beim nächsten Aufruf langsamer laden.

Drittanbieter-Cookies: 

Wir empfehlen die Option "Drittanbieter-Cookies blockieren" zu wählen. Die allermeisten Webseiten funktionieren dann trotzdem noch. Cookies nur im Inkognito-Modus zu blockieren, macht eigentlich keinen Sinn.

Bereits gespeicherte Tracking-Cookies auf dem Gerät ermöglichen weiterhin die Identifizierung und Aktivitätenverfolgung im Netz. Um diese zu entfernen, musst du einmal die Cookies aus den Browserdaten löschen (siehe oben).

Wie das Tracking mit Cookies funktioniert, erfahren Sie im Beitrag Tracking im Internet: Cookies, Cache und Co.

Do not track: Diese Funktion informiert Webseiten darüber, dass man nicht getrackt werden möchte. Webseiten müssen sich daran jedoch nicht halten und tun es oft auch nicht. Ein Tracking-Blocker wäre hier effektiver, ist aber für Chrome nicht verfügbar. Dennoch ist es besser als nichts, diese Funktion zu aktivieren.

Seiten vorab laden: Hierbei lädt Chrome bestimmte Seiten vor, noch bevor man sie angetippt hat. Wenn du zum Beispiel auf einer Webseite surfst und dort ist ein Link eingebettet, dann kann die Seite hinter diesem Link schon mal vorgeladen werden. Tippst du dann auf den Link, kann die Zielseite schneller aufgebaut werden.

Nachteil: Browserinformationen und deine IP-Adresse werden dabei an die betreffende Webseite übermittelt, auch wenn du sie gar nicht aufrufst. Zudem verbrauchst du damit mehr Datenvolumen. Wir empfehlen, die Funktion zu deaktivieren.

Safe Browsing: Standardmäßig ist die Funktion „Safe Browsing“ aktiv. Diese Option kann vor Betrugsversuchen (Phishing) schützen, die über Webseiten im Internet verbreitet werden. Auch heruntergeladene Dateien werden auf Schädlichkeit überprüft.

Safe Browsing ist so konzipiert, dass Google keine Informationen darüber erhält, welche Seiten du aufgerufen hast. Anfragen werden laut Google nicht mit dem Google-Konto verknüpft und gespeicherte IP-Adressen nach zwei Wochen wieder gelöscht. Auch der alternative Browser Firefox greift auf Googles Safe-Browsing-Dienst zurück. Wir empfehlen, diesen Browsing-Schutz zu benutzen.

Immer sichere Verbindungen verwenden: Wenn du eine Internetadresse aufrufst, die mit „http“ beginnt, werden die Daten zwischen deinem Browser und dem Webserver unverschlüsselt versendet. Beginnt die Adresse mit „https“, werden die Daten verschlüsselt übermittelt. Webseiten ohne https sollte es eigentlich gar nicht mehr geben, die Verschlüsselung gehört zum absoluten Mindeststandard. Es gibt sie aber noch vereinzelt und einige Webseiten bieten die "sichere" Variante nur an, wenn der Browser dies explizit einfordert.

Wenn du diese Funktion aktivierst, sorgst du dafür, dass jede Webseite auf jeden Fall die sichere Variante benutzt und ansonsten blockiert wird. Wir empfehlen ausdrücklich, diese Einstellung zu aktivieren.

Auf Zahlungsmethode zugreifen: Übermittelt Webseiten die Information, welche Zahlungswege Sie nutzen, beispielsweise Paypal. Auch wenn Sie die Funktion abwählen, können Sie noch mit Ihren gewohnten Zahlmitteln bezahlen.

 

Webseiten-Einstellungen

Unter „Einstellungen > Website-Einstellungen" kannst du einstellen, welche Informationen aufgerufene Webseiten erhalten dürfen.

 

Berechtigungen : Hier kannst du einstellen, ob Webseiten zum Beispiel auf deinen Standort, auf Kamera, Mikrofon oder andere Funktionen und Sensoren zugreifen dürfen. Wir empfehlen, die Voreinstellung "zuerst nachfragen" beizubehalten.

Inhalte: Unter dieser Kategorie kannst du bestimmte Inhalte blockieren. Wir geben hier eine Einschätzung zu den wichtigsten Punkten (Auswahl):

JavaScript: JavaScript ist ein beliebtes Einfallstor für Schadprogramme. Daher empfehlen wir, JavaScript zu blockieren. Manche Webseiten funktionieren dann möglicherweise nicht mehr. Handelt es sich um eine vertrauenswürdige Seite, kannst du für diese eine Ausnahme hinzufügen.

Pop-ups und Weiterleitungen: Wir empfehlen, Pop-ups und Weiterleitungen zu blockieren.

Werbung: Chrome bietet an, besonders aufdringliche Werbung zu blockieren. Dies ist aber keineswegs mit einem vollwertigen Werbeblocker zu verwechseln. Tracking wird dadurch nicht verhindert.

Was fehlt: Erweiterungen und Werbeblocker

Bei Chrome für den Computer kann man zahlreiche Erweiterungen, sogenannte Add-ons installieren. Viele dieser Erweiterungen schützen die Privatsphäre, wie zum Beispiel die Erweiterung „AdBlock", um Werbung zu blockieren.

Bei Chrome für Mobilgeräte gibt es derzeit keine solchen Erweiterungen. Vora llem einen effektiven Schutz gegen unerwünschtes  Werbetracking gibt es daher nicht.

Aus diesem Grund empfehlen stattdessen den vollwertigen und quelloffenen Browser Firefox von der Mozilla-Stiftung.

Mitarbeit: Daniela Knoll

 

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