Browser und Suchmaschinen

Diese Vorteile hat der Browser Firefox für Android

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.11.2015, bearbeitet am24.11.2020
Bild von birgl auf Pixabay

Der schnellste Weg ins Internet mit einem Android-Handy ist der vorinstallierte Browser. Der kommt meistens von Google oder vom Hersteller des Geräts. Mehr Möglichkeiten, den Datenschutz beim Surfen zu verbessern, bietet die Alternative Firefox.

Das ist Firefox für Android

Standardmäßig ist auf den meisten Android-Geräten der Browser Chrome installiert. Wie alle Google-Apps sammelt er viele Daten über seine Nutzer*innen und sendet sie an Google. Manche Gerätehersteller wie Samsung bieten eigene Browser, über deren Datensendeverhalten wenig bekannt ist.

Der Browser Firefox, den die Mozilla-Stiftung entwickelt, ist eine beliebte Alternative. Sie können ihn kostenlos aus dem Google Play-Store herunterladen.

Im Kern ist Firefox quelloffen (Open Source), der Programm-Code ist also für jede*n zugänglich. Quelloffene Software gilt als vertrauenswürdiger, weil unabhängige Dritte sie überprüfen können.

Sie können beispielsweise analysieren, wie die Software genau programmiert ist, welche Aktionen sie durchführt, welche Daten sie abfragt und ob es Sicherheitslücken und Fehler gibt.

Welche Daten fragt Firefox ab?

Auch Firefox fragt standardmäßig Daten von Nutzer*innen ab und sendet sie an den Betreiber, die Mozilla-Stiftung. Laut Firefox-Dokumentation nimmt der Browser regelmäßig Kontakt zu einem Mozilla-Server auf und überträgt dorthin folgende Daten:

  • Versionsnummer der App,
  • eingestellte Sprache,
  • Betriebssystem (mit Version, zum Beispiel Android 9),
  • Hardware-Konfiguration,
  • Informationen zur Speicherkapazität,
  • IP-Adresse, um Standort auf Landesebene zu ermitteln,
  • installierte Add-ons (kleine Zusatzprogramme, die den Browser erweitern, siehe unten),
  • Interaktionsdaten: Länge der Sitzungen, Abstürze, Zahl der besuchten Webseiten sowie der geöffneten Fenster und Tabs, Informationen über die Nutzung der Firefox-Such- und Vorschlagsfunktionen.

Mozilla überprüft mit diesen Informationen, ob der Browser stabil läuft, ob Browser und Add-ons auf dem aktuellen Stand sind und wie gut vorgeschlagene Inhalte ankommen.

Die Update-Funktion und das Übersenden des Statusberichts lassen sich zwar deaktivieren. Weil Mozilla über die automatische Update-Funktion Sicherheitslücken schneller schließen kann, ist dies aber nicht zu empfehlen.

Welche Webseiten Sie öffnen, wird nicht an Mozilla übermittelt. In der Standardeinstellung sendet Firefox jedoch Nutzungsdaten an den Werbedienstleister Leanplum. Dies können Sie in den Einstellungen abwählen.

Hinweis: Wenn Sie Webseiten in Firefox erlauben, Ihren Standort abzufragen, sendet Firefox Ihre IP-Adresse und/oder Funkzellendaten zur Standortermittlung an Google.

Schutz vor Tracking

Seit dem Update auf Firefox Daylight ist eine neue Funktion zum Schutz vor Tracking integriert. Die Einstellung "Verbesserten Schutz vor Aktivitätenverfolgung" kann von "Standard" auf "Streng" oder "Benutzerdefiniert" geändert werden.

Mozilla reagiert damit nach eigenen Angaben auf die Beliebtheit der abgespeckten Firefox-Variante Firefox Klar, die schon länger erweiterte Möglichkeiten zum Schutz vor Tracking bietet.

Ob der Tracking-Schutz aktiv ist, erkennt man im neuen Firefox Daylight an einem kleinen Schild in der Adresszeile. Ist es schwarz, wurden keine Tracking-Elemente gefunden. Wird das Symbol violett, hat Firefox Elemente einer Seite blockiert. Welche URLs blockiert wurden, erfahren Sie, wenn Sie darauf tippen.

Um Tracker zu erkennen und zu blockieren, greift der Browser auf eine öffentlich zugängliche Sperrliste mit bekannten Trackern der Firma Disconnect zu. Disconnect ist ein gemeinnütziges US-Unternehmen und Mitglied der B-Corp-Community, das Software für den Schutz von Daten und Privatsphäre herstellt und vertreibt.

Firefox für Android erweitern: Add-ons

Neben den Einstellungen im Browser selbst gibt es Zusatzprogramme, sogenannte Add-ons, mit denen man den Browser um Funktionen erweitern kann. Sie werden von Programmierer*innen der Mozilla-Community erstellt und sind kostenlos. Seit dem Update auf Firefox Daylight stehen noch nicht alle etablierten Add-Ons wieder zur Verfügung.

Firefox ist für die Vielfalt und Qualität seiner Add-ons bekannt und bietet sie als einziger Browser auch für die Smartphone-Version an. Es gibt eine ganze Reihe Add-ons, mit denen sich Sicherheit und Datenkontrolle beim Surfen erheblich verbessern lassen.

Welche Add-ons wir empfehlen und wie man sie installiert, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Add-ons für Firefox (Android).

Auch Firefox muss eingestellt werden

Standardmäßig sind bei Firefox nicht alle Datenschutzoptionen aktiv. Nutzer*innen sollten daher nach dem Installieren einmal das Menü durchgehen, um den Browser nach den eigenen Wünschen zu einzustellen.

Welche Einstellungen wir für den Schutz Ihrer Privatsphäre empfehlen, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Browser Firefox richtig einstellen (Android).

Firefox in F-Droid

Im alternativen App-Store F-Droid ist der klassische Firefox nicht zu haben. Es gibt dort aber die App Fennec, eine auf Firefox basierende Browser-Variante, aus der einige proprietäre Elemente entfernt wurden. Der Funktionsumfang und die Einstellungsmöglichkeiten unterscheiden sich nicht.

Zusätzlich bietet F-Droid die Variante Firefox Klar, die von Mozilla selbst angeboten wird. Firefox Klar bietet weniger Funktionen und legt besonderen Wert auf den Schutz der Privatsphäre.

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Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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