News vom 04.11.2017

Dating-Apps: Lücken in der Datensicherheit

Ein Artikel von , veröffentlicht am 04.11.2017

Stalking-Gefahr durch zu viele Informationen, unsichere Datenverbindungen und mehr: Dating-Apps weisen verschiedene Schwachstellen in der Datensicherheit auf. So lautet das Fazit einer Untersuchung des IT-Unternehmens Kaspersky.

Neun bekannte und weniger prominente Dating-Apps hat das russische IT-Sicherheitsunternehmen Kasperspky unter die Lupe genommen. Im Fokus stand die Datensicherheit der Anwendungen. Im Ergebnis der Untersuchung (hier die englischsprachige Langform) hatte Kaspersky viel an den einzelnen Angeboten auszusetzen.

Die Sicherheitsexperten kritisieren unter anderem, dass es mithilfe der öffentlichen Informationen aus Dating-Profilen möglich ist, mit etwas Aufwand einzelne Personen zu identifizieren, etwa auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder dem Business-Netzwerk LinkedIn. Das war möglich, weil in Profilen oft der Arbeitsplatz oder die Universität der Nutzerinnen und Nutzer veröffentlicht wird.

Bei Tinder, der weltweit erfolgreichsten Dating-App, gelang es, 60 Prozent einer Stichprobe zu identifizieren, bei den weniger bekannten Apps Happn und Paktor sogar 100 Prozent aller getesteten Profile. Somit, lautet die Schlussfolgerung von Kaspersky, wäre es möglich, Personen auf Dating-Apps auch außerhalb dieser Portale zu stalken.

Ein anderer Kritikpunkt war die Sicherheit bei der Übertragung von Daten. Bei einigen Apps werden Fotos beim Hochladen nicht verschlüsselt übertragen. Angreifer können sich theoretisch unbemerkt zwischenschalten und sehen, auf welches Dating-Profil eine Person mit ihrem Mobilgerät zugreift.

WLAN mit Bedacht nutzen und mit Informationen geizen

Kaspersky rät daher unter anderem, Dating-Apps lieber nicht über öffentliche WLAN-Netze nutzen, vor allem dann nicht, wenn das Netz nicht mit einem Passwort geschützt ist. Die Nutzung über eine VPN-Verbindung könne helfen, den eigenen Datenverkehr zusätzlich abzusichern. Dazu kommt, dass WLAN zurzeit als potenziell unsicher gilt, aufgrund der Sicherheitslücke „Krack“, die noch nicht überall geschlossen ist.

Tipp: Seien Sie vorsichtig, welche Informationen Sie auf Ihren Dating-Profilen veröffentlichen. Beispielsweise könnten Sie über Ihren Arbeitsplatz identifiziert werden.

Mobilsicher untersucht zur Zeit mobile Dating-Anwendungen. Den Anfang hat am Freitag ein Test der App OkCupid gemacht.

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Stefan Mey

Stefan Mey ist freier Autor für verschiedene spezialisierte IT-Magazine und für die Technologie-Ressorts IT-ferner Medien. Er interessiert sich für die Auswirkungen von Technologie auf Alltag, Gesellschaft und Politik. Vor allem hält er es für wichtig, die sich überschlagenden Entwicklungen im mobilen Internet fundiert und kritisch zu begleiten. Bis November 2018 hat er das mobilsicher-Team als Redakteur unterstützt.

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