Browser und Suchmaschinen

DuckDuckGo: Suchen ganz ohne Google

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.09.2019

Die Suchmaschine DuckDuckGo finanziert sich durch Werbung, verzichtet dabei aber ganz auf Google-Dienste. Ihren Such-Index bildet sie aus vielen verschiedenen alternativen Quellen. In einigen Browsern können Sie DuckDuckGo mit nur einem Klick als Standard-Suchmaschine festlegen.

Das ist DuckDuckGo

DuckDuckGo ist die wohl populärste privatsphärefreundliche Suchmaschine. Einige Browser, darunter Mozillas Firefox und Apples Safari, haben die "Ente" inzwischen in ihre Liste der wählbaren Standardsuchmaschinen aufgenommen. Gegründet wurde DuckDuckGo 2008, Anbieter ist das US-amerikanische Unternehmen DuckDuckGo Inc.

Laut Angaben des Herstellers baut DuckDuckGo seinen eigenen Webseiten-Index auf, greift aber auch auf 400 externe Quellen zu – darunter zum Beispiel die konventionellen Suchmaschinen Yandex und Bing (Microsoft). Zusätzlich bietet DuckDuckGo auch eine Suche nach Bildern und Videos an. Der Betreiber sammelt nach eigenen Angaben keinerlei Informationen über Nutzer*innen.

Allerdings nutzt DuckDuckGo die Cloud-Infrastruktur von Amazon. Somit könnte der US-Gigant Amazon bestimmte Daten - beispielsweise die IP-Adresse - theoretisch verwenden und im schlimmsten Fall der US-Regierung aushändigen müssen. Konkrete Fälle sind jedoch nicht bekannt.

Wer die Sicherheit von DuckDuckGo erhöhen möchte, kann auf Android zusätzlich den Tor Browser, auf iOS den Onion Browser nutzen. Das Tor-Netzwerk verschleiert die IP-Adresse - eine Zahlenkombination, die einen beim Surfen identifizierbar macht. Dann erfährt noch nicht einmal DuckDuckGo, von wo aus Sie auf die Suchmaschine zugreifen.

Eine allgemeine Einführung zu Tor finden Sie im Hintergrundartikel Das Tor-Netzwerk: Mit dem Smartphone anonym ins Internet. Wie Sie Apps über Tor leiten, beschreiben wir im Ratgeber Beliebige Apps über Tor nutzen - so geht's (Android).

Geschäftsmodell: Werbung passend zu Suchbegriffen

DuckDuckGo schaltet Werbung abhängig von Suchbegriffen. Die Anzeigen werden allen Nutzer*innen, die einen bestimmten Suchbegriff eingeben, gleichermaßen angezeigt - es gibt keinerlei Personalisierung.

DuckDuckGo hat den Anspruch, die relevantesten und besten Ergebnisse für jede Suche anzuzeigen. Damit grenzt der Dienst sich von konventionellen Suchmaschinen ab, die häufig mit einbeziehen, welche Ergebnisse am häufigsten von Nutzer*innen geklickt werden.

Browser-App mit vielen Zusatzfunktionen

Neben der reinen Web-Suchmaschine bietet DuckDuckGo auch eine Firefox-Browsererweiterung (Add-on) sowie die App "DuckDuckGo Privacy Browser" für Android und für iOS an. Die Android-App ist quelloffen und daher auch im verbraucherfreundlichen App-Store F-Droid verfügbar.

Die Browser-App bietet zusätzlich eine Suchleiste für den Startbildschirm an. Diese Option wird beim ersten Öffnen der Browser-App angeboten.

Was den alternativen App-Store F-Droid auszeichnet, erfahren Sie im Beitrag F-Droid: Verbraucherfreundlicher Store für Android-Nutzer.

Anfang 2018 hat DuckDuckGo die Funktionen in Sachen Privatsphäre erweitert. So sind die Browser-Apps für Android und iOS ab jetzt mit einem eigenen Tracking-Blocker ausgestattet und rufen Webseiten, falls möglich, verschlüsselt über https auf.

Zudem gibt es seitdem ein Bewertungssystem: Ruft man mit dem DuckDuckGo-Browser eine Webseite auf, so sieht man links neben der Adresszeile die Bewertungen A bis E.

Sie geben Auskunft darüber, wie gut die Seite bei Datenschutz und Sicherheit abschneidet. Ein Klick auf den Buchstaben stellt konkrete Informationen bereit, zum Beispiel, welche Tracking-Netzwerke eingebunden sind.

Nachteile von DuckDuckGo

DuckDuckGo ist erst ab Android 5.0 sicher, da die App als Unterbau den Android-eigenen Browser WebView verwendet. Dieser ist bei älteren Android-Versionen von einer kritischen Sicherheitslücke betroffen, die von Google nicht geschlossen wird.

Mehr Infos dazu gibt's in unserem Video: Diese Android-Versionen sind sicher.

Wenn Sie in DuckDuckGo Videos unter den Treffern finden, können Sie diese Videos direkt in der App ansehen - zum Beispiel von YouTube. Klicken Sie ein Video an, werden Daten an den YouTube-Besitzer Google gesendet. Allerdings bekommen Nutzer*innen vorher eine entsprechende Warnung angezeigt.

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