Serie: Kindersicherungs-Apps im Check

Kindersicherungs-Apps
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Welche Möglichkeiten bietet eine Kindersicherungs-App? Speichert der Anbieter die Nutzungsdaten meiner Kinder? Teilt er sie mit Datensammlern? Und wie viel Einblick in die Privatsphäre meines Kindes finde ich in Ordnung? Wir haben acht Apps und Systemfunktionen geprüft und geben Antworten.

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App-Tipps · Kinder · Kindersicherung
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Für diese Reihe haben wir fünf Kindersicherungs-Apps getestet. Außerdem haben wir die Kindersicherungsfunktionen der Betriebssysteme iOS und Android und des Herstellers Samsung unter die Lupe genommen.

Wie so oft haben wir bei den Marktführern etliche Kritikpunkte. Zwei weniger bekannte Apps fanden wir in ihrem Umgang mit Nutzerdaten dagegen hervorragend.

Diese Apps haben wir geprüft

Google Family Link: Kinderdaten für Google

Mit dieser kostenlosen App von Google können Sie ein eigenes, eingeschränktes Google-Konto für das Smartphone Ihres Kindes anlegen und Sperrzeiten einrichten. Vor Googles großem Datenhunger bleiben jedoch leider auch die Kleinen nicht verschont. [Ganzer Text]

iOS Bildschirmzeit: Apple-Lösung mit Potenzial

Die Funktion „Bildschirmzeit“ gibt es seit iOS 12 für iPhones und iPads. Sie kann als Kindersicherung dienen – und alternativ zur Kontrolle der eigenen Smartphone-Nutzung. Sie hat viele sinnvolle Einstellmöglichkeiten. Bei einigen Punkten muss Apple allerdings noch nachbessern. [Ganzer Text]

Kaspersky Safe Kids: Viele Funktionen, viele Daten

Die App bietet eine Vielzahl an Kontroll- und Protokollfunktionen und damit auch viele Überwachungsmöglichkeiten, die Sie mit Bedacht nutzen sollten. Sämtliche Daten vom überwachten Gerät landen beim Anbieter, der sie einsehen könnte. Positiv: Kaspersky informiert verständlich und das Tracking lässt sich einschränken. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Kids Zone: Empfehlenswert – für kleinere Kinder

Kids Zone hat keine eingebauten Überwachungsfunktionen und überträgt keine Daten an den Anbieter. Aus Datenschutzperspektive schneidet die App gut ab. Der Funktionsumfang fällt allerdings etwas geringer aus, daher finden wir die App nur für kleinere Kinder geeignet. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

JoLo Kindersicherung: Datenschutz ist top

Mit der App des Entwicklers Jonas Lochmann aus Halle/Saale können Eltern die Nutzung einzelner Apps auf dem Smartphone ihrer Kinder einschränken – ganz oder für einen bestimmten Zeitraum. JoLo Kindersicherung trackt nicht und überträgt Daten nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Wir sagen: einwandfrei. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

Salfeld Kindersicherung: Datenschutzmängel

Die App eines Stuttgarter Unternehmens bietet verschiedene Kontroll- und Protokollfunktionen. Allerdings leitet „Salfeld Kindersicherung“ die Nutzungsdaten über die Server des Anbieters und birgt daher die Gefahr, dass Kinderdaten in falsche Hände geraten. Die Datenschutzerklärung hat der Anbieter nach unserer Kritik vervollständigt. Die App ist nach einem Probezeitraum kostenpflichtig. [Ganzer Text]

Samsung „Kindermodus“: Mit Spielzeugwerbung

Mit dem „Kindermodus“ bietet der Hersteller Samsung eine eigene Lösung. Die kostenlose App lässt sich nur im App-Store von Samsung herunterladen. Die Funktionen sind schlüssig. Kritikpunkt: Apps von Spielzeugherstellern sind vorinstalliert. Auch lassen sich Google-Apps, etwa Google Maps, im Kindermodus nicht freischalten. [Ganzer Text]

Screen Time for Kids: Wenig Datenschutz

Auch „Screen Time for Kids“ enthält diverse Kontroll- und Protokollfunktionen, die gut funktionieren. Der Umgang mit Daten überzeugt uns allerdings nicht. Die Nutzungsdaten landen auf der Datenbank des Anbieters, die Zugangsdaten für die App sind mangelhaft gesichert und Facebook trackt mit. Es gibt eine kostenlose Basisvariante und eine Bezahlversion der App. [Ganzer Text]

So arbeiten Kindersicherungs-Apps

Die meisten Kindersicherungs-Apps kommen als Doppelpack daher: die App läuft auf dem Gerät des Kindes und auf dem der Eltern. Vom Erwachsenengerät aus können Sie altersspezifische Einschränkungen für die Handynutzung festlegen und in unterschiedlichem Ausmaß sehen, was das Kind auf dem Handy macht.

Der Funktionsumfang schwankt erheblich. Zum Standard gehört, dass Sie eine maximale Laufzeit für das Kindergerät und für einzelne Apps festlegen und Sperrzeiten definieren können, etwa zur Schlafenszeit. Oft können Sie Webfilter aktivieren und bestimmte Apps blockieren oder ausschließlich bestimmte Apps zulassen.

Einige Kindersicherungs-Apps erlauben darüber hinaus einen sehr weitreichenden Zugriff auf die Handynutzung des Nachwuchses. Die Apps erstellen beispielsweise Protokolle über die App- und Webnutzung und zeigen den Standort des Kindergeräts an.

Nach welchen Kriterien beurteilen wir die Apps?

Uns hat interessiert, welche Apps welche Funktionen anbieten und wie verlässlich sie arbeiten. Vor allem haben wir aber auf das Datensendeverhalten geschaut. Persönliche Daten von Kindern gelten zu Recht als besonders schutzwürdig.

Die Fragen waren: Wie respektvoll geht der App-Anbieter mit den Daten Ihres Kindes um? Landen detaillierte Daten auf den Servern vom Anbieter oder von externen Dienstleistern? Und wenn ja: klärt die App transparent darüber auf und bietet an, bestimmte Datenübertragungen einzuschränken?

Ethische Frage: Schutz- oder Spionage-App?

Kindersicherungs-Apps sind nützlich: Eltern können Kindern ein eigenes Smartphone bereitstellen, ohne dass sie befürchten müssen, dass diese auf nicht altersgerechte Inhalte stoßen oder einer unkontrollierten Smartphone-Nutzung verfallen.

Es gibt aber ein ethisches Dilemma: Kindersicherungs-Apps ermöglichen auch eine Überwachung und Einschränkung von Kindern. Funktional ähneln sie Spionage-Apps, die etwa in Beziehungskonflikten zwischen Erwachsenen zum Einsatz kommen.

Natürlich wollen Sie das Beste für Ihr Kind. Wir empfehlen aber, sorgfältig abzuwägen, welche Kontroll- und Protokollfunktion einer App Sie für angemessen halten. Grundsätzlich finden wir: Es geht nichts über den Dialog mit Ihrem Kind. Technische Hilfsmittel können dann eine nützliche Ergänzung zu getroffenen Absprachen sein.

Alle Kindersicherungs-Apps im Überblick

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