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Aus Musical.ly wird Tik Tok

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Musical.ly ist Geschichte. Die Kurzvideo-App wird Teil von Tik Tok. Beide Apps gehören zum chinesischen Entwickler ByteDance. An Tik Tok gibt es ähnliche Kritik wie an Musical.ly: dass die App junge Nutzer dazu bringe, freizügige Videos von sich hochzuladen – und dass anonyme, vermutlich erwachsene Nutzer diese Dynamik anheizen.

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Jugendliche · Kinder · Videos
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Die App Musical.ly, auf der Nutzer Kurzvideos zu Musik erstellt haben, existiert als eigenständige Anwendung nicht mehr. Das chinesische Mobilunternehmen ByteDance hat Musical.ly am Donnerstag, dem 02. August 2018, mit der ähnlichen App Tik Tok verschmolzen.

Sobald bisherige Nutzer die App auf ihrem Gerät aktualisieren, wandelt sich Musical.ly in Tik Tok um. Die von den meist jungen Nutzern hochgeladenen Videos und die individuellen Einstellungen sollen dabei erhalten bleiben.

Hinter beiden Apps steht das chinesische App-Unternehmen ByteDance, das Musical.ly Ende 2017 für etwa eine Milliarde US-Dollar aufgekauft hat.

Musical.ly: unheimliche Parallelwelten

Im April 2018 hat eine Mobilsicher-Recherche auf mangelnden Jugend- und Kinderschutz in Musical.ly aufmerksam gemacht. Die Mobilsicher-Redakteurin Inga Pöting hatte recherchiert, wie in dieser „unheimlichen Parallelwelt im Kinderzimmer“ junge Mädchen sexuell freizügige Videos von sich hochladen. Dies trifft auf ein Publikum von mutmaßlich älteren Männern, die diese Inhalte mit anstößigen Bemerkungen kommentieren und versuchen, die Nutzerinnen zur Produktion weiterer Videos zu animieren.

Unsere Kritik war, dass das Bewertungssystem der App solche problematischen Entwicklungen begünstigt und Musical.ly dieses Problem nicht ernst genug nimmt.

Probleme auch bei Tik Tok

Auch zu Tik Tok gibt es ähnliche Kritik. In einem Artikel von Mai 2018 hat die Hongkonger Tageszeitung „South China Morning Post“ beklagt, dass Kinder, die teilweise erst neun Jahre alt sind, über die App ihre Identität und ihre privaten Gedanken mit Millionen Fremden teilen.

Außerdem gebe es auch auf Tik Tok verstörende Videos sehr junger Nutzer, die Sex imitieren und sich vor der Kamera ausziehen. Außerdem falle auch dort auf, dass es dubiose Profile offensichtlich erwachsener Nutzer gibt, die die Plattform nutzen, um Mädchen im Teenager-Alter zu „umwerben“ und zu stalken.

Neue Fassade, wenig dahinter

In der neuen, vereinigten, Tik Tok-App weist der Anbieter explizit auf sein „Sicherheitszentrum“ hin, in dem Informationen zu Privatsphäre, zum Blockieren und Melden von Nutzern zur Verfügung stehen.

Von der Funktion her hat aber auch Tik Tok wenig tatsächlich verbessert. So sind Nutzerkonten weiterhin in der Voreinstellung öffentlich und weiterhin gibt es keine wirkungsvolle Altersbeschränkung. Immerhin gibt es bei Tik Tok die Möglichkeit, sein Konto wieder zu löschen. Allerdings nur, wenn man sich vorher mit seiner Telefonnummer anmeldet.

Eine wirklich positive Neuerung gibt es aber: sobald Nutzer an einem Tag zwei Stunden in der App verbracht haben, erhalten sie eine Benachrichtigung. So will der Anbieter vermeiden, dass NutzerInnen zu viel Zeit mit der App verbringen.

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