Dieses Projekt wurde am 31.12.2024 beendet. Der Beitrag ist auf dem Stand des letzten Update-Datums und wird nicht mehr aktualisiert oder überprüft.
News vom 17.09.2020

Lern-Apps in der Schule: Die große Datenfrage

Ein Artikel von Inga Pöting, veröffentlicht am 16.09.2020, bearbeitet am17.09.2020

Die Schule hat begonnen und vielerorts suchen Lehrer*innen geeignete digitale Werkzeuge. Wir haben die Lern-Apps Socrative, Kahoot und Padlet getestet. Nur in einem Fall ist das Datensendeverhalten wirklich akzeptabel, für die anderen beiden haben wir Tipps.

Im neuen Schuljahr läuft in allen Bundesländern unter Auflagen wieder der Präsenzunterricht. Lokale Schulschließungen bei steigenden Covid-19-Infektionszahlen sind weiterhin denkbar, digitale Werkzeuge gefragter denn je.

Vielerorts sind Lehrer*innen auf der Suche nach geeigneten Apps und Online-Diensten, die sie bedenkenlos im Unterricht einsetzen können. Dabei herrscht oftmals große Unsicherheit, vielleicht fehlt auch die Zeit oder Routine, sich mit langen Datenschutzerklärungen auseinanderzusetzen.

Und dort steht auch nicht alles. Manche Apps sammeln Daten, ohne transparent darüber zu informieren. Bei Anbietern beispielsweise aus den USA ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung nicht immer umgesetzt - auch wenn das Programm auf dem deutschen Markt angeboten wird.

Wir haben drei beliebte Interaktions-Apps auf ihr Datensendeverhalten getestet: Socrative, Padlet und Kahoot. Alle drei lassen sich gemeinsam mit Klassen nutzen, um etwa Quizze oder gemeinsame Pinnwände zu erstellen.

Ob diese Apps für den Einsatz an Schulen rechtlich unbedenklich sind, können wir bei mobilsicher.de nicht abschließend beantworten. Aber wir haben klare Hinweise, wie die Apps mit den Daten von Schüler*innen und Lehrkräften umgehen.

Socrative - sauber und sparsam

Die App Socrative hat ein nachvollziehbares Geschäftsmodell, bindet keine Werbung ein und analysiert Nutzer*innen nicht. Besonders positiv finden wir, dass die App für Schüler*innen ohne Registrierung funktioniert - sensible Daten über deren Lernfortschritt werden so gar nicht erst erhoben. Fazit: empfehlenswert. [Ganzer Text]

Padlet - App nicht zu empfehlen

Padlet kommt häufig im Unterricht zum Einsatz, ist aber nicht als reine Lern-App konzipiert und dadurch besonders vielseitig. Aus Datenschutzsicht können wir von ihrer Nutzung jedoch leider nur abraten. Die App baute im Test eine Internetverbindung zu sieben Drittanbietern auf, drei davon erhielten relevante Daten.

Schüler*innen können jedoch teilnehmen, ohne die App zu installieren. Lehrer*innen müssen Padlet-Aufgaben dann per Link freigeben. Das bedeutet nicht, dass gar keine Daten gesammelt werden, es lässt sich aber mit den richtigen Brower-Einstellungen einiges davon verhindern. [Ganzer Text]

Kahoot - hart an der Grenze

Kahoot Pro ist bei der Nutzung als Lehrer*in auf Android problematisch. Wir raten davon ab, sie auf dem Privatgerät zu installieren, da im laufenden Betrieb Informationen versendet werden, mit deren Hilfe Profile gebildet werden können.

Auf iPhone und iPad sowie auf Android bei der Nutzung als Schüler*in (ohne Registrierung) bewerten wir das Datensendeverhalten als gerade noch akzeptabel. Es sind zwar Drittanbieter aus Analyse und Marketing eingebunden, sie erhalten aber keine eindeutigen Kennnummern aus der App. [Ganzer Text]

Kennen Sie schon unseren Newsletter? Einmal im Monat schicken wir Ihnen aktuelle mobilsicher-Lesetipps direkt ins Postfach. Hier gehts zur Anmeldung.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Auflösung

Natürlich ist unser Quiz nur als Spaß gemeint und nicht als ernsthafte Beurteilung. Trotzdem stecken hinter den einzelnen Fragen und Antworten ganz ernsthafte Sachverhalte. Welche, erfahren Sie hier.

Mehr
Ratgeber 

Stalkerware: Schutz vor Überwachung ist möglich

Hersteller von Spionage-Apps werben damit, wie leicht sich mit ihren Produkten fremde Smartphones überwachen lassen. Diese Programme kommen mitunter als Werkzeug für digitales Stalking zum Einsatz. Die gute Nachricht: Sie lassen sich enttarnen.

Mehr
Ratgeber 

Apps des Monats – die spannendsten im Juli

Ein Messenger taucht aus der Versenkung auf und endlich gibt es eine gute Firewall fürs iPhone. Außerdem neu: Frische Infos zu den Bezahldiensten von Google und Apple und eine blitzsaubere Fitness-App.

Mehr
App-Test 

ForRunners: Laufen mit Privatsphäre

Die App ForRunners zeichnet Laufaktivitäten über GPS auf. Die App wird vom französischen Entwickler Benoît Hervier für die Android-Plattform angeboten. Unser Test zeigt: Es gibt auch Fitness-Apps, die die Privatsphäre eines Nutzers respektieren.

Mehr