Ratgeber

Anleitung: Ortungsdienste auf dem iPhone richtig einstellen

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.09.2015, bearbeitet am13.01.2022
Ob das eigene iPhone gefunden werden kann, entscheiden Nutzer*innen selbst. Foto: iStock

Seinen Standort teilen, Geschäfte finden, navigieren: Apples Ortungsdienste können bei der alltäglichen iPhone-Nutzung sehr nützlich sein. Sie sind aber auch ein potenzielles Datenschutzproblem. So behalten Sie die Kontrolle.

Viele Apps und iPhone-Funktionen können den Standort des Geräts abrufen, um bestimmte Dienste anzubieten, beispielsweise um Geschäfte anzuzeigen oder zu navigieren. Ob und zu welchem Zweck der Standort Ihres iPhones abgerufen werden kann, entscheiden Sie selbst.

Die Screenshots dieser Anleitung haben wir auf einem iPhone 11 mit iOS 15.2 erstellt.

Ortungsdienste aufrufen

Das Menü für die Ortungsdienste finden Sie über den Pfad Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste.

Ortungsdienste einstellen

An dieser Stelle können Sie die Ortungsdienste komplett ausschalten. Außerdem können Sie Ihren Standort für andere Nutzer freigeben und Zugriffsrechte für einzelne Apps festlegen (siehe unten).

Hinweis: Wenn Sie die Ortungsdienste des iPhones deaktivieren, kann über die Mobilfunkmasten, mit denen sich Ihr Handy im laufenden Betrieb verbindet, immer noch grob bestimmt werden, wo sie sich aufhalten. Diese Information können in der Regel nur die Mobilfunkanbieter (zum Beispiel Telekom, Vodafone) abrufen.

Wie der Aufenthaltsort von iPhones und Android-Geräten technisch bestimmt werden kann, erfahren Sie hier: Handy orten – welche Möglichkeiten gibt es?

Standort freigeben

Der Menüpunkt Standort teilen erlaubt es externen Apps wie „Nachrichten“ oder „Freunde suchen“, anderen Personen den eigenen Standort anzuzeigen.

Ist die Standortfreigabe aktiviert, wird der Knopf grün angezeigt. Wenn sie nicht wollen, dass Apps die Standortfreigabe nutzen, müssen Sie den Schieberegler nach links bewegen.

Ortungsfunktion für Apps

Beim Menüpunkt Ortungsdienste sehen Sie eine Liste mit den Apps, die auf Ortungsdienste zugreifen wollen. Sie können jeder App einzeln den Zugriff erlauben oder verbieten. Tippen Sie dazu einfach auf die jeweilige App. Mehr zu den Systemdiensten erklären wir weiter unten.

Hier sollten Sie genau überlegen, welche App das Recht haben soll, auf die Ortungsfunktion zuzugreifen. Karten- und Navigations-Apps wie Google Maps können Sie ohne Ortungsfunktion nur eingeschränkt nutzen. Foto-Apps dagegen müssen nicht unbedingt wissen, wo Sie sich befinden.

Optionen für Apps

Apps unter iOS können unterschiedliche Optionen für die Zugriffsrechte auf Ortsdaten erfragen.

Es stehen die Optionen Nie, Beim Verwenden der App oder Nächstes Mal fragen zur Auswahl. Durch Tippen auf die jeweiligen Felder können Sie die Zugriffsrechte verändern.

Unter den drei Optionen steht eine kurze Erklärung, wozu die Ortungsdienste von der jeweiligen App genutzt werden. Bei der Einstellung, welche App welche Zugriffsrechte bekommt, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie die Funktionalitäten wirklich brauchen, die die App mit den Ortungsdiensten bietet.

Die Ortungsfunktion können Sie übrigens nach Belieben auch nachträglich ein- und ausschalten.

Warnsymbol im Display

Das Ortungssymbol wird auf dem iPhone oder iPad oben in der Statusleiste angezeigt, wenn eine App auf Ortungsdienste zugreift.

Protokoll für Apps

In der Liste der Apps unter Datenschutz > Ortungsdienste können Sie anhand von Pfeilsymbolen auch sehen, welche App vor Kurzem oder in den letzten 24 Stunden auf Ortungsdienste zugegriffen haben. Eine Erklärung zur Bedeutung der Symbole finden Sie unterhalb der App-Liste.

Apple-Apps: Optionen aufrufen

Die genannten Einstellungsmöglichkeiten gelten nur für Apps. Auch das Betriebssystem selbst hat viele Funktionen, die auf die Ortsdienste zugreifen wollen. Diese Funktionen heißen „Systemdienste“. Die Einstellungen dafür müssen Sie extra vornehmen.

Die Einstellungen für System-Apps finden Sie unter dem bekannten Navigationspfad Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste. Ganz unten sehen Sie den Punkt Systemdienste. Tippen Sie darauf.
Als nächstes sehen Sie den Punkt Wichtige Orte. Bei dieser Funktion erfasst Apple, wo Sie sich oft aufhalten, um Ihnen dann ortsbezogene Informationen in der Karten- oder Kalender-App anzuzeigen. An dieser Stelle können Sie den Zugriff auf Ortsdaten entziehen. Bei einigen Systemdiensten fragt das Gerät zuvor nach Ihrem Geräte-PIN oder dem Passwort Ihrer Apple-ID.

Hier empfiehlt es sich, genau abzuwägen, ob Sie diese Dienste mit Ortungsfunktion nutzen möchten. Das geht nämlich nur, indem Apple nachverfolgt und speichert, wo Sie sich gerade befinden.

Apple-Apps: Standort einstellen

Wenn Apple-eigene Systemdienste auf Ortungsdaten zugreifen, gibt es voreingestellt keine Anzeige dazu in der Statusleiste. Diese Anzeige können Sie aber aktivieren.

Die Option dafür befindet sich ganz unten in der Liste der Systemdienste unter dem Namen Statusleistenobjekt. Der vollständige Navigationspfad dorthin lautet: Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Systemdienste. Scrollen Sie dort ganz nach unten.

Ist die Funktion aktiviert, erscheint das Pfeilsymbol auch dann in der Statusleiste, wenn Systemdienste auf die Ortungsdaten zugreifen.

Abfrage bei erster App-Nutzung

Übrigens gibt es jedes Mal eine Abfrage, wenn Sie eine App, die auf Ortungsdaten zugreifen will, das erste Mal nutzen. Sie können ihr das erlauben oder den Zugriff verweigern. Die Einstellung können Sie in den oben beschriebenen Menüs auch nachträglich ändern.

Bei der ersten Nutzung einer App gibt es eine Abfrage per Pop-up-Box.

Geschrieben von

Valie Djordjevic

Valie Djordjevic ist Redakteurin bei mobilsicher.de. Sie arbeitet auch als Dozentin zu den Themen Schreiben, Internet, Urheberrecht. Sie ist Mitbegründerin und Redakteurin von iRights.info, einem Informationsportal zu Recht in der digitalen Welt. Seit sie 1995 selbst eine Modemkarte in ihren PC eingebaut hat, ist sie in verschiedenen Netzprojekten tätig. Bei Mobilsicher interessiert sie sich für iOS, Datenschutz und Trackingdienste.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Drittanbietersperre einrichten – so geht’s

Beim Surfen mit dem Handy ein Werbefenster weggeklickt, und zack - teures Abo abgeschlossen? Wir erklären Ihnen, was Sie jetzt tun können, damit die Kosten überschaubar bleiben. Im Video empfehlen wir außerdem die Einrichtung einer "Drittanbieter-Sperre", die Sie zukünftig vor Betrüger*innen schützt.

Ansehen
Ratgeber 

Mastodon – das bessere Twitter?

Mastodon funktioniert ähnlich wie der Kurznachrichtendienst Twitter, gehört aber keiner Firma. Stattdessen gibt es viele unabhängige Mastodon-Server, die meist von Einzelpersonen betrieben werden. Wir erklären, wie Mastodon funktioniert und zeigen, wie Sie mitmachen können.

Mehr
YouTube-Video 

iOS-Datenschutz: Wie ehrlich sind App-Anbieter?

Im iOS-Store müssen App-Anbieter seit einem halben Jahr eintragen, welche Daten ihre Apps verarbeiten. Aber wie gut funktioniert die neue Funktion „App-Datenschutz“ auf dem iPhone? Wir haben uns das Feature genau angeschaut und bei 25 Apps die Angaben für Sie gegengecheckt.

Ansehen
Ratgeber 

Was Sie über PayPal wissen sollten

Mit PayPal kann man in Apps und auf Webseiten bezahlen. Das ist bequem und die eigenen Bankdaten werden nicht an Händler weitergegeben. Allerdings erhebt der Dienst viele Daten rund um das Bezahlverhalten seiner Nutzer*innen und teilt sie mit Dritten.

Mehr