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Android für mehrere Nutzer einrichten

Vogel auf Strommast

Android-Geräte machen die gemeinsame Nutzung leicht. Allerdings müssen sich Nutzer entscheiden: Benutzerdaten wie E-Mails oder Fotos getrennt zu halten, oder alle Daten wie Musik oder Filme gemeinsam zu nutzen. Beides gleichzeitig ist nicht möglich.

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Datenschutz · Eltern · Gastkonto · Kinder
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Kinder - Hilfestellung für Eltern
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Android bietet auf Tablets ab Version 4.2 („Jelly Bean“), auf Smartphones ab Version 5.0 („Lollipop“) die Möglichkeit, mehrere Benutzerkonten einzurichten. Beim ersten Einrichten des Geräts wird bereits ein Benutzerkonto angelegt. Dieses bekommt automatisch die Eigenschaft „Eigentümer“. Nur der Eigentümer darf bei Android alle Einstellungen des Geräts verwalten. Er ist vergleichbar mit den Administratoren-Benutzerkonten auf den meisten PCs. In den Einstellungen bei Gerät > Nutzer kann man Benutzerkonten oder eingeschränkte Profile hinzufügen.

Grundsätzliche Informationen zur gemeinsamen Gerätenutzung finden Sie im Hintergrundbeitrag Ein Gerät für die ganze Familie

Variante 1: Benutzerkonten – ein Gerät wird mehrere Geräte

Benutzerkonten sind die erste Wahl, wenn die einzelnen Benutzerdaten strikt getrennt werden sollen. Legt man einen zusätzlichen Benutzer an, muss dieser den gleichen Einrichtungsprozess durchlaufen, wie bei der ersten Telefonbenutzung. Der Mitnutzer nutzt dann auch sein eigenes Google-Konto.

Daten verschiedener Benutzerkonten werden getrennt gespeichert.

Für jeden Anwender fühlt es sich so an, als würden getrennte, eigene Geräte benutzt werden: nur die eigenen E-Mails, Spielstände und Apps werden angezeigt. Selbst der Bildschirmhintergrund lässt sich für jeden Benutzer einzeln einstellen. Die Konten lassen sich jeweils mit einem Passwort schützen und sollte die gemeinsame Nutzung einmal enden, kann jeder Benutzer sein Konto auch selbst wieder entfernen.

  • Mitnutzer müssen dem Eigentümer vertrauen. Der Eigentümer behält letztendlich die Kontrolle. Nur er kann Benutzer hinzufügen. Er kann auch Konten mitsamt der Benutzerdaten löschen. Per USB-Schnittstelle kann er mit Hilfe eines Computers auch auf die Daten der anderen Nutzer zugreifen.
  • Eigentümer müssen dem Mitnutzer vertrauen. Einige Entscheidungen darf jeder Benutzer auch stellvertretend für andere treffen. Das gilt zum Beispiel für WLAN-Einstellungen oder das Akzeptieren von Updates. Und letztlich kann jeder, der ein Mobilgerät in die Hand bekommt, daran oder damit auch Schaden anrichten, zum Beispiel versehentlich auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Damit wären alle Daten auf dem Gerät gelöscht.

Variante 2: Eingeschränkte Profile – ausgewählte Daten gemeinsam nutzen

Wer ein Gerät samt Daten gemeinsam nutzen will, sollte eingeschränkte Profile für seine Mitnutzer erstellen. Den Einrichtungsprozess führt der Eigentümer durch. Der Mitnutzer kann dann nur auf freigegebene Funktionen zugreifen.

  • Der Eigentümer entscheidet über die Freigabe von Funktionen. Der Bereich Einstellungen, der Speicher und einzelne Apps können freigegeben werden. Nicht alle Apps lassen sich jedoch über das eingeschränkte Profil nutzen.
  • Der Mitnutzer benötigt kein eigenes Google-Konto. In den Apps werden die Daten des Eigentümers verwendet, zum Beispiel auch Spielstände.
  • Die Kontrolle findet nur auf der Ebene der Apps statt. Das eingeschränkte Profil ist nicht grundsätzlich inhaltlich beschränkt. Ist eine App freigegeben, hat sie auch für den Mitnutzer volle Funktionalität. So kann über die Profileinstellungen zum Beispiel keine Inhaltsbeschränkung im Browser durchgeführt werden.

Gastkonto, Kindermodus und Co.

  • Ein Gastkonto ist ab Android 5.0 bereits voreingestellt. Dieses Konto lässt sich nicht ohne weiteres komplett entfernen oder deaktivieren, nur die darin gespeicherten Daten können gelöscht werden. Beim Gastkonto ist es jedoch möglich, die Nutzung ähnlich wie beim eingeschränkten Profil zu begrenzen. So kann beispielsweise verhindert werden, dass der Gastnutzer telefonieren darf.
  • Auf einigen Geräten gibt es einen Kindermodus, mit dem weitere Einschränkungen möglich sind. Das ist jedoch vom Hersteller abhängig und der Funktionsumfang kann verschieden sein. Daneben gibt es zahlreiche Kinderschutz-Apps, die vom Inhaltsfilter im Browser bis zum Abschalten von In-App-Käufen viele Funkionen anbieten. Die Mehrzahl dieser Funktionen lässt sich auch einzeln im Gerät einstellen, allerdings an unterschiedlichen Stellen. Um den Überblick zu behalten, kann eine solche App jedoch durchaus hilfreich sein.
Wir haben für Sie ein Themenpaket mit Beiträgen rund um Kinder und Mobilgeräte zusammengestellt:  Kinder – Hilfestellung für Eltern.

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