Browser und Suchmaschinen

Diese Vorteile hat der Browser Firefox für Android

Ein Artikel von , veröffentlicht am 07.11.2015, bearbeitet am08.09.2020
Bild von birgl auf Pixabay

Der schnellste Weg ins Internet mit einem Android-Handy ist in der Regel der vorinstallierte Browser Chrome. Mehr Möglichkeiten, den Datenschutz beim Surfen zu verbessern, bietet jedoch die Alternative Firefox.

Hinweis: Im August 2020 veröffentlichte die Mozilla-Stiftung eine komplett überarbeitete Version des mobilen Browsers, Firefox Daylight. Momentan stehen noch nicht alle angekündigten Elemente zur Verfügung, außerdem werden in der Version 79.0.5 sowie im Update auf Version 80.0 bisher nur neun Add-Ons unterstützt.

Das ist Firefox für Android

Standardmäßig ist auf den meisten Android-Geräten Googles Browser Chrome installiert. Wie alle Google-Produkte sammelt auch Chrome viele Daten über seine Nutzer*innen und sendet sie an Google.

Der Browser Firefox, den die Mozilla-Stiftung entwickelt, ist eine beliebte Alternative. Der Firefox-Browser kann kostenlos aus dem Google Play-Store geladen werden.

Im Kern ist Firefox eine quelloffene Software (Open Source). Das bedeutet, dass jede Person den Programmcode einsehen und weiterverwenden kann.

Quelloffene Programme gelten als vertrauenswürdiger, weil unabhängige Experten sie überprüfen können. Sie können beispielsweise analysieren, wie die Software genau programmiert ist, welche Aktionen sie durchführt, welche Daten sie abfragt und ob es Sicherheitslücken und Fehler gibt.

Im alternativen App-Store F-Droid ist der klassische Firefox nicht zu haben. Es gibt dort aber die App Fennec, eine auf Firefox basierende Browser-Variante, aus der einige proprietäre Elemente entfernt wurden. Zusätzlich bietet F-Droid die Variante Firefox Klar, die von Mozilla selbst angeboten wird. Firefox Klar bietet weniger Funktionen und legt besonderen Wert auf den Schutz der Privatsphäre.

Was F-Droid genau ist und wie Sie den Store nutzen, erklären wir im Beitrag F-Droid: Verbraucherfreundlicher App-Store für Android.

Welche Daten fragt Firefox ab?

Auch Firefox fragt standardmäßig Daten von Nutzer*innen ab und sendet sie an den Betreiber, die Mozilla-Stiftung. Außerdem integrierte Firefox 2015 interessenbezogene Werbung. Für beides erntete die Stiftung heftige Kritik. Die Datenerfassung kann aber genau konfiguriert oder auch vollständig deaktiviert werden.

Laut Firefox-Dokumentation nimmt der Browser regelmäßig Kontakt zu einem Mozilla-Server auf, und überträgt dorthin folgende Daten:

  • die Version der App,
  • eingestellte Sprache,
  • Betriebssystem (mit Version, zum Beispiel Android 8),
  • IP-Adresse, um Standort auf Landesebene zu ermitteln,
  • installierte Add-ons (Add-ons sind kleine Zusatzprogramme, mit denen man den Browser erweitern kann, siehe unten),
  • Interaktionsdaten: Länge der Sitzungen, Abstürze, Zahl der besuchten Webseiten sowie der geöffneten Fenster und Tabs, Informationen über die Nutzung der Firefox-Such- und Vorschlagsfunktionen.

Mozilla überprüft mit diesen Informationen, ob der Browser stabil läuft, ob Browser und Add-ons auf dem aktuellen Stand sind und wie gut vorgeschlagene Inhalte ankommen.

Die Update-Funktion und das Übersenden des Statusberichts lassen sich zwar deaktivieren, dies ist aber aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen. Denn über die automatische Update-Funktion kann Mozilla Sicherheitslücken schnell schließen.

Welche Webseiten Sie öffnen, wird nicht an Mozilla übermittelt.

Öffnet man ein neues Fenster in Firefox, werden dort Artikel aus Online-Medien angezeigt, die der Dienst Pocket aussucht. Pocket ist ein Programm zum Verwalten von Lesezeichen, das Mozilla 2017 gekauft hat. Momentan schlägt Firefox über die Funktion keine personalisierten Inhalte vor, in den USA und Kanada testet Mozilla jedoch eine interessenbezogene Auswahl.

Hinweis: Nach dem Update auf Firefox Daylight (siehe oben) ist Pocket zunächst nicht eingebunden.

Schutz vor Trackern

Tracking nennt man sämtliche Methoden, die angewandt werden, um Nutzer beim Surfen im Internet zu beobachten.

Seit dem Update auf Firefox Daylight bietet Firefox die Funktion "Verbesserter Schutz vor Aktivitätenverfolgung" an. Die Vorgängerversion wurde um ein kleines Schild-Symbol in der Adresszeile erweitert, das durch wechselnde Farben anzeigt, ob gerade ein Tracker geblockt wird oder nicht. Standardmäßig ist der Schutz aktiv. Die Einstellung von "Standard" auf "Streng" oder "Benutzerdefiniert" geändert werden.

Um Tracker zu erkennen und zu blockieren, greift der Browser auf eine öffentlich zugängliche Sperrliste mit bekannten Trackern der Firma Disconnect zu. Disconnect ist ein gemeinnütziges US-Unternehmen und Mitglied der B-Corp-Community, das Software für den Schutz von Daten und Privatsphäre herstellt und vertreibt.

Firefox für Android erweitern: Add-ons

Neben den Einstellungen im Browser selbst gibt es auch Zusatzprogramme, sogenannte Add-ons, mit denen man den Browser um Funktionen erweitern kann. Sie werden von Programmierern der Mozilla-Community erstellt und sind kostenlos. Seit dem Update auf Firefox Daylight stehen noch nicht alle etablierten Add-Ons wieder zur Verfügung.

Firefox ist für seine Vielfalt und Qualität von Add-ons bekannt und bietet sie als einziger Browser auch für die Smartphone-Version an. Es gibt eine ganze Reihe Add-ons, mit denen sich Sicherheit und Datenkontrolle beim Surfen erheblich verbessern lassen.

Welche Add-ons wir empfehlen und wie man sie installiert, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Add-ons für Firefox (Android).

Auch Firefox muss eingestellt werden

Standardmäßig sind bei Firefox nicht alle Datenschutzoptionen aktiv. Nutzer*innen sollten daher nach dem Installieren einmal das Menü durchgehen, um den Browser nach den eigenen Wünschen zu einzustellen.

Welche Einstellmöglichkeiten es gibt, erklären wir im Ratgeber: Browser Firefox richtig einstellen (Android).
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Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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