News vom 05.03.2018

Datenabgleich zwischen WhatsApp und Facebook bleibt verboten

Ein Artikel von , veröffentlicht am 05.03.2018

Es bleibt dabei: Facebook darf personenbezogene Daten aus deutschen WhatsApp-Profilen nicht nutzen. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hat den Widerspruch gegen eine geltende Anordnung abgelehnt. Endgültig entschieden ist die Frage jedoch noch nicht.

Die behördliche Anordnung, dass Facebook in Deutschland keine personenbezogenen Daten von der Facebook-Tochter WhatsApp verwenden darf, bleibt in Kraft.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatte im September 2016 einen Datenabgleich zwischen Facebook und WhatsApp, wie es die neue Datenschutzrichtlinie des Unternehmens vorsah, mit sofortiger Wirkung untersagt. Facebook hatte zuerst versucht, die unmittelbare Geltung dieser Anordnung vor dem Verwaltungsgericht Hamburg anzufechten. Das Gericht lehnte den Antrag des IT-Konzerns ab.

In einem weiteren Schritt hatte sich Facebook an das Hamburger Oberverwaltungsgericht gewandt. Auch hier ist Facebook gescheitert, das Gericht hat die Beschwerde zurückgewiesen (die Entscheidung in Kurzform).

Keine endgültige Klärung in der Sache

Das Gericht entschied nicht, ob das ursprüngliche Verbot des Datenschutzbeauftragten inhaltlich zulässig ist oder nicht. Es sah die Anweisung jedoch „nicht als offensichtlich rechtswidrig“ an und lehnte deswegen einen Eilantrag ab. Mit dem wollte Facebook erreichen, dass das Verbot bis zur endgültigen juristischen Klärung der Sache ruht, sprich, dass der Konzern bis zu einer endgültigen Klärung weiter Daten abgleichen darf.

Entschieden ist die Sache damit noch nicht. Facebook kann nun eine Klage in der Hauptsache einreichen, um die Frage zu klären, ob das ursprüngliche Verbot zulässig ist oder nicht. Bis das geschehen ist, gilt allerdings klar: Facebook darf personenbezogene Daten deutscher WhatsApp-Nutzer nicht verwenden.

 

Geschrieben von

E-Mail

mey@jb-schnittstelle.de

PGP-Key

0x3D753571A5FEF1F4

Fingerprint

89A8 1651 BB1F 49E0 7F6E 610D 3D75 3571 A5FE F1F4

Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

Weitere Artikel

YouTube-Video 

Wie sicher ist der Messenger Telegram?

Telegram ist die beliebteste Alternative zu WhatsApp. Aber ist der von russischen Entwicklern angebotene Messenger wirklich sicherer als der US-amerikanische Marktführer? Wir können nur sagen: Es kommt darauf an. Für die sichere Nutzung geben wir im Video eine wichtige Empfehlung.

Ansehen
App-Berechtigungen 

Androids Bedienungshilfen: Gefährliche Hintertür

Die Android-Bedienungshilfen sind eigentlich für die Barrierefreiheit gedacht. Apps mit dieser Berechtigung können alles mitverfolgen, was auf dem Bildschirm angezeigt wird, um es zum Beispiel vorzulesen. Aber manche Spionage- und Schadprogramme missbrauchen die Funktion. Wir erklären, wo Sie die Bedienungshilfen finden und einstellen können.

Mehr
Ratgeber 

Ratgeber: Handy geklaut oder verloren? So sorgen Sie vor

Jeden Tag werden unzählige Mobilgeräte gestohlen oder irgendwo verloren. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um Ihr Gerät auf diesen Fall vorzubereiten. Im Verlustfall können diese Vorkehrungen den Schaden zumindest zu begrenzen.

Mehr
App-Test 

Wetter-App im Test: wetter.com

Sie ist nicht nur eine der beliebtesten Wetter-Apps der Deutschen, sie geht auch bei Werbung und Tracking in die Vollen: Zehn verschiedene Werbenetzwerke und vier Analysedienste sind in der App versteckt. Alle Details gibt es in unserem Testbericht.

Mehr