News vom 10.12.2018

Augen auf beim Geschenkekauf: Spionage-Spielzeug ist verboten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 10.12.2018

Die Bundesnetzagentur warnt aktuell vor dem Kauf von Spielzeug oder Kinderuhren, die Ton- und Bildaufnahmen machen und über das Internet versenden können. Solche Gegenstände gelten als versteckte „funkfähige Sendeanlagen“ und damit als Spionagewerkzeug. Sie sind in Deutschland verboten. Wer solche Gegenstände besitzt, ist verpflichtet, sie zu zerstören.

Wer dieses Jahr zur internetfähigen Puppe, zum ferngesteuerten Roboter oder zum bilderschießenden Staubsauger greift, sollte vorsichtig sein: Alltagsgegenstände, wie Puppen, Kuscheltiere oder eben Staubsauger, die Bild- oder Tonaufnahmen machen können und diese über das Internet versenden, sind in Deutschland verboten. Darauf weist die Bundesnetzagentur aktuell in einer Pressemitteilung hin.

Solche Gegenstände gelten als Spionagewerkzeug, da es sich um „funkfähige Sendeanlagen“ handelt, die als solche nicht ohne weiteres zu erkennen sind. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur erklärt: "Gerade in der Weihnachtszeit ist vernetztes Kinderspielzeug stark nachgefragt. Wir warnen Verbraucher vor Spionagegeräten und raten, sich vor dem Kauf über die genaue Funktionsweise zu informieren."

Auch Kinderuhren mit Abhörfunktion verboten

Neben Puppen, Kuscheltieren und anderem Spielzeug warnt die Bundesnetzagentur auch explizit vor Kinderuhren mit Abhörfunktion. Solche Uhren sind ebenfalls verboten. Wann eine Uhr mit Handyfunktion auch abhören kann, erläutert die Agentur in einer gesonderten Broschüre.

Sogenannte „Smarte Lautsprecher“ wie Alexa oder Google Home sind hingegen erlaubt.

Nicht nur Spielzeug, auch das Handy kann zum Überwachungswerkzeug werden. Alles zum Thema erfahren Sie in unserem Beitrag Spionage-Apps: Schutz vor Partner-Spyware ist möglich.

 

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Corona-Tracing aus Hannover: GeoHealthApp kurz vorgestellt

Die GeoHealthApp nutzt Standortdaten, um Kontaktketten nachzuvollziehen und mögliche Covid-19-Infizierte zu warnen. Die App soll in Deutschland als erste ihrer Art flächendeckend verfügbar sein. Beim Datenschutz offenbart das gemeinnützige Projekt aber Schwachstellen.

Mehr
App-Test 

2048 Number Puzzle Game

Das Knobelspiel „2048 Number Puzzle game“ ist eine kostenlose App für den kleinen Zeitvertreib zwischendurch. Doch kostenlos heißt nicht gleich umsonst: Die beliebte App blendet Werbung ein und übermittelt sensible Informationen. Welche, zeigen wir im Test.

Mehr
Start mit Android 

Wie sicher ist die Bildschirmsperre?

Die Bildschirmsperre ist der wichtigste und effektivste Schutz gegen unerwünschte Zugriffe auf das Smartphone oder Tablet. Trotzdem gibt es immer wieder Berichte von geknackten oder umgangenen Bildschirmsperren. Wir erklären, wie die Hacker vorgehen.

Mehr
YouTube-Video 

WhatsApp: So können gesendete Dateien manipuliert werden

Chats in Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messengern können Dritte nicht mitlesen. Allerdings lassen sich Bilder, PDFs und Sprachnachrichten bei WhatsApp abfangen, bevor sie verschlüsselt werden. Die gute Nachricht: Sie können etwas dagegen tun.

Ansehen