Kinder und Jugendliche

Der „Kindermodus“ von Samsung

Ein Artikel von , veröffentlicht am 11.09.2017, bearbeitet am19.10.2018
Logo Samsung Kindermodus

Samsung hat in Sachen Kindersicherung seine ganz eigene Lösung entwickelt: die App „Kindermodus“, erhältlich in Samsungs eigenem App-Store. Die App ist durchaus gut durchdacht, hat aber auch Kritikpunkte: So sind Apps von Spielzeugherstellern darin vorinstalliert und Produkte von Konkurrent Google können nicht freigeschaltet werden.

Warum Handys sichern?

Wer seinem Kind ein Smartphone in die Hand gibt, sollte es vorher absichern. Je nach Alter und Nutzungsart eignen sich dafür verschiedene Methoden.

Meistens empfiehlt sich dafür ein Nutzerkonto oder ein eingeschränktes Nutzerkonto. Diese Funktionen gibt es aber auf Samsung-Handys nicht. Stattdessen hat Samsung den sogenannten Kindermodus entwickelt.

Wie man Nutzerkonten bei anderen Android-Geräten einrichtet, erklären wir im Video So funktionieren Nutzerkonten bei Android.
Was gibt es noch an Apps? Hier geht's zu unserer großen Übersicht von Kindersicherungs-Apps.

Was ist der Kindermodus?

Der Kindermodus ist eine App, die man aus dem Samsung-eigenen App-Store herunterladen kann. Sie steht nur für Samsung-Geräte zur Verfügung. Der App-Store ist auf allen Samsung-Geräten vorinstalliert. Sucht man dort nach „Kindermodus“, findet man die App sofort.

Sie finden die Kindermodus-App in Samsungs eigenem App-Store.

Wenn man die App installiert und dann öffnet, kann man eine eigene Benutzeroberfläche konfigurieren, die das Kind zu sehen bekommt. Zum Beispiel kann man festlegen, welche Apps das Kind nutzen kann und welche Bilder, Musikdateien, Filme und Kontakte es sehen soll. Auch eine Nutzungszeit kann man einrichten.

Ist der Kindermodus einmal aktiviert, sieht man auf dem Handy nur noch diese Benutzeroberfläche und kann sie nur mit einer Geheimzahl wieder verlassen.

So sieht die Benutzeroberfläche aus, wenn der Kindermodus aktiviert ist.
Wie Sie die App konfigurieren, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag Samsung Kindermodus konfigurieren.

Für wen eignet sich der Kindermodus?

Die App eignet sich gut, um das eigene Gerät für eine gewisse Zeit einem Kind zu geben, ohne es direkt beaufsichtigen zu müssen. Allerdings ist das Design der App sehr starr und eher für jüngere Kinder ansprechend.

Etwas ältere Kinder, die vielleicht schon ein eigenes Handy haben, es zur Schule mitnehmen und sich mit Freunden damit austauschen, werden diese App wahrscheinlich nicht akzeptieren. Für diesen Nutzungsfall gibt es deutlich bessere Produkte, zum Beispiel die JoLo Kindersicherung.

Kritik: Marketing für die Kleinsten

In der App spiegeln sich Samsungs Geschäftsinteressen ganz unverholen wieder: So sind im Kindermodus einige Apps von Samsung fest vorinstalliert sind, unter anderem auch der Kinder-App-Store von Samsung. Diese Apps lassen sich nicht entfernen.

Auch die Apps von den Spielzeugherstellern Lego und Brio sind im Kindermodus vorinstalliert. Dies kommt einer versteckten Werbekampagne schon verdächtig nahe.

Andere Apps hingegen lassen sich im Kindermodus gar nicht freischalten, darunter sämtliche Produkte vom Konkurrenten Google. Wer seinem Kind zum Beispiel Google Maps zur Verfügung stellen will, schaut hier in die Röhre.

Zudem sind die Berechtigungen, welche die einzelnen Funktionen benötigen, sind nicht nachvollziehbar. So benötigt die Kamera Zugriff auf SMS und Telefon - verweigert man den Zugriff, funktioniert sie nicht.

Fazit: Abwägungssache

Um das eigene Gerät zeitweise mit einem jungen Kind zu teilen, ist der Kindermodus ziemlich gut durchdacht. Vor allem die Möglichkeit, bestimmte Telefonnummern, Videos, Bilder und Musik freizugeben, stehen in anderen vergleichbaren Produkten so nicht zur Verfügung. Wer darauf verzichten kann und einfach nur einige Apps freischalten möchte, fährt mit der App Kids Zone aber besser.

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Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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