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Bildschirmzeit: Kindersicherung von iOS

Bildschirmzeit

Mit dem Update auf iOS 12 hat Apple eine Funktion zur Nutzungsbeschränkung ins System von iPhones und iPads integriert. Die „Bildschirmzeit“ kann als Kindersicherung dienen – und zur Kontrolle der eigenen Smartphone-Nutzung. Bei einigen Punkten muss Apple allerdings noch nachbessern.

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Eltern · Kinder · Kindersicherung
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Auf einen Blick

Das kann Bildschirmzeit

„Bildschirmzeit“ dient der Beschränkung von iPhones und iPads. Sie können Auszeiten festlegen und für bestimmte Apps und Funktionen Zeitlimits und Filter einrichten. Das kann dazu dienen, die eigene Nutzung zu kontrollieren – oder dazu, ein iOS-Gerät kindersicherer zu machen.

Sie finden die Funktion unter Einstellungen > Bildschirmzeit. Ganz unten können Sie die Funktion aktivieren und bei Bedarf wieder abschalten.

„Bildschirmzeit“ bietet auch Statistiken. So können Sie nachvollziehen, welche App wie lange genutzt wurde und auch, wie oft ein Gerät seinen Nutzer unterbrochen hat. Um die Daten aufzurufen, tippen Sie auf den Gerätenamen oder die Zeit.

Es ist zudem möglich, die Bildschirmzeit-Funktion kombiniert für verschiedene iOS-Geräte einzurichten. Dazu müssen die Geräte in derselben iCloud angemeldet sein. Für die Einrichtung tippen Sie im „Bildschirmzeit“-Menü auf „Geräteübergreifend teilen“.

Hinweis: Wenn Sie diese Funktion nutzen, werden Ihre Einstellungen in die iCloud übertragen und können dort theoretisch von Apple eingesehen werden. Wenn Sie „Bildschirmzeit“ nur auf einem Gerät nutzen, werden die Daten dort lokal gespeichert.

So richten Sie Bildschirmzeit ein

Wenn Sie „Bildschirmzeit“ das erste Mal aufrufen, werden Sie zunächst gefragt, ob Sie die Funktion für sich selbst oder für ein Kind konfigurieren möchten.

Wählen Sie die Option „Kind“, müssen Sie zunächst einen „Elterncode“ festlegen. Dieser Code wird anschließend jedes Mal abgefragt, wenn jemand Änderungen an der Bildschirmzeit vornehmen möchte.

Wenn Ihr Kind noch kein eigenes Gerät besitzt, können Sie ihr eigenes iPhone oder iPad mit Hilfe von „Bildschirmzeit“ kindersicherer machen. Es ist außerdem möglich, ein Kindergerät über die iOS-Funktion „Familienfreigabe“ aus der Ferne zu konfigurieren (siehe unten).

„Bildschirmzeit“ hat viele Einstellungsmöglichkeiten. Sie haben vier Menüpunkte zur Auswahl:

1. Auszeit: Hier können Sie festlegen, zu welcher Zeit das Smartphone in den Auszeitmodus gehen soll, zum Beispiel abends ab 20 Uhr. In dieser Zeit sind nur vorher festgelegte Apps nutzbar (siehe Punkt „Immer erlauben…“). Fünf Minuten vor Beginn der Auszeit erscheint eine Ankündigung auf dem Display.

Beim Punkt „Zur Auszeit blockieren“ können Sie auswählen, was passieren soll, wenn Sie (oder ihr Kind) versuchen, eine zur Auszeit gesperrte App zu nutzen. Ist die Option angewählt, bleiben die betreffenden Apps blockiert und können nur mit Hilfe des Elterncodes geöffnet werden. Verzichten Sie auf die Blockade, erscheint nur ein Hinweis. Sie können die App anschließend dennoch öffnen.

2. App-Limits: Für App-Kategorien lassen sich Zeitlimits festlegen, beispielsweise eine Stunde pro Tag für die Kategorie „Spiele“. Auch hier können Sie bestimmen, was nach Ablauf dieser Stunde passieren soll: entweder wird die App-Kategorie dann blockiert oder es erscheint nur ein Hinweis, dass die Zeit abgelaufen ist.

3. Immer erlauben …: Über diesen Punkt können Sie eine „Whitelist“ anlegen, also Apps auswählen, die von Beschränkungen und Auszeiten immer ausgenommen sind. Per Voreinstellung freigeschaltet ist die Telefon-App, sodass Sie jederzeit Anrufe tätigen und entgegennehmen können.

4. Beschränkungen: Dies ist der komplexeste Menüpunkt. Sie können festlegen, welche wichtigen Einstellungen nicht veränderbar sein sollen, zum Beispiel Einstellungen für In-App-Käufe, Account-Daten, maximale Lautstärke und den Standort.

Auch können Sie die Inhalte regulieren, die das Gerät anzeigt – beispielsweise in iTunes und im App-Store alle Filme blockieren, die nicht der festgelegten Altersbeschränkung entsprechen. Für Musik, Bücher und Videos lassen sich anstößige Inhalte herausfiltern.

Außerdem können Sie Regeln für die Webinhalte festlegen, die das Gerät anzeigt. Sie können etwa bestimmte Webseiten erlauben oder nicht jugendfreie Inhalte blockieren.

Bildschirmzeit mit Familienfreigabe

Falls Ihr Kind ein eigenes iPhone oder iPad besitzt, haben Sie über die iOS-Funktion „Familienfreigabe“ die Option, die „Bildschirmzeit“ des Kindergeräts per Fernzugriff über Ihr eigenes Gerät zu steuern.

Um ein Kindergerät hinzuzufügen und die „Bildschirmzeit“ einzurichten, folgen Sie dem Pfad Einstellungen > Benutzername > Familienfreigabe > Bildschirmzeit. Sie können die Funktion aktivieren und anschließend Ihr Kind hinzufügen.

Dazu müssen Sie die Apple-ID und das dazugehörige Passwort des Kindes eintragen. Alternativ können Sie an dieser Stelle eine neue Apple-ID für Ihr Kind anlegen und anschließend das Gerät des Kindes mit dieser neuen Apple-ID einrichten.

Wenn Sie Ihr Kind hinzugefügt haben, können Sie über den obigen Pfad das Kindergerät aufrufen und einrichten. Das Menü sieht genauso aus, wie wenn Sie Ihr eigenes Gerät einrichten.

Hinweis: Wenn Sie diese Funktion nutzen, werden Ihre Einstellungen in die iCloud übertragen und können dort theoretisch von Apple eingesehen werden. Wenn Sie „Bildschirmzeit“ nur auf einem Gerät nutzen, werden die Daten dort lokal gespeichert.

Kritik an der Kindersicherung

An einigen Stellen hapert es bei der „Bildschirmzeit“ für Kinder noch. Die Kontrolle des Kindergeräts per Familienfreigabe funktioniert bisher noch nicht zuverlässig, beispielsweise können Eltern die App-Statistiken nicht einsehen.

Auch können Kinder einige Sperren mit Tricks umgehen, gesperrte Apps beispielsweise neu herunterladen. Mehr Details zu den Schwachstellen finden Sie hier.

Kurz nach der Einführung von „Bildschirmzeit“ machten die Betreiber des medienpädagogischen US-Projekts O.school außerdem darauf aufmerksam, dass der Filter für Webinhalte noch nicht richtig funktioniert.

Er filtert legitime Informationen zur Sexualaufklärung heraus, erkennt problematische Inhalte dagegen nicht, darunter religiöse Hetzinhalte und die rechtsradikale Webseite „The Daily Stormer“. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Text.

Fazit

„Bildschirmzeit“ ist durch das übersichtliche Menü und die guten Erklärungen der einzelnen Punkte leicht nutzbar. Auch bietet die Funktion viele Möglichkeiten, ein Gerät individuell den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Dank der Möglichkeit, zeitliche Limits zu setzen und einzelne Apps und Einstellungen zu blockieren, ist die Funktion auch als Kindersicherung prinzipiell gut geeignet.

Wenn Sie „Bildschirmzeit“ als Kindersicherung nutzen möchten, sollten Sie jedoch bedenken, dass der Filter für Webinhalte noch unzuverlässig ist. Wenn Ihr Kind technisch versiert ist, kann es einige Sperren außerdem aushebeln.

Wenn Sie Ihr Kind ein iOS-Gerät nutzen lassen, ist „Bildschirmzeit“ dennoch besser als gar keine Beschränkung.

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