Ratgeber

Handy verkaufen? Daten richtig löschen (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 20.12.2017

Wer sein Android-Smartphone verkaufen oder verschenken will, sollte vorher alle Daten vom Gerät entfernen. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie die Daten so entfernen, dass sie danach nicht mehr ohne weiteres wiederherzustellen sind.

1. Sicherungskopie anlegen

Bevor Sie Ihr Handy verkaufen, machen Sie zuerst eine möglichst vollständige Sicherungskopie von Ihren Daten. Dann können die weiteren Schritte folgen.

Welche Möglichkeiten es zur Datensicherung gibt, erfahren Sie im Beitrag Backup: Smartphone-Daten sichern.

2. SIM- und SD-Karte entfernen

Einige Geräte können wechselbare Speichermedien (SD-Karten) aufnehmen. Denken Sie daran, neben der SIM-Karte auch diese SD- oder MicroSD-Karte zu entfernen. Falls Sie das Gerät mit SD-Karte weitergeben wollen, kaufen Sie am besten eine neue, da sich Daten nicht zuverlässig von einer SD-Karte löschen lassen. Wenn Sie die gebrauchte SD-Karte im Gerät lassen wollen, dann führen Sie die folgende Prozedur auch für diese durch.

Warum absolut zuverlässiges Löschen von Mobilgerät und SD-Karte nicht möglich ist, erfahren Sie im Hintergrundtext Daten vom Mobilgerät löschen.

3. Google-Konto entfernen (ab Android 5.0)

Bei Geräten, die mit der Android-Version 5.0 oder höher ausgeliefert wurden, könnte die Funktion "Geräteschutz" aktiv sein. Damit kann man es nach dem Zurücksetzen nur in Betrieb nehmen, wenn man die Zugangsdaten zum Goolge-Konto kennt, mit dem das Gerät vorher verbunden war. Die Funktion soll Smartphones für Diebe nutzlos machen. Löschen Sie das Google-Konto, um den Schutz zu deaktivieren. Tippen Sie dazu auf Einstellungen > Konten > Google > Ihr Konto > Menü (drei Punkte oben links) > Konto entfernen.

4. Daten verschlüsseln

Falls noch nicht geschehen, verschlüsseln Sie nun den Gerätespeicher. Ab Android 3.0 ist diese Funktion vorinstalliert. Sie befindet sich in der Regel bei den Einstellungen unter dem Menüpunkt Sicherheit. Der Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Geräte, die mit Android 6.0 ausgeliefert wurden, sind meistens schon ab Werk verschlüsselt. In dem Fall müssen Sie nichts mehr tun.

Eine Schritt für Schritt-Anleitung für das Verschlüsseln mit weiteren Tipps gibt es hier: Android-Gerät verschlüsseln

5. Gerät zurücksetzen

Nun ist das Gerät bereit zum Zurücksetzen. Die vorinstallierte Funktion befindet sich in der Regel unter Einstellungen > Sichern und Zurücksetzen > Auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Folgen Sie den Anweisungen des Programms. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten. Falls die Funktion auch für die SD-Karte verfügbar ist, finden Sie diese unter Einstellungen > Speicher > SD-Karte Formatieren.

Eine Anleitung für das Zurücksetzen mit weiteren Tipps gibt es in der Bildfolge Auf Werkseinstellungen zurück setzen.

6. Gerät anonym und verschlüsselt einrichten

Nach dem Zurücksetzen startet das Gerät neu. Richten Sie es nun ohne Angabe von Namen, WLAN- oder Konto-Daten ein. Legen Sie keine SIM-Karte ein. Falls Sie zur Eingabe aufgefordert werden, tippen Sie auf "Überspringen" oder "Weiter". Deaktivieren Sie die Standortermittlung und Bluetooth. Aktivieren sie die Verschlüsselung wie in Punkt 3 beschrieben.

Falls Sie sich nicht sicher sind, wie Bluetooth deaktiviert wird, sehen Sie sich unsere Anleitung Bluetooth ausschalten (Android) an.
Falls Sie sich nicht sicher sind, wie die Standortdienste ausgeschaltet werden, sehen Sie sich unsere Bildfolge Standortermittlung deaktivieren an.

7. (optional) Datenträger überschreiben

Manche Fachleute empfehlen dann noch, den Speicher einmal mit Daten zu überschreiben, indem man zum Beispiel die Linse der Kamera abdeckt und eine Filmaufnahme startet. Für Geräte, die mit Android Version 5.0 oder neuer ausgeliefert wurden, halten wir diesen Schritt für übertrieben. Zudem kann man wichtige Speicherbereiche so gar nicht erreichen. Zum Beispiel den Bereich, wo Kontaktdaten oder Passwörter gespeichert sind. Wer ganz sicher gehen möchte, kann es natürlich trotzdem machen - schaden kann es auf jeden Fall nicht.

8. (optional) Telefon nochmal zurücksetzen

Falls Sie Schritt 7 durchgeführt haben, wiederholen Sie nun die Schritte 4 und 5. Sie können Ihr Gerät jetzt bedenkenlos weitergeben.

9. Einige Daten können übrigbleiben

Mit aufwendigen Methoden können auch nach dieser Prozedur eventuell Daten ausgelesen werden, besonders bei älteren Android-Versionen und wenn die Verschlüsselung nicht von Anfang an aktiviert wurde. Dies ist aber auf keinen Fall etwas, das sich für gewöhnliche Kriminelle rechnen würde sondern spielt eher bei Geheimdiensten oder in der Strafverfolgung eine Rolle.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Navi-Apps im Check: Waze – Wolf im Schafspelz

Die Navigations-App Waze bezieht seine Geo- und Verkehrsdaten von seiner Nutzergemeinschaft – ist aber ein rein kommerzielles Produkt. Der Dienst schaltet Werbung und speichert den Standortverlauf der Nutzer dauerhaft. Offlinekarten gibt es nicht. Wir sagen: Nicht empfehlenswert.

Mehr
Ratgeber 

Opt-out: Telefonnummer-Weitergabe bei WhatsApp widersprechen

Die aktuellen AGB von WhatsApp verbindet die Telefonnummern und Nutzungsdaten der WhatsApp-Nutzer mit Unternehmen, die über Facebook für Kunden direkt erreichbar sind. Wer seine Daten nicht teilen möchte, sollte der Weitergabe widersprechen.

Mehr
Messenger 

Messenger-App Telegram kurz vorgestellt

Der russische Messenger Telegram wird gerne als WhatsApp-Alternative Nummer eins gehandelt. Doch Vorsicht: Chats sind standardmäßig nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Um ihn sicher nutzen zu können, sollten Sie sich zunächst in Ruhe mit dem Messenger vertraut machen.

Mehr
YouTube-Video 

Bezahldienst PayPal: Pro und Contra

Der Bezahldienst PayPal erspart Ihnen das Einrichten von Zahlungswegen in unterschiedlichen Online-Shops. Allerdings erhält der Dienstleister dabei auch sehr viele Informationen über Sie. Unser Video bietet eine kurze Pro-und-Contra-Liste als Entscheidungshilfe.

Ansehen