Der Start mit iOS

So stellen Sie die Ortungsdienste auf dem iPhone richtig ein

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.09.2015, bearbeitet am10.12.2019

Ortungsdienste auf dem Smartphone können sehr nützlich sein, wenn man sich von A nach B navigieren lässt. Sie sind aber auch ein potenzielles Datenschutzproblem. Wie Sie die Ortung für iPhone und iPad möglichst datensparsam einstellen können, zeigen wir in diesem Text.

Die Betriebssysteme Android und iOS erlauben es Nutzer*innen von Smartphones und Tablets, die Ortungsdienste zu deaktivieren beziehungsweise festzulegen, welche Apps wann darauf zugreifen dürfen. Die folgende Anleitung ist für das Betriebssystem iOS – also für iPhones und iPads.

Über Einstellungen bei den Ortungsdiensten können Nutzer*innen wenigstens zum Teil kontrollieren, welche Anbieter ihre Ortsdaten erhalten. Trotz dieser Einstellungen kennen die Mobilfunkanbieter die ungefähren Ortsdaten durch die Mobilfunkmasten immer – das sollten Sie in Erinnerung behalten.

Was ortsbasierte Dienste sind und wie sich über Methoden wie GPS, WLAN- und Bluetooth-Scan oder Funkzellenortung Ihr Standort ermitteln lässt, erklären wir im Hintergrundartikel Allgegenwärtig: Ortsbasierte Dienste.

Die Screenshots haben wir auf einem iPhone 8 mit iOS 13.2.3 erstellt.

Bild 1: Ortungsdienste konfigurieren

Das Menü für die Ortungsdienste finden Sie über den Navigationspfad Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste.

Bild 2: Ortungsdienste ausschalten, freigeben und für Apps konfigurieren

An dieser Stelle können Sie die Ortungsdienste komplett ausschalten. Außerdem können Sie Ihren Standort für andere Nutzer freigeben und Zugriffsrechte für einzelne Apps festlegen (siehe unten).

Bild 3: Standortfreigabe

Der Menüpunkt Standort teilen erlaubt es externen Apps wie „Nachrichten“ oder „Freunde suchen“, anderen Personen den eigenen Standort anzuzeigen.

Ist die Standortfreigabe aktiviert, wird der Knopf grün angezeigt. Wenn sie nicht wollen, dass Apps die Standortfreigabe nutzen, müssen Sie den Schieberegler nach links bewegen.

Bild 4: Ortungsfunktion für Apps

Beim Menüpunkt Ortungsdienste sehen Sie eine Liste mit den Apps, die auf Ortungsdienste zugreifen wollen. Sie können jeder App einzeln den Zugriff erlauben oder verbieten. Tippen Sie dazu einfach auf die jeweilige App. Mehr zu den Systemdiensten erklären wir weiter unten.

Hier sollten Sie genau überlegen, welche App das Recht haben soll, auf die Ortungsfunktion zuzugreifen. Karten- und Navigations-Apps wie Google Maps können Sie ohne Ortungsfunktion nur eingeschränkt nutzen. Foto-Apps dagegen müssen nicht unbedingt wissen, wo Sie sich befinden.

Bild 5: Optionen für die Ortung bei Apps

Apps unter iOS können unterschiedliche Optionen für die Zugriffsrechte auf Ortsdaten erfragen.

Es stehen die Optionen Nie, Beim Verwenden der App oder Nächstes Mal fragen zur Auswahl. Durch Tippen auf die jeweiligen Felder können Sie die Zugriffsrechte verändern.

Unter den drei Optionen steht eine kurze Erklärung, wozu die Ortungsdienste von der jeweiligen App genutzt werden. Bei der Einstellung, welche App welche Zugriffsrechte bekommt, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie die Funktionalitäten wirklich brauchen, die die App mit den Ortungsdiensten bietet.

Die Ortungsfunktion können Sie übrigens nach Belieben auch nachträglich ein- und ausschalten.

Bild 6: Im Display sehen Sie, ob gerade Ortungsdienste genutzt werden

Das Ortungssymbol wird auf dem iPhone oder iPad oben in der Statusleiste angezeigt, wenn eine App auf Ortungsdienste zugreift.

Bild 7: Welche App hat Ortungsdienste genutzt?

In der Liste der Apps unter Datenschutz > Ortungsdienste können Sie anhand von Pfeilsymbolen auch sehen, welche App vor Kurzem oder in den letzten 24 Stunden auf Ortungsdienste zugegriffen haben. Eine Erklärung zur Bedeutung der Symbole finden Sie unterhalb der App-Liste. Auf welchen konkreten Zeitraum sich die Angabe vor Kurzem bezieht, ist leider nicht bekannt.

Bild 8: Anzeige bei Apple-eigenen Apps

Die genannten Einstellungsmöglichkeiten gelten nur für Apps. Auch das Betriebssystem selbst hat viele Funktionen, die auf die Ortsdienste zugreifen wollen. Diese Funktionen heißen „Systemdienste“. Die Einstellungen dafür müssen Sie extra vornehmen.

Die Einstellungen für System-Apps finden Sie unter dem bekannten Navigationspfad Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste. Ganz unten sehen Sie den Punkt Systemdienste. Wenn Sie darauf tippen, öffnet sich eine weitere Liste. Hier finden sich Dienste wie Ortsabhängige Apple Ads – also Werbung – oder Wichtige Orte. Bei dieser Funktion erfasst Apple, wo Sie sich oft aufhalten, um Ihnen dann ortsbezogene Informationen in der Karten- oder Kalender-App anzuzeigen. An dieser Stelle können Sie den Zugriff auf Ortsdaten entziehen. Bei einigen Systemdiensten fragt das Gerät zuvor nach Ihrem Geräte-PIN oder dem Passwort Ihrer Apple-ID.

Hier empfiehlt es sich, genau darüber nachzudenken, ob Sie diese Dienste mit Ortungsfunktion nutzen möchten. Das geht nämlich nur, indem Apple nachverfolgt und speichert, wo Sie sich gerade befinden.

Bild 9: Anzeige aktivieren für Apple-Apps

Wenn Apple-eigene Systemdienste auf Ortungsdaten zugreifen, gibt es voreingestellt keine Anzeige dazu in der Statusleiste. Diese Anzeige können Sie aber aktivieren.

Die Option dafür befindet sich ganz unten in der Liste der Systemdienste unter dem Namen Statusleistenobjekt. Der vollständige Navigationspfad dorthin lautet: Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Systemdienste. Scrollen Sie dort ganz nach unten.

Ist die Funktion aktiviert, erscheint das Pfeilsymbol auch dann in der Statusleiste, wenn Systemdienste auf die Ortungsdaten zugreifen.

Bild 10: Abfrage bei der ersten Nutzung

Übrigens gibt es jedes Mal eine Abfrage, wenn Sie eine App, die auf Ortungsdaten zugreifen will, das erste Mal nutzen. Sie können ihr das erlauben oder den Zugriff verweigern. Die Einstellung können Sie in den oben beschriebenen Menüs auch nachträglich ändern.

Bei der ersten Nutzung einer App gibt es eine Abfrage per Pop-up-Box.

Geschrieben von

Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

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