Ratgeber

Mobilgerät weg – Vorbeugen (Android)

Erkenntnisse

Jeden Tag werden unzählige Mobilgeräte gestohlen oder einfach irgendwo liegengelassen. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um Ihr Gerät auf diesen Fall vorzubereiten. Im Verlustfall können diese Vorkehrungen den Schaden zumindest zu begrenzen.

Veröffentlicht am
Autor
Schlagworte
Android · Diebstahl · IMEI · Passwort · Sicherung
Drucken

Bildschirmsperre einrichten

Sie finden die Funktion in den Geräteeinstellungen beim Punkt Sicherheit. Ohne Sperre sind alle anderen Diebstahlschutz-Maßnahmen wirkungslos. Unbefugte, die Ihr Gerät in die Hand bekommen, haben vollen Zugriff.

Telefonspeicher verschlüsseln

Verschlüsseln Sie Ihre Daten vollständig. Dies schützt Ihre Daten wirkungsvoller als die Fernlöschung. Ab Android 3.0 ist diese Funktion vorinstalliert. Sie befindet sich in der Regel bei den Geräteeinstellungen unter dem Punkt Sicherheit. Der Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden. Heißt: Wenn Sie das Passwort verlieren, kommen Sie nicht mehr an Ihre Daten. Der Vorgang kann mehrere Stunden dauern und der Akku muss davor voll geladen sein.

Sicherungskopie anlegen

Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig.

Debugging-Modus deaktivieren

Eigentlich brauchen nur Programmierer diesen Modus, daher ist er normalerweise deaktiviert. Zum Aktivieren muss man einer speziellen Anleitung folgen. Wenn Sie ihn einmal einschalten, denken Sie daran, ihn nach Gebrauch unbedingt wieder auszuschalten. Ansonsten lässt sich die Bildschirmsperre leicht umgehen.

SIM-Karten PIN nicht deaktivieren

Die SIM-Karte ist standardmäßig mit einer PIN gesperrt. Die PIN erhalten Sie in der Regel bei Vertragsabschluss von Ihrem Mobilfunkanbieter. Die PIN wird immer abgefragt, wenn Sie Ihr Telefon einschalten. Sie sollten diese PIN-Abfrage nicht deaktivieren. Sonst können Diebe Ihre SIM-Karte herausnehmen und in einem anderen Gerät benutzen.

Google-Konto: starkes Passwort verwenden

Wenn auf Ihrem Gerät der „Android Geräte-Manager“ eingeschaltet ist, können Unbefugte über das Google-Konto die Bildschirmsperre Ihres Mobilgerätes zurücksetzen und es sogar orten oder löschen. Bei manchen Geräten blockiert die Bildschirmsperre nach mehreren falschen Code-Eingaben und lässt sich nur noch durch Eingabe der Login-Daten des Google-Kontos entsperren. Sichern Sie das Google-Konto daher mit einem starken Passwort oder nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Google-Konto: Mailadresse zur Wiederherstellung

Wenn Sie beim Einloggen in ihr Google-Konto auf „Passwort vergessen“ klicken, schickt Google Ihnen eine Mail mit dem Bestätigungslink für ein neues Passwort an eine hinterlegte Mailadresse. Standardmäßig ist dies die Adresse, mit der Sie sich in das Google-Konto einloggen.

Sie können aber auch eine andere Adresse dafür hinterlegen. Der Vorteil: Wenn Sie Ihr Smartphone nicht mit dieser zweiten Mailadresse verknüpfen, kann ein Dieb Ihr Passwort nicht neu anfordern, weil die Mail mit dem Bestätigungslink dann nicht von dem gestohlenen Gerät empfangen wird.

Loggen Sie sich dafür in Ihr Google-Konto ein, klicken Sie oben rechts auf Ihre Login-Adresse, und dann auf „Mein Konto“. Klicken Sie unter Anmelden und Sicherheit auf „Bei Google Anmelden“ und dann auf „E-Mail für die Wiederherstellung“. Geben Sie nun eine extra Mailadresse ein, die Sie sonst nicht zur Kommunikation nutzen und die nicht mit dem Mobiltelefon verknüpft ist.

Optional: Sicherheitsapps nutzen

Sicherheitsapps gibt es im Play-Store und vom Hersteller vorinstalliert auf dem Gerät. Auch der „Android Geräte-Manager“, der zum Android-Betriebssystem gehört, bietet alle wichtigen Funktionen. Neben Schutz vor Schadsoftware gehört dazu auch Fernortung, Fernsperrung und Fernlöschung. Diese Fernzugriffsdienste lassen sich zwar leicht umgehen, indem Diebe das Gerät einfach ausschalten. Aber es gibt einige Szenarien, in denen sie nützlich sein können.

Optional: Sicherheitsapp zum Geräte-Administrator machen

Falls Sie eine App oder Funktion verwenden, die im Verlustfall Fernzugriff anbietet, muss diese den Status „Geräte-Administrator“ haben. Sonst kann sie nicht funktionieren. Sie finden den Punkt in den Geräteeinstellungen unter <code> Sicherheit.</code>

Optional: Reaktivierungsperre einrichten (Kill-Switch)

Einige Hersteller bieten auf ihren neueren Geräten eine Reaktivierungssperre an, darunter Samsung. Die Funktion findet man, wenn vorhanden, in den Geräteeinstellungen unter dem Punkt Sicherheit. Voraussetzung ist ein Nutzerkonto bei dem entsprechenden Hersteller. Ist die Reaktivierungssperre eingeschaltet, lässt sich das Gerät auch nach dem Zurücksetzen nur einrichten, wenn man die Login-Daten für das Nutzerkonto angibt.

Wichtige Daten und Telefonnummern notieren

Notieren Sie sich folgende Informationen, die Sie im Notfall schnell finden können sollten:

  • IMEI-Nummer (auch Seriennummer): Erscheint, wenn Sie *#06# eingeben. Mit dieser Nummer kann die Polizei das Gerät unter Umständen identifizieren. Allerdings kann die IMEI auch geändert werden.
  • Zentraler Kartensperrdienst: Unter der Nummer 116 116 (oder aus dem Ausland: +49 30 4050 4050) können Sie die SIM-Karte sperren, sodass niemand auf Ihre Kosten telefonieren kann.
  • SIM-Kartennummer: Steht auf der SIM-Karte oder in dem Brief, mit dem Sie auch die PIN für die SIM-Karte erhalten haben. Sie brauchen sie in der Regel, um die Karte zu sperren.
  • Falls Sie diese verwenden: Alle Passwörter und Codes für ihre Sicherheits-Apps. Zum Beispiel das Codewort für die Sperr-SMS. Tragen Sie diesen Code auch bei sich, z.B. im Geldbeutel.
  • Notieren Sie sich, welche sensiblen Zugangsdaten Sie im Gerät hinterlegen. Im schlimmsten Fall lassen sich Kreditkarten, Bankkonten, E-Mail-Zugänge, Bezahldienste (wie Paypal) oder Kundenkonten (wie bei Amazon) so schneller schützen oder sperren.

Sie haben einen Fehler entdeckt oder vermissen einen Artikel zu einem bestimmten Thema?
Schreiben Sie uns eine E-Mail an hinweis@mobilsicher.de!