Ratgeber

Magic Earth: Diese Navi-App empfehlen wir

Ein Artikel von , veröffentlicht am 18.09.2018, bearbeitet am21.10.2020

Die kostenlose App gibt’s für Android und iOS. Sie greift auf Kartenmaterial von OpenStreetMap zurück, kommt ohne Werbung aus und erhebt nur notwendige Daten. Auch Offline-Navigation ist möglich.

HINWEISManuell durchgeführte App-Analysen wie diese gelten grundsätzlich nur für die getestete App-Version und haben damit den Charakter einer Momentaufnahme. Aktuelle Testberichte für mehr als 30.000 Android-Apps finden Sie seit Oktober 2020 über unseren AppChecker.

Das ist Magic Earth

Magic Earth Navigation & Karten ist eine kostenlose und werbefreie Navigations-App. Die Anbieter sehen ihr Produkt als „unabhängige Alternative“ zu den Karten-Apps von Google und Apple. Es gibt die App für Android und iOS.

Mit der App kann man Routen berechnen und Navigationen starten. Die Sprache der Navigation können Sie in den Einstellungen auswählen. Wählen kann man zwischen den Optionen Auto, Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und zu Fuß. Die App bezieht aktuelle Verkehrsinfos mit ein.

Für einzelne Länder und Regionen kann man Karten auch zur Offline-Navigation herunterladen. Das verwendete Kartenmaterial stammt von OpenStreetMap. Es ist keine Anmeldung nötig.

Anbieter von Magic Earth ist die niederländische General Magic B.V. mit Sitz in Veenendaal. Der eigentliche Firmensitz befindet sich in Rumänien. Das Unternehmen entwickelt einen kostenpflichtigen Fahrassistenten für iPhones, der auf Magic Earth aufsetzt. General Magic B.V. verkauft außerdem Software an Geschäftskunden, die diese für ihre eigenen Produkte verwenden können.

Sicherheit und Datenschutz

Magic Earth benötigt zur Navigation nur den Zugriff auf den Speicher und den Standort. Routen berechnen kann die App auch ohne Standort. Andere Berechtigungen müssen nicht gewährt werden. Unsere Analyse der Installationsdatei zeigt, dass Magic Earth keine Drittanbieter einbindet. Das bedeutet, dass niemand außer dem App-Betreiber selbst Daten aus der App-Nutzung erhält.

Die Datenschutzerklärung liegt nur auf Englisch vor. Dort erklären die App-Betreiber, dass sie zwar Daten über die App-Nutzung erheben, aber keinerlei Profilbildung betreiben und keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergeben.

Informationen wie Sprache, Zeitzone, Suchhistorie, Routenanfragen und Absturzberichte werden erhoben, um den Betrieb der App zu gewährleisten und Nutzer*innen über Updates zu informieren. Wie immer bei Online-Diensten können die so erhobenen Daten unter Umständen an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden.

Der Anbieter informiert transparent darüber (PDF), welche Daten gespeichert werden und wie lange. Standortdaten werden dieser Liste zufolge gar nicht gespeichert. Routenberechnungen und Suchanfragen speichert der Anbieter in anonymisierter Form für ein Jahr. Alle sonstigen erhobenen Daten werden nach spätestens 30 Tagen gelöscht oder in eine anonymisierte Form überführt. Absturzberichte speichert General Magic dauerhaft.

Ankündigungen, den Quellcode der Software offenzulegen, haben die Entwickler*innen bislang nicht umgesetzt. Wer Interesse habe, den Code zu überprüfen, könne sich aber gerne direkt an Magic Earth wenden, sagte das Entwickler-Team gegenüber mobilsicher.

Fazit

Magic Earth ist eine der wenigen Navigations-Apps, die ganz auf Werbung und Tracking verzichten. Das ist möglich, weil das Unternehmen auch kostenpflichtige Produkte anbietet, die auf Magic Earth zurückgreifen.

Die Datenschutzerklärung lässt das Bemühen erkennen, Informationen über Nutzer*innen zu anonymisieren oder gar nicht erst zu speichern. Eine deutsche Version wäre hier wünschenswert.

Im Test der Redaktion überzeugte Magic Earth auch im Gebrauch (Navigation im In- und Ausland mit dem Auto und zu Fuß). Wir können die Navi-App daher rundum empfehlen.

Die Autorin

E-Mail

i.poeting@mobilsicher.de

PGP-Key

0x98926A6965C84F21

Fingerprint

7F5D B2F7 C59F 0547 D730 7DD7 9892 6A69 65C8 4F21

Inga Pöting

Seit 2022 baut sie für den ITUJ e.V. ein Team gegen digitale Gewalt auf. Mehr Infos dazu unter: www.ein-team.org. Davor leitete sie die Redaktion bei mobilsicher.de, recherchierte und schrieb Texte, gab Beiträgen von anderen den letzten Schliff und betreute den YouTube-Kanal.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Marcel Bokhorst von FairEmail: „Ein geschlossener Quellcode und Datenschutz passen nicht zusammen“

Marcel Bokhorst entwickelt die quelloffene Android-App FairEmail. Neben Transparenz und Datenschutz ist ihm eine intuitive Bedienung wichtig. Dazu arbeitet er das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer in die App ein, sagt er im mobilsicher-Interview.

Mehr
Ratgeber 

How Facebook knows which apps you use – and why this matters

Looking for a new partner, perhaps on Tinder? Or on Curvy, for people with curves, or Grindr maybe, the gay dating app? Fighting your smoking addiction with the app “Kwit”, or monitoring your depressive cycles with “Moodpath”? If you do, chances are Facebook knows all about it. And you can’t know that it does.

Mehr
Ratgeber 

Was Sie über PayPal wissen sollten

Mit PayPal kann man in Apps und auf Webseiten bezahlen. Das ist bequem und die eigenen Bankdaten werden nicht an Händler weitergegeben. Allerdings erhebt der Dienst viele Daten rund um das Bezahlverhalten seiner Nutzer*innen und teilt sie mit Dritten.

Mehr
Ratgeber 

Abofalle? So funktioniert die Abzocke per Handynummer

Sie haben Kosten für ein Abo auf der Mobilfunkrechnung, das Sie nie bestellt haben? Damit sind Sie nicht alleine. Wir erklären, wie solche "Drittanbieterkosten" auf der Handyrechnung landen und wie dabei immer wieder getrickst wird.

Mehr