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Apps-Stores für Android: Die Qual der Wahl

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Beim Android-Betriebssystem können Nutzer ihre Apps aus unterschiedlichen Quellen beziehen. Der Play-Store von Google ist dabei meist die erste Wahl. Es gibt aber lohnenswerte Alternativen. Das Risiko ist überschaubar – wenn man ein paar Regeln beachtet.

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F-Droid · Google · Play-Store · Schadprogramme
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Der Play-Store von Google ist auf fast allen Android-Geräten vorinstalliert. Um ihn zu nutzen, muss man das Gerät mit einem Google-Konto verknüpfen. Dazu muss man die Datenschutzerklärung von Google akzeptieren – und räumt dem Unternehmen damit eine Menge Rechte ein. Die Folge: Jede Menge Daten über die Nutzung des Handys werden an Google übermittelt.

Wie sicher ist der Play-Store?

Google lässt Apps nicht von Menschen überprüfen, bevor sie im Play-Store landen. Seit 2012 gibt es aber mit „Bouncer“ ein automatisiertes Prüfverfahren, das Funktions- und Sicherheitsmängel aufspüren soll. Als weitere Sicherheitsmaßnahme müssen sich Entwickler, die eine App in den Play-Store laden, vorher registrieren und eine Gebühr bezahlen.

Zudem kann Google problematische Apps nachträglich aus dem Store löschen. Dies ist in der Vergangenheit relativ häufig vorgekommen. Apps aus dem Play-Store kann Google im Notfall sogar per Fernzugriff von den Geräten der Nutzer entfernen.

Schadprogramme im Play-Store

Obwohl „Bouncer“ als leistungsfähig gilt, gelangen immer wieder Schadprogramme in den Play-Store. So wurden 2015 drei Schadprogramme entdeckt, die erst Wochen nach der Installation ihre schädliche Tätigkeit aufnahmen. Zu dem Zeitpunkt waren sie schon millionenfach heruntergeladen worden.

Die überwältigende Mehrheit aller Schadprogramme für Android stammt aber nicht aus dem Play-Store, sondern aus anderen Quellen. Trotzdem sollten auch Apps aus dem Play-Store sorgfältig vor dem Herunterladen geprüft werden.

Keine Angst vor Alternativen

Ob als Alternative oder als Ergänzung zum Play-Store: Ein Blick auf andere Quellen für Apps lohnt sich für Android-Nutzer auf jeden Fall.

      • Amazons App-Shop
        Die bekannteste Alternative zum Play-Store hat der Online-Händler Amazon entwickelt: den App-Shop. Er umfasst rund 600.000 Apps (Stand Juni 2016) und ist damit deutlich kleiner als der Play-Store von Google, in dem es über eine Million Apps gibt. Auf Amazon-Geräten wie dem Fire-Phone ist der App-Shop vorinstalliert. Die Installation auf anderen Android-Geräten ist möglich, aber nicht ganz einfach. Wer sich Anwendungen aus Amazons App-Shop herunterladen möchte, braucht dazu ein Amazon-Nutzerkonto. Amazon gibt an, dass alle Apps, die im App-Shop landen, von Menschen auf Funktion und Sicherheitsmängel überprüft werden. Dennoch sind in der Vergangenheit auch dort vereinzelt Schadprogramme und betrügerische Apps aufgetaucht, die Fähigkeiten vortäuschten, die sie nicht hatten, aber Geld kosteten.
      • F-Droid
        Als sicher und datenschutzfreundlich gilt der weniger bekannte App-Store F-Droid. Dort finden sich zwar nur rund eintausend Apps, die aber ausschließlich kostenfrei sind, und deren Programmcode frei zugänglich ist (Open Source). So kann jede App nach dem Mehraugenprinzip überprüft werden. Hier werden alle Apps von Menschen geprüft und gegebenenfalls mit Warnhinweisen versehen, wenn unerwünschte Eigenschaften, wie zum Beispiel Werbung, in den Apps identifiziert werden.
      • Noch mehr Stores
        Auch einige Hersteller, wie zum Beispiel Samsung und Sony, haben für ihre Smartphones und Tablets eigene App-Stores entwickelt. Diese können nur mit einem Gerät des entsprechenden Herstellers genutzt werden und benötigen in der Regel ein Nutzerkonto.Darüber hinaus gibt es viele kleine App-Stores die sich in Aussehen und Preisgestaltung stark unterscheiden. Zu nennen sind App-Stores wie „GetJar“, „Opera Mobile Store“ oder „Aptoide“. Bei diesen und anderen weniger bekannten Quellen sollte man sich vorher genau informieren, ob und wie die Apps dort auf Qualität und Unschädlichkeit geprüft werden.

Installation von alternativen Apps

Wer Apps aus alternativen Stores installieren möchte, muss einen zusätzlichen Schritt machen. Zum Zeitpunkt der Installation muss die Option „Unbekannte Quellen“ aktiviert sein. Sie finden diese unter „Einstellungen > Sicherheit“. Die Option sollte standardmäßig ausgeschaltet sein, da sonst Schadprogramme leichter auf das Gerät kommen können.

Zahlungsmöglichkeiten überprüfen

Wer sich kostenpflichtige Apps herunterladen möchte, der sollte genau überlegen, wem er seine Konto- oder Kreditkarteninformationen anvertraut. Alternativ bieten sich Gutschein-Lösungen an: Smartphone-Nutzer können im Supermarkt oder Kiosk Gutscheine für Googles Play-Store und Amazons App-Shop kaufen. In der jeweiligen App kann man dann den Gutscheincode eingeben und über das Guthaben verfügen.

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