Ratgeber

Browser mit Tracking-Schutz: Firefox Klar (iOS)

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Der Browser „Firefox Klar“ verspricht Apple-Nutzern privates Surfen. Inzwischen hält er dieses Versprechen auch wieder – Analysedaten werden nur nach einem Opt-in übermittelt. Trotzdem bleibt Klar ein Zweit-Browser für besondere Gelegenheiten oder zum Einbinden in Safari.

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Browser · Firefox · Firefox Klar · Tracking
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Mit dem Firefox-Browser „Firefox Klar“, international auch als „Firefox Focus“ bekannt, steht seit November 2016 der erste externe Browser mit echtem Tracking-Schutz für iPhones und iPads zur Verfügung. Das heißt, unerwünschte Elemente wie Werbung, Social-Media-Schaltflächen oder eben Tracker werden aktiv blockiert.

Kein vollwertiger Browser

Firefox Klar aus dem Hause Mozilla bewirbt sich als besonders privatphärenfreundlicher Browser. Der erste Teil davon trifft voll zu: Der Hersteller, die Mozilla Corporation, gehört der bekannten Mozilla Foundation, einer Stiftung die sich seit langem auf der ganzen Welt für Transparenz und Datenschutz im Internet engagiert.

Wie alle Mozilla-Produkte ist auch Firefox Klar quelloffen, das heißt, jeder kann den Programmcode sehen und analysieren. In der Standard-Einstellung überträgt der Browser inzwischen keine Daten mehr an Mozilla. (Mehr dazu im nächsten Abschnitt).

Allerdings ist er eher eine Browser-Sparversion. Wichtige Funktionen fehlen. So kann man immer nur in einem Fenster surfen, es existieren keine Tabs. Man kann keine Startseite einstellen oder Zugangsdaten verwalten. Außerdem fehlt eine Whitelist-Funktion, um bestimmte Seiten automatisch vom Werbeblocker auszunehmen. Seiten, die mit Firefox Klar nicht funktionieren, muss man derzeit in einem anderen Browser öffnen.

Firefox Klar bleibt damit ein Ausnahme-Browser für besondere Gelegenheiten, den man parallel zu Safari nutzt. Nützlich ist er auch als externer Trackingschutz für den Safari-Browser.

Als Alternative zu Safari empfehlen wir hingegen den normalen Firefox für iOS. Er verfügt inzwischen über alle Trackingschutz-Optionen, die es auch im Klar-Browser gibt und bietet alle Funktionen, die ein vollwertiger Browser braucht.

Fauxpas: Firefox Klar übertrug Daten an Analysedienst

Anfang 2017 geriet der Browser in der Kritik. Wie IT-Spezialist Hermann Sauer von der Firma Comidio GmbH und der Journalist Peter Welchering im Deutschlandfunk berichteten, übertrug der Browser Daten an den Analysedienst „Adjust GmbH“. Und das, ohne Nutzer und Nutzerinnen darauf hinzuweisen.

Inzwischen hat Mozilla den Analysedienst Adjust nach eigenen Angaben aus Firefox Klar entfernt. Im Test konnte mobilsicher.de auch keine Verbindungsaufnahme mehr zu Adjust feststellen (getestet am 03.05.2018).

Stattdessen nutzt Firefox Klar jetzt den Mozilla-eigenen Diagnosedienst – allerdings erst nach einem expliziten Opt-in, das heißt, dass Nutzinnen und Nutzer dies explizit gestatten müssen. Standardmäßig ist die Analyse ausgeschaltet und Firefox Klar überträgt keinerlei Daten an Mozilla.

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