News vom 25.11.2017

Recht auf Auskunft nicht umgesetzt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 25.11.2017

Nutzer von Fitness-Trackern oder Smartwatches erfahren nur ungenügend, welche Daten Unternehmen über sie verarbeiten. Als Resultat einer Testreihe hat die Verbraucherzentrale NRW mehrere Anbieter abgemahnt und den IT-Konzern Apple verklagt.

Im Rahmen einer Studie haben zwölf Tester im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW - Marktwächter Digitale Welt jeweils vier Wochen lang ein Wearable sowie die dazugehörige Fitness-App genutzt. Im Anschluss prüften sie, inwiefern die Anbieter sich an §34 BDSG halten, nach dem jeder Bürger das Recht auf Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten und über deren Herkunft hat.

Die Tester stellten also einen Antrag auf Auskunft bei den Anbietern der Fitness-Tracker oder Smartwatches. Darin fragten sie, welche Daten zum jeweiligen Tester die Anbieter gespeichert haben, aus welchen Quellen die Daten stammen, zu welchem Zweck sie erhoben wurden und ob sie weitergegeben wurden.

Nur in drei Fällen bewerteten die Marktwächter die Antworten als angemessen und zufriedenstellend. Vier der Anbieter antworten in einer gesetzten Frist gar nicht. Andere lieferten nur allgemeine Hinweise zum Umgang mit Daten, ohne auf die konkreten Fragen der Tester einzugehen.

Als Konsequenz hat die Verbraucherzentrale sechs Anbieter wegen Verstößen gegen geltende Datenschutzbestimmungen abgemahnt (Garmin, Fitbit, Technaxx, Jawbone, Striiv und Apple). Gegen den IT-Gigant Apple erhob die Verbraucherzentrale sogar Anklage. Vier der Anbieter haben als Reaktion eine Unterlassungserklärung abgegeben und zugesagt, in puncto Datenauskunft nachzubessern.

Die Ergebnisse des Tests sind insgesamt sehr unbefriedigend, meint Ricarda Moll, die beim Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale NRW für den Bereich Digitale Welt zuständig ist:

„Verbraucher, die bei der Wearable- und Fitness-App-Nutzung ihre eigenen Daten im Blick behalten möchten, haben kaum eine Chance. Selbst dann nicht, wenn sie Informationen direkt beim Anbieter einfordern.“

 

Geschrieben von

Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

Weitere Artikel

Ratgeber 

DSGVO: Datenschutz in Europa verständlich erklärt

Seit 2016 gelten in Europa einheitliche Regeln für den Datenschutz. Sie sind in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) festgeschrieben. Wir haben die wichtigsten Punkte aus diesem Gesetzeswerk zusammengestellt und erklären, was das alles mit Ihrem Handy zu tun hat.

Mehr
YouTube-Video 

Blokada: Werbung blocken und App-Verbindungen stoppen (Android)

Die Android-App Blokada wirft die Werbung aus Ihren Apps - und kann noch viel mehr. Sie zeigt alle heimlichen App-Verbindungen im Hintergrund an. Diese können Sie einzeln blockieren. Blokada ist kostenlos, quelloffen - und natürlich werbefrei.

Ansehen
Ratgeber 

Dialer-Apps: Komfort mit Risiken

Die Telefon-App, die jedes Smartphone mitbringt, kann ersetzt werden. Alternativen aus dem App-Store bringen oft mehr Funktionen oder ein schöneres Design mit. Aber Vorsicht: Einige solche Dialer-Apps bieten gefährliche Zusatzfunktionen und geben im schlimmsten Fall Ihr ganzes Adressbuch an Dritte weiter.

Mehr
YouTube-Video 

Android-Handy verloren? So finden Sie es wieder

Wenn Sie Ihr Handy verlegt haben, können Sie es ganz leicht selbst orten. Dazu müssen Sie die Funktion "Mein Gerät finden" aktivieren und sich in Ihr Google-Konto einloggen. Wie das Orten genau funktioniert und was Sie aus der Ferne sonst noch unternehmen können, erklären wir im Video.

Ansehen