Kinder und Jugendliche

JoLo Kindersicherung: Empfehlenswert

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.10.2018, bearbeitet am09.01.2019

Mit der App JoLo Kindersicherung können Eltern die Nutzung einzelner Apps auf dem Smartphone Ihrer Kinder einschränken – ganz oder für einen bestimmten Zeitraum. Die App ist trackingfrei und überträgt Daten nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die App kommt ohne Überwachungsfunktion aus, hat dafür aber ein durchdachtes Zeitmanagement. Wir sagen: Einwandfrei.

Update: Neben JoLo gibt es jetzt auch die neuere App TimeLimit vom selben Entwickler. Sie hat die selben Grundfunktionen und ist insgesamt etwas moderner. JoLo wird aber weiterhin unterstützt.

Das ist die JoLo Kindersicherung

Mit der App JoLo Kindersicherung können Eltern die Nutzung einzelner Apps auf dem Smartphone Ihrer Kinder einschränken - ganz oder für einen bestimmten Zeitraum.

Optional können Sie die App zusätzlich auf ihrem eigenen Handy installieren und dann per Fernzugriff Einstellungen auf dem Gerät des Kindes vornehmen. Ein detailliertes Monitoring ist dabei nicht möglich. Das finden wir positiv, da so die Privatsphäre des Kindes respektiert wird.

Die App hat eine kostenlose Basisfunktion, für die Vollversion sind 1,99 Euro pro Jahr fällig (Stand Oktober 2018). Die Fernsteuerungsfunktion kostet zusätzliche 2,99 Euro pro Jahr.

Der Anbieter ist der deutsche Entwickler Jonas Lochmann, der die App ursprünglich für seinen kleinen Bruder programmiert hatte.

Was gibt es noch an Apps? Hier geht's zu unserer großen Übersicht von Kindersicherungs-Apps.

JoLo im Datencheck: Sicher und diskret

Getestet haben wir die JoLo-App (Version 3.25.8) aus dem Play-Store. Im mobilsicher-Test konnten wir keinerlei Tracking-Dienste beobachten. Die App baute keine Datenverbindung ins Internet auf, solange man die Fernsteuerung nicht benutzt. Nutzt man die Fernsteuerung, laufen die Daten zwischen Elterngerät und Kindergerät über den Server des Anbieters, allerdings verschlüsselt.

Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Anbieter selbst kann die Daten also nicht lesen – ebenso wenig wie ein Hacker, der sie womöglich vom Server des Anbieters stiehlt.

Wie alle Apps dieser Art benötigt auch JoLo die Berechtigung „Zugriff auf Nutzungsdaten“, um zu sehen, welche anderen Apps auf dem Gerät laufen.

Die App funktioniert auch ohne die heikle Berechtigung „Geräteadministrator“, kann aber dann leicht deinstalliert werden. Je nachdem, wie einvernehmlich oder konfrontativ Sie die App bei Ihrem Kind einsetzen, können Sie also darauf verzichten – oder auch nicht.

JoLo Funktions-Check: Durchdacht, aber nicht übergriffig

Die App bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Auf den ersten Blick kann sie kompliziert wirken. Rechnen Sie daher etwas Zeit ein, um die App-Kategorien zu definieren, Zeitregeln und die Fernsteuerung einzurichten.

Die Funktionen sind durchdacht, ohne übergriffig zu sein: So können Eltern zwar per Fernzugriff sehen, wie viel Nutzungszeit insgesamt aus jeder Kategorie verbraucht wurde, aber nicht, welche App das Kind wann und wie lange nutzt.

Einziges Manko: Auf Huawei- und Wiko-Geräten läuft die App leider nicht besonders gut, wie Entwickler Jonas Lochmann auch auf der Play-Store-Seite bestätigt.

Bei Geräten mit Nutzerverwaltung muss man außerdem ein extra Nutzerkonto für das Kind anlegen und die App in diesem Konto installieren.

Wie die Nutzerkonten bei Android funktionieren, erklären wir im Beitrag Android-Gerät Teilen? So funktionieren Nutzerkonten.

Fazit: Bitte mehr davon!

Die App ist gut geeignet, um vorher gemeinsam getroffene Absprachen durchzusetzen. Wir raten dringend davon ab, diese (oder jede andere App dieser Art) ohne Absprache und regelmäßige Gespräche mit dem Kind zu nutzen.

Erfreulich: Den Preis für die App bezahlt man mit Geld und nicht mit den Daten seiner Kinder. Wir sagen: Hier gibt es nichts zu meckern – bitte mehr davon!

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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