Ratgeber

Handy für Kinder einrichten (Android)

Banana-Phone

Wer seinem Kind ein Smartphone schenken möchte, tut gut daran, es vorher selbst zu konfigurieren. So werden die Weichen in Sachen Privatsphäre gleich richtig gestellt. Wir führen Sie durch die wichtigsten Schritte – von den Grundeinstellungen über App-Auswahl bis zum Einrichten verschiedener Nutzerkonten.

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Kinder · Mehrere Nutzer · Nutzerkonto
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Diese Einstellungen und Konfigurationshinweise sollten Sie beachten, wenn Sie Ihrem Kind ein Android-Telefon schenken. Daneben ist der wohl wichtigste Tipp, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben und so ein Bewusstsein für Datenschutz und Privatsphäre zu schaffen.

1. Gerät auswählen

Achten Sie bei der Auswahl des Geräts darauf, dass eine aktuelle Version des Android-Betriebssystems darauf installiert ist. Das bedeutet zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: Oktober 2017) Android 8.0 (Oreo).

2. Google-Konto einrichten

Folgen Sie dann dem Konfigurationsdialog. Verbinden Sie sich gegebenenfalls mit einem WLAN. Nun fordert Google Sie auf, ein Google-Konto zu verknüpfen. Wählen Sie dafür nicht das Google-Konto, das Sie selbst aktiv nutzen – vor allem, wenn Sie Ihre Kontakte mit dem Google-Konto synchronisieren oder GMail nutzen. Legen Sie stattdessen ein neues Google-Konto an. Ihr Kind sollte die Zugangsdaten dazu nicht kennen.

Mit diesem Konto ist dann der Google Play-Store des Eigentümers verbunden.

3. Google-Dienste einrichten

Nun fragt Sie Google, ob Sie verschiedene Google-Dienste nutzen wollen. Zum Beispiel die automatische Datensicherung im Google-Konto. Wir empfehlen hier zunächst, alle Optionen abzuwählen. Wenn man im Nachhinein eine benötigt, kann man sie immer noch anschalten.

 

4. Einstellungen prüfen

Gehen Sie nun die Einstellungen des Geräts einmal durch. Tippen Sie dafür auf das Zahnradsymbol auf dem Startbildschirm. Für den Anfang empfehlen wir folgende Einstellungen:

  • Bildschirmsperre: PIN oder Passwort einrichten. Die Mustereingabe gilt nicht als sicher.
  • Standortdienste deaktivieren – unter „Standort“.
  • WLAN so einstellen, dass es im Ruhezustand nicht aktiv ist – unter „WLAN > erweiterte Einstellungen (drei Punkte in der rechten oberen Ecke)“.
  • Bluetooth und NFC deaktivieren unter „Bluetooth“ und „Mehr > NFC“.
  • Falls das Gerät nicht ab Werk verschlüsselt ist, holen Sie diesen Schritt nach unter „Sicherheit > Verschlüsseln.“
  • Zugriffsrechte von Apps einschränken. Auf Kontakte, Standort, Telefon und SMS sollte keine App ohne plausiblen Grund zugreifen dürfen.
  • Vorinstallierte Apps, die Sie nicht brauchen, können Sie auch deinstallieren oder deaktivieren.

5. Google-Einstellungen prüfen

Navigieren Sie zu „Geräteeinstellungen -> Google -> Persönliche Daten & Privatsphäre -> Aktivitätseinstellungen“. In der Standardeinstellung speichert Google hier sehr viele Informationen darüber, was auf dem Gerät gemacht wird. Zum Beispiel Suchanfragen, Wiedergabeverlauf von Videos bei Youtube und der Aufenthaltsort. Enstscheiden Sie für sich, was davon aktiv bleiben soll.

6. Benutzerkonto anlegen

Beim ersten Einrichten wird auf dem Gerät das Hauptkonto angelegt, das automatisch den Status „Eigentümer“ hat. Wer mit diesem Konto angemeldet ist, hat die volle Kontrolle über das Gerät. Sie sollten den alleinigen Zugang zu diesem Eigentümer-Konto haben. Sichern Sie den Zugang mit einer PIN, die Ihr Kind nicht kennt.

Legen Sie nun für Ihr Kind ein eigenes Benutzerkonto an. Die Benutzerverwaltung finden Sie unter „Einstellungen > Benutzer“. Hinweis: Nicht alle Android-Geräte unterstützen diese Funktion – darunter auch alle Samsung-Geräte. In diesem Fall fehlt der Punkt „Benutzer“ im Menü.

Wer auf einem einfachen Benutzerkonto angemeldet ist, kann alle Funktionen des Gerätes verwenden, kann aber nicht die Apps und Daten der anderen Nutzer sehen und keine Nutzerkonten einrichten oder löschen – das kann nur der Eigentümer.

 

7. Google-Konto für Benutzer einrichten und konfigurieren

Loggen Sie sich nun in das Nutzerkonto Ihres Kindes ein. Sie werden als erstes aufgefordert, auch dieses Konto mit einem Google-Account zu verknüpfen. Je nach Alter des Kindes kann es dasselbe sein wie für den Hauptnutzer, oder aber ein eigenes, zu dem nur Ihr Kind die Zugangsdaten hat. Der Play-Store für das Konto Ihres Kindes ist dann mit diesem Google-Konto verknüpft.

Achtung: Wenn Sie das Nutzerkonto des Kindes mit dem selben Konto verbinden wie den Hauptnutzer, dann synchronisieren sich einige Informationen aus dem Hauptkonto automatisch mit dem Kinderkonto, darunter GMail und Kontakte. Wählen Sie deshalb nicht das Konto, in dem Sie Ihre persönlichen GMail-Mails und Ihre Kontakte hinterlegt haben. Alternativ können Sie auch die Synchronisation im Kinderkonto abstellen. Ihr Kind kann diese aber jederzeit wieder anstellen und hat damit Zugriff auf Ihre Mailbox.

8. Benutzerkonto konfigurieren

Die erste Amtshandlung sollte dann sein, für das Kinderkonto eine Bildschirmsperre anzulegen, unter „Einstellungen > Sicherheit > Displaysperre“. Danach müssen Sie für dieses Benutzerkonto leider erneut die Einstellungen überprüfen (siehe Punkt 3 und 4) – das Gerät überträgt die Auswahl vom Eigentümer nicht automatisch auf andere Konten.

Besprechen Sie vor allem Punkt vier mit Ihrem Kind gemeinsam. Es sollte wissen, welche Aktivitäten vom Handy im Google-Konto aufgezeichnet werden und wer diese Aufzeichnungen alles sehen kann.

9. Apps installieren

Suchen Sie für Ihr Kind Apps aus, mit denen es altersgerechte Inhalte konsumieren kann und vor Erwachsenen-Inhalten geschützt ist. Setzen Sie je nach Alter auch Filter ein.

Jugendliche werden Sie mit technischen Sperren vermutlich nicht beeindrucken. Sie können Ihnen aber beibringen, das eigene Gerät zu kontrollieren. Zum Beispiel, indem Sie für wichtige Funktionen wie E-Mail, Browser oder Internetsuche Apps installieren, die Nutzer nicht ausspionieren.

10. Kostenfallen vermeiden

Kindern passiert es leicht, dass sie In-App-Käufe tätigen, die sie gar nicht wollen. Den möglichen Schaden begrenzen Sie, indem Sie im Play-Store Ihres Kindes eine Gutscheinkarte hinterlegen anstatt einer Bankverbindung. Wenn Sie Einkäufe im Play-Store zusätzlich mit einem Passwort sichern, können Sie ungewollte Käufe vermeiden.

Um ungewollten Kosten durch sogenanntes Direct Carrier Billing (früher WAP-Billing) oder durch Sonderrufnummern zu verhindern, sollten Sie auch eine Drittanbieter-Sperre einrichten.

11. Verlust und Diebstahl

Einige Kinder sind vergesslich und lassen ihr Gerät häufig einmal irgendwo liegen. Android-Geräte bieten die Möglichkeit zur Fernortung. Unter „Einstellungen > Google > Sicherheit“ können Sie die Option „Gerät aus der Ferne orten“ (wird manchmal auch als Remote-Ortung bezeichnet) aktivieren. Die Ortung funktioniert aber nur, wenn die Standortdienste aktiv sind.

Bei dieser Einstellung müssen Sie zwischen Datenschutz und Geräteschutz abwägen, denn bei aktivierter Fernortung weiß auch Google immer, wo Ihr Kind sich aufhält. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Kind und treffen Sie die Entscheidung gemeinsam.

 

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