News vom 17.09.2020

Lern-Apps in der Schule: Die große Datenfrage

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.09.2020, bearbeitet am17.09.2020

Die Schule hat begonnen und vielerorts suchen Lehrer*innen geeignete digitale Werkzeuge. Wir haben die Lern-Apps Socrative, Kahoot und Padlet getestet. Nur in einem Fall ist das Datensendeverhalten wirklich akzeptabel, für die anderen beiden haben wir Tipps.

Im neuen Schuljahr läuft in allen Bundesländern unter Auflagen wieder der Präsenzunterricht. Lokale Schulschließungen bei steigenden Covid-19-Infektionszahlen sind weiterhin denkbar, digitale Werkzeuge gefragter denn je.

Vielerorts sind Lehrer*innen auf der Suche nach geeigneten Apps und Online-Diensten, die sie bedenkenlos im Unterricht einsetzen können. Dabei herrscht oftmals große Unsicherheit, vielleicht fehlt auch die Zeit oder Routine, sich mit langen Datenschutzerklärungen auseinanderzusetzen.

Und dort steht auch nicht alles. Manche Apps sammeln Daten, ohne transparent darüber zu informieren. Bei Anbietern beispielsweise aus den USA ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung nicht immer umgesetzt - auch wenn das Programm auf dem deutschen Markt angeboten wird.

Wir haben drei beliebte Interaktions-Apps auf ihr Datensendeverhalten getestet: Socrative, Padlet und Kahoot. Alle drei lassen sich gemeinsam mit Klassen nutzen, um etwa Quizze oder gemeinsame Pinnwände zu erstellen.

Ob diese Apps für den Einsatz an Schulen rechtlich unbedenklich sind, können wir bei mobilsicher.de nicht abschließend beantworten. Aber wir haben klare Hinweise, wie die Apps mit den Daten von Schüler*innen und Lehrkräften umgehen.

Socrative - sauber und sparsam

Die App Socrative hat ein nachvollziehbares Geschäftsmodell, bindet keine Werbung ein und analysiert Nutzer*innen nicht. Besonders positiv finden wir, dass die App für Schüler*innen ohne Registrierung funktioniert - sensible Daten über deren Lernfortschritt werden so gar nicht erst erhoben. Fazit: empfehlenswert. [Ganzer Text]

Padlet - App nicht zu empfehlen

Padlet kommt häufig im Unterricht zum Einsatz, ist aber nicht als reine Lern-App konzipiert und dadurch besonders vielseitig. Aus Datenschutzsicht können wir von ihrer Nutzung jedoch leider nur abraten. Die App baute im Test eine Internetverbindung zu sieben Drittanbietern auf, drei davon erhielten relevante Daten.

Schüler*innen können jedoch teilnehmen, ohne die App zu installieren. Lehrer*innen müssen Padlet-Aufgaben dann per Link freigeben. Das bedeutet nicht, dass gar keine Daten gesammelt werden, es lässt sich aber mit den richtigen Brower-Einstellungen einiges davon verhindern. [Ganzer Text]

Kahoot - hart an der Grenze

Kahoot Pro ist bei der Nutzung als Lehrer*in auf Android problematisch. Wir raten davon ab, sie auf dem Privatgerät zu installieren, da im laufenden Betrieb Informationen versendet werden, mit deren Hilfe Profile gebildet werden können.

Auf iPhone und iPad sowie auf Android bei der Nutzung als Schüler*in (ohne Registrierung) bewerten wir das Datensendeverhalten als gerade noch akzeptabel. Es sind zwar Drittanbieter aus Analyse und Marketing eingebunden, sie erhalten aber keine eindeutigen Kennnummern aus der App. [Ganzer Text]

Die Autorin

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Inga Pöting

Seit 2022 baut sie für den ITUJ e.V. ein Team gegen digitale Gewalt auf. Mehr Infos dazu unter: www.ein-team.org. Davor leitete sie die Redaktion bei mobilsicher.de, recherchierte und schrieb Texte, gab Beiträgen von anderen den letzten Schliff und betreute den YouTube-Kanal.

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