News vom 06.12.2016

Infizierte Apps kapern Google-Konten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 06.12.2016

Ein Schadprogramm namens „Gooligan“ kapert nicht nur Smartphones, sondern auch Nutzerkonten bei Google. Es ist gleich in mehreren Apps enthalten, sodass täglich weit über 10.000 Geräte neu infiziert werden. In Europa ist der Schädling bisher noch nicht sehr verbreitet.

Erneut kursieren verseuchte Android-Apps in alternativen App-Stores. Sie enthalten ein Schadprogramm, welches das Google-Konto übernehmen kann und damit Zugriff auf Gmail, Google-Drive, den Play-Store und andere Google-Dienste erhält. Zudem verschafft es sich die volle Kontrolle über das infizierte Gerät. Damit besteht Zugriff auf sämtliche Daten auf dem Smartphone.

Die größte Verbreitung der Malware findet sich in Asien, wo Googles Play-Store eine geringere Rolle spielt und alternative App-Stores dominieren. Über eine Million Android-Geräte wurden bereits infiziert, davon rund 100.000 Geräte in Europa. Täglich kommen rund 13.000 Tablets und Smartphones hinzu, meldet die Sicherheitsfirma Checkpoint, die den Schädling entdeckt hat und ihn "Gooligan" taufte.

Der Schädling befällt bisher nur Systeme mit Android 4 und 5, auch Jelly Bean, KitKat und Lollipop genannt. Das entspricht rund drei Viertel aller aktiven Android-Geräte. Neue Android-Versionen sind bisher nicht betroffen.

Eine Liste mit infizierten Apps nennt der Beitrag von Checkpoint. Die aufgeführten Apps sind jedoch nur betroffen, sofern sie nicht direkt über den App-Store von Google installiert wurden.

Google selbst habe inzwischen betroffene Nutzer benachrichtigt, teilte ein Sprecher gegenüber Checkpoint mit. Der Anbieter von Sicherheitslösungen bietet auf seinen Webseiten eine Überprüfungsmöglichkeit an, mit der Google-Mail-Adressen analysiert werden können: https://blog.checkpoint.com.

Infizierte Geräte können nur durch eine Neuinstallation des Android-Betriebssystems bereinigt werden. Dieser Prozess, "Flashen" genannt, ist bei den meisten Geräten alles andere als trivial und sollte nur von Fachkundigen durchgeführt werden. Als erste Maßnahme sollte das Gerät von allen Netzen getrennt werden und das Passwort für das Google-Konto geändert werden, empfiehlt Checkpoint.

Was es bei der Nutzung von App-Stores zu beachten gibt, erklären wir im Beitrag „App-Stores für Android

Alternative App-Stores müssen nicht zwangsläufig gefährlich sein, wie der Artikel „Keine Angst vor unbekannten Quellen“ zeigt.

Weitere Artikel

Ratgeber 

Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Es gibt verschiedene Situationen, in denen man alle Daten von Smartphone oder Tablet löschen sollte. Zum Beispiel, bevor man es verkauft oder verleiht. So versetzen Sie Ihr Gerät wieder in den Zustand, in dem Sie es beim Kauf bekommen haben.

Mehr
Ratgeber 

Enormer Vertrauensbruch – oder sogar Straftat?

Google speichert offenbar Telefonnummern, Dauer und Art von Anrufen und weitere Daten bei Gesprächen mit Android-Geräten. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar bezweifelt im Interview, dass das mit Grundrechten vereinbar ist und fordert die EU-Kommission auf, einzuschreiten.

Mehr
Messenger 

Verschlüsselte Messenger: WhatsApp, Threema, Signal und Co.

Viele Messenger-Apps sind heute standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt - Dritte können also unterwegs nicht mitlesen. Trotzdem gibt es bei einigen Messengern Sicherheitslücken. Wir geben einen Überblick über die beliebtesten Apps und listen ihre Vor- und Nachteile auf.

Mehr
YouTube-Video 

Datenschutz bei FaceApp: Wie schlimm ist es wirklich?

Im Juli 2019 sind die sozialen Medien geflutet mit Bildern aus FaceApp. Mit der Spaß-App aus St. Petersburg lassen sich Gesichter auf Fotos zum Beispiel älter oder jünger machen. Parallel läuft in den Medien eine Diskussion um den Datenschutz. Wir ordnen ein, wie schlimm es wirklich ist.

Ansehen