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Messenger-App WhatsApp kurz vorgestellt

Ein Artikel von , veröffentlicht am 02.08.2018, bearbeitet am21.08.2018

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen WhatsApp weltweit. Obwohl Nachrichten inzwischen standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, gibt es einige Kritikpunkte an dem Messenger-Giganten. Es werden viele Metadaten gesammelt, außerdem teilt WhatsApp Nutzerdaten mit Facebook.

Das ist WhatsApp

Mit der Messenger-App WhatsApp kann man Textnachrichten, Fotos, Videos und Dateien über das Internet versenden. Die App bietet außerdem Anruf-Funktionen und Lösungen für Business-Kunden.

WhatsApp nutzen laut Firmenangaben weltweit mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Der Betreiber und Hersteller, WhatsApp Inc., wurde 2014 für 22 Millarden US-Dollar von Facebook gekauft und gehört seitdem zur Facebook-Gruppe. Firmensitz ist in Kalifornien, USA.

Die App ist auch unter Jugendlichen sehr beliebt. In der JIM-Studie 2017 gaben 88 Prozent der befragten deutschen Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren an, dass WhatsApp zu ihren drei wichtigsten Apps gehört. WhatsApp darf laut eigener AGB aber erst ab 16 Jahren genutzt werden.

Seit April 2016 versendet WhatsApp alle Nachrichten standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt, das heißt, nur Sender und Empfänger können die Inhalte lesen. Auch der Anbieter WhatsApp kann also nicht mitlesen.

WhatsApp, Telegram, Threema und Co.: Hier geht's zu unserer Übersicht verschlüsselter Messenger.

Backup bei WhatsApp

Wer eine Sicherungskopie seiner WhatsApp-Nachrichten und -Anhänge anlegen möchte, kann ein Backup in seinem Google-Konto speichern. Diese Funktion ist innerhalb der App über den Pfad Menü > Einstellungen > Chats > Chat-Backup zu finden. Seit August 2018 werden die aus WhatsApp exportierten Inhalte nicht mehr auf den Speicherplatz in Google Drive angerechnet.

WhatsApp-Backups auf Google Drive, iCloud und lokal auf dem Gerät sind zwar ebenfalls verschlüsselt, aber nicht Ende-zu-Ende. Es gibt den begründeten Verdacht, dass die Schlüssel zu diesen Backups auf den Servern von WhatsApp liegen. Das würde bedeuten, dass der Dienst die gesicherten Inhalte einsehen kann.

Aufgrund der Gesetzeslage in den USA können US-amerikanische Behörden WhatsApp in dem Fall zur Herausgabe der Schlüssel zwingen, ohne dass Nutzer davon etwas erfahren.

Hersteller von forensischer Software, wie etwa Elcomsoft, geben an, mit ihren Werkzeugen WhatsApp-Backups direkt aus iCloud und Google Drive extrahieren zu können. Nötig sind dafür die Zugangsdaten zu dem jeweiligen Konto und Zugang zur SIM-Karte.

WhatsApp teilt Daten mit Facebook

WhatsApp sammelt Metadaten über seine Nutzer - also wer wann mit wem kommuniziert. Zudem lädt die App das Adressbuch auf seine Server.

Seit Juni 2018 teilt WhatsApp auch die Daten europäischer Nutzer mit dem Mutterkonzern Facebook - darunter auch die Telefonnummer. Europäische Datenschützer hatten versucht, diesen Schritt gerichtlich zu verhindern.

Seit Anfang 2018 gibt es mit WhatsApp Business eine spezielle Version für Unternehmen. Die App ist allerdings nur für Android verfügbar.

WhatsApp: Vor- und Nachteile

Positiv:

  • Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats, Gruppenchats, Audio- und Videotelefonie
  • Desktopversion (nur in Verbindung mit Smartphone)
  • Kostenlos

 

Negativ:

  • Backup via Google Drive oder iCloud nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt
  • Programmcode nicht quelloffen (nicht Open Source)
  • Bei Android: Google-Konto erforderlich
  • Metadaten werden gesammelt, analysiert und mit anderen Unternehmen des Facebook-Konzerns geteilt
  • Kein Auto-Zerstörungs-Timer für Nachrichten
  • Erfordert Zugriff aufs Adressbuch
  • Nutzung nur mit SIM-Karte möglich

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