Dieser Artikel wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Die Informationen könnten veraltet sein.
Ratgeber

Worauf Sie bei In-App-Käufen achten sollten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 29.06.2015, bearbeitet am26.08.2019

In-App-Käufe können schnell ins Geld gehen, vor allem bei Spielen. Die App selbst ist kostenlos, kostenpflichtig sind Extras, die den Spielverlauf beschleunigen. Sowohl bei Android als auch bei iOS lassen sich In-App-Käufe mit einem Passwort absichern oder über Guthabenkarten kontrollieren. Wir zeigen wie es geht.

Was sind In-App-Käufe?

Bei vielen Apps kann man innerhalb der App zusätzliche Funktionen oder Dienste gegen Geld freischalten. Zum Beispiel eine genauere Vorhersage für das Wetter in einer Wetter-App oder ein neues Level bei einem Spiel. Gerade bei Spielen können sich die Kosten aber ganz schön läppern, da es immer wieder neue Levels und neue Erweiterungen zu erwerben gibt.

Große Spieleentwickler setzen dabei Psychologen ein, um die Hemmschwelle für solche Käufe zu senken. Zu den Tricks gehört zum Beispiel die Zahlung mit einer internen Spielwährung – das verschleiert die tatsächlichen Kosten und vermittelt das Gefühl, es wäre kein echtes Geld.

Auch beliebt: Die sogenannte "Loot-Box". Dabei kann man im Spiel ein "Überraschungspaket" kaufen, bei dem man nicht genau weiß, was enthalten ist, aber natürlich hofft, dass es ein wertvoller Spiel-Gegenstand ist. Klingt harmlos, ist aber ein Kniff aus dem klassischen Glücksspiel. Entsprechend umstritten ist er - vor allem, wenn die Spiele auch an Kinder und Jugendliche vermarktet werden.

Deshalb ist bei In-App-Käufen die Kostenkontrolle besonders wichtig. Sie haben dazu verschiedene Möglichkeiten:

Guthabenkarten verwenden

Wem es nur um die Kostenkontrolle geht, der kann diese über die Verwendung von Guthabenkarten erreichen. Solche Karten gibt es für die großen App-Stores in Supermärkten, Elektronikgeschäften, Postfilialen und ähnlichem zu kaufen. Damit können Sie Guthaben für 10 bis 50 Euro einkaufen und in Ihrem Gerät hinterlegen. So können die Kosten zumindest nicht unbemerkt ins Uferlose wachsen.

Guthabenkarten haben außerdem den Nebeneffekt, dass die Zahlungsdaten – Kreditkarte oder Kontonummern – nicht im Gerät hinterlegt werden müssen. Das erhöht die Sicherheit des eigenen Kontos.

Android: Passwort für In-App-Käufe einrichten

Sie können In-App-Käufe mit einem Passwort schützen. Diese Option bietet sich vor allem an, um Kinder vor ungewollten Käufen zu schützen, oder unbefugte Käufe zu unterbinden. Die Einstellung dafür nehmen Sie in der Play-Store-App vor - in der die Käufe ja auch abgewickelt werden. Sie können das Passwort entweder für jeden Kauf abfragen, nur alle 30 Minuten oder nie.

Um eine Passwortabfrage für In-App-Käufe einzurichten, öffnen Sie die Playstore-App.
Tippen Sie auf die drei waagerechten Striche auf der linken Seite, um das Menü zu öffnen.
Tippen Sie auf den Punkt Einstellungen, im unteren Teil des Menüs.
Dort finden Sie den Menüpunkt „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ (er kann bei anderen Android- und Play-Store-Versionen anders heißen: „PIN festlegen oder ändern“, „Passwort festlegen“, „Passwort für Käufe erforderlich“ oder ähnliches).
Sie können auswählen, wann das Passwort eingegeben werden muss: Für jeden Einkauf, nur alle 30 Minuten, oder nie. Am sichersten ist die Option „Für alle Käufe bei Google Play auf diesem Gerät“.
Die Änderungen der Einstellungen müssen Sie mit Ihrem Google-Passwort bestätigen.

(Die Screenshots entstanden auf einem Huawei P20 mit Android 9.0, Play-Store-Version 16.2.25-all)

iOS: Passwort für In-App-Käufe einrichten

Auch bei iPhone und iPad können Sie In-App-Käufe mit einem Passwort schützen. Diese Option bietet sich vor allem an, um Kinder vor ungewollten Käufen zu schützen, oder unbefugte Käufe zu unterbinden. Sie können das Passwort vor jedem Einkauf abfragen oder nur alle 15 Minuten.

Um In-App-Käufe mit einem Passwort zu sichern, öffnen Sie die Einstellungen.
Scrollen Sie im Menü nach unten bis zum Punkt iTunes & Appstore und tippen Sie darauf.
Tippen Sie auf den Punkt Passworteinstellungen.
Hier können Sie festlegen, wann ein Passwort abgefragt werden soll: Bei jedem Kauf oder erst nach 15 Minuten.
Sie müssen die Änderung mit Ihrer Apple-ID und dem zugehörigen Passwort bestätigen.

(Die Screenshots entstanden auf einem iPhone 6, iOS 12.4.)

In-App-Käufe ganz unterbinden

Ganz unterbinden können Sie solche Käufe nur, indem Sie einfach keine Zahlungsmittel im Gerät hinterlegen. Damit können Sie aber nichts mehr im Play-Store oder im Appstore kaufen, auch keine kostenpflichtigen Apps.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0x2F021121044527DC

PGP Public Key

Download als .asc

Fingerprint

BC80 45E0 3110 EA00 A880 0827 2F02 1121 0445 27DC

Miriam Ruhenstroth

Begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Apps gecheckt: Speed-Checker fürs WLAN versenden Standortdaten an Dritte

Per App können Verbraucher*innen prüfen, ob ihr Internetanbieter hält, was er verspricht. Blöd nur, wenn das Messgerät selbst nicht vertrauenswürdig ist. Wir haben 14 beliebte Speed-Checker für Android analysiert und können nur zwei empfehlen.

Mehr
Ratgeber 

Nach mobilsicher.de-Recherche: Islamische Gebets-Apps bessern nach

Eine Untersuchung von mobilsicher.de zeigte gravierende Mängel beim Umgang mit Nutzerdaten. Sieben Apps haben ihr Verhalten nach der Veröffentlichung deutlich verbessert. Eine App können wir nun empfehlen.

Mehr
YouTube-Video 

Handy-Privacy: 10 Fragen und Antworten

Ein bunter Blumenstrauß aus Fragen unserer YouTube-Community, diesmal mit Browsern, Passwortschutz, Premium-Versionen und App-Stores. Und was meinen wir eigentlich mit „Schnelltest“ bei unserem AppChecker?

Ansehen
Ratgeber 

Nicht lustig: Kettenbriefe auf WhatsApp

Lästige Kettenbriefe auf WhatsApp machen oft die Runde: Sie schüren Angst vor der Verwendung privater Fotos durch Online-Dienste, der man rechtzeitig wiedersprechen müsste - oder davor, dass WhatsApp kostenpflichtig wird. Nicht jede*r erkennt sie als das, was sie sind: Falschmeldungen. Wir erklären, was es mit dem Phänomen auf sich hat.

Mehr