Ratgeber

Was sind Metadaten?

Ein Artikel von , veröffentlicht am 08.11.2016

Fotodateien enthalten oft mehr Informationen als das Bildmotiv – etwa den Ort, an dem das Foto aufgenommen wurde, mit welcher Kamera es aufgenommen wurde und vieles mehr. Und auch andere Dateien haben solche „Metadaten“. Was das bedeutet und wann es problematisch wird, erklären wir hier.

Jede Datei auf einem Computer, Smartphone oder Tablet besteht nicht nur aus ihrem ihrem Inhalt – etwa dem Text oder dem Bild an sich –, sondern trägt Informationen mit sich, die etwas über ihre Entstehung erzählen. Das sind zum Beispiel der Dateiname, das Entstehungsdatum der Datei und das Datum der letzten Bearbeitung. Diese Informationen sind auf dem Speichermedium des Mobilgerätes im Dateiverzeichnis abgelegt.

Daneben gibt es sogenannte Metadaten, die in den Dateien selbst abgespeichert werden. Sie bleiben meist auch dann erhalten, wenn Sie etwa den Dateiname ändern, und werden mit übertragen, wenn Sie die Datei verschicken. Beispielsweise ist der Traumstrand auf dem Urlaubsfoto durch die hinterlegten GPS-Informationen in der Fotodatei bald kein Geheimtipp mehr, wenn Sie das Bild unverändert veröffentlichen.

Metadaten können auch sehr persönliche Informationen enthalten – ein potentielles Datenschutzproblem. Die gute Nachricht ist: Metadaten kann man an vielen Stellen recht einfach ändern oder entfernen. Durch Änderung können Sie oft verhindern, dass Dritte private Informationen erhalten.

Metadaten sind vom Dateiformat abhängig

Damit Dateien von Programmen und Apps korrekt verarbeitet werden können, gibt es für verschiedene Arten von Dateien verschiedene Standards. Welcher Standard auf eine spezielle Datei zutrifft, sieht man in der Regel an der Dateiendung (zum Beispiel .docx oder .jpg) – man spricht dann auch von Dateiformat.

Ein Fotoverwaltungsprogramm würde beispielsweise nur Bilddateien (wie .jpg) öffnen – und keine Office-Dokumente (wie .docx). Dafür liest das Programm Breite und Höhe des Bildes in Bildpunkten aus einer .jpg-Datei – eine Information, die in .docx-Dateien so gar nicht enthalten wäre.

Bilder und Videos

Exif ist die Bezeichnung für Metadaten in verschiedenen Foto-Dateiformaten, unter anderem in dem häufig genutzten JPG-Format. Unter anderem können die Exif-Daten die geografischen Koordinaten des Aufnahmeortes, das Aufnahmedatum, die genaue Bezeichnung der Kamera, Rechteinformationen, Angaben zu Lichtverhältnissen und vieles mehr enthalten. Sie sind beim Anzeigen normalerweise nicht zu sehen, sondern werden nur angezeigt, wenn man die Informationen gezielt aufruft.

Wer etwa ein Foto seines Kindes per E-Mail verschickt, kann damit unter Umständen auch bekannt geben, auf welchem Spielplatz es aufgenommen wurde – eine Information, die eigentlich privat ist. Das ist auch der Grund dafür, dass einige soziale Netzwerke (wie Facebook) Metadaten entfernen, wenn Bilder hochgeladen werden.

Fotos ohne private Metadaten lassen sich übrigens mit der alternativen Kamera-App Obscuracam aufnehmen: Bilder anonymisieren mit ObscuraCam

Audio-Dateien – .mp3 und Co.

Auch Audio-Dateien nutzen Metadaten. Bei Musikdateien, zum Beispiel im Format MP3, ist in der Regel der Titel des Stücks, der Interpret und der Name des Albums hinterlegt. In den entsprechenden Apps werden Musikstücke mit Hilfe dieser Dateien verwaltet.

Wer eine Diktiergerät-App auf dem Smartphone nutzt, erzeugt selbst Audiodateien. Entsprechend werden dort auch Metadaten gespeichert. Wenn Sie diese Aufnahme versenden, übermitteltn sie dabei auch, wer die Aufnahmen wann erstellt hat. Wer Informationen anonym weiterleiten möchte – zum Beispiel, wie jemand in der Öffentlichkeit bedroht oder beleidigt wird –, sollte darauf achten, dass keine verräterischen Metadaten in der Datei gespeichert sind.

Office-Dokumente – Word und Powerpoint

Office-Apps für Smartphones sind inzwischen sehr mächtig. Schnell kann man unterwegs Dokumente lesen und markieren oder der Powerpoint-Präsentation den letzten Schliff verpassen. Auch Office-Dokumente (wie .docx und .ppt) enthalten jedoch Metadaten – zum Beispiel, wer eine Datei erstellt oder bearbeitet hat, sowie den Namen eines Dokumentes.

Besonders der Dokumentenname ist interessant, da eine Änderung der Überschrift nicht automatisch in die Metadaten übernommen wird. Wer alte Dokumente als Vorlage verwendet, kann versehentlich private Informationen übertragen. Hat das Protokoll vom Elternabend als .docx in den Metadaten noch den Titel „Planung Überraschungsparty für Lehrer Müller“, so ist vielleicht die Überraschung dahin.

Die meisten Metadaten in Office-Dateien werden in den Dateieigenschaften angezeigt, die man aus seiner bevorzugten der Office-App erreicht, wenn man die Datei dort geöffnet hat.

Übrigens: wer häufiger Office-Dateien vor dem Versenden in .pdf-Dokumente umwandelt, sollte auch wissen, dass einige Informationen aus den Office-Metadaten dorthin übernommen werden.

Fazit: Datensparsamkeit von Anfang an

Für private Informationen in Metadaten gilt ganz grundsätzlich: Gespeichert werden kann nur, was das Gerät bereits weiß. Wer seinem Smartphone den Zugang zu vielen Daten erlaubt, muss damit rechnen, dass einige dieser Daten ungeplant hinterlegt werden.

Hier wird deutlich, warum es wichtig ist, die Rechte im Auge zu behalten, die den jeweiligen Apps eingeräumt wurden. Hat eine Kamera-App beispielsweise keinen Zugriff auf Ortsdaten, so kann sie diese auch nicht in Videos hinterlegen.

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