Dieses Projekt wurde am 31.12.2024 beendet. Der Beitrag ist auf dem Stand des letzten Update-Datums und wird nicht mehr aktualisiert oder überprüft.
News vom 24.08.2018

Kinder per App kontrollieren? Bloß nicht!

Ein Artikel von Miriam Ruhenstroth, veröffentlicht am 24.08.2018

Der Anbieter der Überwachungs-App „Spyfone“ ließ Daten von überwachten Geräten und Kunden ungeschützt im Netz. Der Dienst richtet sich gezielt an Eltern, die Ihre Kinder auf dem Handy überwachen wollen. Es ist der sechste Fall dieser Art in den letzten zwei Jahren. Ein Grund mehr, die Finger von Überwachungs-Apps zu lassen.

Jetzt ist es schon wieder passiert. Der Anbieter der Überwachungs-App „Spyfone“ hat mehrere Terrabyte Daten von überwachten Smartphones und von zahlenden Kunden ungeschützt und unverschlüsselt auf einem Amazon-Server im Netz liegen lassen.

Daten von überwachten Handys landen beim Anbieter

Hersteller vermarkten solche Überwachungs-Apps gezielt an Eltern, um die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder zu überwachen. Sie funktionieren alle ähnlich: Zunächst wird eine Spionage-App auf dem überwachten Gerät installiert. Diese App sendet dann alle abgegriffenen Nutzerdaten an Server des Dienste-Anbieters, in diesem Fall „Spyfone“. Dort können die „Kunden“, zum Beispiel die Eltern, die Daten dann einsehen.

Spyfone: Über 2000 Kunden betroffen

Wie das US-Magazin Motherboard berichtet, hat ein Forscher die Daten von Spyfone-Kunden vergangene Woche in einer frei zugänglichen Datenbank im Internet gefunden. Sie enthielt Daten der überwachten Geräte: Bilder, Textnachrichten, Audio-Aufnahmen, Standortdaten, Facebook-Nachrichten und vieles mehr.

Die Daten von über 2.000 Kunden sind betroffen, mehr als 44.000 E-Mail-Adressen befinden sich in der Datenbank. Zudem war es dem Forscher möglich, auf das völlig ungeschützte Backend der Kundenverwaltung des Dienstes zuzugreifen. So konnte er auf sämtliche Kundendaten zugreifen, die Nutzer bei der Anmeldung hinterlegen.

Spyfone räumte die Datenpanne ein und hat nach eigenen Angaben betroffene Nutzer informiert.

Die Datenpanne von Spyfone ist kein Einzelfall. Innerhalb der letzten 18 Monate berichtete alleine Motherboard von sechs Fällen, in denen Anbieter von Spionage-Software gehackt wurden oder Nutzerdaten verloren haben.

Auch bei einvernehmlicher Nutzung gefährlich

Natürlich ist es schon aus ethischen Gründen vollkommen inakzeptabel, seinem Kind heimlich eine Spionage-App unterzujubeln. Spätestens ab einem Alter von 14 Jahren ist das auch rechtlich durchaus heikel.

Aber selbst nach Absprache und bei der Nutzung in gegenseitigem Einverständnis können wir von solchen Produkten nur abraten. Denn bei allen uns bekannten Angeboten dieser Art landen sämtliche Daten vom „überwachten“ Gerät zunächst mal bei dem Anbieter der App.

Und dort sind sie, wie der aktuelle Fall zeigt, eben alles andere als sicher.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Ratgeber: Handy geklaut oder verloren? So sorgen Sie vor

Jeden Tag werden unzählige Mobilgeräte gestohlen oder irgendwo verloren. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um Ihr Gerät auf diesen Fall vorzubereiten. Im Verlustfall können diese Vorkehrungen den Schaden zumindest zu begrenzen.

Mehr
Kommentar 

Petition für den Reparier-Bonus gestartet

Eine gute Idee, die es in Thüringen schon gibt, könnt ihr hier mit eurer digitalen Unterschrift unterstützen.

Mehr
YouTube-Video 

Refurbishte Smartphones

Gebrauchte Handys, die wieder auf Vordermann gebracht worden sind – taugen die was? Ja, das ist nicht nur für Klima- und Umwelt gut!

Ansehen
Ratgeber 

Tracking auf Webseiten: Cookies, Cache & Co.

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Welche Daten dabei an wen übermittelt werden, ist für Nutzer*innen meist nicht transparent. Wir stellen die wichtigsten Arten von Tracking auf Webseiten vor und erklären, wie man sich davor schützen kann.

Mehr