Ratgeber

Serie: Kindersicherungs-Apps im Check

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.11.2018, bearbeitet am07.05.2019
Bild: Pixabay/3dman_eu, Lizenz: CC0

Welche Möglichkeiten bietet eine Kindersicherungs-App? Speichert der Anbieter die Nutzungsdaten meiner Kinder? Teilt er sie mit Datensammlern? Und wie viel Einblick in die Privatsphäre meines Kindes finde ich in Ordnung? Wir haben acht Apps und Systemfunktionen geprüft und geben Antworten.

Diese Apps haben wir geprüft:

Für diese Reihe haben wir fünf Kindersicherungs-Apps getestet. Außerdem haben wir die Kindersicherungsfunktionen der Betriebssysteme iOS und Android und des Herstellers Samsung unter die Lupe genommen.

Wie so oft haben wir bei den Marktführern etliche Kritikpunkte. Zwei weniger bekannte Apps fanden wir in ihrem Umgang mit Nutzerdaten dagegen hervorragend.

JoLo Kindersicherung: Unser Favorit

Mit der App des Entwicklers Jonas Lochmann aus Halle/Saale können Eltern die Nutzung einzelner Apps auf dem Smartphone ihrer Kinder einschränken – ganz oder für einen bestimmten Zeitraum. JoLo Kindersicherung trackt nicht und überträgt Daten nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Wir sagen: einwandfrei. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Kids Zone: Empfehlenswert für kleinere Kinder

Kids Zone hat keine eingebauten Überwachungsfunktionen und überträgt keine Daten an den Anbieter. Aus Datenschutzperspektive schneidet die App gut ab. Der Funktionsumfang fällt allerdings etwas geringer aus, daher finden wir die App nur für kleinere Kinder geeignet. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Salfeld Kindersicherung: Mittelfeld bei Datenschutz und Funktion

Die App eines Stuttgarter Unternehmens bietet verschiedene Kontroll- und Protokollfunktionen. Allerdings leitet „Salfeld Kindersicherung“ die Nutzungsdaten über die Server des Anbieters und birgt daher die Gefahr, dass Kinderdaten in falsche Hände geraten. Bei einigen Geräten gibt es derzeit Funktionsprobleme. Die App ist nach einem Probezeitraum kostenpflichtig. [Ganzer Text]

Kaspersky Safe Kids: Grenzwertige Überwachungsfunktionen

Die App bietet eine Vielzahl an Kontroll- und Protokollfunktionen und damit auch viele Überwachungsmöglichkeiten, die Sie mit Bedacht nutzen sollten. Sämtliche Daten vom überwachten Gerät landen beim Anbieter, der sie einsehen könnte. Positiv: Kaspersky informiert verständlich und das Tracking lässt sich einschränken. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Screen Time for Kids: Problematischer Umgang mit Daten

Auch „Screen Time for Kids“ enthält diverse Kontroll- und Protokollfunktionen, die gut funktionieren. Der Umgang mit Daten überzeugt uns allerdings nicht. Die Nutzungsdaten landen auf der Datenbank des Anbieters, die Zugangsdaten für die App sind mangelhaft gesichert und Facebook trackt mit. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Google Family Link: Auch Kinder-Daten landen bei Google

Mit dieser kostenlosen App von Google können Sie ein eigenes, eingeschränktes Google-Konto für das Smartphone Ihres Kindes anlegen und Sperrzeiten einrichten. Vor Googles großem Datenhunger bleiben jedoch leider auch die Kleinen nicht verschont. [Ganzer Text]

iOS Bildschirmzeit: Newcomer mit Potential

Die Funktion „Bildschirmzeit“ gibt es seit iOS 12 für iPhones und iPads. Sie kann als Kindersicherung dienen – und alternativ zur Kontrolle der eigenen Smartphone-Nutzung. Sie hat viele sinnvolle Einstellmöglichkeiten. Bei einigen Punkten muss Apple allerdings noch nachbessern. [Ganzer Text]

Samsung „Kindermodus“: Werbung für die Kleinsten

Mit dem „Kindermodus“ bietet der Hersteller Samsung eine eigene Lösung. Die kostenlose App lässt sich nur im App-Store von Samsung herunterladen. Die Funktionen sind schlüssig. Kritikpunkt: Apps von Spielzeugherstellern sind vorinstalliert. Auch lassen sich Google-Apps, etwa Google Maps, im Kindermodus nicht freischalten. [Ganzer Text]

 

Nach welchen Kriterien beurteilen wir die Apps?

Uns hat interessiert, welche Apps welche Funktionen anbieten und wie verlässlich sie arbeiten. Vor allem haben wir aber auf das Datensendeverhalten geschaut. Persönliche Daten von Kindern gelten zu Recht als besonders schutzwürdig.

Die Fragen waren: Wie respektvoll geht der App-Anbieter mit den Daten Ihres Kindes um? Landen detaillierte Daten auf den Servern vom Anbieter oder von externen Dienstleistern? Und wenn ja: klärt die App transparent darüber auf und bietet an, bestimmte Datenübertragungen einzuschränken?

Übrigens: Apps, die sich auf dem überwachten Gerät verstecken können, etwa indem sie ihr Icon verbergen oder tarnen, definieren wir als Spionage-Apps und schließen sie von vorneherein aus. Das gilt zum Beispiel für die beliebte App "Kids Place" vom Hersteller Kiddoware, die Sie aus diesem Grund nicht in unserer Testreihe finden.

Was es mit Spionage-Apps auf sich hat und wie Sie sich dagegen schützen können, erklären wir im Beitrag Spionage-Apps: Schutz vor Partner-Spyware ist möglich."

Wie Kindersicherungs-Apps allgemein funktionieren und wo der schmale Grad zwischen Kinderschutz und Überwachung verläuft, erfahren Sie im Beitrag Kindersicherungs-Apps: Schutz oder Überwachung?

 

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Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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