Browser und Suchmaschinen

Ratgeber: Browser Chrome richtig einstellen (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.05.2016, bearbeitet am16.05.2019

Der Browser Chrome von Google ist auf den meisten Android-Geräten vorinstalliert. Er ist zwar benutzerfreundlich, aber schützt die Privatsphäre nur eingeschränkt. Mit diesen Einstellungen können Sie das Datenschutzniveau verbessern.

Privat: Chrome ohne Anmeldung nutzen

Beim ersten Öffnen fragt Chrome, ob Sie sich anmelden möchten. Wenn Sie angemeldet sind, legt der Browser viele Informationen über Ihr Surfverhalten in Ihrem Google-Konto ab: Welche Webseiten Sie geöffnet haben, welche Lesezeichen Sie gesetzt und welche Passwörter Sie gespeichert haben.

Der Vorteil: Wenn Sie noch ein anderes Gerät nutzen, das mit demselben Google-Konto verknüpft ist, synchronisieren sich zum Beispiel die Lesezeichen und Passwörter auf beiden Geräten. Der Nachteil: Google bildet aus Ihren Daten ein detailliertes Profil. Wenn Sie das nicht wollen, nutzen Sie Chrome einfach ohne Anmeldung.

So melden Sie sich von Chrome ab, wenn Sie sich vorher angemeldet haben:

  1. Öffnen Sie Chrome und tippen Sie auf das runde Symbol oben rechts, mit dem Anfangsbuchstaben Ihres Google-Konto-Namens (wenn Sie ein Profilbild hinterlegt haben, wird dieses dort angezeigt).
  2. Tippen Sie auf den Button "Abmelden".

Suchmaschine: Es muss nicht Google sein

Wenn man etwas in die Adresszeile des Browsers eintippt, sendet Chrome den Text an die voreingestellte Suchmaschine. Welche das ist, kann man bei Chrome selbst einstellen. Es stehen vier Suchmaschinen zur Auswahl: Google, Bing, Yahoo! und DuckDuckGo. Voreingestellt ist - wenig überraschend - die Suchmaschine "Google". So ändern Sie die Einstellung:

  1. Öffnen Sie das Menü in der Chrome-App (drei Punkte oben rechts)
  2. Navigieren Sie zu "Einstellungen > Suchmaschine".
  3. Wir empfehlen die Suchmaschine "DuckDuckGo", da diese die Sucheingaben nicht zur Profilbildung nutzt.

Wenn Sie eine Suchmaschine nutzen wollen, die nicht zur Auswahl steht, können Sie diese zum Auswahlmenü hinzufügen. Dazu rufen Sie die Suchmaschine auf und geben einen beliebigen Suchbegriff ein. Anschließend erscheint in der Liste der Suchmaschinen eine neue Suchmaschine unter "Kürzlich besucht".

Ausnahme: Die Suchmaschine StartPage können Sie auf diese Weise nicht hinzufügen, weil sie von Google blockiert wird. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass StartPage als datenschutzfreundliche Alternative auf die Google-Suche aufsetzt.

Was Suchmaschinen alles über uns erfahren, worauf man bei der Auswahl achten sollte und welche Alternativen zu Google es gibt, erklären wir im hier: Suchmaschinen: Die fünf besten Alternativen zu Google.

Startseite einrichten

Falls Sie StartPage dennoch nutzen möchten, können Sie die Webseite der jeweiligen Suchmaschine direkt in den Browser eintippen. Damit Sie die URL der Suchmaschine nicht jedes Mal neu eintippen müssen, können Sie die Seite als Startseite zu Chrome hinzufügen. So richten Sie eine feste Startseite ein:

  1. Öffnen Sie das Menü (drei Punkte oben rechts)
  2. Navigieren Sie zu "Einstellungen > Startseite“
  3. Schieben Sie den Schieberegler auf „An“ und tippen auf die voreingestellte Adresse. Nun können Sie die Adresse bearbeiten und zum Beispiel www.startpage.com eingeben.
  4. Um beim Surfen mit Chrome auf die Startseite zu gelangen, tippen Sie auf das Haus-Symbol in der oberen linken Ecke.

AutoFill: Automatische Formularhilfen

Die Chrome-Funktion „AutoFill-Formulare“ hilft dabei, Online-Formulare, die Name, Adresse, Telefonnummer und andere personenbezogene Daten abfragen, automatisch auszufüllen.

Google sammelt bei aktivierter AutoFill-Funktion Informationen über besuchte Webseiten, die Formularfelder enthalten. Was Sie in die Formulare eintippen, wird nicht übertragen.

Auch wenn diese Funktion viele Vorteile hat – wer dem Grundsatz der Datensparsamkeit folgen will, kann die Funktion über den Pfad "Einstellungen > AutoFill-Einstellungen“ erreichen und ausschalten.

Passwörter speichern

Chrome fragt standardmäßig, ob Passwörter gespeichert werden sollen, die Sie beim Surfen eingeben. Inzwischen ist das Sicherheitsniveau dieses eingebauten Passwort-Managers akzeptabel: Um die gespeicherten Passwörter im Klartext zu sehen, muss man den Code für die Displaysperre eingeben, mit der das Gerät geschützt ist. Ist keine Displaysperre eingerichtet, zeigt Chrome auch keine Passwörter an.

Wenn Sie in Chrome angemeldet sind, werden Ihre Passwörter verschlüsselt auf Googles Servern gespeichert. Um sie anzusehen, müssen Sie das Passwort Ihres Google-Accounts eingeben.

Gerade auf dem Handy empfiehlt sich aber ein externer Passwort-Manager, mit dem Sie auch Passwörter von Apps verwalten können. Dann sollten Sie die Passwortspeicherung in Chrome deaktivieren:

  1. Öffnen Sie das Menü der App (drei Punkte oben rechts).
  2. Navigieren Sie zu "Einstellungen > Passwörter" speichern“ und ziehen den Schieberegler auf "Aus".
Wie Passwortmanager funktionieren und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erklären wir im Beitrag Passwort-Manager richtig nutzen.

Datenschutzeinstellungen

Hier erklären wir die wichtigsten Punkte, die unter "Einstellungen > Datenschutz" zu finden sind (Auswahl).

Vorschläge bei Navigationsfehlern Diese Funktion versucht, fehlerhafte Adresseingaben zu korrigieren. Sie ist ähnlich wie „Safe Browsing“ so konzipiert, dass Google keine Information darüber erhält, welche Webseiten Sie aufgerufen haben. Die Funktion ist aus unserer Sicht unkritisch.

Suche- und URL-Vorschläge Ist diese Funktion aktiv, wird alles, was Sie ins Suchfeld eintippen, an die eingestellte Standardsuchmaschine gesendet – auch wenn Sie noch nicht auf „Suchen“ getippt haben. Wir empfehlen, diese Funktion zu deaktivieren, wenn Sie Google als Suchmaschine nutzen, da sie ansonsten zur Profilbildung genutzt wird.

Safe Browsing Standardmäßig ist die Funktion „Safe Browsing“ aktiv. Diese Option kann Sie vor Schadprogrammen und Betrugsversuchen (Phishing) schützen, die über Webseiten im Internet verbreitet werden. Auch heruntergeladene Dateien werden auf Schädlichkeit überprüft.

Safe Browsing ist so konzipiert, dass Google keine Informationen darüber erhält, welche Seiten Sie aufgerufen haben. Anfragen werden laut Google nicht mit dem Google-Konto verknüpft und gespeicherte IP-Adressen nach zwei Wochen wieder gelöscht. Auch der alternative Browser Firefox greift auf Googles Safe-Browsing-Dienst zurück. Wir empfehlen, diesen Browsing-Schutz zu benutzen.

Vervollständigungen für Seiten verwenden Hierbei lädt Chrome bestimmte Seiten vor, noch bevor man sie angetippt hat. Wenn Sie zum Beispiel auf einer Webseite surfen und dort ist ein Link eingebettet, dann kann die Seite hinter diesem Link schon mal vorgeladen werden. Tippen Sie dann auf den Link, kann die Zielseite schneller aufgebaut werden.

Der Nachteil: Browserinformationen und Ihre IP-Adresse werden dabei an die betreffende Webseite übermittelt, auch wenn Sie diese gar nicht aufrufen. Zudem benötigen Sie mehr Datenvolumen. Wir empfehlen, die Funktion zu deaktivieren.

Do not track Diese Funktion informiert Webseiten darüber, dass man nicht getrackt werden möchte. Webseiten müssen sich daran jedoch nicht halten und tun es oft auch nicht. Ein Tracking-Blocker wäre hier effektiver, ist aber für Chrome leider nicht verfügbar. Dennoch ist es besser als nichts, diese Funktion zu aktivieren.

Zum Suchen tippen Ist diese Funktion aktiviert, werden alle Wörter, die Sie auf einer Webseite antippen sowie der umgebende Text an die Suchmaschine von Google gesendet. Sofern Sie in Chrome angemeldet sind, wird auch die Adresse der besuchten Webseite an Google übermittelt und protokolliert.

Browserdaten löschen In Chrome kann man nicht einstellen, dass Browserdaten wie Surfverlauf, Cache (deutsch: Zwischenspeicher) oder Cookies beim Beenden der App automatisch gelöscht werden.

Viele dieser Browserdaten können beim Surfen von Datensammlern abgefragt werden. Es ist daher empfehlenswert, die Browserdaten regelmäßig zu löschen. Öffnen Sie dazu in den Einstellungen den Menüpunkt „Datenschutz“ und scrollen Sie bis ganz nach unten. Tippen Sie auf den blauen Button „Browserdaten löschen“. Die Voreinstellung können Sie in der Regel übernehmen.

Website-Einstellungen: Cookies, Ortsdaten und Co.

Unter dem Punkt "Website-Einstellungen" können Sie einstellen, welche Informationen aufgerufene Webseiten von Ihnen erhalten dürfen. Sie finden den Punkt unter „Einstellungen > Website-Einstellungen". Wir erläutern die wichtigsten Punkte und geben Empfehlungen.

Cookies Wenn Sie auf diesen Punkt tippen, sehen Sie zwei Auswahlmöglichkeiten:

  • Cookies: In der Voreinstellung (Schieberegler rechts) sind alle Arten von Cookies erlaubt. Damit die meisten Webseiten weiterhin funktionieren, sollten Sie diese Option aktiviert lassen.
  • Drittanbieter-Cookies blockieren: Firmen können eigene Webinhalte auf fremden Seiten einbinden und darüber Cookies an die Webseiten-Besucher*innen verteilen. Häufig zeichnen diese Drittanbieter-Cookies Ihre Aktivitäten im Netz auf. Um dies zu verhindern, sollten Sie den Haken bei "Drittanbieter-Cookies blockieren" setzen. Die meisten Seiten funktionieren trotzdem.

Bereits gespeicherte Tracking-Cookies auf dem Gerät ermöglichen weiterhin die Identifizierung und Aktivitätenverfolgung im Netz. Um diese von Ihrem Gerät zu entfernen, löschen Sie die Cookies aus den Browserdaten (vorheriger Punkt).

Wie das Tracking mit Cookies funktioniert und welche anderen Methoden es noch gibt, erfahren Sie im Beitrag Tracking im Internet: Cookies, Cache und Co.

Ort, Kamera, Mikrofon Hier können Sie einstellen, ob Webseiten Ihren Standort sehen und auf Kamera und Mikrofon zugreifen dürfen. Wir empfehlen, alle drei Optionen zu deaktivieren.

JavaScript JavaScript ist ein beliebtes Einfallstor für Schadprogramme. Daher empfehlen wir, JavaScript zu blockieren. Denken Sie aber daran, dass viele Webseiten dann möglicherweise nicht mehr funktionieren. Handelt es sich um eine vertrauenswürdige Seiten, können Sie für diese eine Ausnahme hinzufügen.

Pop-ups und Weiterleitungen Wir empfehlen, Pop-ups  und Weiterleitungen zu blockieren.

Werbung Chrome bietet an, besonders aufdringliche Werbung zu blockieren. Dies ist aber keineswegs mit einem vollwertigen Werbeblocker zu verwechseln. Tracking wird dadurch nicht verhindert.

Was fehlt: Erweiterungen und Werbeblocker

Bei Chrome für den PC oder Laptop kann man zahlreiche Erweiterungen, sogenannte Add-ons oder Plug-ins, installieren. Viele dieser Erweiterungen schützen die Privatsphäre, wie zum Beispiel die Erweiterung „AdBlock", um Werbung zu blockieren.

Bei Chrome für Mobilgeräte gibt es derzeit keine solchen Erweiterungen. Einen effektiven Schutz gegen unerwünschte Werbung, gegen Tracking oder zum Erzwingen von verschlüsselten Verbindungen („https everywhere“) gibt es daher nicht.

Aus diesem Grund empfehlen wir generell den vollwertigen und quelloffenen Browser Firefox von Mozilla.

Wie sie Mozilla Firefox einrichten, erklären wir hier: Firefox für Android konfigurieren.

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