Checkliste

Checkliste: Neues Smartphone sicher einrichten (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.12.2016, bearbeitet am25.12.2021

Für einen guten Start mit dem neuen Begleiter haben wir ein paar Tipps für Sie. Denn die Standard-Einstellungen sind für Privatsphäre und Sicherheit nicht optimal. Hier geht es zur Checkliste – mit Link zu unserer Video-Anleitung.

Wenn Sie Ihr neues Smartphones einrichten möchten und dabei Wert auf Privatsphäre legen, hilft unsere Übersicht. Wir haben die wichtigsten Punkte gelistet, damit Sie nach dem ersten Anschalten alles im Blick behalten.

Diese Anleitung wurde für die Android-Version 11 erstellt. Die Reihenfolge der Systemabfragen kann bei unterschiedlichen Smartphone-Modellen variieren.

Zu unserer Video-Anleitung geht es hier: Schritt für Schritt: Handy sicher einstellen (Android).

Bevor es losgeht

  • Google-Konto: Handelsübliche Android-Geräte funktionieren nur dann richtig, wenn man ein Google-Konto verknüpft. Manchmal empfiehlt es sich, ein neues anzulegen, zum Beispiel, wenn Sie nicht als Nutzer*in wiedererkannt werden möchten oder ein Kind das Gerät nutzen soll. Das können Sie im Einrichtungsprozess tun. Falls Sie ein altes Google-Konto weiter nutzen und daraus beispielsweise ein Backup einspielen möchten, brauchen Sie die Zugangsdaten zu diesem Konto.
  • Guthaben für Google Play: Eine Guthabenkarte für den Google Play-Store ist nützlich, wenn Sie Bezahl-Apps herunterladen möchten – und Ihre Bankdaten dabei nicht preisgeben wollen.

Checkliste: Neues Smartphone einrichten

Google-Konto

Verbinden Sie das neue Gerät zunächst mit Ihrem WLAN. Sie werden anschließend aufgefordert, ein Google-Konto anzugeben. Legen Sie ein neues Konto an oder geben Sie Nutzername und Passwort eines alten Kontos ein und folgen Sie anschließend dem Dialog. Sie müssen nun die AGB und Datenschutzerklärung von Google akzeptieren.

Was sich Google dort für Rechte holt, erklären wir im Beitrag Welche Daten sammelt Google über mich?

Google-Dienste

Wir empfehlen, zunächst alle Optionen zu deaktivieren. Sie können jede einzelne später immer noch aktivieren, wenn Sie das möchten.

Welche Informationen die Dienste an Google senden und was Sie dagegen tun können, erklären wir im Text So minimieren Sie die Datenübermittlung an Google.

Zahlungsdetails

Es ist nicht nötig, im Einrichtungsprozess Bezahldaten wie zum Beispiel Kreditkarten-Informationen anzugeben. Sie können den Punkt also überspringen.

Guthaben im Google Play-Store aufladen können Sie später trotzdem, wenn Sie das möchten.

Hersteller-Konto

Viele Hersteller fordern Sie auf, zusätzlich zum Google-Konto ein Nutzerkonto bei ihnen selbst – also Samsung, Sony oder wem auch immer – anzulegen. Auch wenn es vielleicht so aussieht: Sie müssen sich dort nicht anmelden. Die Vorteile, die Sie dadurch bekommen, halten sich in Grenzen. Der Punkt lässt sich immer überspringen, auch wenn der Button dafür manchmal etwas versteckt ist.

Die AGB des Herstellers müssen Sie allerdings akzeptieren.

Bildschirmsperre

Richten Sie hier einen PIN-Code oder ein Passwort ein. Wir raten davon ab, ein Muster zur Entsperrung zu verwenden, denn das gilt nicht als sicher. Falls Sie die Bildschirmsperre später ändern möchten, können Sie das über die Einstellungen-App tun. Geben Sie dort "Bildschirmsperre" in die Suchleiste ein (eventuell müssen Sie zuerst auf ein Lupensymbol tippen, damit die Leiste erscheint). Das Gerät leitet Sie dann zum richtigen Menüpunkt.

Einstellungen

Sind Sie mit dem ersten Einrichtungsdialog fertig und sehen den Startbildschirm, empfiehlt es sich, einmal die Geräteeinstellungen durchzugehen (siehe folgende Punkte). Tippen Sie dazu auf die App mit dem Zahnradsymbol, die fast immer auf dem Startbildschirm zu finden ist.

NFC deaktivieren

Die NFC-Funktion braucht man nur selten, anschalten können Sie sie dann immer noch. NFC dauerhaft aktiviert zu lassen, kostet Akku und ermöglicht Offline-Tracking. Falls Ihr Gerät NFC-fähig ist, finden Sie den Punkt, indem Sie in die Suchfunktion der Einstellungen-App "NFC" eingeben.

Was hinter der Abkürzung NFC steckt, erfahren Sie im Text Daten übertragen mit NFC.

Vorschauen abschalten

Die Vorschauen von SMS und Chat-Nachrichten werden standardmäßig auf dem Sperrbildschirm eines Smartphones angezeigt. Nicht jede*r möchte das, da so auch unbefugte Personen im Umfeld persönliche Nachrichten und auch Einmal-Passwörter, die per SMS geschickt werden, sehen können.

Wenn Sie die Vorschauen der Nachrichten abschalten möchten, geben Sie "Benachrichtigungen" in die Suchfunktion der Einstellungen-App ein. Je nach Hersteller variieren die Einstellungsmöglichkeiten.

Bei unserem Testgerät Google Pixel 2 mit Android 11 können Sie unter dem Menüpunkt "Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm" den Punkt "Vertrauliche Benachrichtigungen" abwählen, damit die Inhalte der Nachrichten nicht mehr angezeigt werden.

Standort und Bluetooth

Wenn Sie die Corona-Warn-App nutzen, die wir aus Datenschutzsicht absolut empfehlen können, sollten Sie beide Berechtigungen dauerhaft aktiviert lassen. Für andere Apps empfehlen wir jedoch, die Funktionen Standort und Bluetooth nur zu aktivieren, wenn Sie diese gerade brauchen – das schont den Akku.

Unbekannte Quellen

Wo Sie den Punkt im Handy finden, variiert je nach Modell und Android-Version. Sie sehen ihn direkt, wenn Sie in der Suchfunktion der Einstellungen-App "Unbek" eingeben.

Tippen Sie darauf, sehen Sie eine Liste mit Apps, die diese Berechtigung haben. Insbesondere Browser sollten diese Berechtigung nur in Ausnahmefällen erhalten, beispielsweise, wenn Sie eine App laden möchten, die es nicht im Google Play-Store gibt.

Mehr dazu erklären wir hier: Unbekannte Quellen: Wann muss man Apps manuell installieren?

Google: Verlauf

Google speichert in der Standardeinstellung viele Informationen von Ihrem Gerät. Wir empfehlen, im Google-Konto drei Einstellungen zu deaktivieren.

Navigieren Sie zu Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten & Datenschutz > Einstellungen für den Verlauf.

Schalten Sie dort die Web- und App-Aktivitäten, den Standortverlauf und den YouTube-Verlauf ab.

Es gibt noch mehr Funktionen, mit denen Google Daten sammelt. Wie sie diese einstellen, erklären wir im Beitrag Google-Dienste datensparsam nutzen.

Überflüssige Apps

Rufen Sie in den Geräte-Einstellungen die App-Liste auf. Wählen Sie die Ansicht "Alle Apps". Deinstallieren oder deaktivieren Sie alle Apps, die Sie nicht nutzen wollen.

Die meisten vorinstallierten Apps benötigt man nicht. Wenn Sie bei einer App nicht sicher sind, was sie tut, machen Sie eine kurze Internetsuche.

Sollten Sie später merken, dass doch etwas fehlt, können Sie die entsprechende App wieder neu aus dem Play-Store installieren.

Diese Apps sollten Sie behalten:

  • Google Play-Store,
  • Google Play Dienste / Services,
  • Android System WebView,
  • SIM-Toolkit,
  • Einstellungen.

Zugriffsrechte einschränken

Apps haben bestimmte Zugriffsrechte, zum Beispiel können sie auf Kamera, Mikrofon und den Standort zugreifen. Oft sind bei vorinstallierten Apps mehr Rechte zugelassen als nötig.

Die Apps, die Sie behalten möchten, können Sie dahingehend überprüfen. Sie finden die Funktion unter Einstellungen > Apps > (App-Name) > Berechtigungen. Dort können Sie für jede App alles deaktivieren, was Ihnen nicht einleuchtet.

Falls eine App einen der Zugriffe später doch braucht, um ihre Funktion ausführen zu können, wird sie im laufenden Betrieb erneut nach der Berechtigung fragen und Sie können sie erneut erteilen.

Wichtige Apps installieren

Installieren Sie für die wichtigsten Funktionen gleich hochwertige Apps, die Ihre Privatsphäre respektieren – vor allem für Browser, E-Mail, Suchmaschine und Messenger.

Unsere Empfehlungen finden Sie im Beitrag Bloatware: Vorinstallierte Apps ersetzen.

Synchronisieren mit Google einstellen

In der Standard-Einstellung synchronisiert Google viele Daten mit dem Konto (nicht zu verwechseln mit den  Einstellungen für den Verlauf s.o.). Das bedeutet, dass Inhalte von Apps, die auf Ihrem Smartphone laufen, ins Online-Konto kopiert werden.

Um dies zu ändern, navigieren Sie zu Einstellungen > Konten > (Name des Google-Kontos) > Kontosynchronisierung. Entfernen Sie die Haken überall dort, wo Sie keine Synchronisation wünschen.

Hier geht's zur ganzen Anleitung: Synchronisierung mit Google-Konto stoppen.

Backup

Ab Android 9 speichert Google das allgemeine Android-Backup Ende-zu-Ende-verschlüsselt, auch Google selbst kann dort nicht hineinschauen.

Die allgemeine Backup-Funktion können Sie unter Einstellungen > System > Sicherung also ruhig einschalten. Damit werden aber nicht alle Daten vom Handy gesichert.

Mehr Details finden Sie in unserem Backup-Schwerpunkt.

Diebstahlschutz

Mit Googles Funktion "Mein Gerät finden" können Sie das Handy über das Internet orten, wenn es verloren gegangen ist. Die Funktion ist standardmäßig an. Sie finden sie unter  Einstellungen > Google > Mein Gerät finden. Wir empfehlen, diese Funktion zu nutzen, da die Vorteile überwiegen – auch wenn Google dann im Falle einer Ortung den Standort des Geräts erfährt.

So rufen Sie den Standort des Geräts am Computer ab: Loggen Sie sich unter myaccount.google.com in das Google-Konto ein, mit dem das Handy verknüpft ist. Klicken Sie anschließend unter dem Menüpunkt "Sicherheit" die Schaltfläche "Ein verlorenes Gerät finden" an. Sie sehen nun Ihr Gerät auf einer Karte.

Vorsicht: Wer Zugang zu Ihrem Google-Konto hat, kann dann dort ebenfalls Ihren Standort sehen. Vergessen Sie daher nicht, Ihr Google-Konto gut zu sichern.

Guthaben hinterlegen

Öffnen Sie die App Google Play-Store. Tippen Sie auf den farbigen Punkt oben rechts (er enthält die Initialen des Namens, mit dem Sie Ihr Google-Konto eingerichtet haben). Wählen Sie Zahlungen & Abos > Gutscheincode einlösen. Hier können Sie den Code von der Karte eingeben.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

„Wo ist“: Verlorene iPhones auch offline finden

Wenn Sie Ihr iPhone verloren haben, können Sie es in der Regel über die integrierte Ortungsfunktion lokalisieren. Mit dem Update auf iOS 13 funktioniert das jetzt auch, wenn das Gerät keinen Zugang ins Internet hat. Und so geht's.

Mehr
Ratgeber 

„Im Internet läuft etwas schief“ – Essay von James Bridle

Der britische Blogger James Bridle sorgte im November mit seinem aufwühlenden Essay über gewaltsame Kindervideos auf YouTube für Aufsehen in der Netzwelt. Wir liefern die deutsche Übersetzung.

Mehr
Ratgeber 

Apps des Monats – die Besten im März

Eine App zum Ausmisten von Social Media-Profilen, sichere Cloud-Dienste fürs Home Office und datenschutzfreundliche Alternativen zu Googles Standard-Apps – hier sind unsere zehn spannendsten Apps aus dem März 2020.

Mehr
Ratgeber 

Chrome Inkognito-Modus: Privat, aber nicht anonym

Der sogenannte Inkognito-Modus von Googles Chrome-Browser ist hilfreich, wenn man zum Beispiel ein Gerät mit anderen gemeinsam nutzt. Denn in diesem Modus speichert der Browser keine Daten über das eigene Surfverhalten. Aber Achtung: Gegenüber den Webseiten und dem Internetanbieter ist man damit nicht anonym.

Mehr