News vom 11.10.2018

Google und Facebook: Pleiten, Pech und Pannen

Ein Artikel von , veröffentlicht am 11.10.2018

Für die Internetgiganten läuft es gerade nicht so rund: Vor zwei Wochen der Facebook-Hack, diese Woche ein Datenleck bei Google, jetzt eine massive Sicherheitslücke bei WhatsApp. Von der Vorstellung, dass die eigenen Daten zumindest bei den „Großen“ sicher sind, sollten wir uns endgültig verabschieden.

Die Pannenserie bei den großen Internetkonzernen will nicht abreißen. Erst vor zwei Wochen meldete Facebook eine Hacker-Attacke auf 50 Millionen Facebook-Konten. Mark Zuckerberg musste sich – mal wieder – bei den NutzerInnen entschuldigen.

Millionen Facebook-Konten ausgeraubt

In den beiden Folgewochen hatte Facebook die Ausmaße des Angriffs untersucht und festgestellt, dass tatsächlich zwar "nur" 30 Millionen Konten von dem Hackerangriff betroffen waren - diese dafür aber so richtig.

Die Datendiebe erbeuteten bei rund der Hälfte der 30 Millionen Konten die Namen und Kontaktdaten der Nutzer.

Bei 14 Millionen weiteren Konten stahlen Sie noch umfangreichere Datensätze, darunter Nutzername, Geschlecht, Beziehungsstatus, die Gerätetypen, mit denen Facebook genutzt wird, die letzten zehn Orte, an denen die Nutzer eingeloggt waren, Personen oder Seiten, denen sie folgen, und die letzten 15 Suchanfragen.

Passwörter, so betont Facebook, wurden nicht gestohlen.

Auf dieser englischsprachigen Hilfeseite können Sie nachsehen, ob Ihr Facebook-Konto von dem Angriff betroffen ist. Dazu müssen Sie bei Facebook eingeloggt sein.

Datenleck bei Google+

Diese Woche verkündete dann Google ein massives Datenleck im sozialen Netzwerk Google+. Externe Apps konnten auf nichtöffentliche Informationen von Nutzern zugreifen, zum Beispiel auf Alter, Geschlecht und Job. Das Problem bestand offenbar schon seit 2015.

Wer sich die exzessive Datensammelei des Konzerns aus Kalifornien bisher mit der Phantasie schön geredet hat, "die Daten seien dort zumindest sicher", dürfte spätestens jetzt unsanft in der Realität aufwachen.

Google nahm die Sache zum Anlass, um das notorisch unbeliebte Produkt gleich ganz vom Netz zu nehmen - und konfrontiert den gemeinen User dabei gleich mit der zweiten, gern vergessenen, Wahrheit über alle großen Internet-Plattformen: Sie gehören uns nicht.

Wer Lebenszeit, Energie oder Geld in seine Google+-Existenz investiert hat, schaut jetzt in die Röhre.

Sicherheitslücke bei WhatsApp

Jetzt ist der beliebte Messenger WhatsApp an der Reihe: Ausgerechnet Googles eigene Hacker aus dem Team „Project Zero“ hatten die Sicherheitslücke entdeckt und am Dienstag veröffentlicht.

Der Fehler liegt in der Videotelefonie des Dienstes und macht es möglich, bösartigen Programmcode per Videoanruf auf ein Smartphone einzuschleusen. So könnten Kriminelle allein durch einen Videoanruf Spionageprogramme oder Schadsoftware auf einem Gerät platzieren. Die Sicherheitslücke ist bereits gestopft, ein entsprechendes Update ist für Android seit 28. September verfügbar, für iOS seit letzter Woche.

Aktuellste WhatsApp-Version nutzen

Falls Sie WhatsApp nutzen, sollten Sie dringend überprüfen, ob Sie das Update bereits erhalten haben.

Upgedated sind alle Versionen ab:

  • Android: 2.18.302
  • iOS: 2.18.93

Die Versionsnummer finden Sie in WhatsApp unter „Einstellungen > Hilfe > App-Info"

Vorsicht: Für einige Android-Nutzer steht die aktualisierte WhatsApp-Version im Play-Store offenbar noch nicht zur Verfügung. In diesem Fall können Sie das Update auch direkt als .apk-Datei von der WhatsApp-Webseite laden und manuell installieren.

Unsere Empfehlung für alle, die jetzt die Nase voll haben: WhatsApp-Konto löschen und einfach mal was Neues probieren.

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

begleitet mobilsicher.de seit der Gründung – zuerst als freie Autorin, dann als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt, das 2020 um den AppChecker erweitert wurde. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Apps des Monats – die Besten im Mai

Im Mai 2020 schließen wir unsere Videochat-Reihe ab und können Ihnen endlich eine Alternative zu Apple Mail empfehlen. Was unsere Apps des Monats sonst noch können? Clouds verschlüsseln und Texte bearbeiten, zum Beispiel.

Mehr
Ratgeber 

Anleitung: App aus apk-Datei installieren (ab Android 8)

Üblicherweise kommen neue Apps per Google Play-Store oder über einen anderen App-Store auf das Smartphone. Manchmal ist es aber nötig, eine App manuell zu installieren. Wie das ab Android 8 (Oreo) funktioniert, zeigen wir hier.

Mehr
Ratgeber 

Google admits it collects telephony log information, doesn’t specify which exactly

Google has conceded that it indeed saves phone data from Android users using Google apps and services. Google did not specify when exactly and to what extend this happens, leaving important questions unanswered.

Mehr
Ratgeber 

DuckDuckGo: Suchen ganz ohne Google

Die Suchmaschine DuckDuckGo finanziert sich durch Werbung, verzichtet dabei aber ganz auf Google-Dienste. Ihren Such-Index bildet sie aus vielen verschiedenen Quellen. In einigen Browsern können Sie DuckDuckGo mit nur einem Klick als Standard-Suche festlegen.

Mehr