Ratgeber

Contact-Tracing international: Corona-Apps im Vergleich

Ein Artikel von , veröffentlicht am 01.04.2020, bearbeitet am10.06.2020

Tracing-Apps sollen dabei helfen, Kontakte zu Corona-Infizierten nachvollziehen zu können. In vielen Ländern sind sie schon im Einsatz, wobei unterschiedlichste technische Ansätze verfolgt werden. Wir stellen einige Apps vor und schätzen ihre Wirksamkeit und ihr Datenschutzrisiko ein.

Aktuelle Lösungen

Corona Warn App (Deutschland)

Tracing-App auf Bluetooth-Basis mit dezentraler Datenspeicherung. Soll ab Mitte Juni in den App-Stores verfügbar sein. Wird im Auftrag der Bundesregierung von SAP und T-Systems (Telekom) entwickelt. Im Kern sehr datenschutzfreundlich, bei der Funktion zur Verifizierung von Infektionen wurden einige fragwürdige Entscheidungen getroffen. [Ganzer Beitrag]

Swiss-Covid-App (Schweiz)

Tracing-App auf Bluetooth-Basis mit dezentraler Datenspeicherung. Soll Ende Juni zur Verfügung stehen. Im Auftrag der schweizer Regierung von den Hochschulen ETHZ und EPFL entwickelt. Entspricht im Kern allen Anforderungen an den Datenschutz, soll aber über Server-Infrastruktur von Amazon betrieben werden. [Ganzer Beitrag]

StopCovid (Frankreich)

Tracing-App auf Bluetooth-Basis, zentrale Datenspeicherung. Nicht kompatibel mit der Bluetooth-Schnittstelle von Google und Apple, die auf dezentrale Ansätze ausgelegt ist. Ein nationaler Alleingang, der die Funktion der App erheblich einschränkt und vielfach kritisiert wurde. [Ganzer Beitrag]

Stopp Corona - mein Kontakt-Tagebuch (Österreich)

Corona-Tracing-App auf Bluetooth-Basis, derzeit noch mit zentraler Datenspeicherung. Herausgegeben vom Österreichischen Roten Kreuz. Eine Untersuchung des Programmcodes durch unabhängige Expert*innen brachte etliche Mängel beim Datenschutz ans Licht. Sie sollen spätestens Mitte Juni mit einem Update behoben werden. Auch eine Nutzung der Schnittstelle von Google und Apple ist dann geplant. [Ganzer Beitrag]

Trace Together (Singapur)

Tracing-App auf Bluetooth-Basis, derzeit in Singapur im Einsatz. Betrieben vom Gesundheitsministerium Singapur. Wurde als Grundlage für eine entsprechende Lösung in Deutschland diskutiert. Nachteil: Telefonnummern aller Teilnehmer*innen werden zentral gespeichert. [Ganzer Beitrag]

Frühere Ansätze in Deutschland

Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing (PEPP-PT)

Framework für eine Tracing-System auf Bluetooth-Basis, auf zentrale Datenspeicherung ausgelegt. Bis zur Entscheidung der Bundesregierung, auf eine dezentrale Technologie zu setzen, galt PEPP-PT als aussichtsreichste Grundlage für eine in Deutschland flächendeckend eingesetzte Tracing-App. [Ganzer Beitrag]

GeoHealthApp

Tracing-App auf Basis von Standortdaten. War als erste App ihrer Art in Deutschland verfügbar. Anbieter ist das Health Tech Cluster Switzerland. Spendenfinanziert. Seit der inzwischen international und von der Bundesregierung favorisierten Nutzung einer Bluetooth-Schnittstelle aus dem Rennen. [Ganzer Beitrag]

Pandoa

Ergebnis aus dem 48-Stunden-Hackathon der Bundesregierung Ende März. Tracing-App auf Basis von Standortdaten, derzeit als Prototyp vorhanden. Seit der inzwischen international und von der Bundesregierung favorisierten Nutzung einer Bluetooth-Schnittstelle aus dem Rennen. [Ganzer Beitrag]

Die Autorin

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Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

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