Ratgeber

Handy für Kinder einrichten (Android)

Banana-Phone

Wer seinem Kind ein Smartphone schenken möchte, tut gut daran, es vorher selber zu konfigurieren. So werden die Weichen in Sachen Privatsphäre gleich richtig gestellt. Wir führen Sie durch die wichtigsten Schritte – von den Grundeinstellungen über App-Auswahl bis zum Einrichten verschiedener Nutzerkonten.

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Kinder · Mehrere Nutzer · Nutzerkonto
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Diese Einstellungen und Konfigurationshinweise sollten Sie beachten, wenn Sie Ihrem Kind ein Android-Telefon schenken. Daneben ist der wohl wichtigste Tipp, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben und so ein Bewusstsein für Datenschutz und Privatsphäre zu schaffen.

1. Gerät auswählen

Achten Sie bei der Auswahl des Gerätes darauf, dass eine aktuelle Version des Android-Betriebssystems darauf läuft. Das bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: Dezember 2016) mindestens Android 6.0 (Marshmallow).

2. Zunächst ohne WLAN und SIM-Karte in Betrieb nehmen

So verhindern Sie, dass das Gerät Daten versendet, bevor Sie eingestellt haben, was gesendet werden darf und was nicht. Wenn das Smartphone Sie auffordert, die SIM-Karte einzulegen und sich mit dem WLAN zu verbinden, wählen Sie deshalb „Überspringen“. Folgen Sie ansonsten dem Dialog im Gerät.

3. Einstellungen prüfen

Gehen Sie nun die Einstellungen des Gerätes einmal durch. Tippen Sie dafür auf das Zahnradsymbol auf dem Startbildschirm. Für den Anfang empfehlen wir folgende Einstellungen:

  • Bildschirmsperre: PIN oder Passwort einrichten. Die Mustereingabe gilt nicht als sicher.
  • Standortdienste deaktivieren – unter „Standort“.
  • WLAN so einstellen, dass es im Ruhezustand nicht aktiv ist – unter „WLAN > erweiterte Einstellungen (drei Punkte in der rechten oberen Ecke)“.
  • Bluetooth und NFC deaktivieren unter „Bluetooth“ und „Mehr > NFC“.
  • Falls das Gerät nicht ab Werk verschlüsselt ist, holen Sie diesen Schritt nach unter „Sicherheit > Verschlüsseln.“
  • Zugriffsrechte von Apps einschränken. Auf Kontakte, Standort, Telefon und SMS sollte keine App ohne plausiblen Grund zugreifen dürfen.
  • Vorinstallierte Apps, die Sie nicht brauchen, können Sie auch deinstallieren oder deaktivieren.

4. Benutzerkonto anlegen

Beim ersten Einrichten wird auf dem Gerät das Hauptkonto angelegt, das automatisch den Status „Eigentümer“ hat. Wer mit diesem Konto angemeldet ist, hat die volle Kontrolle über das Gerät. Sie sollten den alleinigen Zugang zu diesem Eigentümer-Konto haben. Sichern Sie den Zugang mit einer PIN, die Ihr Kind nicht kennt.

Legen Sie für Ihr Kind ein eigenes Benutzerkonto an. Die Benutzerverwaltung finden Sie unter „Einstellungen > Benutzer“. Hinweis: Nicht alle Android-Geräte unterstützen diese Funktion – darunter auch alle Samsung-Geräte. In diesem Fall fehlt der Punkt „Benutzer“ im Menü.

Wer auf einem einfachen Benutzerkonto angemeldet ist, kann alle Funktionen des Gerätes verwenden, kann aber nicht die Apps und Daten der anderen Nutzer sehen und keine Nutzerkonten einrichten oder löschen – das kann nur der Eigentümer.

Die erste Amtshandlung nach dem Einrichten des neuen Benutzerkontos sollte sein, dafür eine Bildschirmsperre anzulegen, unter „Einstellungen > Sicherheit > Displaysperre“. Danach müssen Sie für dieses Benutzerkonto leider erneut die Einstellungen überprüfen (siehe Punkt 3) – das Gerät überträgt die Auswahl vom Eigentümer nicht automatisch auf andere Konten.

5. Google-Konto einrichten

Legen Sie nun die SIM-Karte ein und melden Sie sich als Eigentümer an. Verbinden Sie sich gegebenenfalls mit einem WLAN. Verknüpfen Sie ein Google-Konto mit dem Gerät, am besten eines, zu dem Ihr Kind ebenfalls keinen Zugriff hat. Mit diesem Konto ist dann der Google Play-Store des Eigentümers verbunden.

Loggen Sie sich nun in das Nutzerkonto Ihres Kindes ein und verbinden Sie es ebenfalls mit einem Google-Konto. Je nach Alter kann es dasselbe sein wie für den Hauptnutzer, oder aber ein eigenes, zu dem Sie beide oder nur Ihr Kind die Zugangsdaten haben. Der Play-Store für das Konto Ihres Kindes ist dann mit diesem Google-Konto verknüpft.

In der Standardeinstellung speichert Google sehr viele Informationen darüber, was auf dem Gerät gemacht wird. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass zum Beispiel Suchanfragen, Wiedergabeverlauf von Videos bei Youtube und der Aufenthaltsort gespeichert wird. Deaktivieren Sie die Aufzeichnung gegebenenfalls im Google-Konto.

6. Apps installieren

Suchen Sie für Ihr Kind Apps aus, mit denen es altersgerechte Inhalte konsumieren kann und vor Erwachsenen-Inhalten geschützt ist. Setzen Sie je nach Alter auch Filter ein.

Jugendliche werden Sie mit technischen Sperren vermutlich nicht beeindrucken. Sie können Ihnen aber beibringen, das eigene Gerät zu kontrollieren. Zum Beispiel, indem Sie für wichtige Funktionen wie E-Mail, Browser oder Internetsuche Apps installieren, die Nutzer nicht ausspionieren.

7. Kostenfallen vermeiden

Kindern passiert es leicht, dass sie In-App-Käufe tätigen, die sie gar nicht wollen. Den möglichen Schaden begrenzen Sie, indem Sie im Play-Store Ihres Kindes eine Gutscheinkarte hinterlegen, anstatt einer Bankverbindung. Wenn Sie Einkäufe im Play-Store zusätzlich mit einem Passwort sichern, können Sie ungewollte Käufe vermeiden.

Um ungewollten Kosten durch sogenanntes Direct Billing (früher WAP-Billing) oder durch Sonderrufnummern zu verhindern, sollten Sie auch eine Drittanbieter-Sperre einrichten.

8. Verlust und Diebstahl

Einige Kinder sind vergesslich und lassen ihr Gerät häufiger einmal irgendwo liegen. Android-Geräte bieten die Möglichkeit zur Fernortung. Unter „Einstellungen > Googl > Sicherheit“ können Sie die Option „Gerät aus der Ferne orten“ (wird manchmal auch als Remote-Ortung bezeichnet) aktivieren. Die Ortung funktioniert aber nur, wenn die Standortdienste aktiv sind.
Bei dieser Einstellung müssen Sie zwischen Datenschutz und Geräteschutz abwägen, denn bei aktivierter Fernortung weiß auch Google immer, wo Ihr Kind sich aufhält. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Kind und treffen Sie die Entscheidung gemeinsam.

 

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