Checkliste

Checkliste: Apps richtig beurteilen (Android)

Ein Artikel von , veröffentlicht am 16.12.2017, bearbeitet am16.09.2019
iStock.com / luna4

Was eine App wirklich auf dem Smartphone tut, kann man als Nutzer*in kaum kontrollieren. Es gibt aber einige Merkmale, die Hinweise darauf geben, ob eine App vertrauenswürdig ist. Diese Punkte sollten Sie vor der Installation prüfen.

Bezugsquelle der App

Apps aus den Stores von Google oder Apple und auch aus F-Droid haben auf jeden Fall schon eine Überprüfung hinter sich. Bei Apps aus anderen Quellen sollte man besonders aufmerksam sein.

Anbieter*in

Wem gehört der Dienst oder die App, die Sie gerade installieren? Gibt es eine Firmen-Webseite? Wird dort glaubwürdig über den Dienst informiert?

Geschäftsmodell

Womit verdient der*die Anbieter*in Geld? Wie werden die laufenden Kosten gedeckt? Ist das Modell Werbung oder Datenhandel? Steht eine Stiftung dahinter oder eine freiwillige Community? Gerade wenn Sie für eine App nichts bezahlen, sollte diese Frage klar beantwortet sein.

Geschäftssitz

Liegt der Firmensitz des Herstellers in einem Rechtsstaat, in dem Sie Ihre Interessen gegebenenfalls auch vor Gericht durchsetzen könnten? Gibt es eine Kontaktadresse oder ein Impressum?

Datenschutzerklärung

Ist eine Datenschutzerklärung vorhanden? Wenn ja, ist dies ein gutes Zeichen. Der Hersteller hat sich zumindest formal mit Datenschutzanforderungen auseinandergesetzt. Liegt die Datenschutzerklärung auf Deutsch vor? Noch besser, möglicherweise ist sie dann sogar rechtskräftig. Die Erklärung kurz querzulesen, gibt oft schon viel Aufschluss darüber, was der Dienst mit Ihren Daten macht.

Bewertungen

Apps in den App-Stores können von Nutzer*innen bewertet werden. Oft lohnt sich ein Blick in die Kommentare, um von verbreiteten Problemen mit der App zu erfahren. Allerdings: Viele positive Kommentare sind keine Garantie für eine gute App, wie etwa das Beispiel Clean Master zeigt.

Open Source

Es ist immer von Vorteil, wenn der Programmcode einer App für jede*n zugänglich ist. Der Fachbegriff dafür ist Open Source (quelloffen). So können unabhängige Fachleute den Code auf Schwachstellen und versteckte Funktionen überprüfen. Der F-Droid-Store für Android verbreitet zum Beispiel ausschließlich Open-Source-Apps.

Berechtigungen

Werfen Sie einen Blick in die Zugriffsberechtigungen der App. Sind sie plausibel? Allerdings ist nicht jede App mit vielen Zugriffsrechten gleich unseriös. Oft ist dies eine Kostensache: Es ist einfacher, eine App mit vielen Zugriffsrechten zu programmieren als eine mit wenigen.

Hinweis: Die genannten Punkte sind allesamt "weiche" Kriterien. Es gibt seriöse Apps, die nur wenige davon erfüllen und unseriöse Apps, die fast alle erfüllen. In der Summe ergeben sie aber meistens ein korrektes Bild.

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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