Ratgeber

Google Chrome konfigurieren (Android)

Inkognito

Wer Googles Browser „Chrome“ in der mobilen Variante benutzt, wird einige datenschutzrelevante Voreinstellungen vermissen. Wir erklären, mit welchen App-Einstellungen man in Chrome ein akzeptables Maß an Datenschutz und Privatsphäre wiederherstellen kann.

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Chrome · Datenschutz · Inkognito-Modus · Surfen · Tracking
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Chrome ist auf den meisten Android-Geräten bereits vorinstalliert. Die Voreinstellungen des mobilen Browsers sind zwar benutzerfreundlich, aber schützen die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer nur eingeschränkt. Wer die Chrome-App dennoch nutzen will, kann mit wenigen Veränderungen das persönliche Datenschutzniveau beim Surfen erhöhen.

Inkognitomodus nutzen

Im Standardmodus sammelt Chrome viele Nutzerdaten und sendet sie an Google. Bei Chrome für den PC oder Laptop kann man zahlreiche Erweiterungen, sogenannte Add-ons oder Plug-ins, installieren. Viele dieser Erweiterungen schützen die Privatsphäre. Zum Beispiel „AdBlock“, um Werbung zu blockieren. Bei Chrome für das Mobilgerät gibt es derzeit keine solchen Erweiterungen.

Datenschutzfreundlicher ist daher der Inkognitomodus von Chrome. In diesem Modus wird keine Surf- oder Download-Historie angelegt, Cookies werden blockiert, Passwörter oder Bilder von besuchten Webseiten werden nicht gespeichert.

Inkognitomodus starten

Tippen Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke und wählen Sie den Menüpunkt „Neuer Inkognito-Tab“ aus. Es öffnet sich ein leeres Inkognito-Browser-Fenster. Manche Webseiten funktionieren in diesem Modus nur eingeschränkt. Für diesen Fall kann man aus dem Inkognitomodus komfortabel in den Standardmodus wechseln.

In den Standardmodus wechseln

Tippen Sie aus dem Inkognitomodus heraus auf das rechteckige Zahlen-Symbol, links oben neben den drei Punkten. Am linken Bildschirmrand erscheinen dann die geöffneten Webseiten im Standardmodus. Wenn Sie kein Zahlen-Symbol sehen, tippen Sie rechts oben auf die drei Punkte, und wählen Sie den Punkt Einstellungen aus. Tippen Sie dann auf Tabs und Apps zusammen anzeigen, um diese Option zu deaktivieren.

Zwischen Standard- und Inkognitomodus wechseln

Um zwischen den beiden Konfigurationen hin und her zu wechseln, wischen Sie von links nach rechts oder von rechts nach links, und tippen Sie dann auf den entsprechenden Tab.

Mit dem Inkognitomodus surft man nicht anonym

Es werden aber weniger private Daten an die Webseitenbetreiber gesendet als im Standardmodus. Auch müssen Serviceprovider aufgrund des „Gesetzes zur Speicherpflicht von Verkehrsdaten“  die IP-Adresse, sowie Datum und Uhrzeit des Webseiten-Besuchs für zehn Wochen speichern.

Datenschutz im Standardmodus verbessern

Man kann den Datenschutz im Standardmodus selektiv verbessern. Alle nachfolgenden Optionen sind im Inkognitomodus bereits standardmäßig ausgeschaltet.

1. Chrome nicht mit anderen Geräten synchronisieren

Öffnen Sie das Chrome-Hauptmenü, indem Sie oben rechts auf die drei kleinen Punkte tippen, und wählen Sie anschließend den Menüpunkt „Einstellungen“. Sofern Sie in Chrome angemeldet sind, erscheint als erster Eintrag Ihr Google-Benutzername.

Wenn in den Systemeinstellungen Ihres Android-Gerätes die Konten-Synchronisierung aktiviert ist, legt Chrome Ihr Surfverhalten, Ihre Chronik, Ihre Lesezeichen und Passwörter auf einem Cloud-Server von Google ab, damit Sie mit anderen Geräten darauf zugreifen können. Wenn Sie das nicht wollen, melden Sie sich von Chrome ab. Tippen Sie dazu auf den Benutzernamen und machen Sie den entsprechenden Schalter aus.

2. Cookies von Dritten verbieten

Mit Hilfe von Cookies können Webseiten-Betreiber sich an Sie „erinnern“ oder Sie im Netz „verfolgen“. Wenn Sie auf „Einstellungen > Website-Einstellungen > Cookies“ tippen, haben Sie zwei Auswahlmöglichkeiten:

  • Cookies: In der Voreinstellung (Schieberegler rechts) sind alle Arten von Cookies erlaubt. Aus Datenschutzperspektive zwar nicht optimal. Damit die meisten Webseiten aber weiterhin funktionieren, sollten Sie diese Option aktiviert lassen.
  • Cookies Dritter zulassen: Firmen können eigene Webinhalte auf fremden Seiten einbinden und darüber Cookies an die Webseiten-Besucher verteilen. Häufig zeichnen diese Drittanbieter-Cookies Ihre Aktivitäten im Netz auf. Um dies zu verhindern, können Nutzer den Haken bei „Cookies Dritter zulassen“ entfernen.

Bereits gespeicherte Tracking-Cookies auf dem Gerät ermöglichen weiterhin die Identifizierung und Aktivitätenverfolgung im Netz. Um diese von Ihrem Gerät zu entfernen, löschen Sie die Cookies aus den Browserdaten (nächster Punkt).

3. Browserdaten löschen

Die Chrome-App besitzt derzeit keine Möglichkeit, den Surfverlauf, den Cache (auf Deutsch: Zwischenspeicher), sowie Cookies, Formulardaten und die gespeicherten Passwörter beim Beenden der App automatisch zu löschen.

Viele dieser Browserdaten können beim Surfen von Datensammlern abgefragt werden. Auch steigt dadurch der persönliche Datenverbrauch beim Surfen.

Es ist daher empfehlenswert, die Browserdaten regelmäßig zu löschen. Öffnen Sie dazu in den Einstellungen den Menüpunkt „Datenschutz“ und scrollen Sie bis ganz nach unten. Tippen Sie auf den blauen Button „Browserdaten Löschen“. Die Voreinstellung können Sie in der Regel übernehmen.

4. Standard-Suchmaschine einstellen

Man kann in der Chrome-App nur aus drei vorkonfigurierten Suchmaschinen auswählen: Google, Bing und Yahoo! Deutschland.

Wenn man etwas in die Adresszeile des Browsers eintippt, zum Beispiel eine URL-Adresse oder ein Wort, dann sendet Chrome im Hintergrund den Text an die voreingestellte Suchmaschine. Bei dieser Suchanfrage werden auch die eigene IP-Adresse, sowie einige Cookies, die bereits auf dem Gerät gespeichert sind, an die Suchmaschine übermittelt. Schon während des Tippens bekommt man entsprechende Such- und URL-Vorschläge im Browser angezeigt.

Privatsphäre-Freundliche Suchmaschinen, wie „DuckDuckGo“, „Disconnect Search“ oder „Startpage“ von Ixquick, kann man in der Chrome-App nur benutzen, wenn man die Webseite der jeweiligen Suchmaschine direkt im Browser eintippt. Damit man die URL der Suchmaschine nicht jedesmal neu eintippen muss, kann man die Seite als „Startseite“ zu Chrome hinzufügen. Um beim Surfen mit Chrome auf die Startseite zu gelangen, tippt man auf das Haus-Symbol in der oberen linken Ecke.

5. Zum Suchen tippen

Ist diese Funktion aktiviert, werden alle Wörter, die Sie auf einer Webseite antippen, sowie der umgebende Text, an die Suchmaschine von Google gesendet. Das Suchergebnis bekommt man dann am unteren Bildschirmrand angezeigt. Sofern Sie in Chrome angemeldet sind, wird auch der Link der besuchten Webseite an Google übermittelt und protokolliert.

Wenn Sie Bedenken haben, dass zu viele Browser-Aktivitäten von Google protokolliert werden, nehmen Sie auch hier den Haken raus.

5. Safe Browsing und „unerwünschte Software“

Standardmäßig ist die Funktion „Safe Browsing“ aktiv. Diese Option kann Sie vor Schadprogrammen und Betrugsversuchen (Phishing) schützen, die über Webseiten im Internet verbreitet werden.

Chrome analysiert dabei anhand einer Liste die potenzielle Schädlichkeit der besuchten Webseiten und heruntergeladener Dateien. Die Liste wird von Google zusammengestellt, und dann lokal auf dem Gerät gespeichert. Sie wird regelmäßig aktualisiert. Nach Angaben von Google kann aus den Daten, die für Safe-Browsing an Google übermittelt werden, nicht rekonstruiert werden, welche Webseiten man besucht hat.

Zur Safe Browsing-Funktion gehört auch, dass Chrome das Gerät regelmäßig nach „unerwünschten Programmen“ durchsucht. Google gibt zwar an, Ergebnisse dieser Durchsuchung nur an Google zu senden, wenn ein schädliches Programm oder eine potenziell schädliche Datei gefunden wird.

Dennoch hat Chrome damit sehr weitreichende Befugnisse. Man sollte den Einsatz der Safe Browsing-Funktion daher mit seinem eigenen Bedürfnis nach Privatsphäre abwägen.

Man kann die Safe Browsing-Funktion in den Chrome-Einstellungen deaktivieren. Sie finden die Option im Hauptmenü (auf die drei Punkte tippen) unter „Einstellungen > Datenschutz“. Dort entfernen Sie dann den Haken bei „Safe Browsing“.

6. Automatische Formularhilfen

Die Chrome-Funktion „AutoFill-Formulare“ hilft dabei, Online-Formulare, die Name, Adresse, Telefonnummer und andere personenbezogene Daten abfragen, automatisch auszufüllen.

Auch wenn Sie keine Adressdaten in Chrome hinterlegen, sammelt Google bei aktivierter AutoFill-Funktion Informationen über besuchte Webseiten, die Formularfelder enthalten.

Wer dem Grundsatz der Datensparsamkeit folgen will, kann die Funktion „AutoFill-Formulare“ im Hauptmenü über den Schieberegler ausschalten.

7. Passwörter speichern

Chrome speichert standardmäßig Passwörter, die Sie beim Surfen eingeben. Diese werden nicht mit einem zusätzlichen Master-Passwort geschützt. Wer sich Zugriff auf Ihr Gerät verschafft, kann  sich damit in Ihre Online-Konten einloggen, wenn Sie in Chrome die Login-Passwörter speichern.

Wenn Sie Chrome über die Google-Server synchronisieren, werden Ihre Passwörter verschlüsselt in der Cloud gespeichert. Wie bei allen Cloud-Speichern im Internet besteht das Risiko, dass unbefugte Dritte Kundendaten und Passwörter von diesen Servern stehlen.

In den Einstellungen können Sie die Funktion „Passwörter speichern“ abwählen. Um sich Passwörter nicht merken zu müssen, ist ein Passwort-Manager empfehlenswert.

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