News vom 20.06.2018

YouTube Premium: werbefreie Bezahlversion

Ein Artikel von , veröffentlicht am 20.06.2018

YouTube Premium ist die werbefreie Version von YouTube. Eltern können mit dem Abodienst ihre Kinder erstmals effektiv vor Werbung schützen, wenn auch nur vor klassischen Werbeformaten. Einen Schutz der eigenen Daten vor Tracking bietet auch YouTube Premium nicht.

Ab sofort ist mit YouTube Premium eine werbefreie Bezahlversion für YouTube verfügbar. Das Abonnement kostet monatlich 11,99 Euro. Alternativ gibt es für 17,99 Euro ein gemeinschaftliches „Familien-Abo“, das sich mit fünf weiteren Personen teilen lässt, die die gleiche Wohnadresse haben.

Nachtrag (22.06.2018): Wer das Abo von einem iOS-Gerät aus bucht, zahlt mehr: 15,99 für YouToube Premium, 22,99 für die Familien-Version. Grund ist die Provision, die Apple bei Käufen über den App-Store einstreicht. Tipp: Abo einfach über den Browser buchen.

Google bietet ein kostenloses Test-Abo für drei Monate an, das sich automatisch in ein Bezahlabonnement umwandelt, wenn man es nicht kündigt. Achtung: der Testzeitraum beim Familien-Abo beträgt nur ein Monat.

Die Funktionen und Vorteile von YouTube Premium sind

  • keine klassische Werbung auf YouTube
  • integriert ist die werbefreie Premiumversion des Musik-Streamingdienstes YouTube Music, den Google zur gleichen Zeit in Deutschland gestartet hat
  • Videos lassen sich herunterladen und für eine Dauer von 30 Tagen offline schauen
  • Zugang zu „YouTube Originals“ – eine Sammlung von Serien, Filmen und Dokumentationen, die bei der kostenfreien Nutzung von YouTube nicht zur Verfügung stehen

Die Funktionen, etwa das Ausblenden von Werbung, sind bei der Nutzung von YouTube im Browser und in der YouTube-App zugänglich, wie auch in Spezialversionen der App wie YouTube Kids oder YouTube Gaming. Die Offline-Funktion lässt sich aber nur mit der App nutzen.

Nur frei von klassischer Werbung

Laut einer Detailbeschreibung ist YouTube Premium frei von „von YouTube gehosteten Werbeanzeigen“. Als Beispiele nennt Google Werbeclips vor einem Video oder als Unterbrecherwerbung, Banneranzeigen auf der Startseite und auf Unterseiten oder in Videos eingeblendete Textanzeigen.

Google schreibt aber auch, dass andere Werbeformen weiterhin auftauchen können. Dazu zählen etwa die umstrittenen Produktplatzierungen in YouTube-Videos und nicht weiter erläuterte „andere Werbeinhalte wie Videoanmerkungen, Links zu anderen Videos, Trailer oder angesagte oder empfohlene Videos angezeigt“.

Kein Schutz vor Tracking

Vor dem Google-typischen Tracking, der Erfassung und Verarbeitung von Nutzerdaten, scheint YouTube Premium allerdings nicht zu schützen.

Zumindest schreibt Google nichts in der Richtung. Für YouTube Premium gibt es keine eigene Datenschutzerklärung. Es gilt die zuletzt Ende Mai 2018 aktualisierte Version, die für die meisten Google-Produkte weitgehend identisch ist und in der sich der Konzern weitreichende Rechte einräumen lässt, Daten zu erfassen und zu kombinieren. Wir gehen davon aus, dass Google auch bei der Nutzung von YouTube Premium im großen Stil Daten zur Nutzung und zum Nutzungskontext (Ortsdaten, Gerätedaten etc.) sammelt und mit anderen Daten aus dem Google-Kosmos zusammenführt.

Interessant für Eltern

Unser Fazit: YouTube Premium ist praktisch für Nutzer, die sich durch Werbung auf YouTube gestört fühlen. Aus Datenschutzsicht bietet die Bezahlversion unserer Meinung nach keine Vorteile.

Aus Kinderschutzperspektive halten wir die werbefreie Version jedoch für interessant. Werbung für Kinder ist umstritten. Vor allem junge Kinder können nicht im gleichen Maße wie Erwachsene zwischen Inhalten und bezahlten Werbebotschaften unterscheiden. Eltern, die die App YouTube Kids oder ein altersgerecht gefiltertes YouTube-Profil einrichten, können ihren Kindern jetzt eine werbefreie Version einrichten. Allerdings behebt auch YouTube Premium nicht das Problem von nicht-klassischer Werbung in Form von Produktplatzierungen.

Für einige Eltern wird zudem der vergleichsweise hohe Preis von 17,99 Euro für ein Familien-Abo ein Problem darstellen.

Geschrieben von

Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Messenger Signal: Was kann die WhatsApp-Alternative?

In Ihrem Freundeskreis nutzen noch fast alle WhatsApp? Dabei funktioniert der Messenger Signal doch genauso einfach! Aus unserer Sicht hat die App gute Chancen, auch Skeptiker zu überzeugen. Im Video erfahren Sie mehr zu der datenschutzfreundlichen Alternative.

Ansehen
Google 

So sichern Sie Ihr Google-Konto ab

Das Google-Konto ist ein wichtiger Bestandteil jedes Android-Handys - es gibt zum Beispiel Zugang zu Gmail, YouTube und dem Play-Store. Wir empfehlen daher, das eigene Google-Konto gut abzusichern. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Mehr
App-Test 

Telefon-App Drupe: Keine Anrufer-ID mehr in Europa

Die Telefon- und Kontakte App Drupe verlangt umfassenden Zugriff auf das Smartphone und lässt an einigen Stellen keine Wahlmöglichkeiten. Der Austausch von Adressbuchdaten zwischen verschiedenen Nutzern wurde inzwischen eingestellt. Unser Test zum Nachlesen.

Mehr
YouTube-Video 

Instagram versteckt Likes – warum das vor allem ein kluger PR-Streich ist

Wer durch sein Instagram-Newsfeed scrollt, sieht normalerweise auf jedem Post die Zahl der Likes. Diese Likes will die Fotoplattform zukünftig verbergen - um den sozialen Druck zu verkleinern, wie es heißt. Warum wir davon wenig beeindruckt sind, erfahren Sie im Video.

Ansehen