Ratgeber

TimeLimit: Diese Android-Kindersicherung empfehlen wir

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.10.2018, bearbeitet am23.08.2020

Mit der App TimeLimit können Eltern das Smartphone ihrer Kinder einschränken. Apps können blockiert oder nur für eine bestimmte Zeit freigegeben werden. Die Kindersicherung ist werbefrei und sammelt so wenige Daten wie möglich.

Hinweis: Zuvor haben wir an dieser Stelle die App "JoLo Kindersicherung" desselben Entwicklers vorgestellt. JoLo wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. TimeLimit hat dieselben Grundfunktionen. Wie schon JoLo funktioniert TimeLimit auf Huawei- und Wiko-Geräten leider nicht gut (siehe Play-Store-Beschreibung).

Das ist TimeLimit

Mit der App TimeLimit können Eltern das Smartphone Ihres Kindes einschränken.

Sie können die App a) entweder nur auf dem Kindergerät installieren und dort einrichten oder b) die App zusätzlich auf dem eigenen Smartphone installieren und mit dem Kindergerät verbinden. Dann lassen sich die Einstellungen per Fernsteuerung vom eigenen Gerät aus vornehmen.

Sie können Nutzungszeiten für einzelne Apps, App-Gruppen oder für das ganze Gerät einstellen.

Ein detailliertes Überwachen des Kindergerätes ermöglicht TimeLimit nicht. Unsere Redaktion bewertet dies positiv, da so die Privatsphäre des Kindes respektiert wird.

Die App ist im Google Play-Store und als Direktdownload (.apk-Datei) auf der Webseite zu haben. Sie kostet in der Vollversion einen Euro pro Monat (Jahresabo: zehn Euro). Der Anbieter ist der deutsche Entwickler Jonas Lochmann. Die Vorgängerversion der App hatte er ursprünglich für seinen kleinen Bruder programmiert.

Wundern Sie sich nicht über die mittelmäßigen Bewertungen im Google Play-Store. Viele Beiträge stammen von Kindern, die sich ärgern, weil die App funktioniert.

TimeLimit: Sicher und datensparsam

TimeLimit ist quelloffen (Open Source). Die App baut keine Datenverbindung ins Internet auf, wenn man die Fernsteuerung nicht nutzt. (Ausnahmen: Wer die .apk von der Webseite geladen hat, kann eine integrierte Update-Funktion einschalten. Außerdem ermöglicht die App die Zeitabfrage über das Internet, damit das Kind die Zeit nicht verstellen kann. Wenn Sie stattdessen die Geräteuhr nutzen möchten, sollten Sie daher die Uhr-App und Einstellungen-App blockieren.)

Bei der Einrichtung der Fernsteuerung wird eine zufällige ID erstellt, über die Eltern- und Kindgerät sich zuordnen lassen. Um die beiden Geräte miteinander verbinden zu können, müssen Sie sich mit einer E-Mail-Adresse registrieren.

Nutzt man die Fernsteuerung, werden die Daten zwischen Elterngerät und Kindergerät über den Server des Anbieters geleitet, der in Deutschland steht. Die Übertragung erfolgt transportverschlüsselt. Alternativ ist es möglich, die App-Daten über einen eigenen Server zu leiten.

Im Einrichtungsprozess fragt die App fünf Berechtigungen ab. Wie alle Apps dieser Art benötigt sie den „Zugriff auf Nutzungsdaten“, um zu überprüfen, welche anderen Apps auf dem Gerät laufen. Den "Benachrichtigungszugriff" braucht TimeLimit, um von blockierten Apps auch die Benachrichtigungen zu blockieren.

Die Berechtigung „Geräteadministrator“ müssen Sie nicht unbedingt freigeben. Wenn Sie sie verweigern, kann Ihr Kind die App allerdings leicht über die Geräteeinstellungen beenden.

Die letzten beiden Berechtigungen "Bedienhilfen" und "Über anderen Apps anzeigen" dienen ab Android 10 dazu, andere Apps zu blockieren. Wenn Sie eine ältere Version als Android 10 auf Ihrem Gerät installiert haben, brauchen sie keine von beiden erteilen.

Mehr Infos zu gemeinsam genutzten Geräten in der Familie finden Sie hier: So funktionieren Nutzerkonten.

Die App im Gebrauch

Anders als vergleichbare Apps großer Unternehmen bringt TimeLimit kein professionelles Design mit. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern - die Gestaltung ist logisch und bietet gute Erklärungen. Ergänzende Infos finden Sie auf der Webseite.

TimeLimit hat viele Einstellmöglichkeiten. Planen Sie daher etwas Zeit ein, um die App-Kategorien zu definieren, Zeitregeln und eventuell die Fernsteuerung einzurichten.

Zunächst definieren Sie Kategorien, in die Sie anschließend Apps legen. Eine Kategorie kann auch nur eine einzige App enthalten. Für jede Kategorie können Sie Zeitregeln festlegen.

Wenn Sie ein Gerät mit der ganzen Familie nutzen - beispielsweise ein Tablet - können Sie in TimeLimit ein Kinderprofil anlegen, das Sie als Elternteil aktivieren können, bevor Sie dem Kind das Gerät überlassen.

Alte App: JoLo Kindersicherung

Der Entwickler Jonas Lochmann erklärte gegenüber mobilsicher.de, die alte App JoLo aus praktischen Gründen nicht mehr aktiv weiterzuentwickeln. Viele Elemente seien darin nachträglich ergänzt worden, was die Pflege kompliziert mache.

Im Gegensatz zu TimeLimit arbeitet JoLo bei der Fernsteuerung mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. JoLo hat dieselben Probleme mit Huawei- und Wiko-Geräten wie TimeLimit.

Fazit: Empfehlenswert

Die Funktionen sind durchdacht, ohne übergriffig zu sein: So können Eltern zwar per Fernzugriff sehen, wie viel Nutzungszeit insgesamt aus jeder Kategorie verbraucht wurde, aber nicht, welche App das Kind wann und wie lange genutzt hat.

Den Preis für die App bezahlt man mit Geld und nicht mit den Daten seiner Kinder.

Die App ist gut geeignet, um vorher gemeinsam getroffene Absprachen durchzusetzen. Wir raten davon ab, eine App wie TimeLimit ohne Absprache und regelmäßige Gespräche mit dem Kind zu nutzen.

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Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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