News vom 10.04.2017

WhatsApp an Schulen rechtswidrig?

Ein Artikel von , veröffentlicht am 10.04.2017

Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk kritisiert die Nutzung von WhatsApp an Berliner Schulen. Wenn Lehrer für Schüler WhatsApp-Gruppen etwa für Hausaufgaben bildeten, sei das rechtswidrig, sagte sie unter anderem.

Das altbekannte Problem: Der US-Dienst erhebt bei der Nutzung zahlreiche sogenannte Verbindungsdaten, also Informationen darüber, wer mit wem wann und wie lange kommuniziert.

Die Datenerhebung geht weit über das hinaus, was unter europäischen Datenschutzstandards erlaubt ist, und erfordert deshalb eine explizite Einwilligung des Nutzers. „Das setzt aber die Kenntnis aller Gefahren voraus und die Freiheit, auch nein sagen zu können“, so die Datenschutzbeauftragte Smoltczyk am vergangenen Freitag bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichtes 2016.

Wenn die WhatsApp-Gruppe zur Voraussetzung wird, gleichberechtigt am Schulbetrieb teilnehmen zu können, kann von Freiwilligkeit allerdings keine Rede mehr sein. Daher stellt sich die Frage, ob die Nutzung des Dienstes in dieser Weise nicht sogar rechtswidrig ist.

Außerdem wird jetzt schon ein Teil der WhatsApp-Nutzerdaten an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben. Derzeit ist ein Gerichtsverfahren anhängig, um zu klären, ob alle WhatsApp-Daten übertragen werden dürfen.

Fest steht allerdings: Es ist nicht notwendig, den umstrittenen US-Dienst zu nutzten, längst stehen zahlreiche ausgereifte Alternativen zur Verfügung.

Die wichtigsten alternativen Messenger mit ihren Vor- und Nachteilen stellen wir im Beitrag Verschlüsselte Messenger Teil 1 und Verschlüsselte Messenger Teil 2 vor.
Was Jugendliche mit Smartphones machen, beschränkt sich längst nicht auf WhatsApp. Was am häufigsten genutzt wird, wo die Gefahren liegen, und wie Sie zum Beispiel suchtartiges Verhalten richtig einschätzen, erfahren Sie in unserem Guide „Smartphones Souverän nutzen“.

 

Die Autorin

E-Mail

m.ruhenstroth@mobilsicher.de

PGP-Key

0xAC27FCDCF277F1E4

Fingerprint

E479 C1CD 0FC9 E373 A4B3 F5DB AC27 FCDC F277 F1E4

Miriam Ruhenstroth

Projektleiterin. Miriam Ruhenstroth hat mobilsicher.de seit Beginn des Projektes begleitet – zuerst als freie Autorin, später als Redakteurin. Seit Januar 2017 leitet sie das Projekt. Davor arbeitete sie viele Jahre als freie Technik- und Wissenschaftsjournalistin.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

„Luftqualität“ – Wie sauber ist die App des Umweltbundesamts?

Mit der App "Luftqualität" können Sie Schadstoffe in der Luft überprüfen. Die App gibt es für Android und iOS, angeboten wird sie vom Umweltbundesamt. Wie der Service funktioniert und wie die App mit euren Daten umgeht, erfahren Sie im Video.

Ansehen
Ratgeber 

Unbekannte Quellen: Wann muss man Apps manuell installieren?

Android ermöglicht die „Installation aus unbekannten Quellen“. Darunter fasst das System alles, was nicht der Google Play-Store ist. Welche Vorteile die Funktion hat und wie Sie sie sicher nutzen, erfahren Sie hier.

Mehr
YouTube-Video 

Android-Handy verloren? So finden Sie es wieder

Wenn Sie Ihr Handy verlegt haben, können Sie es ganz leicht selbst orten. Dazu müssen Sie die Funktion "Mein Gerät finden" aktivieren und sich in Ihr Google-Konto einloggen. Wie das Orten genau funktioniert und was Sie aus der Ferne sonst noch unternehmen können, erklären wir im Video.

Ansehen
Browser und Suchmaschinen 

Qwant: Europäische Suchmaschine mit Firefox-Anteil

Die Suchmaschine Qwant setzt auf den quelloffenen Browser Firefox auf und nutzt dessen Funktionen zum Schutz vor Tracking. Der Unterschied: Qwants Server stehen in der Europäischen Union. Dafür bindet Qwant jedoch Nachrichten des Anteilseigners Axel-Springer-Verlag auf der Startseite ein.

Mehr