Browser und Suchmaschinen

StartPage: Suchmaschine mit starkem Tracking-Schutz

Ein Artikel von , veröffentlicht am 03.09.2019, bearbeitet am01.12.2019

StartPage macht sich die Trefferliste der Google-Suche zunutze und sammelt dabei so wenige Daten wie möglich. Finanziert wird das Angebot durch nicht personalisierte Werbung. Seit 2019 gehört es mehrheitlich einem in den USA sitzenden Werbe- und Marketing-Unternehmen.

Das ist StartPage

Startpage nennt sich selbst "die diskreteste Suchmaschine der Welt". Der Dienst startete 1998 unter dem Namen Ixquick und wurde 2006 in Startpage umbenannt.

Anbieter ist das niederländische Unternehmen Surfboard Holding B.V. Seit 2019 hält die US-amerikanische Werbe- und Marketingfirma System1 eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen. Ob der neue Mehrheitseigner die bisherige Linie von StartPage beibehält, muss sich zeigen.

Sie können Startpage als Standard-Suchmaschine in Ihrem Browser festlegen, zum Beispiel in Firefox. Der Chrome-Browser blockiert Startpage als Standard-Suchmaschine. Dort können Sie Startpage aber zumindest als Startseite im Browser festlegen.

StartPage bietet auch eine App für Android und für iOS an. Diese ist aber kein vollwertiger Browser mit allen wichtigen Konfigurationsmöglichkeiten. Auch liefert die App nach Angaben des Dienstes schlechtere Suchergebnisse als die StartPage-Webseite. Wir empfehlen daher, Startpage als Suchmaschine in den Standard-Browser zu integrieren. Seit November 2019 unterstützt StartPage auch die gezielte Suche nach Nachrichten.

Neben der Suchmaschine hat der Anbieter auch den kostenpflichtigen E-Mail-Dienst StartMail im Programm.

Geschäftsmodell: Werbung, aber nicht personalisiert

Zwar hat StartPage seinen eigenen Such-Index, integriert aber auch Suchergebnisse von Google in sein Angebot. Auch die Anzeigen, die das Angebot finanzieren, kommen von Google. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zur Google-Suchmaschine: StartPage schaltet sich bei jeder Suchanfrage zwischen Nutzer*in und Google.

Googles Suchmaschine sieht also nur eine Suchanfrage von StartPage; StartPage reicht die Suchergebnisse dann an die Nutzer*innen weiter. Somit erhält Google keine Informationen von der suchenden Person.

Die Werbung wird folglich bei Startpage auch nicht personalisiert. So findet man hier weder das Wetter in seiner Stadt noch angepasste Kinokalender und es ist auch egal, in welchen Restaurants man zuletzt reserviert hat. Die Suchmaschine behandelt Nutzer*innen weitgehend als Unbekannte.

Es gibt nur eine grobe Filterung nach dem Land, in dem man sich befindet. Die eingeblendete Werbung orientiert sich nach den gesuchten Begriffen, nicht nach dem Suchprofil oder dem genauen Standort der Nutzer*innen.

StartPage reduziert Tracking

Die Anonymität der Suche lässt sich auch auf die gefundenen Webseiten ausdehnen. Über den Link "Anonyme Ansicht", den der Dienst jeweils neben einem Suchtreffer einblendet, bietet StartPage den Zugang über einen Verschleierungs-Rechner an, einen sogenannten Proxy.

Dieser verbirgt die eigene IP-Adresse und weitere Daten vor den aufgerufenen Webseiten, sodass deren Anbieter keine Rückschlüsse auf die besuchende Person ziehen können. Auch können die Webseiten keine Cookies im Browser der Nutzer*innen abspeichern.

Zusätzlich ist in Startpage JavaScript deaktiviert, eine Programmiersprache, die das Verfolgen von Nutzeraktivitäten erleichtert. Das kann bedeuten, dass die Funktionsfähigkeit mancher Webseiten leidet, die auf diese Technologie setzen.

StartPage verspricht, völlig auf sogenannte Tracking-Cookies zu verzichten, die Nutzeraktivitäten verfolgen. Man verwende einen „harmlosen Cookie“, heißt es, der sich ausschließlich die Einstellungen der Nutzer*innen merkt - und sonst nichts.

Im Hintergrundtext Tracking im Internet: Cookies, Cache & Co erläutern wir, was IP-Adressen und Cookies sind und wie damit Ihr Verhalten im Netz nachvollziehbar wird.

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