Browser und Suchmaschinen

Startpage: Suchmaschine mit starkem Tracking-Schutz

Ein Artikel von , veröffentlicht am 03.09.2019, bearbeitet am02.06.2020

Die niederländische Suchmaschine StartPage nutzt die Trefferliste der Google-Suche und hält ihre Suchenden anonym. Finanziert wird das Angebot durch nicht personalisierte Werbung. Seit 2019 gehört Startpage mehrheitlich der US-amerikanischen Privacy One Group.

Das ist Startpage

Startpage nennt sich "die diskreteste Suchmaschine der Welt". Der Dienst startete 1998 unter dem Namen Ixquick und wurde 2006 in Startpage umbenannt. 2019 wurde Startpage Testsieger der Stiftung Warentest, gestetet wurden zehn Suchmaschinen.

Anbieter ist das niederländische Unternehmen Surfboard Holding B.V. Seit 2019 hält die US-amerikanische Werbe- und Marketingfirma System1 über ihre Tochtergesellschaft Privacy One Group eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen. Laut Startpage soll sich durch den neuen Mehrheitseigner an der datenschutzfreundlichen Linie von StartPage nichts ändern.

Wir haben mit Startpage über ihre Firmenpolitik nach dem Einstieg des Investors gesprochen. Hier geht's zum Interview.

So nutzen Sie Startpage

Sie können Startpage als Standard-Suchmaschine in Ihrem Browser festlegen, zum Beispiel in Firefox. Der Chrome-Browser blockiert Startpage als Standard-Suchmaschine. Dort können Sie Startpage aber zumindest als Startseite im Browser festlegen.

Seit Mai 2020 arbeitet das Unternehmen mit dem privatsphärefreundlichen Browser Vivaldi zusammen. Neben bekannteren Suchmaschinen wie bing oder DuckDuckGo kann Startpage dort nun als Standard-Suchmaschine ausgewählt werden, ohne zuvor installiert werden zu müssen.

Startpage bietet auch eine App für Android und für iOS an. Diese ist aber kein vollwertiger Browser mit allen wichtigen Konfigurationsmöglichkeiten. Auch liefert die App nach Angaben des Dienstes schlechtere Suchergebnisse als die Startpage-Webseite.

Wir empfehlen daher, Startpage als Suchmaschine in den Standard-Browser zu integrieren. Seit 2019 unterstützt Startpage auch die gezielte Suche nach Nachrichten. Auf Nachrichtenseiten integrierte Tracker werden dabei blockiert.

Neben der Suchmaschine hat der Anbieter auch den kostenpflichtigen E-Mail-Dienst StartMail im Programm.

Geschäftsmodell: Werbung, aber nicht personalisiert

Zwar hat Startpage seinen eigenen kleinen Such-Index, setzt aber vor allem auf die Suchergebnisse von Google. Auch die Anzeigen, die das Angebot finanzieren, werden von Google bereitgestellt. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zur Google-Suchmaschine: Startpage schaltet sich bei jeder Suchanfrage zwischen Nutzer*in und Google.

Googles Suchmaschine sieht also nur eine Suchanfrage von Startpage; Startpage reicht die Suchergebnisse dann an die Nutzer*innen weiter. Somit erhält Google keine Informationen von der suchenden Person.

Die Werbung wird folglich bei Startpage auch nicht personalisiert. So findet man hier weder das Wetter in seiner Stadt noch angepasste Kinokalender und es ist auch egal, in welchen Restaurants man zuletzt reserviert hat. Die Suchmaschine behandelt Nutzer*innen wie Unbekannte.

Es gibt nur eine grobe Filterung nach dem Land, in dem man sich befindet. Die eingeblendete Werbung orientiert sich nach den gesuchten Begriffen, nicht nach dem Suchprofil oder dem genauen Standort der Nutzer*innen.

Startpage reduziert Tracking

Die Anonymität der Suche lässt sich auch auf die gefundenen Webseiten ausdehnen. Über den Link "Anonyme Ansicht", den der Dienst jeweils neben einem Suchtreffer einblendet, bietet Startpage den Zugang über einen Verschleierungs-Rechner an, einen sogenannten Proxy.

Dieser verbirgt die eigene IP-Adresse und weitere Daten vor den aufgerufenen Webseiten, sodass deren Anbieter keine Rückschlüsse auf die besuchende Person ziehen können. Auch können die Webseiten keine Cookies im Browser der Nutzer*innen abspeichern.

Startpage verspricht, völlig auf sogenannte Tracking-Cookies zu verzichten, die Nutzeraktivitäten verfolgen. Man verwende einen „harmlosen Cookie“, heißt es, der sich ausschließlich die Einstellungen der Nutzer*innen merkt - und sonst nichts.

Im Hintergrundtext Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co erläutern wir, was IP-Adressen und Cookies sind und wie sie Ihr Verhalten im Netz nachvollziehbar machen.

Weitere Artikel

Google 

So sichern Sie Ihr Google-Konto ab

Das Google-Konto ist ein wichtiger Bestandteil jedes Android-Handys - es gibt zum Beispiel Zugang zu Gmail, YouTube und dem Play-Store. Wir empfehlen daher, das eigene Google-Konto gut abzusichern. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Mehr
Schwerpunkt 

Diese Tricks und Maschen sollten Sie kennen

Diebe und Betrüger haben ihre Strategien längst für Mobilgeräte angepasst. Meist sind die Tricks leicht zu erkennen - wenn man vorher schon davon gehört hat. Hier halten wir Sie über die aktuellen Maschen auf dem Laufenden.

Mehr
Standort 

„Wo ist“: Verlorene iPhones auch offline finden

Wenn Sie Ihr iPhone verloren haben, können Sie es in der Regel über die integrierte Ortungsfunktion lokalisieren. Mit dem Update auf iOS 13 funktioniert das jetzt auch, wenn das Gerät keinen Zugang ins Internet hat. Wir erklären, wie die clevere neuartige Methode funktioniert.

Mehr
Backup 

Cloud-Verschlüsselung mit Cryptomator kurz vorgestellt

Die meisten Cloud-Anbieter können Ihre gespeicherten Dateien theoretisch einsehen. Die App Cryptomator sichert Ihre Dokumente mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bevor sie in die Cloud geladen werden. So hat niemand außer Ihnen selbst Zugriff.

Mehr