Browser und Suchmaschinen

Diese Vorteile hat Firefox für Android

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.11.2015, bearbeitet am27.05.2019
Bild von birgl auf Pixabay

Der schnellste Weg ins Internet mit einem Android-Handy ist in der Regel der vorinstallierte Browser Chrome. Mehr Möglichkeiten, den Datenschutz beim Surfen zu verbessern, bietet jedoch die Alternative Firefox.

Das ist Firefox für Android

Standardmäßig ist auf den meisten Android-Geräten Googles Browser Chrome installiert. Wie alle Google-Produkte sammelt auch Chrome viele Daten über seine Nutzer und sendet sie an Google.

Der Browser Firefox, der von der Mozilla-Stiftung angeboten wird, ist eine beliebte Alternative. Der Firefox-Browser kann kostenlos aus dem Google Play-Store geladen werden.

Im Kern ist Firefox eine quelloffene Software (Open Source). Das bedeutet, dass jede Person den Programmcode einsehen und weiterverwenden kann.

Quelloffene Proramme gelten als vertrauenswürdiger, weil unabhängige Experten überprüfen können, wie die Software genau programmiert ist, welche Aktionen sie durchführt, welche Daten sie abfragt und wo Sicherheitslücken und Fehler sind.

Im alternativen App-Store F-Droid ist der Browser in seiner Originalversion nicht mehr verfügbar. Es gibt dort aber eine auf Firefox basierende schlanke Variante des Browsers (Firefox Light), eine Version des Orginal-Firefox, aus der proprietäre Elemente entfernt wurden (Fennec) sowie eine besonders diskrete Firefox-Edition (Firefox Klar).

Was F-Droid genau ist und wie Sie den Store nutzen, erklären wir im Beitrag F-Droid: Verbraucherfreundlicher App-Store für Android.

Welche Daten fragt Firefox ab?

Auch Firefox fragt standardmäßig Daten vom Nutzer ab und sendet sie an Mozilla. Zudem hat die Mozilla-Stiftung, die Firefox entwickelt, vor einiger Zeit begonnen, interessenbezogene Werbung in den Browser zu integrieren. Für beides erntete die Stiftung heftige Kritik. Die Datenerfassung kann aber sehr genau konfiguriert und sogar vollständig deaktiviert werden.

Laut Firefox-Dokumentation nimmt der Browser regelmäßig Kontakt zu einem Mozilla-Server auf, und überträgt dorthin folgende Daten:

  • die Version der App,
  • eingestellte Sprache,
  • Betriebssystem (mit Version, zum Beispiel Android 8 – Oreo),
  • IP-Adresse, um Standort auf Landesebene zu ermitteln
  • installierte Add-ons (Add-ons sind kleine Zusatzprogramme, mit denen man den Browser erweitern kann, siehe unten),
  • Interaktionsdaten: Länge der Sitzungen, Abstürze, Zahl der besuchten Webseiten sowie der geöffneten Fenster und Tabs, Informationen über die Nutzung der Firefox-Such- und Vorschlagsfunktionen.

Mozilla überprüft mit diesen Informationen, ob der Browser stabil läuft, ob Browser und Add-ons auf dem aktuellen Stand sind und wie gut vorgeschlagene Inhalte ankommen.

Die Update-Funktion und das Übersenden des Statusberichts lassen sich zwar deaktivieren, dies ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen. Denn über die automatische Update-Funktion kann Mozilla Sicherheitslücken schnell schließen.

Öffnet man ein neues Fenster in Firefox, werden dort Artikel aus Online-Medien angezeigt, die der Dienst „Pocket“ aussucht. „Pocket“ ist ein Programm zum Verwalten von Lesezeichen, das 2017 von Mozilla gekauft wurde. Momentan schlägt „Pocket“ keine personalisierten Inhalte vor, in den USA und Kanada testet Mozilla jedoch aktuell eine interessenbezogene Auswahl.

Welche Webseiten geöffnet wurden, wird nicht an Mozilla übermittelt.

Schutz vor Trackern

Tracking nennt man sämtliche Methoden, die angewandt werden, um Nutzer beim Surfen im Internet zu beobachten. Dazu gehören Cookies, aber auch viele andere Methoden.

Mehr Informationen bietet unser Text Tracking im Internet: Cookies, Cache und Co.

Firefox bietet wie alle gängigen Browser die „Do not track“-Option an. Ist diese aktiviert, teilt der Browser den besuchten Webseiten mit, dass der Nutzer nicht getrackt, also verfolgt werden will. Ob die jeweiligen Website-Betreiber diesen Wunsch berücksichtigen, ist jedoch ihre eigene Entscheidung.

Da die Erfolge dieser auf Freiwilligkeit setzenden Datenschutzinitiative ausblieben, hat Firefox seit der Version 42 einen neuen Schutz gegen Tracker hinzugefügt.

Dabei greift der Browser auf eine öffentlich zugängliche Sperrliste mit bekannten Trackern der Firma Disconnect zu. Disconnect ist ein gemeinnütziges US-Unternehmen und Mitglied der B-Corp-Community, das Software für den Schutz von Daten und Privatsphäre herstellt und vertreibt.

Standardmäßig ist der Schutz aktiv, sobald man im „privaten Modus“ surft. Seit Firefox Version 57.0 kann man die Funktion im Menü so konfigurieren, dass sie immer aktiv ist.

Trumpfkarte: Add-ons

Neben den Einstellungen im Browser selbst gibt es auch Zusatzprogramme, sogenannte Add-ons, mit denen man den Browser um Funktionen erweitern kann. Sie werden von Programmierern der Mozilla-Community erstellt und sind kostenlos.

Firefox ist für seine einzigartige Vielfalt und Qualität von Add-ons bekannt und bietet sie als einziger Browser auch für die Smartphone-Version an. Es gibt eine ganze Reihe Add-ons, mit denen sich Sicherheit und Datenkontrolle beim Surfen erheblich verbessern lassen.

Welche Add-ons wir empfehlen und wie man sie installiert, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Add-ons für Firefox (Android).

Auch Firefox muss konfiguriert werden

Standardmäßig sind bei Firefox nicht alle Datenschutzoptionen aktiv. Nutzer sollten daher nach dem Installieren einmal das Menü durchgehen, um den Browser nach den eigenen Wünschen zu konfigurieren.

Welche Konfigurationsmöglichkeiten es gibt, erklären wir im Ratgeber: Browser Firefox richtig einstellen (Android).

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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